Kapitel 40 – Wo ist Aurelie
Kapitel 40 – Wo ist Aurelie
Cyrus
Ich las die Zeilen erneut. Wieder und wieder. Sollte ich Kretos wirklich glauben? Würde diese Welt wirklich untergehen, wenn Aurelie starb? Ein Teil von mir wollte es darauf ankommen lassen.
Ich faltete den Brief mehrmals, steckte ihn in meine Hosentasche und sichtete weitere Briefe. Viele waren es nicht, daher vermutete ich, dass Aurelie sich während meiner Abwesenheit um die Korrespondenz gekümmert hatte. So war ich fast mit der Hälfte fertig, als es an der Tür klopfte.
Timm betrat mein Arbeitszimmer. Die beiden Berater Mir und Loich traten hinter ihm ein. Sofort stand ich von meinem Schreibtisch auf, deutete auf die geräumige Sitzecke und bedeutete Timm, in meiner Nähe zu bleiben.
Obwohl ich mich auf das Gespräch konzentrieren musste, glitten meine Gedanken zu Lee. Es würde Jahrzehnte dauern, bis Timm das Wissen erlangt hätte, das Lee hatte. Und selbst dann würde mir Timms Arbeit nicht genug sein. Lee fehlte mir. Nicht bloß sein Rat, sein unerschütterliches Gemüt und seine Ruhe. Nein, er fehlte mir als Bruder, Freund und Geliebter. Ich vermisste seine Nähe. Die kleinen Gesten. Die Momente, in denen er einfach nur seine Hand auf meine Schulter legte und mich damit beruhigte.
„Wünscht Ihr etwas zu trinken oder zu speisen, meine Herren?“, fragte ich. Herzog Mir und Baron Loich lehnten ab. Damit kam ich direkt zum Wesentlichen: „Wie ist Euer Eindruck von der Königin?“
„Sie wirkt kompetent und für ihr Alter äußerst reif und erfahren“, entgegnete der Herzog. „Sie hat uns im Schloss willkommen geheißen und uns sofort zu den Ratssitzungen eingeladen und integriert.“
Baron Loich stimmte dem zu: „Sie schien erleichtert, Hilfe zu haben. Was nicht verwunderlich ist, nachdem drei von fünf Ministern nicht mehr im Rat sind. Ich nahm mir heraus, mit Graf Dreidolch zu reden. Es gibt drei unbesetzte Posten im Rat.“
„Wie hat meine Gattin diese aufgeteilt?“ Mir entging der kurze Blick, den sich meine Berater zuwarfen, nicht. Obwohl sie mir enge Vertraute waren, mussten sie nicht wissen, wie es um mein Privatleben stand. Sie würden schon früh genug merken, dass meine Ehe nur eine Notwendigkeit war und keinerlei Gefühle beinhaltete. Von Hass einmal abgesehen.
„Graf Targes kümmert sich um die Stadt, Graf Dreidolch um Belange im Finanz- und Bündniswesen. Sie selbst hat die Unterlagen von Eber gesichtet und die Handelsangelegenheiten in die Hand genommen, sich seit unserer Ankunft aber mehr und mehr daraus zurückgezogen.“ Herzog Mir lehnte sich etwas in seinem Sessel zurück. „Zudem hörte ich, der Sohn von Seibling sei anwesend.“
Davon hatte ich schon gehört. Ein kleverer Zug, das musste ich ihr lassen. Vielleicht wusste er etwas über die Geschäfte seines Vaters. Ich würde später mit ihm reden. Vielleicht sogar heute noch, wenn es die Zeit zuließ.
Die Berater berichteten mir von den letzten Ratssitzungen, bei denen sie anwesend waren. Und informierten mich darüber, dass Lee immer an Aurelies Seite gewesen sei. Elok wäre in die Stadt aufgebrochen, um nach den Initiatoren der Aufstände zu suchen, war davon aber nicht zurückgekehrt. Sein Verbleib war aktuell ungewiss. Die letzte Meldung von ihm schon einige Tage her.
„Wo ist eigentlich Leeander?“, fragte Baron Loich mit einem irritierten Blick auf Timm.
