Kapitel 1 – Zwei Mal
Kapitel 1 – Zwei Mal
Aurelie
„Aufstehen! Essen ist bereit! Na los, schnell! Naya, aus den Federn jetzt! Bevor die Kratzbürste wieder kommt und dir sagt, du darfst dein Frühstück nicht mit Händen essen!“
Verschlafen hob ich meine Hände, ballte sie zu Fäusten und rieb mir damit die Augen aus. „Aurillia …“ Ein ausgelassenes Gähnen unterbrach mich. „Es ist zu früh.“ Und damit kuschelte ich mich wieder in mein warmes Bett und schloss die Augen. Der letzte Abend kam mir wieder in den Sinn, und ich presste meine Augen instinktiv fester zusammen. Denn das konnte nicht sein. Nein, nein, nein, nein, nein. Nein!
Ich hatte Cyrus nicht geküsst! Und danach hatte er mich auch nicht geschlagen. Zwei Mal. Nein!
Ach verdammt! Ich riss die Augen auf und blickte düster einer viel zu gut gelaunten Aurillia entgegen, die soeben die Ecken meiner Bettdecke ergreifen wollte. „Wag es und du schläfst im Gang!“, knurrte ich übellaunig. Doch meine Freundin schenkte mir nur ein teuflisches Grinsen und riss mir die Decke von den Beinen. Augenblicklich begann ich zu schlottern. Es ging auf den Sommer zu, ja, doch morgens war es einfach noch zu kalt!
„Ich lass’ nicht zu, dass man ein Marmeladenbrot mit Messer und Gabel aufspießt!“, erklärte Aurillia verfechterisch, das Kinn erhoben. „Also beweg deinen kleinen Hintern aus deinem königlichen Gefieder und iss, was ich dir gebracht habe!“
Aus müden Augen sah ich zu ihr auf. Meine Arme hatte ich um meinen Körper geschlungen; mein Blick war düster. Aus dem Augenwinkel sah ich Emili herantrotten.
„Guten Morgen“, grüßte sie und gähnte ebenfalls. Verwirrt sah sie von mir zu Aurillia und wieder zurück. „Was ist denn hier los? Wieso ist Aurillia wach?“
„Der frühe Vogel fängt den Wurm!“, flötete Aurillia und hüpfte aus dem Zimmer. Emili und ich starrten uns eine Weile einfach nur verwirrt an.
Dann aber schüttelte sie sich besinnend den Kopf und kam auf mich zu. „Komm, wir ziehen dich an.“
Ich nickte, wenn auch eher widerwillig.
„Was ist denn los?“, fragte Emili wenig später, als ich mich gerade am Bettpfosten festhielt und sie mir wieder einmal das Korsett schnürte. Diese besonders tollen Kleidungsstücke, die nur erfunden wurden, um das weibliche Geschlecht zu quälen. Hätte ausgesprochen gut zu Ashur gepasst, kam es mir in den Sinn. Als Folterinstrument ging das bestimmt durch.
„Nichts.“
„Belügen kann ich mich auch selbst.“ Emili seufzte tief. „Ich mache mir doch nur Sorgen um dich, Naya. Die ganze Zeit bist du entweder in Ratssitzungen, hängst mit dieser … Gespielin deines Gatten herum oder verbringst mit ihm selbst deine Zeit. Und dazwischen explodieren deine Launen.“
Ich hob eine Augenbraue, was sie allerdings nicht sehen konnte. „Ich explodiere?“, fragte ich sarkastisch, wusste aber schon, worauf sie hinauswollte.
