Kapitel 22 – Dinner mit Ausschweifungen
Kapitel 22 – Dinner mit Ausschweifungen
Aurelie
Der Abend war hereingebrochen und noch immer fiel der Regen unabdinglich. Giled saß über die Ecke zu meiner Rechten, während ich mich am Ende der Tafel niedergelassen hatte. Eine ganze Woche war seit unserem letzten Treffen vergangen. Jetzt würde ich Elok von Gileads Überwachung abziehen müssen, welcher bisher aber keineswegs irgendein verdächtiges Verhalten bei dem Vampir hatte feststellen können.
Ich nippte an meinem Wein und sah zögerlich zu ihm auf. Bisher suhlten wir uns in Schweigen. Er, weil es ihm nicht erlaubt war, das Wort zuerst an mich zu richten, und ich, weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Nicht, nachdem unser letztes Abendessen darin geendet hatte, dass ich mich nach Halt suchend an diese starke, warme Brust geklammert hatte. Nicht, nachdem ich mir vorgestellt hatte, wie er mich dermaßen unziemlich berührte!
„Ihr werdet eine neue Wache bekommen.“
Gilead musterte mich einen Moment. Seine Fransen hingen über die Stirn und verdunkelten das Blau in seinen Augen. „Was immer Ihr für nötig haltet, Majestät.“ Er nahm etwas Brot und tunkte es in die fettige Hühnersuppe, die es zur Vorspeise gab.
Götter, war das hier unangenehm. Wieso genau hatte ich wieder mit ihm dinieren wollen? Einen Moment musste ich tatsächlich nachdenken. Aber dann kam es mir wieder in den Sinn. Ursprünglich diente das Abendessen dazu, Informationen zu ergattern. Über seinen Vater, das Gold, seine Pläne … Meine Prioritäten hatten sich nur irgendwie verschoben, seitdem ich mir vorgestellt hatte, seine Hand residiere zwischen meinen Schenkeln und verwöhne meinen Körper und … brachte mich zum Stöhnen.
Schnell biss ich mir auf die Zunge, um diese doch sehr unpassenden Gedanken loszuwerden. Ich hatte die Vorspeise noch gar nicht angerührt, da wurde sie bereits abgeräumt und der nächste Gang serviert.
Wieder aß Gilead schweigend, trank etwas Wein dazu und musterte mich aus den Augenwinkeln unablässig. Als er nach der Serviette griff, landete mein Blick auf seinen schlanken Fingern. Sie waren gut gepflegt; die Fingernägel sauber und recht kurz geschnitten. Finger, die unglaublich weich und doch kräftig aussahen.
Ein seltsamer Schauer erfasste meinen Körper und endete genau zwischen meinen Beinen, wo es süß und doch befremdlich zuckte. Ich schluckte. Nur mit Mühe, riss ich meinen Blick wieder von ihm los. Aber so gut das Kalb auf meinem Teller auch roch, hatte ich doch nicht die geringste Ambition, es zu essen.
„Möchtet …“ Meine Stimme klang völlig erstickt, woraufhin ich mich räusperte. „Möchtet Ihr heute etwas trinken?“
Sein Blick heftete sich auf mich; leicht öffnete er seine Lippen. „Gern“, erwiderte er. „Sofern es Euch nicht stört.“
Schnell schüttelte ich den Kopf. „Absolut nicht!“ Dann wurde es wieder still. Und ich wusste nicht, wie … was ich sagen sollte. „Ihr habt die Erlaubnis, frei zu sprechen“, murmelte ich irgendwann, deutlich unbehaglich fühlend.
Gilead führte gerade eine Gabel zu seinem Mund. Bei meinen Worten stockte er mitten in der Bewegung. Kurz darauf sank die Gabel zurück auf seinen Teller und er räusperte sich. „Ihr seid noch immer wütend auf mich, nicht wahr?“
„Nein“, widersprach ich leise. „Viel mehr auf mich, weil Ihr es sofort bemerkt habt“, murmelte ich.