Mit dieser Frage hatte ich bereits gerechnet. Sie kam nur später als erwartet. „Es gab einen erneuten Angriff auf Ihre Majestät. Leeander hat sie mit seinem Leben beschützt. Da der Angriff hier im Schloss stattgefunden hat, habe ich meine Gemahlin gestern eingesperrt. Heute verweilt sie in ihren Gemächern.“ Ich seufzte. „Ich weiß noch nicht, wie ich ihre Sicherheit in den nächsten Tagen gewährleisten kann. Daher wird sie vorerst in ihren Gemächern bleiben.“
„Hier im Schloss?“, fragte Baron Loich überrascht. „Dabei wurden die Wachen erhöht, soweit ich weiß.“
„Dazu werde ich Graf Targes noch befragen“, erwiderte ich. Wenn es schon gelungen war, Aurelie aus dem Schloss zu entführen, dann wäre meine Lüge betreffend des Angriffs innerhalb der Schlossmauern glaubhaft genug. „Gibt es sonst noch etwas?“
„Nun“, begann Herzog Mir, „Ich würde Eure Gattin weiterhin an den Ratssitzungen teilhaben lassen. Ihr könnt sie nicht ewig einsperren. Zudem muss sie sich öffentlich zeigen. Und dafür braucht sie dringend vernünftige Garderobe.“
Ich rümpfte die Nase. Schon vor meiner Abreise trug sie lieber Hemden und Hosen. Aber ihre Kleider dürften ihr mittlerweile nicht mehr passen. Nicht bei der Oberweite, die sie bekommen hatte. Bei dem Gedanken an Aurelie wandte ich den Kopf leicht zur Seite. Es wäre klüger, sie vorerst nicht mehr aufzusuchen. Allerdings brauchte ich die Unterlagen, die sie in den letzten Wochen gesichtet hatte. Zudem … wollte ich sie sehen. Ihren Duft einatmen und ihre Stimme hören.
Ich räusperte mich und schüttelte die unsinnigen Gedanken ab. „Ihre Majestät hat erst kürzlich ihre Reife durchlebt. Timm, erkundige dich bitte, ob der Schneider bereits gerufen wurde, um neue Garderobe für die Königin herzustellen.“
„Natürlich, Majestät.“
Wir besprachen noch weitere Themen, aber schon kurz darauf verabschiedete ich die beiden Herren. Es war noch zu früh, um ihnen einen Platz im Rat anzubieten. Zumal der Herzog damit im Rang sinken würde. Oder er wäre der erste Minister, der einen höheren Rang bekleidete als den des Grafen.
Timm geleitete die Herren wieder heraus und zog los, um Graf Targes zu suchen. Ich nutzte die Zeit und ging zum Fenster. Mein Blick glitt sofort hinunter zu der aufgewühlten Erde, unter der Lee die Ewigkeit verbringen würde. Es ärgerte mich, dass ich dieses dumme Weib auch noch in Schutz nahm. Viel lieber würde ich jedem sagen, dass sie Lee ermordet hatte. Aber in der Gesellschaft der Vampire war ein Grigoroi nicht viel wert. Zudem wusste ich nicht, warum sie Lee getötet hatte.
Es klopfte erneut an der Tür, gleich darauf öffnete sie sich. Noch ein wenig länger blieb ich am Fenster stehen. Mein Blick glitt in die Ferne. Ich verspürte den Wunsch, hinauszugehen. Ein seltsamer Drang, der mich in die Stadt lockte.
Das Gefühl beiseiteschiebend, wandte ich mich zur Tür um. „Graf Targes“, begrüßte ich meinen Gast und deutete auf die Sitzmöbel. „Bitte, setzt Euch.“
Der Graf nickte knapp und nahm Platz. Sein Blick ging zu Timm, der sich wieder hinter mich stellte, nachdem ich mich dazu gesetzt hatte. „Wo ist Euer Grigoroi? Leeander?“
„Tot“, erwiderte ich knapp, setzte dann aber zu einer Erklärung an. „Während meiner Ankunft im Schloss mussten sich Aufständische an den Wachen vorbeigeschlichen haben. Ich fand Leeander tot bei Ihrer Majestät.“ Ich schloss die Augen. Ich müsste mit Aurelie über diese Lüge reden und sie dazu bringen, dieselbe Version zu erzählen.
