Kapitel 28 – Der Nutzen dieses einen Körperteils

Kapitel 28 – Der Nutzen dieses einen Körperteils

 

Aurelie

Ich war alleine in meinen Gemächern, mit einem Vampir, der nicht geklopft hatte und das nach einer Entführung und einem misslungenen Mordversuch. Selbstverständlich erwartete ich ihn mit offenen Armen.

Den Sarkasmus in meinem Kopf mich selbst rügend beiseiteschiebend, überlegte ich fieberhaft, ob ich aus dem Bett springen sollte. Aber dann wusste er sofort, wo ich war. Andererseits konnte der Vampir sicher auch mein Herz schlagen hören, somit war diese Überlegung nichtig. Und vom Bett aus konnte ich mich nur schlecht verteidigen.

Schnell sprang ich aus dem Bett, verhedderte mich mit den Beinen in der Decke und landete mit dem Gesicht voran am Boden. Ungläubig schnaufte ich aus, der Schmerz in meinem Brustkorb trieb mir Tränen in die Augen. Innerlich fluchte ich. Mein Sturz war alles andere als geräuschlos vonstattengegangen.

Die Schritte des Fremden waren mittlerweile an meiner geschlossenen Zimmertür angekommen. Panisch sah ich mich um und rollte mich schließlich, den Atem anhaltend, unter das Bett. Genau in diesem Moment öffnete sich die Tür. Aus den Augenwinkeln heraus erkannte ich zwei Stiefel, die sich dem Bett näherten. Natürlich lag die Decke noch unordentlich davor. Langsam bückte sich der Eindringling danach.

„Majestät?“, vernahm ich eine geflüsterte und doch bekannte Stimme.

„Gilead?“, quietschte ich ungläubig.

„Ja. Ich habe gehört, Ihr seid wieder wach. Aber mir wurde verboten, Euch zu besuchen. Ihr wäret noch zu schwach, hieß es.“ Er ging weiter in die Hocke runter und sah zu mir, unter das Bett. Lächelnd streckte er mir eine Hand entgegen. „Allerdings sagte man mir, Ihr läged im Bett und nicht unten drunter.“ Charmant grinste er mir entgegen.

Bevor er etwas sehen konnte, klatschte ich mir schnell die Hand auf den Mund.

„Kommt heraus. Bitte. Oder habt Ihr Angst vor mir?“

„Nein!“, rief ich durch meine Hand hindurch, bemerkte, wie dämlich das war und löste meine Hand ein Stück von meinem Mund weg. „Ich habe keine Angft vor dir“, murmelte ich beschämt. Ich atmete tief aus, stülpte meine Oberlippe über meine Zähne und rollte mich mit einer Drehung unter dem Bett hervor. Kaum unter dem Bett hervorgekommen, raffte ich mich auf und schloss augenblicklich meine Arme um den Vampir. Mein Kopf kam an seiner Brust zum Liegen, meine Augen schlossen sich und ich atmete tief ein.



Sofort legte er beide Arme um mich und drückte mich fest an sich. „Ich hatte Angst. Ich hatte wirklich Angst, Euch nie wiederzusehen.“

„Können wir damit bitte aufhören?“, nuschelte ich.

Er zuckte heftig zusammen. Dann löste er sich von mir. „Ihr habt recht. Es steht mir nicht zu. Ich sollte wieder gehen.“ Sichtlich gekränkt schluckte er schwer.

„Nein, daf meinte ich doch nicht!“, entgegnete ich schnell. Unsicher zog ich meine Arme an meinen Körper. „Ich meinte … mit diesem ganzen ‚Ihr‘ und ‚Euch‘ und ‚Majestät‘ und …“ Suchend blickte ich auf meine Hände. Zum einen, weil ich nicht weiterwusste, was zu sagen, zum anderen, weil ich mich dafür schämte, dass ich meine Fänge noch immer nicht einziehen konnte.

Vorsichtig griff er unter mein Kinn und hob meinen Kopf an. „Darf ich?“, fragte er leise. Auf meine Worte reagierte er gar nicht. Im Gegenteil, er schien noch unsicherer geworden zu sein.