„Ihr habt mich eine ganze Woche ignoriert. Ich war mir sicher, dass ich Euch in Eurem Stolz gekränkt habe. Durch meine Worte, die Umarmung und dann noch die Tatsache, dass der Grigoroi Eures Gemahls uns in dieser kompromittierenden Situation vorgefunden hat. Das ist nicht zu entschuldigen und ich verstehe es, wenn Ihr deswegen zürnt.“
„Ich zürne Euch nicht, glaubt mir.“ Angespannt biss ich mir auf meine Unterlippe. „Viel eher bin ich von Euren unverfrorenen Handlungen auf irgendeine Art und Weise angetan“, flüsterte ich ganz leise.
„Dann muss ich mich erst recht entschuldigen. Es stand mir nicht zu, Euch zu kritisieren. Und Ihr dürft Euch meine Worte nicht zu Herzen nehmen.“ Er stand auf und sank neben seinem Stuhl auf ein Knie, sodass er direkt neben mir kniete. „Bitte nehmt nichts von meinen Worten an. Sie dürfen Euch nicht ansprechen.“
Erschrocken blickte ich auf ihn herab. Er war mir gerade so nah! Ich könnte einfach … Nein! Bei den Göttern, ich sollte ihm nicht noch näher kommen!
„Bitte steht auf. Ich nehme mir Eure Worte zu Herzen, weil sie wahr sind. Außerdem gelingt es nur durch Kritik über einen hinauszuwachsen, also bleibt mir auf meinem Posten nichts anderes, als sie anzunehmen. Ihr habt nichts falsch gemacht.“ Aber bitte, er sollte aufhören zu knien! Irgendwie machte mich das ganz kirre!
„Nein, ich habe Euch nicht kritisiert, ich habe Euch eine Lügnerin genannt. Das war dumm von mir.“ Als habe er mein stilles Gebet erhört, stand er auf und setzte sich wieder. Dann jedoch griff er über den Tisch hinweg nach meiner Hand, beugte sich dabei leicht zu mir vor und sah mir aus strahlend blauen Augen entgegen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass der Druck auf Euch derzeit unermesslich hoch ist. Aber er wird nicht steigen, nachdem Ihr Eure Reife erst hinter Euch gebracht habt. Die Erwartungen des Volkes werden dieselben bleiben. Ihr braucht also keine Angst zu haben, zu reifen.“
„Es“, ich stockte, „geht mir nicht um das Volk dabei“, gestand ich beschämt. Mehr würde ich nicht preisgeben. Ich konnte wohl kaum gestehen, dass ich mich zutiefst vor meinem Gatten fürchtete. Was er erst mit mir machen würde, wenn ich durch die Reife wäre. Was er in mir sehen würde. Eine Hure? Jemand, der nur dafür da war, seine Lust zu befriedigen? Eine Zuchtstute? Oder eine Gefahr, die ihm den Thron rauben würde?
„Was ängstigt Euch so sehr?“, fragte er und strich mit dem Daumen sanft über meinen Handrücken.
Schon im nächsten Moment zog er seine Hand weg. Gleichzeitig wurde die Tür geöffnet. Erneut kamen zwei Diener herein und näherten sich der Tafel, um den nächsten Gang zu servieren. Der ältere Diener trat an meine Seite, blickte auf das unangetastete Essen darin und machte promt wieder einen Schritt zurück. „Verzeiht, Eure Majestät. Wir warten noch mit dem nächsten Gang.“
„Nein, schon in Ordnung. Nehmt es ruhig mit. Ich schätze, ich habe heute schlicht nicht so großen Appetit. Verteilt die Reste an die Dienerschaft. Und bringt bitte einen Spender. Jemand, der schon länger nicht mehr gespendet hat.“
Der ältere Mann griff nach meinem Teller, während die Frau nach Gileads griff. „Ich habe noch nie gespendet“, flüsterte die Dienerin leise und hörbar unsicher. Sie hatte kurzes, braunes Haar und faszinierende, grüne Augen. Ihre Statur war schlank und dennoch kurvig, ähnlich wie Irinas. Vom Alter her vermutlich um die Mitte zwanzig.
„Ich werde dich nicht dazu zwingen“, versicherte Gilead. „Aber ich schwöre dir, dass es nicht schmerzt.“
Die Frau sah unsicher zu dem älteren Mann. Dieser nickte knapp, nahm Gileads Teller ebenfalls vom Tisch und ging wieder hinaus.
