Kapitel 40
Ein taubenblaues Kleid. Silberfarben bestickt. Bestehend aus Jacquard-Stoff, ein Material, wo Muster hinein gewebt werden. Den Sabai Schal drapiert Emilie gekonnt über die Schulter, während sie das Ende geschwungen durch den silbernen Bauchgürtel zieht. Thailändischer Schmuck wird kunstvoll geflochten und fällt durch traditionelle Gravuren auf. Die gesamte Tracht liegt eng an, aber schmiegt sich unglaublich weich an die Haut. Tamir mag erst vor wenigen Minuten dazu gestoßen zu sein, seitdem das Gewand anliegt, doch sein wachsamer Blick beobachtet jeden Schritt, als hänge sein Leben davon ab. Das thailändische Gewand und der Schmuck sind seine Art von Wiedergutmachung. Er bestand darauf, dass dieses Outfit in Skylas Besitz übergeht. Zu Skylas Pech, zeigt er sich genauso stur wie sie selbst. Und sein Starren macht Skyla nervöser, als ihr lieb ist.
„Es war gar nicht so leicht, Silberschmuck zu organisieren. Thaigold ist bekannter und eher zu finden“, berichtet Emilie, die ihren Bruder nach Thailand begleitet hatte.
Somit weiß Skyla, dass sie auf großer Distanz von ihren Schutzgeistern getrennt sein kann.
Emilies Kichern lässt Skyla aufblicken, woraufhin ihre Freundin ihr ein Geheimnis verrät: „Tamir wählte die Farbe, er war davon überzeugt, dass dir dieses Gewand stehen würde.“
Und dafür fühlt Skyla Dankbarkeit, denn es wirkt weniger unauffällig, nicht schillernd, mehr elegant.
„Und ich hatte Recht.“ Tamir tritt näher heran, um das Gesamtbild aus der Nähe zu begutachten. „Du siehst darin wunderschön aus, Skyla.“
Ein Kompliment aus seinem Munde fühlt sich nach all dem Ärger befremdlich an. Skyla muss sich daher zu einem Lächeln zwingen. Noch immer fühlt sich seine Nähe nicht geheuer an. Obwohl er sich viel Mühe mit ihr gibt, ständig das Gespräch zu ihr sucht und ihr nun sogar einen kleinen Herzenswunsch erfüllt, denn Skyla wollte erneut an den thailändischen Festen mit Milan teilnehmen, diesmal aber angemessen gekleidet. Dank Tamir steht diesen Plänen nichts mehr im Wege.
Statt sich an ihrer Steifheit zu stören, hebt Tamir eine schwarze Schachtel an. In einem flachen Karton liegt eine Silberkette. Weich gepolstert. Die Tempelblume konkurriert von der Größe her mit seiner Hand. Ganz sacht befreit er die Kette aus der Schachtel und tritt heran, erst jetzt bemerkt Skyla die Körperkette, die Emilie ihr gerade anlegt. Auch bei dieser wurde als Schmuckelement eine kleine Tempelblume gewählt. Kaum positioniert Tamir die Kette um Skylas Hals, geht er wie ein Ritter vor ihr die Knie. Ein weiterer Moment der Verwirrung. Skyla beugt sich hinab und bittet ihn vergebens, sich zu erheben, doch Tamir ignoriert ihr Flehen gekonnt und legt seinen albernen Treueschwur ab.
„Sollte die Welt in Flammen aufgehen oder die Dunkelheit uns verschlingen, wird mein Stahl zuerst dein Herz schützen. Ich schwöre dir Treue, selbst wenn sich alle gegen dich wenden. Der Sturm mag noch so finster und beängstigend sein, ich opfere meine Seele bereitwillig, um dein Lächeln zu wahren. Mein Zorn gilt deinen Feinden und brennt sie zu Asche. Unauflöslich, bis dass die Klinge bricht oder das Nichts mich verschlingt.“
Worte, die Skyla für gewöhnlich beeindrucken würden, besonders weil sie auf Fantasy Settings total abfährt, aber in jenem Moment fühlt sie sich überfordert. Fast schon leer durch die vielen Hürden. Sie weiß seine Unterstützung nichts zu schätzen und schluckt daher schwer, während Emilie sichtlich gerührt von den Worten ihres Bruders wirkt. Verständlich, umso mehr schmerzt Skyla der Gedanke über ihre leeren Empfindungen. Was muss sie Tamir nur mit ihrer stumpfen Art bestrafen. Sie tritt seine Mühen nieder. Ungewollt, weil das Schicksal ihr Feuer zu erloschen droht.