Ich hatte nicht den geringsten Schimmer, wofür er um Erlaubnis bat, nickte aber.

Sanft glitten seine Finger über meine Unterlippe, dann über die Oberlippe. Er nahm seine zweite Hand dazu, hob meine Oberlippe leicht an und lächelte. „Ihr seid endlich erwachsen geworden. Habt Ihr schon Blut getrunken?“ Vorsichtig schob er seine Daumen unter meine Oberlippe und massierte in kreisenden Bewegungen das Zahnfleisch oberhalb meiner Fangzähne. „Sie sind wirklich beachtlich. Einer Königin würdig. Und Ihr seht unglaublich gut damit aus.“

Prompt schoss mir das Blut ins Gesicht, doch aufgrund seiner Finger in meinem Mund blieb ich stumm. Durch die kreisenden Bewegungen überrollte mich ein angenehmer Schauder nach dem anderen und irgendwann stand ich da, baff, und spürte genau, wie meine Zähne sich zurückzogen.

„D…danke!“, stotterte ich. „Ich hatte … äh, bei meiner Entführung habe ich einen Vampir gebissen“, gestand ich beschämt. „Irgendwie ging es ihm danach nicht wirklich gut.“

Gilead lächelte immer noch und strich mir eine Strähne hinter das Ohr. Meine Haare hatte ich noch gar nicht frisiert. Generell war ich eigentlich überhaupt nicht vorzeigbar. Nur störte mich das bei Gilead nicht.

„Das liegt an Eurem Gift“, erklärte er und ignorierte dabei, dass ich ihn darum gebeten hatte, mich nicht mehr mit Ihr und Euch anzureden. „Je stärker das Haus, desto stärker das Gift. Und als geborene Tochter der Ignis-Robur und Königin des Goldenen Reiches, habt Ihr das stärkste Gift überhaupt in Euren Drüsen. Vermutlich ist es sogar stärker als das von König Cyrus.“



„Der König, ja …“, murmelte ich leise. „Er soll tot sein.“ Gedankenverloren strich ich mir über meine nun wieder einheitlich langen Zähne. „Gilead …“ Ich sah flehend zu ihm auf. „Bitte lass diese Anstandsform beiseite. Können wir nicht … also, ich meine, wenn du nicht willst, dann nicht, aber ich würde gerne …“

„Ich fürchte, es wird schwer für mich, diese Angewohnheit fallenzulassen. Immerhin habe ich über sechshundert Jahre damit gelebt, dass mein seine Königin nicht vertraut anspricht. Allerdings habe ich auch gelernt, dass man seine Königin nicht küsst.“ Seine Augen flogen zu meinem Mund. „Aber wenn es das ist, was … du willst …“

Mein Körper erschauderte, als er mich endlich vertraut ansprach. Doch er hatte auch vom Küssen gesprochen und so klebten meine Augen sehnsüchtig an seinen Lippen. Ich spürte die Schmetterlinge in meinem Bauch, die sich allesamt direkt in meiner Leibesmitte sammelten und mich feucht machten. Mein ganzer Körper kribbelte aufgeregt, meine Brüste begannen zu spannen und plötzlich waren meine Fangzähne wieder ausgefahren.

„Kannst du dann nochmal tun, was du gelernt hast, nicht zu tun?“, hauchte ich hoffnungsvoll, den Blick unaufhörlich zwischen seinen Lippen und Augen hin und her fliegend. Nicht mitkriegend, dass ich das erste Mal geprochen hatte, ohne zu lispeln.

„Nur allzu gerne“, flüsterte er heiser. Schon lagen seine Lippen auf meinen und seine Zunge eroberte stürmisch meinen Mund. Eine Hand legte er an meinen Hinterkopf, die andere an meinen Po.

Mein Hinterteil drückte sich seiner Hand entgegen und mein Rücken streckte sich durch. Meine Zunge kam ihm mindestens genauso energisch entgegen, doch während seine Zunge meinen Mund plünderte, als gäbe es kein Morgen, war ich vorsichtiger. Ich verlangsamte den Kuss, zog ihn mit meinen Armen näher zu mir und stupste seine Zunge vorsichtig mit meiner an. Der Kuss wurde sinnlicher. Weniger stürmisch, dafür deutlich bewusster. Seine Hand kniff mir einmal fest in den Hintern, woraufhin ich stumm in seinen Mund keuchte. Meine Hände glitten von seinem Nacken hinunter zu seiner Brust.