„Er hat sein Leben für die Königin gelassen?“ Der alte Vampir runzelte die Stirn, nickte dann aber langsam. „Dann ist er in Ehre gestorben. Er war stets treu an ihrer Seite.“
„Ja, wie ich es ihm auftrug.“ Über Leeanders Ableben zu reden, war hart. Die meisten Vampire erschufen Grigoroi, um Diener zu haben, die ihnen blind gehorchten. „Ich vermute, es war gestern zu hektisch. Lässt sich dennoch herausfinden, wer im zweiten Stock Wache hatte? Und könnt Ihr die Wachen befragen, die am Eingang Dienst hatten? Nachhaken, ob ihnen irgendwas Verdächtiges aufgefallen ist?“ Der Graf nickte stoisch. „Gut. Reden wir über die Entführung meiner Gattin.“
„Natürlich …“, setzte der Graf an. „Nun, das Gröbste habt Ihr bereits erfahren. Der Angriff trug sich am Tag der Bittsteller zu.“
Ich legte meine Stirn in Falten. Als Königin war auch das ihre Pflicht, allerdings hatte ich angenommen, dass sie es verschoben hätte. Beim Gedanken, wie sie vermutlich in Hemd und Hose auf dem Thron gesessen hatte, musste ich tatsächlich kurz schmunzeln, wurde aber sofort wieder ernst. „Wie konnte das passieren? Der Thronsaal war doch gewiss mit Wachen versehen!“ Und wo war Lee? Wie hatte er das zulassen können?
„Nun ja, die Königin hat die Wachen aufgrund einer unerwarteten Nachricht hinausgeschickt. Wohl etwas, von dem nicht alle Welt erfahren sollte. Oder möglichst niemand. Sie sah … unkontrolliert aus, in diesem Moment. Leeander ist auf sie zugegangen und hatte sich leise mit ihr unterhalten. Meiner Meinung nach schien er gewusst zu haben, worum es ging. Die beiden befanden sich zu dieser Zeit in der Mitte des Thronsaals. Daraufhin stürmten schwarz vermummte Gestalten herein. Allesamt Vampire.“ Er machte eine kurze Redepause. „Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass jeder Einzelne ein hohes Tier im Adel war. Allerdings waren sie da schon tot.“
Ich nickte. Wie es dazu gekommen war, käme sicherlich noch.
„Leeander hat die Königin mit dem Schwert und seinem Leben verteidigt. Sie sich selbst mit einem Dolch. Graf Dreidolch und Eure Berater mögen etwas im Köpfchen haben, aber nicht in den Muskeln – ohne Euch kränken zu wollen, Majestät. Sie waren schneller auf dem Boden und gefesselt, als man hätte ‚Entführung‘ sagen können. Ich selbst bin gegen die Übermacht nach einer Weile ebenfalls nicht mehr angekommen und konnte nicht zu ihrer Majestät durchdringen. Nach einer Weile wurde Leeander schwer verletzt.“ Er machte eine Atempause. „Das war der Moment, in dem die Königin eingelenkt hat und anordnete, die Waffen zu senken.“
Verwirrt legte ich die Stirn in Falten. Aurelie hatte die Waffen senken lassen, um Leeander zu retten? Wie passte das alles zusammen? „Und der Mann im Kerker ist vermutlich einer der Entführer. Es war noch von einem zweiten Mann die Rede. Was ist mit ihm geschehen?“
„Nun, zuerst … wir brauchten einen ganzen Tag, bis wir ihre Majestät nach ihrer Entführung im Keller eines Gastronomiebetriebes ausfindig machen konnten. Das Gasthaus war für die Öffentlichkeit geschlossen. Im Allgemeinen ging es in dieser Zeit drunter und drüber. Gilead, der Sohn Seiblings, war uns gefolgt. Er war als Erstes bei ihrer Majestät und das auch keine Sekunde zu früh. Während ich und Leeander mit einigen meiner Männer in der Schenke damit beschäftigt gewesen waren, die Gegenpartei abzustechen, schlüpfte Seiblings Nachkomme durch das ganze Getümmel hindurch und direkt in den Keller.“ Er schluckte leicht. „Sie hing bereits am Strick. Er hat sie sofort heruntergeholt und als sie nicht geatmet hat, beatmet. Anschließend trug er sie zurück ins Schloss. Ich hatte nichts dagegen einzuwenden. Er hatte ihr das Leben gerettet.“