Trotz fehlender Empathie lächelt Tamir ihr charmant entgegen. Ähnlich wie Milan es immer tut. Sollte die Beziehung zum Geisterjäger scheitern, wird Tamir dank seines Schwures sie immer an Milan erinnern. Ein weiterer Streich des Universums. Als erkenne Emilie den Tiefpunkt ihrer Laune, schiebt sie ihre Hände ins Bild, wo eine magisch leuchtende Rose herauswächst. Rot wie die Tracht, die Emilie trägt, denn Tamir wählte auch ein Festgewand für seine Schwester. Die Blüte flechtet Emilie in die Hochsteckfrisur von Skyla und schnappt sich im Anschluss die Hand ihrer Freundin.
„Auf zu Dalika, sie wartet schon sehnsüchtig auf dich.“
Ein besonderer Tag. Heute wird Skyla zu dem gewünschten Baum. In der Nacht fand Skyla wenig Schlaf. Zu sehr beschäftigten sie die vielen gemeinsamen Erinnerungen mit Dalika. Besonders prägend war das erste Treffen. Noch gilt es, einen Tribut zu zahlen. Das versprochene Blut. Damals widerte sie der Gedanke an und rief Furcht hervor, doch nach dem gemeinsamen Abenteuer will Skyla bereitwillig ihren Lebenssaft opfern. Soll Dalika zubeißen und sich bedienen, es stört sie nicht länger.
Stürmisch wie eh und je entführt Emilie sie hinaus aus dem Hotel. In einem so engen Rock fallen Skyla die Treppen besonders schwer, sodass sie ständig ins Stolpern gerät. Nichts, was Emilies stürmische Natur bremst. Bis sie durch die Eingangstür in Thomas hineinläuft. Emilie droht zu stürzen, aber Thomas´ Reflexe sind beeindruckend. In Windeseile stützt er sie, während Skyla kurz durchatmen kann und ihren Vater ausfindig macht. Auch der alte Herr verschnauft vor der Haustür und winkt seiner Tochter gutgelaunt zu.
„Hast du dich verletzt, Emilie?“, erkundigt sich Thomas charmant wie eh und je.
„Nein, alles gut“, versichert Emilie beiläufig und dreht sich schwungvoll um.
Skyla springt sofort von ihr fort. „Vielleicht schaltest du mal einen Gang runter, Emilie.“
„Zumal im Haus nicht gerannt wird“, tadelt ihr Vater sanft.
Mit einem Lächeln, als sehe er die Situation etwas lockerer.
„Aber Dalika wartet doch auf uns“, erinnert Emilie ihre Freundin außer Atem und noch immer in Bewegung. Sie wippt auffällig ihr Gewicht, als stecke zu viel Energie in ihr. Skyla entweicht ein hörbares Seufzen. Ihr Körper fühlt sich zu müde und ausgelaugt an, um mit solch einem Wirbelwind umzugehen.
„Ein hübsches Kleid“, schmeichelt Thomas.
Skyla braucht ein paar Sekunden, bis ihr bewusst wird, dass sie gemeint ist und nicht Emilie.
„Nicht wahr, Finn?“
Wie in vielen Momenten auch sucht ihr Patenonkel Bestätigung bei seinem besten Freund. Skylas Vater nickt zögerlich, um sein Kind schließlich mit seinen Sorgen zu konfrontieren: „Und du weißt, was du tust, Skyla? Ist dein Vorhaben sicher? Es klingt verboten und gefährlich, wenn wir uns nicht mal dem Gewächshaus nähern dürfen.“
Seine Sorge wird belacht. Von niemand anderen als seinem besten Freund. Anders als er vertraut Thomas ihrem Urteilsvermögen wie sich mit der nächste Aussage zeigt. „Ach, Finn. Das wird schon. Schau doch, was deine Tochter alles auch ohne unsere Hilfe bewerkstelligen konnte.“
Keine Lügen mehr. So der Plan, daher folgt Skylas Geständnis: „Auch ich schwimme in unklaren Gewässern. Zu wenig weiß ich über das Ritual. Über den Pakt mit einem Nang Tani. Doch ich weiß, was passiert, wenn ich noch weiter Zeit verstreichen lasse. Dalika stand mir immer in der Not bei und war unzählige Male bereit, sich aufzuopfern. Ich schulde ihr ein Zuhause und damit Schutz vor der Dunkelheit, die sie verschlingen wird, wenn ich sie abweise. Dalika trennte sich von ihrem Baum und wurde somit aus ihrem Reich verstoßen. Sie gab alles für den Pakt mit mir auf und nun dreht es sich nicht länger mehr um uns beide, denn auch Emilie ist auf meinen Schutz angewiesen. Was es auch kostet, ich bin bereit, sie vor der Dunkelheit zu schützen, die Jagd nach ihnen macht.“
Ihre Entschlossenheit gerät in jenem Moment ins Wanken, als Thomas sie stolz anlächelt.