„Ich würde niemanden spenden lassen, wenn es Schmerzen bereiten würde“, versicherte ich ihr, als ihr unsicherer Blick auf mich traf.
Sie nickte schwach, woraufhin Gilead aufstand und auf die Frau zuging. Er legte eine Hand an ihre Wange, trat näher und küsste sie zärtlich auf den Mund, bis sie sich merklich entspannte und ihre Arme scheu auf seine Schultern legte. Nur langsam löste er den Kuss, glitt mit seinen Lippen über ihre Wange bis zu ihrem Ohr. Obwohl sein Körper alles verdeckte, konnte ich erahnen, dass seine Hände sie streichelten. Ihren Körper, ihre Kurven …
Die Frau hatte die Augen geschlossen. Ihr Mund stand leicht offen, außerdem … war sie sichtlich erregt. Ihre Hände glitten von Gileads Schultern, als er sie langsam umrundete. Dabei lagen seine Lippen unentwegt auf ihrem Hals. Aber er biss nicht, sondern küsste sie nur, streichelte ihre Arme und … und ihre Brüste.
Meine Augen wurden mit jedem Detail, das ich sah, größer. Die Bandagen um meine Brust fühlten sich plötzlich viel enger an und meine Leibesmitte wurde spürbar feucht bei diesem Anblick der Zärtlichkeit. Ich konnte den Blick nicht abwenden.
Gilead hatte die Dienerin zur Hälfte umrundet und stand nun hinter ihr. Noch immer bedeckte er ihren Hals mit zarten, kleinen Küssen, welche die Frau dazu brachten, leise zu stöhnen. Sie schloss die Augen und lehnte ihren Rücken an seine Brust. Dabei neigte sie ihren Hals erwartungsvoll und präsentierte sich ihm wie auf dem Silbertablett. Ich hörte ihren schnellen, erregten Herzschlag. Durch den Stoff ihres Kleides konnte ich erkennen, wie sich ihre Brustwarzen aufgestellt hatten und hart geworden waren.
Gilead steigerte ihre Lust, indem er gegen die sichtbare Erhebung ihrer Brüste drückte, darüber streichelte und sogar leicht hineinkniff.
Die Frau stöhnte noch lauter. „Oh … Bitte …!“, flehte sie. Ihr Atem ging schwer. Mit beiden Händen umklammerte sie ihren Körper.
Gilead löste seine Lippen von ihrem Hals. Genau in dem Moment begegnete ich seinem lustgeschwängerten Blick. Er öffnete seinen Mund. Ich sah, wie er langsam seine Fangzähne ausfuhr. Allein dieser Anblick war so erregend, dass ich schnell die Beine überschlug und meine Oberschenkel fest zusammenpresste. Aber meine Mitte pochte immer noch. Viel schlimmer noch als vorher!
Unendlich langsam stieß er seine Fangzähne in ihren Hals. Dabei löste er seinen Blick nicht einen Moment von meiner Wenigkeit. Es fühlte sich an, als ob er sich vorstellte, ich stünde dort. Nicht diese Frau.
Erregt glitt meine Zunge über meine Lippen. Im nächsten Moment roch ich das Blut und sprang auf die Beine. Meine Augen gierig auf das eng umschlungene Paar gerichtet. Gileads Blick folgte mir akribisch, als ich Schritt für Schritt auf die beiden zutrat. Ich starrte zurück. Als ich allerdings direkt vor ihm stand und den Blutgeruch noch so viel intensiver wahrnahm als noch zuvor, spürte ich ein leichtes Stechen in meinem Zahnfleisch. Ich ignorierte es. Dafür beobachtete ich Gilead ganz genau. Sein Adamsapfel hüpfte, als er schluckte. Die Frau rieb sich verzweifelt an ihm, während seine Hände weiter mit ihrem Körper spielten.
Und in diesem Moment wünschte ich mir sehnlichst, an ihrer Stelle zu sein. Ohne es bemerkt zu haben, waren meine Hände zu meinen Brüsten geglitten und ahmten seine Bewegungen nach. Durch die Bandagen fühlte sich die Berührung schwächer an, aber Gileads lüsterner Blick glich diesen Nachteil ohne Weiteres aus.
