19 Himmelsbote 15.11.03-I-II

Himmelsbote – Sonderbericht I
Datum: 15.11.03-I-II
Licht trifft Schatten – Die ungewöhnliche Begegnung von Erzengel Uriel und Erzdämon Balthasar sorgt für Aufsehen
Starbay – Es begann als ein überraschender Theaterabend und entwickelte sich binnen weniger Tage zu einem der meistdiskutierten Ereignisse der letzten Jahrhunderte. Erzengel Uriel, verehrte Hüterin des Lichts, wurde in der vergangenen Woche in Begleitung von Erzdämon Balthasar, dem Anführer der berüchtigten „Dämonen des Alisazzas“, bei der Aufführung von Das Phantom der Oper gesichtet.
Bereits das erste Bild dieser Begegnung ließ die Gerüchteküche hochkochen. Uriel erschien in strahlender Abendgarderobe, sichtbar gelöst und mit einem Lächeln, das sie an diesem Abend häufiger trug als bei manch offizieller Zeremonie. An ihrer Seite: Balthasar, kühl und undurchdringlich – und doch entlockte ihm die Nähe der Engelsdame hin und wieder ein sanftes, beinahe zurückhaltendes Lächeln.
Die „Dämonen des Alisazzas“ sind dafür berüchtigt, unartige Kinder, die sich mit Streichen einen Namen gemacht haben, als Strafe für ihre Frevel am Ewigen Drachen zu entführen. Wie die gefürchteten Dämonen jedoch tatsächlich zum Herren des Initiums und aller Engel stehen, ist bisher jedoch unbekannt, wobei diese Gerüchten zufolge allerdings wohl während der letzten Leere-Schlacht verlorene Kinder einsammelten und in die Schutzräume brachten.
Vertrautheit oder Taktik?
Während manche Bürger den gemeinsamen Theaterbesuch als ein mögliches diplomatisches Gespräch zwischen der Führung der Engel und der Dämonen deuten, mahnen andere zur Vorsicht: „Die Dämonen sind nicht dafür bekannt, das Gespräch zu suchen, bisher hat der Dämonenfürst sich nicht dadurch ausgezeichnet, positiv für die Engelsgemeinschaft zu agieren”, erklärte ein ehemaliger Offizier der Himmelswache. „Wenn er sich mit Uriel öffentlich zeigt, könnte dies auch bedeuten, dass sie sich dem finsteren Einfluss dieser mythischen Kreaturen hingibt.“
Zeugen des Abends berichten, Uriel habe ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf die Bühne gerichtet. Mehrfach soll sie sich mit Balthasar in leiser, fast vertrauter Unterhaltung befunden haben. Für viele ein ungewohnter Anblick – und ein Bild, das seitdem immer wieder in den Straßen und Märkten der Hauptstadt diskutiert wird.
Schweigen der Offiziellen – Stimmen des Volkes
Bislang verweigern sowohl der Erzengelrat, als auch Vertreter der Alisazza-Kirche jeglichen Kommentar zu dem Treffen. Keine Erklärung, keine Bestätigung möglicher diplomatischer Gespräche – nur das Bild zweier Figuren, die normalerweise auf entgegengesetzten Seiten der Geschichte stehen.
In der Bevölkerung hat sich eine deutliche Meinungsfront gebildet:
- Die Skeptiker fürchten, selbst eine so erfahrene Erzengeldame wie Uriel könne von einem Meister der Finsternis wie Balthasar beeinflusst werden.
- Die Zuversichtlichen hingegen vertrauen auf Uriels Urteilskraft: „Sie ist stark, weise und nicht leicht zu täuschen“, betont eine ältere Bürgerin. „Wenn sie mit einem Dämon an ihrer Seite gesehen wird, dann dient es einem höheren Ziel. Vielleicht war es auch einfach nur ein Dank für die Hilfe in der Leere- Schlacht?“ (Wir erinnern uns: Ein paar Kinder, welche es nicht rechtzeitig in die Schutzräume schafften, berichteten, sie seien von seltsamen Engeln mit Runen im Gesicht – das markante Erkennungszeichen der Dämonen – in Sicherheit gebracht worden.)