„Ihr habt eure Tochter gut erzogen, Finn.“
Statt sich darüber zu freuen, glänzen die Augen des Angesprochenen auffällig.
„Eher Kacie.“
Allein ihren Namen zu hören schmerzt im Brustkorb. Augenblicklich ruft der Kopf all jene verächtliche Blicke auf, sodass Skyla die Luft wegbleibt. Emilie scheint ein Gespür für Skylas Furcht zu haben und streicht sanft mit dem Daumen über die Hand ihrer Freundin. Eine Geste, die Wirkung zeigt und noch ehe Skyla tiefer dem Gespräch ausgesetzt wird, setzt Emilie die Entführung fort.
In nur wenigen Stunden vollbrachte Dalika ein Wunder. Das Gewächshaus wurde zu einer Oase. Die Pflanzen blühen und gedeihen, als stecke jahrzehntelange Arbeit dahinter. Und der kleine Tempelbaum erleuchtet selbst in der Nacht das kleine Glashaus. Ein jeder Bewohner spürt die magische Quelle, die sich wie eine schützende Hand vor der Finsternis über jenen Ort legt. Laut Oma Ulrike erschafft der Baum eine kraftvolle Barriere, der sämtliche Feinde fernhalten soll. Tamir muss einen anderen Weg gewählt haben, denn er wartet neben Milan am Rosenbogen. Die beiden verstehen sich zu gut und verbringen auch so viel Zeit miteinander. Ihre Ankunft bleibt den Kerlen nicht verborgen. Während Milan frech in Skylas Richtung zwinkert, beschwert sich Tamir scherzend über ihre Verspätung. Skylas Augenmerk gehört Milan, der sie auffordernd zu sich winkt, um seinen Arm um sie zu legen und sie mit einem Kuss zu begrüßen. Trotz Hürden und Streit lässt seine Nähe und Liebe ihr Herz höher schlagen. Milan wirkt nach wie vor anziehend und an seiner Seite tankt sie unfassbar viel Energie. Daher widerstrebt es ihr, erneut Stunden von ihm getrennt zu sein. Ihm scheint es ähnlich zu gehen, denn sein Griff liegt eng um sie und er stiert sie mit Sorge an.
„Bist du dir sicher, Süße?“
Genau wie ihr Vater. Eine Tatsache, die ihre Laune erhellt. Aber sie mag sich nicht wiederholen und nickt entschlossen. Als bräuchte Milan eine Vorauszahlung an Zärtlichkeit, überfällt er sie mit gierigen Küssen und fordert sie zwischendurch auf, ihn nicht zu lange warten zu lassen. Ein Moment der Nähe und Intimität, den sie wahrlich genießt, obwohl Emilie und ihr Bruder anwesend sind. Nur ein Biest kann ihr diesen Moment zu Nichte zu machen. Der weiße Teufel. Milan hat nicht übertrieben. Naomi erschwert das Zusammenleben. Auch in diesem Moment, als die Hexe laut in die Hände klatscht und sie angewidert bittet, das Geknutsche in der Öffentlichkeit zu unterlassen. Ähnlich wie Milan schluckt Skyla ihren Zorn hinab und dreht sich zu der bösen Hexe um, deren himmelblaue Augen ihr Interesse an ihnen verloren haben und das Gewächshaus abscannen.
„Naomi, was können wir für dich tun?“
Skyla versucht, höflich zu klingen, so wie sie es Justin versprochen hat.
„Ich würde dir großzügig entgegenkommen, wenn ich Teil der Feierlichkeiten sein dürfte. Wenn auch nur als Zuschauer. Dein Schutzgeist leuchtet wie ihr Baum. Voll von Energie. Du erlebst einen historischen Tag, denn selten verbünden sich Baumgeister mit …“
Augenblicklich gehen Skylas Ohren auf Durchzug. Ein Abschiedskuss an Milan und sie schreitet entschlossen zum Gewächshaus. Vorbei an Naomi.
