Ascardia-Kapitel 36

~Ascardia~
Es war eine angenehme Kühle, die mich umspielte und meine Kopfschmerzen milderte.
Ich löste langsam den zusammengerollten Zustand, in den ich mich gegeben hatte, um mich zu schützen.
Mein Körper schmerzte und mein Kopf dröhnte noch immer, doch die frische, leicht minzige Brise belebte mich.
Das war Cayden. Das spürte ich genau.
War er hier, um mich zu retten?
Keuchend richtete ich mich auf. Mein Körper schwankte und ich hatte Mühe, mich aufzustellen.
Durch die dauerhafte Schwärze war mein Orientierungssinn getrübt, doch seine Aura zog mich an und mit sich.
Die Vorstellung, ihn bald wiederzusehen, erfüllte mich mit Kraft.
Ich wollte hier weg und zu Cayden. Ich brauchte ihn.
Obwohl ich mich kaum bewegen konnte, schleppte ich mich vorwärts. Immer weiter zu der Brise, die nicht aufhörte.
Sie wurde stärker und hüllte mich immer mehr ein.
»Cayden«, stieß ich hervor. Schwach, krächzend, abgehackt. Trotzdem hatte ich die Hoffnung, dass er mich hören würde.
Dann war da plötzlich Licht, das immer heller wurde und mich langsam einnahm.
Wärme umhüllte mich plötzlich und die Schmerzen in meinem Kopf ließen nach.
Es gelang mir, meine Augen zu öffnen und an eine Decke zu blicken, die sofort innere Ruhe in mir auslöste. Das war die Decke im Zimmer. Die Dunkelheit war plötzlich nicht mehr allgegenwärtig, sondern sanft. Wie die Nacht, die das Zimmer einhüllte.
Ein Atmen ließ mich den Kopf drehen und ich blickte zu Cayden. Er lag neben mir und hatte die Arme um mich geschlungen.
Sofort stieg mir Röte ins Gesicht, bis mir auffiel, dass er eine ungesunde Farbe angenommen hatte.
Sein Atem ging schwerer, als ich ihn in Erinnerung hatte.
»Cayden?«, flüsterte ich, wobei meine Stimme nicht mehr als ein Hauchen war.
Mit viel Kraft hob ich meine Hand und strich Cayden eine weiße Strähne aus dem Gesicht.
Als meine Finger die warme Haut berührten, zuckte ich.
Cayden war … warm? Das … war nicht normal. Ich erinnerte mich an seine Berührungen. Sie waren immer kühl gewesen. Doch das hier war anders.
Ich konnte ihm ansehen, dass es ihm nicht gut ging. Er litt.
War das meine Schuld?
Konnte ich ihm irgendwie helfen?
Bei Fieber half ein kaltes Tuch auf der Stirn. Das hatte ich als Kind gelernt. Nicht, dass es damals so etwas gegeben hätte. Aber hier musste es doch …




Der Versuch, mich aufzusetzen, ging schief. Meine Beine wollten sich nicht bewegen und auch mein Oberkörper hörte nicht so richtig auf mich. Nur meine Hand machte, was ich wollte.
Angst machte sich in mir breit.
So würde ich Cayden nicht helfen können!
Ich musste mich zusammenreißen!
Bei dem Versuch, mich hochzudrücken, rutschte ich weg und fiel Cayden nur noch mehr in die Arme.
Ich fluchte innerlich, doch Cayden schlang plötzlich seine Arme um mich.
Sofort hob ich den Kopf, um zu sehen, ob er erwacht war, doch seine Augen waren geschlossen und auch sein Atemrhythmus hatte sich nicht verändert.
Sollte ich ihn wecken?
Ich schloss für einen Moment meine Augen, weil sie schmerzten. Dabei spürte ich Wärme, die mich einnahm.
Caydens Arme um mich gaben mir ein Gefühl von Schutz.
Erleichterung durchfuhr mich. Ich war wieder zuhause!

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