Ein Abend, der Spuren hinterlässt
Ob dieser Theaterbesuch der Beginn einer neuen Allianz, ein diplomatisches Manöver oder gar der Auftakt zu einem gefährlichen Spiel ist, bleibt unklar. Fest steht nur: Der Moment, in dem Tugend und Sünde im Theater nebeneinander saßen, hat die Grenzen zwischen Engeln und Dämonen für einen Augenblick verschwimmen lassen – und die Welt fragt sich nun, ob es bei diesem Augenblick bleibt oder ob hier Geschichte geschrieben wird.
Himmelsbote – Augenzeugenbericht
Datum: 15.11.03-I-II
„Ich war wie gelähmt… bis sie sprach.“ – Der Theaterhauswächter erinnert sich an den Abend
Starbay – Für den diensthabenden Wächter des Großen Theaterhauses begann der Abend wie viele andere: Routinekontrollen, Gästeeinlass, ein Auge auf die prominenten Besucher. Doch als Erzdämon Balthasar, Anführer der gefürchteten Dämonen des Alisazzas, vor ihm stand, geriet diese Routine ins Wanken.
Himmelsbote: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie ihn sahen?
Wächter: „Ehrlich gesagt… ich glaubte zuerst, mich zu täuschen. Dieser Anblick… Balthasar selbst, nur wenige Schritte entfernt. Er forderte Einlass in die Loge, die wir für die wichtigsten Persönlichkeiten stets frei halten. Seine Stimme war ruhig, aber bestimmt – so, dass einem das Blut in den Adern gefriert.“
Himmelsbote: Und dann?
Wächter: „Ich… war wie gelähmt. Meine Hand blieb am Schlüsselring, mein Herz schlug wie wild. Ich wusste nicht, ob ich ihm den Zugang gewähren sollte. Da… hörte ich eine zweite Stimme.“
Himmelsbote: Erzengel Uriel?
Wächter: „Ja. Sie stand an seiner Seite, eingehakt in seinen Arm, und sah mich direkt an. ‚Sofern es keine Umstände macht, natürlich‘, sagte sie – freundlich, aber mit einer Stärke, die mir sofort klarmachte, dass sie wusste, wer sie war und wie sie wirkte. Es war… als hätte sie den harten Ton Balthasars in etwas Weicheres verwandelt. Das holte mich aus meiner Starre heraus.“
Himmelsbote: Wie haben sie zusammen gewirkt?
Wächter: „Selbstsicher. Uriel wirkte sehr erfreut in seiner Nähe, und Balthasar… eskortierte sie mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre dies nicht das erste Mal. Keiner von ihnen dominierte den anderen. Sie standen… auf einer Stufe. Eine Ebenbürtigkeit. Es war ein Anblick, der irgendwie unwirklich und verwirrend zugleich war.“
Himmelsbote: Und Sie ließen sie ein?
Wächter: „Natürlich. Die Loge wurde sofort vorbereitet. Ich konnte den Blick nicht von ihnen abwenden, als sie gemeinsam die Treppe hinaufgingen. Es war, als würde man Licht und Schatten sehen – nicht im Kampf, sondern im Gleichschritt.“
Der Wächter schüttelte am Ende des Gesprächs den Kopf, als wolle er prüfen, ob er es nicht doch geträumt habe. „So etwas“, so seine abschließenden Worte, „sieht man vielleicht nur einmal im Leben.“
Himmelsbote – Exklusivinterview
Datum: 15.11.03-I-II
„Es war… anders, als ich erwartet hatte.“ – Ein Bediensteter über den Abend mit Erzengel Uriel und Erzdämon Balthasar
Starbay – Während das Publikum gespannt auf die Bühne blickte, hatte ein junger Bediensteter des Opernhauses die wohl ungewöhnlichste Aufgabe seines bisherigen Lebens: Er brachte Erzengel Uriel und Erzdämon Balthasar Drinks und Snacks während ihres Besuchs der Aufführung von Das Phantom der Oper. Im Gespräch mit dem „Himmelsboten“ erzählt er, wie er den Abend erlebte.
