Kapitel 29

(Triggerwarnung)

Fiona

„Wer auch diese Idee hatte, den verpasse ich nachher eine.“ grummel ich vor mich hin und streiche über meinen falschen Schwangerschaftsbauch. In diesem sind einige Waffen versteckt.
Wolf, der mich im Arm hält flüstert leise zurück „Dann muss du dich wohl selber schlagen. Komm Schatz, unser Hotelzimmer wartet.“ Den letzten Satz spricht er deutlich lauter.

Dadurch bekommen wir die gesamte Aufmerksamkeit in der Lobby. In dieser befinden sich fünf Männer und eine Frau an der Rezeption. Die Frau schaut unsicher zwischen den Männern und uns hin und her.

Schwer schnaufend komme ich im Wartschelgang an der Rezeption an.  „Ich warne dich Schatz, wenn du für uns alle eine Suite gebucht hast, bringe ich dich eigenhändig um. Ich soll mich vor der Geburt entspannen und das geht nicht mit deinen Brüdern.“ werfe ich Wolf spielerisch vor. Dieser verdreht die Augen und wendet sich der Rezeptionistin zu.

„Guten Tag. Ich hatte auf den Namen Smith Zimmer reserviert. Wir würden gerne einchecken.“ spricht er freundlich. Der Mann, der am nächsten steht, kommt zu uns. „Tut mir Leid, aber wir nehmen heute keine Gäste mehr auf. Sie müssten eigentlich auch eine Email bekommen haben.“ spricht er kalt und ohne eine Mimik zu verziehen.

„Hören Sie, wir sind 2 Stunden gefahren, um New York noch vor der Geburt besuchen zu können. Ich habe für diese Zimmer bereits bezahlt und eine Email bekam ich nicht. Also entweder checken sie uns jetzt ein oder ich rufe die Polizei.“ führt sich Wolf künstlich auf. Das Wort Polizei scheint wohl zu wirken, denn der Mann schaut einen Moment unsicher zu seinen Kameraden.

„Hören Sie, ich will mich einfach ausruhen. Wir werden alle auf unsere Zimmer gehen und dort bleiben oder?“ wende ich mich an Wolf. Dieser nickt bestätigend „Genau. Wir sind auch nicht viele. Aber ich habe diese Zimmer schon bezahlt, also will ich es auch beziehen.“

Der Mann wirft einen fragend Blick zu seinen Männern. Als diese auch nur fragend die Schultern heben, seufzt der Mann. „Na gut. Meine Leute werden sie begleiten zu den Zimmern. Sind es nur sie zwei?“

Wie aufs Stichwort kommen die anderen streitend herein. „Natürlich war das ein Parkplatz.“ kommt es von Snoopy „Nein, das war ein Liferanteneingang für eins der Hotels.“ erwidert BigBoss genervt. Sie gesellen sich zu uns und machen sich etwas kleiner, um einen ungefährlicheren Eindruck zu hinterlassen.



Gerade als der Mann wieder etwas sagen will, nimmt Wolf die 2 Schlüsselkarten. „Super, also auf in die 14. Etage.“ Ohne auf irgendwen zu achten, geht Wolf los zu den Aufzügen. Wir folgen ihm stillschweigend oder eher ich folge ihm stillschweigend. Die Anderen streiten sich weiter, bezüglich der Parkplatzsituation. Innerlich muss ich grinsen. Wir wurden alle ein paar Seitenstraßen vorher abgesetzt. Heißt also, die mussten gar nicht parken.

Zwei Männer quetschen sich noch mit uns in den Fahrstuhl. Wir kommunizieren stumm, dass wir bis zu den Zimmern abwarten. Auf dem Weg zu den Zimmern wird der Streit von BigBoss und Snoopy immer ernster.

Daher wundert es mich nicht, dass sie handgreiflich werden, als wir vor den Zimmern angekommen sind. Wie ausversehen schlägt BigBoss dem einen Mann seine Faust ins Gesicht. Noch ehe der andere reagieren kann, schalten wir diesen ebenfalls aus.