„Mich zu ignorieren, wirst du bereuen!“, giftet die Hexe.
„Gut!“, kontert Skyla. „Tobe ruhig! Dann sind wir wegen dem Mordanschlag quitt!“
Im Hintergrund verabschiedet sich Emilie von ihrem Bruder und eilt an Skyla vorbei, um die Pforten ins Gewächshaus zu öffnen. Der Moment, wo Skyla augenblicklich stehen bleibt. Denn statt die gewohnte Oase, begrüßt sie eine leuchtende Wand. Bestehend aus reinem Licht. Voller Wärme und strahlend hell wie die Sonne. Ein Ticket ins Ungewisse.
„Emilie? Was geschieht hier?“
Mit angehaltenen Augen sucht sie die Antwort im Gesicht ihrer Freundin. Tatsächlich verrät Emilies Grinsen, dass sie in Dalikas Pläne eingeweiht wurde. Für Einwände gibt Emilie ihr keine Zeit und so zieht der Lockenkopf sie durch die leuchtende Pforte in eine dunkle Kammer, erhellt von dem kleinen Tempelbaum und dem schmalen Weg aus goldenem Licht, worauf Skyla und Emilie schreiten. Ein Pfad, der sie direkt auf den Tempelbaum zusteuern lässt.
Trotz dichter Finsternis vertraut Skyla ihrer Reisebegleiterin bedienungslos, selbst als Emilie ein Küchenmesser am Baum hervorholt.
„Ein paar Tropfen Blut müssen über der Plumeria übergossen werden. Leider führt daran kein Weg vorbei“, verkündet Emilie mit einem entschuldigen Lächeln.
Wenig überrascht schnappt sich Skyla das Messer und zieht dieses an ihrer linken Handinnenfläche entlang, um den gewünschten Tribut zu vollbringen. Kaum fallen die ersten Tropfen hinab auf den Stamm der Pflanze, wächst eine Kletterpflanze seitlich hervor, um Skylas Wunde mit dem Blattwerk zu umschließen. Ein kleiner Verband, der sich von der Ranke löst und an Skyla haftet. Wie Wunderdünger sorgt das Blut für die Entstehung von Blüten aus purem Licht. Eine gewinnt an eine beachtliche Größe und löst sich vom Stamm. Die Blüte gleitet durch die Lüfte. Begleitet durch eine kristallklare Welle, die den gesamten Raum in Beschlag nimmt. Kurz darauf entstehen Konturen aus Licht. Drei Bereiche umzäunt. Einer kommt ihr zu bekannt vor und lässt Skyla in Erinnerungen schwelgen. Ein Tor zum geliebten Garten ihrer Oma Ulrike befindet sich nur wenige Meter von ihr entfernt. Zu Zeiten des Sommers, wo der Lieblingsort ihrer Großeltern am schönsten blüht. Während rechts ein Lagerfeuer entfacht wird, direkt neben einer gemütlichen Hütte. Zwischen hohen Bäumen und kleinen Stauden. Anders als Oma Ulrikes Garten brutzelt das Lagerfeuer unter einem klaren Sternenhimmel. Links sticht ein kleiner Pavillon zwischen Palmen und Tempelblumen hervor. Begleitet durch viele Kerzen und die bekannten Himmelslaternen vom Yi Peng Fest, die den ganzen Nachthimmel erleuchten. Damit geben die Lichtquellen dem Ort einen romantischen Flair. Eine kleine Entspannungsecke lädt besonders zum Ausruhen ein. Auch dort brennen in flachen Schalen, gefüllt mit Steinen. kleine Kerzen, während als Sitzmöglichkeit eine kleine Lounge im Sand versinkt und der Bambus die Grenze schmückt. Buddha-Statuen sind an den Steinwegen überall zu finden und eine kleine Teichanlage mit klarem Wasser wird zum Zentrum der Gartenanlage. Allein durch die vielen Bananenschiffe, die auf dem Wasser treiben und leuchten.