Himmelsbote: Wie war es, die beiden aus solcher Nähe zu sehen?
Bediensteter: „Ehrlich gesagt… ich hatte mit einer eisigen Atmosphäre gerechnet. Balthasar gilt ja als furchteinflößend, und Uriel… nun ja, ich kenne sie nur aus Erzählungen. Aber als ich ihnen gegenüberstand, war es… irgendwie anders.“
Himmelsbote: Inwiefern anders?
Bediensteter: „Die beiden wirkten… vertraut. Fast wie ein frisch verliebtes Paar – aber nicht so, wie man es bei Jugendlichen sieht, eher… reif, sicher. Sie saßen nah beieinander, sprachen leise miteinander, und manchmal lächelten sie sich einfach nur an. Ich kann mich auch irren, aber ich hatte das Gefühl, dass da echtes Interesse auf beiden Seiten war.“
Himmelsbote: Wie haben sie auf Sie gewirkt?
Bediensteter: „Balthasar war natürlich noch immer sehr… steif und kühl. Aber in ihrer Nähe wirkte er nicht so furchteinflößend wie in den Geschichten. Es war, als würde etwas in ihm… weich werden. Uriel hingegen… nun, ich habe sie vorher noch nie getroffen, aber sie wirkte so glücklich, wie ich es mir bei einem Erzengel nie vorgestellt hätte.“
Himmelsbote: Und was denken Sie darüber?
Bediensteter: „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Es ist… seltsam. Aber wenn sie so glücklich ist – kann das wirklich etwas Schlechtes sein?“
Der junge Engel verließ den Raum mit einem leichten Kopfschütteln – nicht aus Sorge, sondern aus Verwunderung. „Vielleicht“, so seine abschließenden Worte, „war dieser Abend mehr als nur eine Theateraufführung.
Himmelsbote – Sonderbericht II
Datum: 15.11.3-I-II
„Freunde oder Feinde?“ – Die rätselhaften Dämonen des Alisazzas
Cystalbell – Sie erscheinen aus dem Nichts, handeln schnell und verschwinden ebenso lautlos, wie sie gekommen sind. Die Dämonen des Alisazzas sind gefürchtet und zugleich geflüstert bewundert – ein Widerspruch, der die Bevölkerung seit Jahrtausenden beschäftigt.
Zuletzt wurden sie während der Leere-Schlacht gesehen. Inmitten von Chaos und Verwüstung führten sie Kinder, die sich verirrt hatten, in Sicherheit und brachten sie in die Schutzräume der 9. Legion. Viele Familien verdanken ihnen, dass ihre Kinder unversehrt zurückkehrten. Ein Kind berichtete damals: “Direkt vor meine Füße fiel ein Monster, das aussah wie aus meinen Alpträumen. Ich dachte damals, dass sei die Strafe des Ewigen dafür, dass ich nicht schnell genug war. Doch dann riss mich jemand bei Seite, gerade noch rechtzeitig und dann warf das Mädchen sich auf das Monster und zerfleischte es. Dann fragte sie mich, ob ich verletzt sei und ich sah die Runen in ihrem Gesicht. Dann brachte sie mich in den nächsten Schutzraum…”
Doch diese Taten stehen im scharfen Kontrast zu ihrem berüchtigten Ruf: Seit jeher heißt es, dass die Dämonen unartige Kinder, die sich durch Streiche und Respektlosigkeit einen Namen gemacht haben, als Strafe und im Namen des Ewigen Drachens entführen. Von diesen Kindern hat man nie wieder etwas gesehen. Nur die Dämonen selbst wissen, was aus ihnen geworden ist – und kein Engel hat je einen von ihnen gefangen nehmen oder befragen können.
Diese Mischung aus Schutz und Schrecken sorgt für gespaltene Reaktionen. Für manche sind sie eine dunkle, aber notwendige Macht, die jenseits himmlischer Gesetze wirkt. Für andere sind sie nichts als unberechenbare Entführer, deren Motive verschleiert bleiben.
