Kapitel 14
Triggerwarnung
Fiona
Wolf und ich machen uns auf den Weg und verschmelzen förmlich mit der Natur. „Warum kam ich vorher nie auf die Idee, dass du im Rudel aufgewachsen bist. Das ist so offensichtlich.“ flüstert Wolf mir zu. Ich werfe ihm einen mahnenden Blick zu. „Darüber können wir später auch noch reden. Jetzt ist unsere Mission wichtiger.“ flüstere ich ihm für einen Mensch eigentlich zu leise zu.
Wir sondieren die Umgebung und haben unser Team auch jederzeit im Blick. Tatsächlich dauert es nicht mehr lange und wir sind bei dem versteckten Haus angekommen. Noch sind wir alle im Wald verborgen. Uns trennen etwa 150m von dem Haus. Es ist ein altes und vergessenes Safe-Haus der hiesigen Regierung. Aber dank der Berge, die am Horizont sehr markant zu sehen sind, konnten wir bestimmen, wo es sein muss.
Und zum Glück ist es auch hier und wir müssen nicht suchen. „Statusmeldung Shadow“ werde ich per Funk von BigBoss aufgefordert. „Einen Moment“ bitte ich ihn zu warten. Mein Blick geht zu Wolf, dieser nickt „Ich gebe dir Deckung.“
Dies abnickend schaue ich mir die hier stehende Bäume an. Als ich einen guten finde, klettere ich geschickt hoch. Sobald ich weit genug oben bin, nehme ich mein Gewehr vom Rücken und überblicke die Umgebung. Ich kann Spuren von einem Auto entdecken, die relativ frisch aussehen.
Dies teile ich über Funk mit. „Okay, dann gehen du und Wolf von hinten rein und wir von vorne.“ befiehlt BigBoss. Schnell klettere ich wieder hinunter. Wolf und ich ziehen unsere extra angefertigten Halstücher übers Gesicht, ehe wir uns an die Rückseite des Hauses schleichen, ohne gesehen zu werden. Sobald wir auf Position sind, klopfe ich Wolf auf die Schulter. Dieser gibt dann BigBoss per Funk Bescheid, dass wir bereit sind.
BigBoss zählt den Countdown runter und dann zünden wir jeweils gleichzeitig die kleinen Bomben an den Türen, die wir platziert hatten. Sofort stürmen wir in das Haus rein. Routiniert suchen wir die Räume ab, dabei gebe ich Wolf Deckung.
Ich nehme eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahr und richte mich danach aus. Als ich die Waffe zwischen zwei Schranktüren sehe, welche zitternd auf uns gerichtet ist, drücke ich ab, bevor die andere Person schießen kann.
Fluchend wird die Pistole fallen gelassen. Sofort eile ich zu der Person hin und hole sie aus dem Schrank. Es ist ein junger Erwachsener, der bestimmt nicht mal 20 Jahre alt ist. Diese Erkenntnis ignorierend pinne ich ihn an die Wand und frage kalt „Wo ist sie?“
Der Junge schaut mich verunsichert und mit Schmerzverzogenem Gesicht an. „Ich, ich weiß es nicht. Vor ein paar Wochen kamen mehrere Männer zu meinem Großvater und mir und wollten diese Hütte buchen. Wir nutzen sie nur zum Jagen und das auch nicht mehr regelmäßig, nachdem wir sie von der Regierung übernahmen. Ich, das.. Die haben nichts gesagt davon, dass Leuten kommen werden, als sie weg sind.“ spricht der Junge zitternd im gebrochenem Englisch.
Wolf kommt jetzt ebenfalls dazu und fragt kalt „Wo sind sie hin?“ „Weiß nicht. Vor 15 Minuten sind sie los, zu Fuß. Das hat mich verwirrt, da hier kilometerweit nichts ist.“ Wolf und ich schauen uns arlarmiert an. „In welche Richtung?“ fragt Wolf nach. Zitternd zeigt der Junge in eine Richtung.
„Das Haus ist komplett leer. Wohin zeigt er?“ fragt BigBoss, als er und die anderen zu uns kommen. „Das wissen wir, sie sind vor ca. 15 Minuten Richtung Süden gelaufen.“ fasse ich schnell zusammen.
BigBoss nickt „Okay, Shadow und Wolf, ihr geht auf die Jagd. Wir kümmern uns um ihn und folgen euch dann.“ befiehlt BigBoss. Wolf und ich nicken und ich übergebe den Jungen an Piccolo „Ich vermute der Junge hat nichts damit zutun.“ Piccolo nickt und beginnt mit geübten Griffen die Hand zu verarzten.
Wolf und ich laufen unterdessen hinaus und suchen nach der Spur. „Hier“ ruft Wolf. Ich komme zu ihm und entdecke die kaum sichtbare Spur. „Wolfsnase?“ frage ich, woraufhin Wolf nur grinsend mit den Schultern zuckt.
Wir schultern unsere Waffen und beginnen dann der Spur zu folgen. Dank Wolf kommen wir sehr gut voran. Es dauert vielleicht 20 Minuten, als Wolf mich aufhält. „Ich kann sie hören. Wir sollten vorsichtiger vorgehen ab jetzt.“ Nickend bestätige ich und gebe BigBoss unsere Koordinaten durch. Sie sind maximal 10 Minuten hinter uns.