Meinen Scherz fuchtelte sie mit der Hand beiseite, als wäre er ein schlechter Furz. „Deine Stimmung schwankt ständig. Mal bist du abends glücklich, mal weinst du dich in den Schlaf. Und mal kuschelst du dich an deinen König, als wäre er ein Plüschtier. Und jetzt sag mir nicht, deine Stimmungsschwankungen hätten nichts mit ihm zu tun.“ Wie immer blieb Emili ruhig. Ihre Stimme war die reinste Wohltat, beruhigend, erdend. Um ihren Worten mehr Gewicht zu verschaffen, hatte sie aufgehört, an den Schnüren zu ziehen. Jetzt band sie diese zu einer Schlaufe, liess sie los und drehte mich an meinen Schultern zu ihr um. „Ich mache mir Sorgen, Naya. Ich spüre doch, dass irgendetwas nicht stimmt.“
Ohne vorher meine Zustimmung einzufordern, glitten meine Hände zu meinen Wangen und strichen sanft darüber. Schnell wagte ich einen Blick in den Spiegel, der aber den Göttern sei Dank keine violettfarbenen Stellen an meinen Wangen aufzeigte. Obwohl Emilis Nachbohren dann wohl deutlich direkter ausgefallen wäre.
„Er hat dich geschlagen“, stellte mein Gegenüber plötzlich fest.
Sofort ruckte mein Kopf zu ihr herum. „Was? Nein! Wieso sollte…“
„Lüg mich nicht an, Nayara!“ Emilis Stimme drang durch jedes Zimmer des Gemachs. Sie war laut geworden. Das hatte ich, glaube ich, noch nie erlebt. Nicht mir gegenüber. Nicht so. Ihre Augen funkelten wissend. „Er hat dich geschlagen. Zwei Mal.“
Sprachlos blickte ich zu meiner Freundin. „Woher …?“
„Was ist denn hier los?“, platzte Aurillia rein. „Uh, Emili, Naya, was ist euch denn über die Leber gelaufen? Ich habe Frühstück gemacht und ich wollte euch etwas erzählen …“ Keine von uns beachtete Aurillia auch nur im Geringsten. Beide fochten wir ein Blickduell aus, das keine Worte brauchte. „Jetzt aber mal ernst! Was läuft hier?“, mischte sich die Jüngste wieder ein und kam auf uns zu, bis sie genau zwischen uns stand.
„Er hat sie geschlagen“, klärte Emili unsere gemeinsame Freundin auf. „Zwei Mal.“
Scharf zog Aurillia die Luft ein.
„So ist es nicht!“
„Und sie verteidigt ihn und lügt uns dafür an“, fuhr Emili kalt fort.
„Nein, dass ist nicht …!“
„Und jetzt lügt sie schon wieder. Vielleicht belügt sie auch sich selbst. Wer weiß das schon so genau.“
„Jetzt reicht es aber! Er hat mich nicht…!“ Emilis angehobene Augenbrauen brachten mich zum Verstummen. Wortlos wandte sie den Blick ab, griff nach Aurillias Hand und zog die Grünäugige mit sich aus meinem Schlafzimmer.
Mit offenem Mund blickte ich meinen beiden Freundinnen hinterher. Hatte ich Cyrus gerade wirklich in Schutz genommen? Hatte sie etwa recht? Oder wollte ich mir nur nicht eingestehen, was die letzte Nacht passiert war? Bildete ich mir ein, wenn das eine nicht passiert wäre, hätte auch das andere nicht stattgefunden? Dass ich den Kuss auf diese Weise ungeschehen machen konnte? Denn wenn mich jemand fragte, ob ich es bereute … dann wäre meine Antwort noch während des Kusses ‚nein‘ gewesen. Doch wenige Momente später, da lautete sie ja. Ja, ich bereute, meine Lippen jemals auf seine gelegt zu haben. Freiwillig! Er hatte mich gelockt, wie ein Bär mit dem Honig. Das Blut an seinen Lippen schien in diesem Moment schlichtweg meinen Existenzgrund darzustellen. Und es hatte nun mal an seinen verfluchten, verführerischen Lippen geklebt! Und der Kuss selbst war, denke ich, schön. Vermutlich. Wenn da nicht ein gewisser jemand gewesen wäre, der mich von sich gestoßen hatte! Da schenkte ich ihm meinen ersten, freiwilligen Kuss! Und er stieß mich von sich! Er … er hatte es einfach … kaputt gemacht!
„Wartet …“, flüsterte ich leise, obwohl die beiden längst weg waren. „Was ist denn jetzt mit dem Essen?“
Als Carina später meine Gemächer betrat, saß ich seit einer geraumen Weile auf der Bettkante und sah zum Fenster hinaus. Wie eine Furie schritt sie zu mir ins Zimmer und stockte. Dann fing es an.