Nach einem verbissenen Nicken meinerseits fuhr er fort: „Der zweite Mann im Kerker verstarb nach wenigen Tagen. Zwei oder drei Tage, nachdem ihre Majestät erklärte, sie hätte sich um ihn gekümmert, sodass er sicherlich reden würde.“ Er zögerte kurz, ehe er sachlich hinzufügte: „Als sie krank wurde, hat sie mich gefragt, ob es mir, nach dem Trinken von Vampirblut, auch schon einmal so erging. Ich nehme an, sie hatte Hunger, hat sich von ihm genährt und ihm, vermutlich versehentlich, viel zu viel Gift injiziert.“
Sofort presste ich meine Lippen zusammen, um meinen ersten Gedanken nicht direkt laut auszusprechen. Der erste Blutdurst konnte überwältigend sein. Und die Tatsache, dass sie mit ihrem Gift einen erwachsenen Vampir töten konnte, sprach für sich.
„Nun, zuerst … wir brauchten einen ganzen Tag, bis wir ihre Majestät nach ihrer Entführung im Keller eines Gastronomiebetriebes ausfindig machen konnten. Das Gasthaus war für die Öffentlichkeit geschlossen. Im Allgemeinen ging es in dieser Zeit drunter und drüber. Gilead, der Sohn Seiblings war uns gefolgt. Er war als Erstes bei ihrer Majestät und das auch keine Sekunde zu früh. Während ich und Leeander mit einigen meiner Männer in der Schenke damit beschäftigt gewesen waren, die Vampire, die uns heftigen Konter gaben, abzustechen, schlüpfte Seiblings Nachkomme durch das ganze Getümmel hindurch und direkt in den Keller.“ Er schluckte leicht. „Sie hing bereits am Strick. Er hat sie sofort heruntergeholt und als sie nicht geatmet hat, beatmet. Anschließend trug er sie zurück ins Schloss. Ich hatte nichts dagegen einzuwenden. Er hatte sie gerettet.“
Nach einem verbissenen Nicken meinerseits fuhr er fort: „Der zweite Mann im Kerker verstarb nach wenigen Tagen. Zwei oder drei Tage, nachdem ihre Majestät erklärt hat, sie hätte sich um ihn gekümmert, sodass er sicherlich reden würde.“ Er zögerte kurz, ehe er sachlich hinzufügte: „Als sie krank wurde, hat sie mich gefragt, ob es mir, nach dem Trinken von Vampirblut, auch schon einmal so erging. Ich nehme an, sie hatte Hunger, hat sich von ihm genährt und ihm, vermutlich versehentlich, viel zu viel Gift injiziert.“
Sofort presste ich meine Lippen zusammen, um meinen ersten Gedanken nicht laut auszusprechen. Der erste Blutdurst konnte überwältigend sein. Und die Tatsache, dass sie mit ihrem Gift einen erwachsenen Vampir töten konnte, sprach für sich. „Wurde der Zweite schon befragt?“
Ich musste dringend die Hintermänner finden. „Was ist mit Elok? Wer hat ihn geschickt, um mehr herauszufinden?“
„Der Zweite wurde befragt, schweigt aber wie ein Grab. Elok ist aufgebrochen, als die Königin verschleppt worden ist. Er war einer möglichen Spur auf den Fersen, die zu ihrer Majestät hätte führen können. Zugleich verfolgte er dabei das Ziel, den oder die Unruhestifter zu finden und mehr über ihre Beweggründe zu erfahren. Geschickt hat ihn mehr oder weniger die Königin selbst. Es wurde noch bei der Ratssitzung am Vortag besprochen, dass er den Gerüchten nachgehen sollte.“
Ich nickte nachdenklich und ließ mich vom Grafen noch darüber in Kenntnis setzen, wie die Unruhen in der Stadt verliefen und welche Maßnahmen ergriffen worden waren.