Nach ein paar Schlucken ließ er von der Frau ab, die einen enttäuschten Seufzer von sich gab. „Geh“, verlange er rau und schickte sie mit starkem Herzklopfen und nasser, erwartender Mitte weg. Mein Blick war wie gebannt auf seinen Mund gerichtet, in dem ich noch immer das rote Eisen riechen konnte. Einladend streckte er eine Hand nach mir aus. Meine Füße brachten mich vorwärts, meine Zunge leckte erwartungsvoll über meine ausgetrockneten Lippen. Gilead nahm meine Hand und zog mich an sich. Sofort legte er seine Lippen auf meine und strich sanft darüber. Neckend und doch zurückhaltend. Ganz anders als zuvor bei der Frau. Im starken Gegensatz zu der Sanftheit seiner Lippen hatten sich seine Arme fest um mich geschlungen und pressten mich an seine Vorderseite.
„Berühr mich!“, befahl ich sehnsüchtig und vertiefte den Kuss stürmisch. Meine Hände legte ich in seinen Nacken und zog ihn näher zu meinem Mund.
Sofort glitt eine Hand hinunter zu meinem Hintern und er streichelte diesen. Kurz darauf hob er mich hoch und griff nach meinen Schenkeln, sodass er mich auf seine Hüfte zog. Meine pochende Mitte lag direkt vor seiner harten Männlichkeit. Nur der Stoff störte. Oder schützte. So genau konnte ich das nicht sagen. Gilead ging mit mir zum Tisch. Dort setzte er mich darauf ab, ohne den Körperkontakt zu unterbrechen. Ganz leicht leckte er über meine Lippen und erkundete mit seiner Zunge meinen Mund, bis er meine Zunge fand. Ein leises, brummendes Stöhnen entwich seiner Kehle. Eilige Finger zogen mein Oberteil hoch. Kurz darauf spürte ich seine großen, warmen Hände an meinem Rücken. Eine Hand bewegte er zu meinem Bauch, schob sie langsam höher und stoppte überrascht an meinen Bandagen.
„Ähm …“ Beschämt wandte ich meinen Kopf zur Seite. Wenn es das denn noch nicht längst so war, schoss mir garantiert spätestens jetzt das Blut in die Wangen. „Also … ich habe ja gesagt … es soll keinem auffallen …“ Ich war völlig außer Atem. Außerdem fühlte sich das, was wir hier taten, so unglaublich gut an!
Sein Atem streifte heiß meine Wange und seine Finger glitten meinen Bauch entlang. So knapp unter meiner Brust, dass es anfing zu kribbeln. „Ihr seid wunderschön. Versteckt dies nicht“, flüsterte er an mein Ohr. Ganz sanft glitten seine Lippen über meinen Hals. „Bitte sagt, dass ich aufhören soll.“ Zärtlich küsste er meinen Hals, während seine Finger immer noch lockend über meinen Bauch fuhren.
Mein Hals legte sich zur Seite, um ihm besseren Zugang zu gewähren. Gleichzeitig war dies eine Geste der Unterwerfung und in meiner Position völlig fehl am Platz. Aber es war mir gerade so unglaublich egal. Meine Hände glitten bewundernd über seine muskulösen Arme, zurück zu seiner Brust und schließlich auch da langsam hinab. Er erzitterte unter meiner Berührung. Ja, ich hatte als Kind gelernt, wie ich hier meine Hände zu führen hatte. Was ich zu tun hatte, um den Mann vor mir zu beglücken. Aber daran wollte ich nicht denken. Viel lieber wollte ich selbst herausfinden, was ihm gefiel. Mein Blick folgte meinen Händen, die mittlerweile über seinen Gürtel strichen, weiter nach unten. Ich sah die Beule in seiner Hose und roch die Lust, die von ihm ausging. Und sie galt mir. Ich spreizte meine Beine noch mehr und zog ihn näher zu mir. Ich spürte, wie sich immer mehr Nässe bei mir sammelte.