„Ihr seid noch nicht einmal angekleidet? Das Korsett sitzt nicht! Und gefrühstückt habt Ihr ebenfalls noch nicht?“, zeterte sie entrüstet, obgleich sie sich die Fragen wohl durchaus selbst beantworten konnte. Ein Blick aus dem Fenster zeigte, dass die Sonne den Horizont längst überschritten hatte. Sie bewegte sich auf mich zu und forderte mich dazu auf, mich hinzustellen, um mir das Korsett richtig anzuziehen. Wieder begannen die mehr oder weniger rhythmischen Bewegungen, die dazu führen würden, dass ich den restlichen Tag nur noch schwerlich Atem bekäme.
Plötzlich kam Emili ins Zimmer gestürzt und blieb irritiert stehen, als sie sah, dass Carina mir das Korsett schnürte. „Der … der König reitet mit all seinen Männern weg“, flüsterte sie und wurde ganz blass im Gesicht.
„Was?!“, entfuhr es Carina. Sie stürmte auf die Verbindungstür zu, die zum Schlafzimmer meines Gemahls führte.
Emili ergriff meine Hand und zog mich zum Balkon. „Warum reitet er weg? Was ist gestern passiert?“
Auf dem Balkon angekommen, sah ich gerade noch, wie er aus dem Schlosshof ritt, nicht wenige Grigoroi im Gefolge. Stumm sah ich auf die Straße hinter der Schlossmauer, die durch die Stadt und weiter hinaus zum Horizont hinführte.
„Was habt Ihr getan?!“, schrie Carina hinter mir und riss mich an den Haaren zurück. „Warum geht er?“ Ihre Stimme klang panisch, völlig verzweifelt.
„Ich habe“, fing ich laut an, senkte meine Stimme aber schnell, „gar nichts getan.“ Ich hatte ihn lediglich geküsst. Und jetzt verließ er das Schloss. Nachdem er mich von sich gestoßen hatte. Mich geschlagen hatte. „Vielleicht ist es besser, wenn er geht“, murmelte ich leise. „Folge ihm“, wies ich Carina an und drehte mich zu ihr um. „Mit dir ist er doch glücklich.“ Zwar hatte ich keine Ahnung, wie ich ein Königreich vollkommen alleine führen sollte, aber bestimmt würde sich ein Weg finden. Ohne noch einmal einen Blick zurückzuwerfen, ging ich ins Innere meiner Gemächer und wies Emili an, mir endlich das Korsett fertig zu binden.
„Ich werde ihm natürlich nicht hinterher reisen!“, rief Carina aufgebracht und stakste zurück in den Raum. „Ihr vergesst Eure Manieren, Majestät!“ Wütend baute sie sich vor mir auf. „Ich erwarte Euch in einer Stunde in der großen Bibliothek!“ Mit den Worten drehte sie sich um und verließ meine Gemächer.
„Also, fassen wir zusammen“, holte Aurillia aus, ein weißes Brötchen in der Hand und Honig am Mundwinkel klebend. „Er schlägt dich. Zwei mal. Dann sucht er zusammen mit seinen Grigoroi die halbe Nacht nach Kaldor und am nächsten Tag haut er ab. Einfach so.“
„Was? Kal ist verschwunden?“, fragte ich erschrocken.
„Woher weißt du das denn?“, wollte auch Emili stirnrunzelnd wissen.
Aurillia lief rot an. „Oh, ja also … da war noch was, das ich euch erzählen wollte …“
„Was denn?“, fragte ich gespannt.
Ihr Kopf senkte sich peinlich berührt und ihre Wangen wurden von zarter Schamesröte eingenommen. „Nun, also ich habe, also da gibt es diesen einen …“
Emili stöhnte. „Spuks schon aus!“
„… Jungen. Da gibt es einen Jungen. Er ist Gärtner hier im Schloss und sieht unfassbar aus und ist wirklich nett und wir sind uns gestern Abend eventuell etwas … nähergekommen“, nuschelte sie leise und biss sich immer wieder verlegen auf der Lippe herum.