Es war bereits später Nachmittag, als der Graf wieder ging. Auch Timm schickte ich weg, denn mir war gerade nicht nach Gesellschaft. Unruhe erfasste mich. Kurze Zeit später verließ ich mein Arbeitszimmer; meine Schritte trugen mich in die Gemächer der Königin. Ich öffnete die Türen zu jedem einzelnen Raum. Aber sie war fort. Nur Kaldor lag am Fußende ihres Bettes und sprang sofort auf mich zu. Meine Güte war der groß geworden.
Obwohl ich direkt weiter wollte, um Aurelie zu suchen, kraulte ich den Wolf von Kopf bis Fuß. Als ich gehen wollte, folgte er mir und fing an zu winseln.
Stirnrunzelnd beugte ich mich wieder zu ihm herab. „Wann warst du zuletzt im Garten?“ Kopfschüttelnd richtete ich mich wieder auf, seufzte und öffnete die Tür noch ein Stück weiter. Sofort huschte der Vierbeiner an mir vorbei. Allerdings ging ich nicht direkt in den Garten, sondern sah mich erst noch ausführlich im Schloss nach meinem Weib um. Wo steckte sie nur?
Als wir schließlich den Garten betraten, fühlte ich mich etwas besser. Und doch machte ich mir Sorgen um Aurelie. Wahrscheinlich war sie in einem der Geheimgänge. Oder war sie geflohen? Mein Blick ging zu Kaldor, der gerade versuchte einem Eichhörnchen nachzujagen. Aurelie würde ihn nicht zurücklassen. Oder doch? Was war mit den Zofen? Irina? Auch sie hatte ich heute noch nicht gesehen.
Eigentlich sollte ich in meinem Arbeitszimmer sitzen und Unterlagen sichten. Stattdessen trugen mich meine Beine zu einer Bank. Ich sollte auch Aurelie aus meinem Kopf verbannen. Stattdessen spürte ich eine Sehnsucht nach ihr, die ich nicht begreifen konnte.
Tief in Gedanken versunken, holte ich den Brief von Fürst Kretos aus der Hosentasche. Ob er gesehen hatte, dass ich Aurelie umbringen wollte? Oder war es, weil sie beinahe gestorben war durch die Hand ihrer Entführer?
Meine Hand ballte sich um das Stück Papier und zerknitterte es. War ich nun also dazu verflucht, dieses Weib nicht nur am Leben zu lassen, sondern auch, sie zu beschützen? Dieses Weibsbild war unbelehrbar, starrsinnig und viel zu sehr von sich überzeugt! Noch dazu besaß sie ein anormales Talent darin, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Wie also sollte ich sie beschützen?
Unzufrieden steckte ich den Brief wieder ein und kämpfte damit, dass meine Zähne wieder einfuhren. Am besten hielt ich sie schwach und sperrte sie wieder in den Kerker. Aber das würde Graf Targes merken. Nein, dann in ihre Gemächer. Ich könnte wieder einen, besser zwei meiner Grigoroi bei ihr abstellen. Sie würde keinen Schritt ohne meine Erlaubnis tun. Und dem Rat gegenüber könnte ich es als Schutz bezeichnen.
Dann wäre sie immer in meiner Nähe. Und ich würde von ihr trinken. Sie schwächen, damit sie nicht noch mehr meiner Grigoroi tötete. Oder noch das ganze Schloss in Brand setzte. Ihre Kraft war zu mächtig und Aurelie zu unvernünftig. Sie konnte damit nicht umgehen. Ich musste sie gefangen halten. Sonst würde sie selbst dafür sorgen, dass diese Welt zu Grunde ging.
























































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