Ascardia-Kapitel 18
~Cayden~
Irgendwas stimmte nicht. Etwas war anders.
Als ich meine Augen öffnete, fragte ich mich, ob ich geschlafen hatte. Ich wusste nicht mehr, wie sich das Gefühl anfühlte. Es war Jahre her.
Mein Blick glitt zum Bett, doch Ascardia war nicht dort. Allerdings brauchte ich meine Sinne gar nicht ausstrecken, um sie zu finden. Das Gewicht auf meinem Schoß, sprach Bände.
Langsam sah ich nach unten, um sie vor mir kniend und ihren Kopf auf meinen Beinen vorzufinden.
Was dachte sie sich dabei? Sie sollte schlafen und sich ausruhen. In dieser Position würde sie morgen Muskelkater und Rückenschmerzen haben.
Sie brauchte nicht noch mehr Schmerzen. Es war ein Wunder, dass sie noch am Leben war. Dass sie sich überhaupt bewegen konnte.
Ihr Haar schimmerte in einem Gold, das nicht das Blond war, das ich von anderen Frauen kannte. Im Gegenteil. Es war, als würden darin kleine Lichter flirren. Ein magischer Anblick, den ich noch immer nicht verstand.
Langsam streckte ich meine Hand aus und fuhr durch ihr Haar. Das Knistern auf meinen Fingern überraschte mich. Es war wirklich Magie, die in ihren Haaren verborgen lagen.
Wie unerwartet.
War es das, was sie davor gerettet hatte, vom Wasserlicht verschlungen zu werden? Es gab keine Aufzeichnungen davon, dass je jemand unbeschadet ein solches Zusammentreffen überlebt hatte. Selbst mich verlangte es unglaublich viel Kraft ab, das Wasserlicht unter Kontrolle zu halten.
Selbst jetzt …
Moment. Warum fühlte ich mich plötzlich so ausgeruht. Meine Magie, die durch das Wasserlicht völlig unruhig gewesen war, floss in ihren natürlichen Bahnen.
Das Atmen kratzte nicht mehr im Hals und auch das Pulsieren unter meiner Haut war verschwunden.
Zögerlich hob ich meine Hand, um sie zu betrachten. Noch immer war das blaue Schimmern unter meiner Haut zu sehen. Wie Blitze, die durch meine Adern zuckten. Ein Zeichen, dass ein Wasserlicht in mir war. Doch warum spürte ich die Müdigkeit nicht. Hatte ich mich so schnell daran gewöhnt? War meine Magie so stark?
War es auch diese, die Ascardias Leben gerettet hatte?
Diese Frau faszinierte mich auf eine Art, die ich nicht verstand. Wie konnte so viel Magie in diesem schmächtigen Körper schlummern?
Während meine Gedanken kreisten, fuhren meine Finger immer wieder durch ihre Haare. Ich machte mir keine Sorgen, das ich sie weckte, denn ihr Atem ging ruhig und ihre Haltung war entspannt.
Allerdings war diese Haltung nicht gut für sie.
Mit einer Bewegung ließ ich Magie sie anheben. Sanft und vorsichtig, da ich nicht riskieren wollte, sie zu wecken, legte ich sie sanft ins Bett.
Hatte mich die Magie vor einigen Minuten noch erschöpft, spürte ich jetzt nicht einmal einen Hauch von Müdigkeit.
Als ich die Decke über sie legte, regte sie sich plötzlich.
»Cayden«, murmelte sie im Schlaf, doch da ihr Atem sich nicht änderte, glaubte ich nicht, dass sie erneut aufwachte.
Ich starrte sie an und irgendwas in mir sträubte sich dagegen, zu gehen.
Was hatte diese Frau nur an sich, dass sie mein gesamtes Weltverständnis derart auf den Kopf stellte?
Ohne groß darüber nachzudenken, legte ich meine Hand auf das Bett.
Weißes Fell überzog meinen Körper, während die Magie knisternd durch meine Adern rann.
Nichts fühlte sich anders an als sonst. Das Wasserlicht wirkte plötzlich uninteressant, fast nicht mehr vorhanden. Nur noch ein leises Plätschern war zurückgeblieben.
Langsam und vorsichtig platzierte ich mich neben Ascardia. Der erste Mensch, der dieser Macht standhielt, ohne dabei Angst oder Schock zu zeigen.
Es war erlösend, denn in dieser Gestalt musste ich meine Magie nicht ständig zügeln. Ich konnte mich fallenlassen, ohne Anspannung. Niemand würde es wagen, mich in dieser Gestalt anzugreifen.
Ascardias sanfter Duft hüllte mich ein. Er war nicht mit Blumen zu vergleichen, die mir je untergekommen waren und doch erinnerte er mich an ein Feld voll strahlender Blüten im Sonnenschein.
Oder eine seidige Decke aus Mitternacht, die dazu einlud, sich fallenzulassen.
Ich schloss meine Augen und entschied mich dazu, zuzulassen, dass der Duft mich trug.

































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