Nun darauf bedacht, dass wir keine Geräusche machen, nähern wir uns immer mehr. „Das ich vorher nie darauf gekommen bin. Du machst keine Geräusche, so als hättest du einen Wolf.“ spricht Wolf. Ich werfe ihm ein schnelles Lächeln zu, ehe ich mich wieder auf meine Schritte konzentriere. Denn anders als Wölfe, muss ich mich dafür ziemlich konzentrieren.
Ein Klatschen lässt uns innehalten. In noch geduckterer Haltung schleichen wir weiter. Wir kommen an den Rand einer Lichtung. Wir kriechen nun näher heran, damit wir auch was sehen können, nachdem wir wieder unsere Tücher übergezogen haben.
„Jovani, war das wirklich notwendig? Die Kleine ist schon ganz mitgenommen!“ spricht einer der Männer. Der genannte Mann antwortet „Roy, sie soll uns verdammt nochmal nicht aufhalten. Ihr jämmerliches weinen bringt niemanden etwas. Weder ihr, noch uns bringt es etwas.“
„Roy, Jovani, beruhigt euch! Wir müssen von dieser Lichtung runter. Hier sind wir ein viel zu leichtes Ziel.“ spricht der Dritte im Bunde und scheinbarer Anführer. „Kael mein Lieber, wer sollte uns überhaupt hier finden? Deine Quelle muss falsche Informationen bekommen haben.“ spricht Jovani.
Wolf und ich schauen uns alarmiert an „Quelle?“ forme ich mit den Lippen. Mit den Schultern zuckend antwortet mir Wolf stumm. Er gibt mir ein Zeichen dafür, dass wir uns aufteilen, um von zwei Seiten angreifen zu können.
Während wir uns auf Stellung bringen, höre ich, dass BigBoss und die Anderen uns eingeholt haben. Flüsternd gebe ich BigBoss Bescheid über den Plan. Diesem stimmt er ebenfalls zu. Stumm nicke ich, wissend, dass er es nicht sehen kann.
Ich nähere mich wieder der Lichtung, da ich um unentdeckt zu bleiben, einen größeren Bogen nahm. Gerade als die Männer mit ihrer Geisel aufbrechen wollen, höre ich das Signal über Funk. Ich bestätige, dass ich auf Position bin.
Einen Baum als Stütze nutzend, lege ich das Gewehr an. Von hier habe ich alle im Blick, bin aber selber nicht sofort erkennbar, auch wenn es, was die Deckung angeht überhaupt nicht ideal ist.
Bevor die Männer also die Lichtung verlassen, stürmt mein Team die Lichtung und sofort entsteht Chaos. Die Frau legt sich sofort auf den Boden. Jovani fängt fast sofort an zu schießen. Mit einem geübten Schuss von mir, schalte ich ihn aus, ehe er die Chance hat, einen von uns zu treffen.
Roy hingegen ist gerissener und geht hinter einem Baumstamm in Deckung, sodass weder ich noch die anderen ihn treffen können.
Während sich mein Team um Roy kümmert, wandert meine Aufmerksamkeit zu Kael, der sich die Frau geschnappt hat und nun näher auf mich zukommt. Blöderweise ist es zu riskant von meiner Position aus zu schießen, da ich die Geisel von hier treffen könnte. Dafür bewegen sich beide zu unvorhergesehen.
Ich lege mir nach einem prüfenden Blick zu Roy das Gewehr an. Mein Team hat ihn unter Kontrolle und bestimmt innerhalb der nächsten 20 Sekunden unschädlich.
Kael kommt immer näher und wirft ab und zu einen Blick zurück. „Komm schon, die werden dich nicht retten können. Also beweg deinen Hintern!“ kommandiert Kael.
Augenverdrehend ändere ich meine Position, sodass ich hinter ihm komme. Meine Pistole halte ich ihm an den Kopf und sage mit tieferer Stimme „Sie wissen, dass ich hier noch bin und mich um dich kümmere.“
Kael erstarrt kurz, ehe er sich ruckartig bewegt, sodass er mir beinahe die Pistole aus der Hand schlägt. Zum Glück bin ich schneller, wodurch ich sie in der Hand behalten kann. Dadurch kann ich aber seinen Schlag nicht ausweichen, der mich heftig am Kinn trifft, sodass meine Zähne aufeinander schlagen.
Den Schmerz ausblendend handle ich, ehe er zum zielen kommt. Ich schlage ihm die Pistole mit einem geübten Schlag aus der Hand. Um ihn kampfunfähig zu machen, haue ich ihm im selben Schwung meine Pistole an seinen Kopf. Sofort verdreht er die Augen und sackt in sich zusammen. Seine Pistole nehme ich an mich und fessle seine Hände auf dem Rücken.
Erst danach wende ich mich der verängstigten jungen Frau zu. „Miss? Es ist alles in Ordnung. Ihr Vater hat uns geschickt. Wir bringen sie jetzt nach Hause.“

























































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🩵