„Deutschland, Thailand und Kannada“, verkündet Emilie stolz, „Alle drei Orte vereint. Unsere Wurzeln aus Deutschland, Dalikas Heimat und Kannada wurde nun zu unserem neuen Zuhause. Dieser Bereich soll dich und deine Nachkommen immer an unsere Geschichte erinnern und Erholung spenden.“
Ein schöner Gedanke und Skylas Herz schlägt für einen Besuch in Oma Ulrikes Garten, doch es fühlt sich falsch an, auch nur einen Fuß auf nur ein Grundstück zu setzen. Denn hier werden Meilensteine gelegt und das intensive Pulsieren des Tempelbaums bleibt Skyla nicht verborgen. Wie bei einem Karussell setzen sich die Grundstücke in Bewegung. Erst langsam und dann immer schneller, sodass sich Farben und Gerüche miteinander vermischen. Der Geruch von Fichten aus Kannada, die Tempelblume aus Thailand und die Rosen ihrer Oma. Emilie und Skyla stehen auf einer sicheren Plattform, die von der Rotation verschont bleibt und doch meldet sich der Schwindel, je länger Skyla dem Lichterspiel folgt. Der bunte Wirbel befördert die beiden Freundinnen zurück in das bekannte Gewächshaus. Nur mit dem Unterschied, dass Dalika dieses festlich schmückte. In der Luft schweben wenige Papierlaternen. Gelenkt und beleuchtet von den quirligen Irrlichtern. Auch die Teichanlage hat neue Mitbewohner. Ganz viele Karpfen schwimmen ihre Runden zwischen prächtigen Lotusblüten und lassen sich von den Krathong nicht stören. Es sind die großen, gesunden Salatköpfe, die Skyla auf einer kleinen Plattform im Fischteich bestaunt. Auch an vertikalen Kunststoffsäulen gedeiht prachtvolles Gemüse. Eins von Dalikas Versprechen. Als Schutzgeister sorgt sie dafür, dass es an Nahrung nie mangeln wird, und die Selbstversorgung übernimmt der Nang Tani mit Bravour.
Ein weiteres Versprechen löst Dalika ein, als sie mit dem besagten Honigwein heran schreitet. Ein intensiv blumigsüßes Getränk mit tropischen Noten und einer angenehmen Säure. Ein Buffet reich an tropischen Früchten erstreckt sich nahe einer großen Lounge. Möbel bestehend aus Bambus und mintgrünen Polstern. Dort, wo Skyla hingeführt wird und weniger später mit dem nächsten Glas Honigwein zwischen Dalika und Emilie sitzt. Nie war Skyla der Feiertyp, doch in der Gesellschaft der Nang Tanis und unter Einfluss des Alkohols lacht und unterhält sich Skyla unbeschwert wie lange Zeit nicht mehr. Sie lässt sich sogar von Emilie auf die Tanzfläche entführen. Wenig später stoßen auch Kai und Agnar dazu. Beide Dämonen kümmerten sich mit um die Vorbereitungen und nach getaner Arbeit mischen sie mit in die Runde. Agnar scheint Gefallen an Dalikas Fruchtsäften zu finden. Seit seinem Upgrade versucht er sich immer mehr an Speisen und wirkt von Tag zu Tag menschlicher. Während Kai sich gut am Honigwein hält und seine betrunkenen Tanzeinlagen die Damen köstlich amüsieren.
Zum Höhepunkt des Abends bleiben Skyla Dalikas Annäherungsversuche nicht verborgen und wie befürchtet dreht es sich um ihre Vereinbarung. Daher muss kein Wort fallen, damit Skyla ihr bereitwillig den Hals freimacht. Eine Aufforderung, die Dalika dazu verleitet, sie auf den Schoß zu ziehen und wie ein Vampir zuzubeißen. Das gesamte Verfahren erinnert an eine Blutabnahme. Der schmerzhafte Einstich war der einzig beunruhigende Gedanke. Ansonsten bleibt es bei einer sanften, aber zügigen Prozedur, die jedoch die dunkle Seite des Schutzgeistes offenbart. Dalikas Augen glühen wie die Pforten zur Hölle. Berauscht von dem Tribut lässt sie sich genussvoll in Skylas Schoß fallen. Auch Emilie ist der Hunger anzuziehen. Doch selbst mit Skylas Erlaubnis will sie noch nicht auf den Genuss von Blut kommen und hält sich tapfer bei Laune. Das Zeitverhältnis geht Skyla verloren, aber die Sorge um jenen Vertragsschluss zeigte sich unbegründet. Welch ein Segen ihr doch mit Dalika zu Teil wurde.































































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