Kapitel 12
Fiona
Unsicher wippe ich vor und zurück. Das war eine blöde Idee oder? Wieso weiß Taylor, welche Punkte er reizen muss bei mir.
Meine Familie steht bei mir und gibt mir Halt. Wobei Mom Taylor skeptisch beäugt. Erst recht, als ich mich hinter ihn stelle, als ich ein Auto höre.
Vor sich hinfluchend steigt Paul aus. „Seit wann werden Autos denn aufgehalten? Noch dazu wenn wir einen Gast haben?“ Als Paul hochschaut und das Rudel auf dem Platz sieht stockt er. „Ist alles in Ordnung? Gibt es einen Grund für euer Verhalten?“
Ich schaue hinter den Rücken von Taylor hervor. Paul hat sich ziemlich verändert. Er ist ziemlich muskulös geworden. Zudem ist er auch noch ein ordentliches Stück gewachsen. Seine hellbraunen Haare sind verwuschelt, was ihm aber mehr als steht.
Seine grün-braunen Augen wandern über die Anwesenden, bis sie bei Taylor liegen bleiben. „Ich entschuldige mich Taylor, normalerweise ist das Rudel wesentlich offener gegenüber Fremden. Auch wenn ich eher das Gefühl habe ich wäre der Fremde hier.“ Den letzten Satz flüstert Paul mehr zu sich selbst.
Langsam, so als würde er jeden Moment einen Angriff erwarten, kommt Paul näher. „Leute, was ist mit euch lo..“ Paul stockt, als er endlich mich bemerkt.
„Fiona“ spricht er andächtig. Er kommt drei schnelle Schritte auf mich zu, was mich panisch zurückstolpern lässt. Paul sinkt mit gesenktem Kopf auf sein Knie. Er kniet vor mir, wie er vor seinem Alpha bei Ritualen knien würde. Den Kopf gesenkt und seine Hand aufs Herz gelegt.
„Fiona, ich weiß, meine Worte können nicht ändern, was ich dir angetan habe. Doch möchte ich mich mit allem gebürtigen Respekt bei dir Entschuldigen. Es tut mir unglaublich Leid. Ich hoffe du kannst mir eine Chance geben, es wieder gut zumachen und dir zu beweisen, dass ich mich und auch Dust sich geändert haben.“ spricht Paul.
Von seiner Entschuldigung doch etwas überrumpelt, weiß ich nicht so Recht, was ich nun sagen soll. Ich gehe einen Schritt zur Seite, sodass ich nicht mehr komplett hinter Taylor stehe.
„Ich, ich weiß nicht ob ich das kann Paul, ich..“ beginne ich vor mich hin zu stottern. Paul nickt verstehend „Natürlich, nehme dir die Zeit, die du brauchst. Solltest du merken, dass du mir nicht verzeihen kannst, dann verstehe ich ..“ Mitten in seinem Satz stoppt Paul.
Der Wind hat sich gedreht und weht mir meine Haare ins Gesicht. Paul nimmt einen tiefen Atemzug. Von der einen zur anderen Sekunde verändert sich Paul. Ruckartig schaut er hoch und blickt sich um. Seine Augen haben etwas Raubtierhaftes an sich, als sie bei mir landen.
„Mate!“ knurrt Paul oder ist das jetzt sein Wolf Dust? Ich kann es nicht sagen. Lange darüber nachdenken kann ich nicht, denn Paul springt auf und stürmt auf mich zu.
Doch bevor er mich erreichen kann, spricht mein Dad in einer mir unbekannten Sprache „Desine!“ Paul hält sofort an, so als wäre er versteinert. Pauls Aufmerksamkeit schwenkt zu meinem Vater um. „Du kannst mich nicht von meiner Mate abhalten!“ knurrt er.
Dad tritt vor mich „Doch, das kann ich. Ich bin nicht nur dein Alpha, ich habe auch die Macht über deinen Bann! Scheinbar müssen wir ihn doch wieder verstärken. Ältester?“
Der Älteste kommt durch das Rudel auf uns zu geeilt. Sofort beginnt er etwas auf die Stirn und über das Herz von Paul zu malen. Paul knurrt wie wild, doch kann er sich nicht bewegen. Als der Ritus seinen Höhepunkt erreicht, brüllt Paul nochmal auf, ehe er in sich zusammensackt.
Geschockt schaue ich zu ihm. Das Rudel scheint jedoch nicht ganz so geschockt zu sein, wie ich. Der Älteste steht gebeugt über Paul und scheint ihn zu untersuchen. „Hm, sehr interessant. Paul war doch inzwischen stärker als Dust und konnte ihn im Griff behalten. Scheinbar hat das Finden von seiner Mate, Dust eine unglaubliche Stärke gegeben und da Paul nicht darauf vorbereitet war, hat Dust Paul wohl überwältigen können. Ich werde mich dann wohl nochmal in meinen Schriften vertiefen, um eine Lösung zu finden.“
Verstört schaue ich dem Ältesten hinterher, wie er dann vor sich hin murmelnd geht. Das plötzliche nach Luft schnappen von Paul lenkt meine Aufmerksamkeit zu ihm. Stöhnend reibt er sich seine Stirn. Dann reist er seine Augen weit auf und richtet sich sofort auf. Suchend schaut er sich um, bis er bei mir zum stehen kommt.
„Oh Göttin, bitte sage mir, dass Dust nichts angestellt hat?“ bittet er verzweifelt. Bevor ich auch nur einen Gedanken fassen kann, spricht mein Dad „Keine Sorge Paul. Zum Glück hatten wir den Wolfsbann noch. Wir haben den Bann wieder verstärkt. Ich glaube du musst das Training nochmal durchlaufen, jetzt wo Dust eure Mate erkannt hat, hat er dadurch an Stärke gewonnen.“
Paul sitzt auf dem Boden wie ein Häufchen Elend. „Es tut mir so Leid. Vielleicht sollte ich nicht der zukünftige Beta sein.“ „Bullshit“ spricht Joshua und kniet sich neben Paul. Einen Arm aufmunternd um seine Schultern liegend spricht Joshua weiter „Du bist ein guter Beta. Du musst nur wieder erneut lernen deinen Wolf zu kontrollieren. Das hast du schon einmal geschafft und wirst es wieder schaffen. Ich werde dich dabei unterstützen.“
Paul nickt ganz leicht und schaut dann unsicher zu mir. Ich bin jedoch mit allem heillos überfordert und weiß nicht, was ich ihm sagen kann.
Doch das brauche ich auch nicht, denn in dem Moment kommt ein Anruf bei meinem Handy an. Da ich es nur für die Arbeit nutze muss etwas vorgefallen sein. Das bestätigt sich mir auch, als aus dem Auto, mit welchem Paul kam, ebenfalls ein Handyklingeln ertönt.

























































Erstens: ich hätte nicht erwartet dass Paul sich wirklich vor ihr hinkniet, dass sprich davor das zumindest Paul wirklich reifer geworden zu sein scheint
Zweitens: dann sind die beiden also tatsächlich Mates… oder kann das Dust fälschlicherweise nach all der Zeit sich immer noch einbilden und müsste Fiona, selbst wenn sie kein Wolf ist, nicht irgendwas in der Richtung spüren?? Ich glaube das dauert noch ein wenig bis die Beziehung der beiden sich endgültig klärt..
Drittens: wenn ich mich mal auf meinen Instinkt verlasse, kann dieser Anruf nichts Gutes bedeuten :/
1: Ja, Paul ist reifer
2: ja da muss noch was passieren
3: nicht wirklich
( ^▽^)