Beide ziehen wir in eines der Zimmer und fesseln sie. Harry Potter geht sofort zum Fernseher und zieht das LAN-Kabel heraus, welches er in sein Tablet steckt. Dabei schüttelt er den Kopf „Das ist so, als würden sie mit dem Zaunpfahl winken: Hier könnt ihr in unser System reinkommen, geht ganz einfach.“

Ich schmunzel und fange an den Bauch auszuziehen, indem ich vorher das riesige Kleid oder eher Kartoffelsack ausziehe. Wolf hilft mir dabei. Sobald alles abgelegt ist, ziehe ich die Hose runter, sodass sie meine Beine schützen kann. Die Waffen sortieren wir schließlich auf dem Bett. Aus einer der Reisetaschen holt BigBoss die Schutzwesten. „Mich wundert, dass wir nicht kontrolliert wurden.“ Piccolo nickt „Das sind keine Berufsterroristen. Lasst uns versuchen die meisten unschädlich zu machen und nicht auszuschalten.“

Über seine Wortwahl den Kopf schüttelnd, ziehe ich mir eine der Westen an. Ich überprüfe den Messergurt am Oberschenkel und ziehe ihn zurecht, sodass ich gut ans Messer greifen kann. Sobald alle soweit fertig angezogen sind, verteilen wir die 5 Waffen. Ich bekomme das Gewehr und die anderen auch jeweils die Waffe, die am besten zu ihnen passt.

Dem Fernseher wieder zuwendend sehen wir die Kameraüberwachung des Hotels. Scheinbar haben sie alle Gäste im großen Festsaal versammelt.



„Irgendwie war es ein bisschen zu einfach, meint ihr nicht auch?“ merke ich dann an. BigBoss nickt nachdenklich. „Es ist fast so als wären es zwei Gruppen. Eine erfahrene und eine unerfahrene. Also passt auf euch nochmal genauer auf.“

Wir nicken alle zustimmend, ehe wir die letzten Handgriffe machen, ehe es losgeht. „So, wie besprochen werden wir auch vorgehen. Noch Fragen?“ fragt BigBoss. Fragende Blicke tauschen wir aus, doch dann sagen wir unisono „Nein BigBoss.“ „Gut, dann los.“ gibt BigBoss das Kommando.

Schleichend verlassen wir also nacheinander das Zimmer und folgen dem Plan. Zuerst sind Wolf und ich noch zusammen unterwegs. Wir begegnen tatsächlich auch einem Mann, dem Wolf fast schon zu leicht die Waffe entwenden konnte. Noch überraschender war, als der Mann dann zitternd bat „Bitten tuen sie mir nichts.“ „Hände!“ verlangt Wolf und bindet den Mann an einem festen Rohr fest.

„Wie viele sind es? Und was geht hier ab?“ frage ich kalt. Bebend, aber sich selbst zur Ruhe zwingend spricht er „Wir sollten nur das restliche Gebäude überwachen. Es war nie die Rede von Bomben.“ „Bomben?“ hakt Wolf nach. „Ja, es sind Splitterbomben. Im Versammlungsraum sind diese verteilt und vereinzelnd auch auf den anderen Etagen. Ich weiß nicht, was die anderen vorhaben. Wir wurden gestern gefragt, ob wir bei einer Protestaktion mithelfen wollen. Von Waffen und Verletzten war nie die Rede.“

Wolf und ich schauen uns an. Auch ohne was zu sagen, denken wir das gleiche. Die unerfahrene Gruppe wurde hereingelegt. „Okay, wir versuchen dir später zu helfen. Schließlich hast du uns auch geholfen. Am besten bleibst du hier und kooperierst mit dem FBI.“ spricht Wolf, ehe wir weitergehen und das Team, sowie das FBI über die Splitterbomben informieren.

An einer unscheinbaren Tür trennen auch Wolf und ich uns. Ich muss durch die Tür, da ich über diese auf die Empore bei dem Festsaal gelange. „Pass auf dich auf Shadow.“ verabschiedet sich Wolf. „Du auch.“ „Immer doch“ zwinkert Wolf, ehe er weiter geht.

Vorsichtig öffne ich die Tür und schiebe die kleine Kamera hindurch. Nach mehrmaligem Drehen erkenne ich, dass hier kein Sprengsatz ist, wodurch ich die Tür ganz öffne und rein gehe. Die Treppe ist schon etwas älter, da sie ganz furchtbar knarzt. Als ich schließlich oben angekommen bin, schaue ich vorsichtig über die letzte Treppenstufe. Jedoch kann ich keinen hier oben erkennen.