Immer mehr nahm meine Lust zu. Zittrig atmete ich aus, presste mich der Länge nach an ihn und zog ihn mit meinen Händen an seinem Oberteil noch einmal näher zu mir hin.



Sanft schob Gilead mich rückwärts, ohne dabei den Kuss zu lösen. Meine Waden stießen gegen das Bett. Weiter drängte er mich zurück. Seine Hand wanderte von meinem Hintern nach oben, um meinen Rücken zu stützen. Meine Beine knickten ein und ich sank nieder auf die weiche Matratze. Schwer keuchend sah ich zu ihm auf. Einen Moment blickten wir uns einfach nur tief in die Augen. Dann glitt mein Blick an ihm hinab und hielt erst inne, als ich die starke Wölbung in seiner Hose entdeckt hatte, welche jetzt genau auf Kopfhöhe war. Eine Mischung aus Neugierde und Scham erfasste mich.

Gilead zog seine Samtweste aus, dann löste er die Schnur am Hals seines Hemdes und zog es sich über den Kopf.

Wieder flog mein Blick über seinen Oberkörper. Nicht ganz so muskulös wie Cyrus, aber trotzdem sehr stattlich. Nur ganz kurz ärgerte ich mich darüber, dass ich ihn mit meinem Gemahl verglich. Mit meinem toten Gemahl, korrigierte ich mich und fühlte mich plötzlich frei. Unbeschwert. Ungebunden.

Zaghaft streckte ich eine Hand nach Gileads Oberkörper aus. Knapp über dem Bauchnabel setzten meine Finger auf. Fasziniert strich ich die leichte Wölbung seiner Muskeln und war überrascht, wie gut es sich anfühlte.

Gilead beugte seinen Oberkörper vor und ich ließ mich langsam auf den Rücken fallen. Kaum lag ich, hielt er in seiner Bewegung plötzlich inne. Gellende Wut nahm den Platz der Lust in seinen Augen ein.

Verwirrt runzelte ich die Stirn. „Was ist los?“, fragte ich besorgt.

Vorsichtig legte er zwei Finger an meinen Hals und strich über die Stelle, wo das Seil in meinen Hals geschnitten hatte. „Was ist dir nur widerfahren? Und ich konnte nicht helfen …“ Er richtete sich wieder auf und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare.

„Oh, das … Ich … Ich schätze, damit meine Reife endlich ausschlug, brauchte ich den Tod vor Augen. Da waren zwei Vampire, die von mir wollten, dass ich drei Dokumente unterschreibe. Ich habe mich geweigert. Und irgendwann habe ich gesagt, ich würde eher sterben, als den Menschen all ihre Rechte zu nehmen.“

Gilead schüttelte ungläubig den Kopf. Es schien, als hadere er mit sich, aber dann legte er sich plötzlich neben mich, drehte sich auf seine rechte Körperhälfte und stützte den Kopf auf. Er streichelte über mein Haar und lauschte angespannt meinen Worten, während ich die Geschichte größtenteils teilnahmslos erzählte und dabei nur an die Decke starrte. Meine Fangzähne verschwanden wieder. Es war wie verhext.



„Eigentlich hatte ich ja darum gebeten, dass sie mich mit dem Schwert richten, aber dann sind sie mit einem Strick gekommen. Wie hätte ich ihnen denn den Strick entwenden und damit gegen sie kämpfen sollen? Also ging mein Plan flöten. Schließlich habe ich mich auf einen der beiden gestürzt, ein Stück Sperrholz in der Hand. Wir haben gekämpft. Dann hat er mich durch den Raum geworfen. Und da haben die Zahnschmerzen begonnen. Als ich meinen Körper nicht mehr dazu bringen konnte, wieder aufzustehen und weiterzukämpfen. Naja … zum Schluss ist mein Kopf trotzdem in der Schlinge gelandet“, brummte ich verstimmt.