Seine Nasenflügel bebten. Fragend zupfen seine Finger an meiner Bandage. Ich spürte, wie sie sich lockerte. Ganz langsam zog er an dem Stoff, löste ihn, sodass er hinunterfiel und meine Brüste freilegte. Eine Hand legte sich auf meine rechte Brust und er hob sie leicht ab. „Perfekt!“, stöhnte er an mein Ohr. Und kurz darauf fanden seine Lippen wieder meinen Mund. Diesmal wanderte seine Zunge direkt in meinen Mund und neckte meine Zungenspitze. Nun stöhnte ich leise auf. Als Antwort darauf wurde der Griff um meine Brust fester. Dann drehte er sie leicht und sein Daumen strich über meine Brustwarze.
Die Intensität der Berührung kam so unerwartet, dass ich meinen Kopf nach hinten warf und zittrig die Luft ausatmete, um nicht schon wieder zu stöhnen. Meine Kehle lag vollkommen frei, und Gilead nutzte die Gelegenheit augenblicklich, um seine Lippen wieder auf meinen Hals zu pressen. Er saugte; ich stöhnte.
Götter, Leeander stand vor der Tür!
Gileads Fänge waren noch immer ausgefahren. Das geschah nun mal bei erregten Vampiren. Aber als sie mir sanft über meinen Hals kratzten, kam ich endgültig zurück ins Hier und Jetzt. Hastig drückte ich ihn von mir weg.
Sofort machte Gilead einen Schritt zurück. Sein Atem ging schwer und sein Blick ruhte heiß auf mir. Er wischte sich mit einer Hand fahrig über sein Gesicht. Dann wandte er sich ab, ging zu seinem Platz und trank das Weinglas leer. „Götter … Ich habe mich fast gehen lassen“, keuchte er und ließ sich schwer auf seinen Stuhl fallen. Sein Blick wanderte zu mir. Die Erregung stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Seine Lippen waren leicht geschwollen und sein Mund stand offen. Seine Augen wanderten über meinen Körper. Sofort stand er wieder auf. „Eure Bandagen …!“ Er fluchte leise.
„Schon gut.“ Ich winkte ab und deutete ihm zu bleiben, wo er war. Gerade … brauchte ich Zeit zum Nachdenken. Nicht noch mehr wuschig machende Nähe. „Mich wird niemand sehen.“ Ich sprang vom Tisch und stopfte mir schnell das Hemd wieder in den Gürtel. „Mach die Augen zu“, ordnete ich an.
Zwar runzelte er verwirrt die Stirn, tat aber im selben Moment, was ich von ihm verlangte. Zusätzlich legte er noch beide Hände über seine Augen. „Ich kann Euch dabei auch helfen. Zwar habe ich bisher nur Wunden verbunden…“ Er brach ab, als er bemerkte, dass er Unsinn redete.
Schnurstracks und auf leisen Sohlen ging ich auf den geheimen Eingang zu. Generell bevorzugte ich es, mich in Räumen aufzuhalten, die einen direkten Zugang zum Gängesystem hatten, also hatte ich natürlich auch meine Treffen in solche verlegt. Ich fand den Auslöser und drückte. Die Tür knarzte leicht aufgrund des langen Stillstands.
„Eure Majestät?“
Schnell guckte ich zurück. Schließlich blickte ich zwischen dem offenen Eingang und Gilead – dem Mann, der mir so eben noch die Sinne geraubt hatte – hin und her. Ich erhob mich, lief auf ihn zu und nahm seine Hände von seinem Gesicht. Dafür legte ich meine eigenen darum. Er öffnete die Augen, konnte durch meinen im Weg stehenden Körper aber nichts sehen. Ich beugte mich zu ihm hinunter und drückte noch einmal sachte meine Lippen auf seine. „Augen zu“, flüsterte ich, als ich ihm wieder in die hellblauen Augen sah. Er gehorchte, wenn wohl auch eher widerwillig. „Die machst du erst in einer Minute wieder auf“, verlangte ich und er nickte blind. Ich lächelte. „Gute Nacht, Gilead.“ Noch einmal hauchte ich ihm einen Kuss auf die Lippen, ehe ich mich umdrehte und in der Dunkelheit verschwand. Die Bandagen lagen mir locker um den Bauch. Mit einem letzten Blick auf diesen überaus attraktiven Mann verschloss ich den Zugang und machte mich auf den Weg in meine Gemächer.
























































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