Emili starrte einen Moment in die Luft, als sähe sie dort etwas unglaublich Interessantes. „Ugh! Ein bisschen nähergekommen, ja?“, fragte sie fast schon vorwurfsvoll. „Und was ist denn das?“ Zielsicher fand sie Aurillias offenes Haar und schob es beiseite, was dafür sorgte, dass ein großes, blau-violettes Mahl sichtbar wurde. „Oder das?“ Wieder streckte Emili ihre Hand aus und zupfte ein wenig an Aurillias Ausschnitt herum, bis auch da ein Fleck zu sehen war.
„Hei! Lass das!“, rief diese energisch. „Ich bin alt genug! Ich weiß, was ich tue!“
Geschockt sah ich auf die Mahle. „Du bist zwölf, Aurillia“, sprach nun auch ich, versuchte aber ruhig zu bleiben.
„Und somit volljährig!“ Schmollend verschränkte sie die Arme.
Innerlich schüttelte ich den Kopf. Ich war neunmal so alt wie sie, trotzdem schmiss ich mich nicht an irgendeinen Gärtner ran. „Bitte pass auf dich auf. Und tu nichts, was du nicht willst“, forderte ich eindringlich, woraufhin sie nickte.
„Natürlich nicht. Ich bin ja nicht blöd.“ Kurz blieb es still. „Wisst ihr, ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell auf jemanden einlassen kann, nachdem meine Eltern mich an dieses alte Ekel verkaufen wollten.“ Gequält verzog sie das Gesicht und schüttelte den Kopf, um den Gedanken an ihren ehemaligen Verlobten loszuwerden. „Und ich meine, ich habe mich ja nicht wirklich auf Leonard eingelassen. Wir haben nur ein wenig Zeit zusammen verbracht und genossen. Wir sind nicht zu weit gegangen … ihr wisst schon. Aber trotzdem waren wir uns nahe. Und ich hätte einfach nicht gedacht …“ Sie brach ab. „Ach, ist ja auch egal. Es war auf jeden Fall schön. Und er war es auch, der mir von dem Trupp erzählt hat, der abends, bevor wir uns getroffen haben, noch ausgeritten ist und deinen Welpen zu suchen.“
Emili und ich nickten verstehend. Aurillia verschränkte die Arme. „So und jetzt zu dir Fräulein!“ Ihre Arme lösten sich wieder und sie fing an, Emili in den Bauch zu picken. „Woher wusstest du das bitte?“ Ihr Finger flog von Emilis Bauch zu ihrem eigenen Hals und deutete auf den großen Fleck.
Emili verzog missbilligend den Mund und schob mir ein Glas Milch hin. Als ob sie das Gespräch jetzt am liebsten beenden würde. „Du musst dich fertig machen, Naya. Du weißt doch, wie unausstehlich Carina ist. Vor allem, wenn du zu spät kommst.“ Absolut, sie versuchte sich zu drücken.
„Hey! Weichst du mir gerade aus, Emili?“ Aurillia schnaubte unzufrieden. „Woher weißt du von dem Knutschfleck?“
„Carina muss mir gehorchen, immerhin bin ich ihre Königin. Außerdem würde ich das auch gern wissen“, sagte ich und neigte meinen Kopf zu Aurillia. „Woher weißt du von den Mahlen? Und woher hast du gewusst, was gestern Abend zwischen mir und dem König vorgefallen ist?“
Emili starrte auf das Glas Milch und seufzte tief. „Klingt es verrückt, wenn ich sage, dass ich Dinge sehe, als würden sie direkt vor meinen Augen passieren?“, fragte sie im Flüsterton.
„Ja“, schnellte es aus Aurillia heraus.
Ich hingegen blieb für einen langen Moment nachdenklich still. Gerade als mir eine Idee gekommen war, wurde die Tür aufgerissen und Carina stand dampfend vor Wut im Raum.
„Was fällt Euch eigentlich ein, mich so lange warten zu lassen? Ihr kommt jetzt sofort mit in die Bibliothek!“ Schon kam sie auf mich zu und griff nach meinem Handgelenk. Doch ich wehrte mich.