Gilead seufzte tief und küsste meine Schläfe. „Wir leben in einer sehr gefährlichen Zeit, fürchte ich. Den König oder die Königin anzugreifen, war vor einigen Jahrzehnten noch völlig undenkbar.“ Seine Hände glitten über meine Wange, meinen Hals und meinen Oberarm. „Wenn ich könnte, würde ich am liebsten Tag und Nacht in deiner Nähe sein. Nun, zumindest bis dein Gatte zurückgekehrt ist. Danach wird er wohl auf dich aufpassen.“

Als ich mich versteifte, zog er mich sanft in seine Arme. „Au!“ Ich stieß mich von ihm ab, sodass ich wieder mit dem Rücken gerade auf dem Bett zum Liegen kam. Meine Hand wanderte prüfend zu meiner Rippe. „Mit ein bisschen Glück kommt er nicht wieder“, flüsterte ich.

„Du bist verletzt“, knurrte er und er legte seine Hand vorsichtig auf meine. „Entschuldige.“ Ganz vorsichtig kuschelte er sich noch dichter an mich und stupste mit seiner Nase meine Wange an, bevor er mich dort küsste. „Vampire wie ich haben kein Glück. Aber Affären sind vollkommen normal und natürlich. Selbst für eine Königin.“

Ich drehte meinen Kopf, sodass wir plötzlich Lippen an Lippen waren. Ich küsste ihn – beinahe. „Aber es heißt, er sei tot“, widersprach ich. „Momentan ist keiner seiner Grigoroi mehr hier. Elok kam von seiner Mission nicht wieder. Wenn er tot ist, würde das den Grund dafür erklären.“ Es stimmte mich traurig, wenn ich daran dachte, wen Cyrus alles mit in seinen Tod reißen würde. Elok, Timmok … Lee nicht. Den, der wohl alles dafür tun würde, mit ihm unterzugehen, den ließ Cyrus einsam zurück. „Und die Rippe wird wieder heilen“, ich lächelte beruhigend. „Es ist gewiss nicht mein erster Bruch. Außerdem habe ich deutlich Schlimmeres durch als einen gebrochenen Knochen.“



„Dein Onkel war stets der Meinung, dass man entweder stärker wird oder stirbt. Ich fürchte, ich kann mir nicht annähernd vorstellen, wie schlimm es für dich gewesen sein muss, weil deine Reife nicht kam. Die letzten dreizehn Jahre…“ Er verstummte und streichelte wieder meine Wange. „Aber lass uns nicht über all das Schlechte aus der Vergangenheit reden, sondern über die schönen Dinge, die noch vor uns liegen.“ Seine Lippen näherten sich meinen. Erwartungsvoll schloss ich meine Augen.

„Was…?!“

Erschrocken japste ich auf, richtete mich schwungvoll auf und glitt aber sofort wieder schmerzhaft stöhnend ins Bett zurück. „Irina?“ Oh, stimmt. Ich hatte sie gebeten, Blut zu holen. „Äh, du … hast lang gebraucht“, stotterte ich errötend. Oder nicht lange genug, fügte ich im Geiste hinzu.

Gilead blieb wie selbstverständlich liegen, auch wenn er einen äußerst missbilligenden Blick von Irina dafür erhielt. Diese hielt ein Glas mit roter Flüssigkeit hoch. „Es ist noch warm. Aber wenn du erst … irgendwas anderes machen willst …“ Ihre Stimme klang ziemlich anklagend und ihre Augen fingen fast an zu zucken, weil sie Gilead immer noch unablässig und ohne zu blinzeln anstarrte.

Ich raffte mich auf, unterdrückte ein gequältes Keuchen wegen meiner Rippe, und ging auf sie zu. „Danke Irina.“ Ich lächelte sie sachte an, dann schoss mir auch schon der saftige Geruch des Blutes entgegen. Es dauerte keinen Sekundenbruchteil, da schnappten meine Zähne erneut hervor, bereit, sich in irgendeine Haut zu vergraben. Ohne weiter darüber nachzudenken, setzte ich das Glas an und stürzte die rote Flüssigkeit meine Kehle runter. Dank meiner Fänge ging der eine oder andere Tropfen daneben. Und, zugegeben, auch meine Hast könnte ein wenig Einfluss darauf gehabt haben. Mit einem befreiten ‚Ah‘ setzte ich das Glas wieder ab. Kurz darauf zuckte meine Zunge vor und leckte mir aufputzend über die Lippen.