Auf dem Bauch fortbewegend, robbe ich bis zum Geländer. Bisher hat mich keiner bemerkt. Lautlos platziere ich das Gewehr. Ich schaue, wie ich am besten vorgehe und in welcher Reihenfolge. Sofort kann ich das Team von Agent Sharp ausmachen. Diese sind ziemlich zusammengeschlagen wurden. Dann gebe ich über Funk das Signal, dass ich bereit bin, indem ich die Funktaste drei Sekunden drücke, aber nichts sage.

Nach und nach folgen weitere stumme Signale, bis von jedem eins kam. Dann wird stumm heruntergezählt. Bei drei stürmt mein Team unten den Raum.

Noch ehe die Gegner zurückschießen können, drücke ich mehrmals ab. Trotz meinem Eingreifen kann ich nicht alle sofort unschädlich machen. Daher entsteht unten ein Kampf, bei dem Schüsse ertönen. Schreie kommen von den Geiseln, die sich klein machen. Das Team von Agent Sharp hilft ebenfalls in ihrem Ermessen, ohne uns in die Quere zu kommen. So versuchen sie die Geiseln zu beruhigen.

Es dauert nur noch weitere kurze Momente, ehe wir alle in unserer Gewalt haben. Dann höre ich über Funk „Wolf, alles in Ordnung?“ Besorgt schaue ich sofort nach ihm. Er steht da und gibt das Zeichen für Okay. So ganz glaube ich ihm nicht, aber ändern kann ich es von hier oben sowieso nicht.

„Shadow, gut gemacht. Kommst du bitte?“ höre ich BigBoss. „Sofort.“ antworte ich ihm. Wieder zurück robbend verlasse ich den Platz und begebe mich nach unten. Sobald ich unten ankomme, hat mein Team die Täter zusammen in der Mitte unter Kontrolle.

Da ich in solchen Situationen als Frau ungefährlicher wirke, gehe ich auf die verängstigten Menschen zu, die bis eben noch Geiseln waren. „Es ist alles in Ordnung. Wir brauchen gleich von ihnen allen ihre persönliche Informationen und Kurzaussagem,  damit sie danach erst einmal nach Hause können. Das FBI wird sich dann bei ihnen melden für die ausführlichen Aussagen.“

Ein älterer Mann fragt vorsichtig „Ist es jetzt wirklich vorbei?“ „Ja, sie waren alle sehr tapfer. Ist einer von ihnen verletzt? Natürlich werden sie auch medizinisch behandelt sollte dies der Fall sein.“ spreche ich weiterhin beruhigend. Bei meinen Worten sehe ich, wie sich bei allen etwas lockert. Sie atmen auf und bedanke sich dann langsam.



Dann kommen auch schon weitere FBI-Agenten rein, die uns die Täter abnehmen und sich um die Geiseln kümmern. Etwas verloren, gehe ich zu meinem Team zurück. Diese wirken auch etwas verloren mit sich selbst.

„Was machen wir jetzt? Normalerweise machen wir auch das, was die da machen.“ dabei deutet Piccolo auf die FBI-Agenten. „Ich würde sagen, wir können Feierabend machen.“ sagt BigBoss und steckt seine Waffe weg. „Gut, gehen wir“ stimmt ihm Harry Potter zu.

Während wir gehen, frage ich Wolf „Alles Okay?“ Dieser nickt. Uns hält keiner auf, das Hotel zu verlassen. Erst draußen treffen wir auf Agent Sharp „Wow, dass war erstklassige Arbeit. Wenn sie nicht mehr beim Militär arbeiten wollen, sie können auch als Team bei Most-Wanted anfangen. So eine saubere Arbeit habe ich selten gesehen.“

Ehe einer von uns darauf reagieren kann, wird Agent Sharp gerufen, woraufhin sie sich von uns verabschiedet. Und wir machen uns alle wieder auf unseren Rückweg.

 

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Kommentare

  1. Das ging echt…schnell. Wobei ich die ersten paar Sätze zweimal lesen musste um wirklich einen Sinn hinter den Worten zu verstehen 😂

    Irgendwie hab ich aber das Gefühl, dass das hier nicht der letzte Einsatz im Urlaub gewesen sein wird – alle guten Dinge sind drei 😉
    🤍