„Ganz sicher nicht“, knurrte ich, blieb aber ruhig. „Ich bin deine Königin und ich befehle dir jetzt augenblicklich, meine Gemächer zu verlassen! Ich habe noch anderes zu tun, als mich um deine Launen zu kümmern!“ Wütend drückte sie mit ihrer Hand zu, doch ich zuckte nicht einmal. „Lass sofort los, oder ich verkünde, dass du Hand an mich gelegt hast. Und glaube mir, dann kann dir selbst der König nicht mehr helfen!“, spuckte ich aus und entriss ihr mein Handgelenk, was nun, aufgrund ihrer Empörung und des damit einhergehenden lockereren Griffs, möglich war.
„Der König wird von dieser Frechheit erfahren!“, fauchte sie wütend. Ihre Fangzähne schossen heraus und sie hob zähnefletschend ihre Oberlippe an. Eine unmissverständliche Drohgebärde. Vor ihrer Königin. „Ihr seid dem König nur im Weg! Er wollte mich zu seiner Königin haben und nicht Euch!“
„Dann ist es ja gut, dass er sich noch eines Besseren besonnen hat“, gab ich nüchtern von mir und deutete zur Tür. „Des Weiteren: Das nächste Mal, wenn du vor jemandem deine Fänge bleckst, wäre es klug, dies vorher noch einmal zu überdenken. Solch eine eindeutige Drohgebärde kann und wird dich das nächste Mal den Kopf kosten. Und jetzt entferne dich sofort aus meinen Gemächern!“
Carina sah aus, als wollte sie noch etwas sagen, verschwand allerdings im nächsten Moment in Vampirgeschwindigkeit aus dem Zimmer.
Emili sah ihr nachdenklich hinterher. „Sie fühlt sich vom König verraten“, murmelte sie leise.
Ich fragte jetzt besser nicht, woher sie das schon wieder wusste. „Denkt ihr, sie ist in ihn verliebt?“
„Woher weißt du das?“, hakte nun allerdings Aurillia nach.
„Ich weiß es einfach. Ich weiß nicht, warum. Oder woher. Aber seit ein paar Wochen passiert das immer häufiger.“ Emili senkte den Blick und schob ein paar Krümel auf dem Tisch hin und her.
„Und weißt du auch, was der König macht?“, wollte Aurillia wissen.
„Nein!“, erwiderte Emili eine Spur zu schnell und wandte sich dann an mich. „Natürlich liebt sie ihn. Sie ist eifersüchtig auf dich.“
„Das ist doch wohl nicht zu glauben“, grummelte ich. „Und jetzt raus mit der Sprache. Wo ist mein Gemahl, Emili?“
Zögerlich ging ihr Blick in Richtung Balkon. „Ich weiß es nicht. Ich sehe nur manchmal Bilder oder höre eine Stimme. Ich habe keine Ahnung, wie … wie das funktioniert. Wenn ich mich darauf konzentrieren will, bekomme ich nur Kopfschmerzen.“
„In Ordnung.“ Ich seufzte. „Hast du ihn denn gesehen? Ein Bild oder etwas, was uns weiterhelfen könnte?“
Sie schüttelte bedauernd den Kopf. Dieses Mal glaubte ich ihr. Mein Blick fiel aufs Stundenglas, und ich erschrak. „Verflucht! Der Rat!“ Ich hatte wohl wirklich viel zu lange getrödelt! Dabei war es mir vorgekommen, als sässen wir erst seit wenigen Minuten hier! Tatsächlich hatte aber bereits die Mittagsstunde geschlagen! „Ich … wir reden heute Abend weiter!“, versicherte ich Emili, nickte Aurillia zu und erhob mich. „Ach, und ab sofort müsst ihr euch nicht mehr so abrackern. Was der König euch meinetwegen zugemutet hat, ist nicht richtig. Ich ziehe seinen Befehl somit zurück. Wenn jemand ein Problem damit hat, soll er direkt zu mir kommen!“ Mit diesen Worten huschte ich auch schon aus der Tür.



































Kommentare