„Danke“, sagte ich noch einmal, kam aber nicht umhin, Irinas giftigen Blick zu bemerken. „Irina? Könntest du bitte damit aufhören, Gilead anzuschauen, als wolltest du ihm den Kopf abreißen?“

„Eigentlich möchte ich ihm etwas ganz anderes abreißen“, gab sie bissig zurück und nahm das Glas eher wie von selbst entgegen, als bewusst danach zu greifen, denn ihr Fokus lag nach wie vor auf dem Mann in meinem Bett.



„Das wäre aber nicht sehr nett.“ Schmollend verschränkte ich die Arme. „Und wenn Cyrus tot ist, brauche ich irgendwann trotzdem Nachfolger. Da wäre er doch kein schlechtes Material …“ Bei den Göttern! Ich war seit einem Tag erwachsen und dachte an Kinder?!

Gilead räusperte sich, stand vom Bett auf und hob sein Hemd und seine Weste vom Boden auf. „Ich will weder, dass mir etwas abgerissen wird, noch, dass dieses Körperteil nur Material für Nachwuchs ist.“ Er schob sich an uns vorbei, zog sich dabei das Hemd über den Kopf und war im selben Moment schon an der Tür nach draußen zum Flur. Bevor er ging, warf er mir noch einen enttäuschten Blick zu, dann war er fort.

Mit offenem Mund starrte ich ihm hinterher. So war das doch gar nicht gemeint gewesen … Ich hatte doch nur versucht, Irina zu besänftigen. Ich … vermutete, dass sie sich Sorgen um mich machte. Die letzten Jahre hatte sie mich stetig vor Männern beschützen müssen. Für mich einspringen, gewissermaßen. Aber jetzt war ich nun mal erwachsen. Ich wollte erfahren, wie es sich anfühlte, wenn Gileads Finger mit meinem Körper spielten. Ich wollte mehr von diesem Gefühl, das er mir gegeben hatte!

„Wer ist der denn?“, wollte Irina sofort wissen. „Gilead? Der Mann, auf den Elok immer aufpassen musste? Was macht der in deinem Schlafzimmer?“

Ich presste angespannt die Lippen aufeinander. Dann, ganz langsam, glitt mein Blick zu Irina zurück. „Mich glücklich“, presste ich hervor. „Er hat mich glücklich gemacht.“ Ich wandte mich ab und merkte beinahe sofort, wie mein Körper wieder Probleme mit meinem Gleichgewicht hatte. „Jetzt reichts!“ Wütend stampfte ich ins Bad und klammerte meine Haare irgendwie so auf meinem Kopf zusammen, dass sie hielten. Immerhin waren meine Zofen ja ausgeflogen, weil sie Angst vor mir hatten! Die Leute wollten Angst vor mir haben? Bitte!

Einen kurzen Blick in den Spiegel ließ mich innehalten. So konnte ich nicht raus. An meinen Mundwinkeln klebte Blut und außerdem waren meine Fangzähne nur allzu gut sichtbar. Letztere zwang ich angestrengt wieder in meinen Kiefer; meinen Mund wischte ich mir grob ab.

Als ich wieder aus dem Badezimmer trat, sprach ich schnell und befehlshaberisch auf Irina ein: „Ruf mir den Schneider. Ich brauche neue Kleider. Hast du eine Idee, wo Leeander steckt? Ich brauche ihn. Schick ihn sofort in den Kerker. Und in einer halben Stunde will ich den Rat zusammengerufen haben.“ Ich rauschte an ihr vorbei, aus meinen Gemächern hinaus.



Wie gut gefällt dir dieses Buch?

Klicke auf einen Stern zum bewerten.

Durchschnitt 0 / 5. Anzahl: 0

Bisher keine Bewertungen

Kommentare