In den Straßen, auf den Marktplätzen und sogar in den Hallen der Kathedrale zu Cystalbell wird inzwischen immer lauter die Frage gestellt: Wer sind diese Dämonen wirklich? Die Bevölkerung fordert Antworten – nicht geflüstert und in Legenden, sondern in klaren, überprüfbaren Wahrheiten. Eltern wollen wissen, ob ihre Kinder bei einer Begegnung in Sicherheit wären oder nicht.
Doch der Erzengelrat und die Kirche des Alisazzas schweigen beharrlich. Keine Bestätigung, keine Erklärung – nur ein tiefes, unbehagliches Schweigen, das den Mythos noch verstärkt.
Ob Beschützer oder Jäger, Freunde oder Feinde – die Dämonen des Alisazzas lassen sich nicht einordnen. Und vielleicht ist es genau das, was sie so gefährlich macht.
Stimmen aus der Bevölkerung
Liora, Botin des Nordbezirks:
„Ich war damals am Schutzraum, als sie die Kinder brachten. Ihr Auftreten war eiskalt und doch scheinbar von Fürsorge für die Kinder beherrscht. Aber… was ist mit den anderen, die sie geholt haben? Ich will endlich wissen, ob diese Geschichten stimmen.“
Eresian, Offizier bei den Paladine:
„Sie handeln nach eigenen Gesetzen. Manchmal scheinen sie uns zu helfen, manchmal sind sie wie ein Sturm, der alles mitreißt. Freund oder Feind? Ich kann es nicht sagen.“
Tiraniel, junger Botenengel:
„Wenn sie so grausam wären, wie man sagt, hätten sie uns schon längst geschadet. Ich glaube, sie folgen eigenen Gesetzen – und vielleicht sind diese Gesetze nicht so böse, wie die Ältesten erzählen.“
Seraniel, Händler am Westtor:
„In meinem Viertel sagt man, ein Junge wurde vor Jahrzehnten von ihnen geholt. Er war ein Schlingel, ja… aber nie wieder von ihm zu hören? Das ist grausam. Die Dämonen sollen endlich sagen, was mit diesen Kindern geschieht!“
Unter den Stimmen, die ich sammelte, gab es eine, die mich besonders fröstelnd zurückließ.
Seraphima, eine ehrwürdige Engel-Frau von weit über zwei millionen Sonnenzyklen:
„Ich war noch ein Kind, als es geschah. Mein kleiner Bruder, Elyon, war unruhig, frech – er kletterte in den Glockenturm und läutete die Abendglocke zu Unzeiten. Wir lachten, aber unsere Eltern waren entsetzt. In derselben Nacht hörte ich ein Klopfen am Fenster. Draußen stand ein hochgewachsener Dämon, mit Augen, so schwarz wie der Abgrund zwischen den Sternen und den markanten Runen im Gesicht. Er sprach sanft: ‚Elyon, komm. Du hast den Drachen verärgert. Ich bring dich an einen Ort, wo du lernst, Respekt zu haben.‘ Elyon ging ohne Widerrede mit. Er drehte sich nicht einmal zu mir um. Ich habe ihn nie wieder gesehen.“
Ihre Stimme zitterte, als sie diese Worte sprach, und ihre gefalteten Hände drückten ein altes Medaillon an die Brust.
Fazit der Reporterin:
Zwischen Rettungstat und unheilvollen Legenden stehen die Dämonen in einem Zwielicht, das selbst das hellste Sonnenlicht nicht vertreiben kann. Die Bevölkerung will Antworten – dringender denn je. Doch der Erzengelrat und die Kirche des Alisazzas verweigern jeden Kommentar. Solange ihr Schweigen anhält, werden Gerüchte weiter wachsen … und mit ihnen die Angst.
Nachtrag zu unseren Artikeln über die Dämonen Alisazzas
Am heutigen Morgen fand unser verehrter Chef-Redakteur einen Brief (ja, einen Brief, aus echtem Papier!) auf seinem Schreibtisch. So, wie es erbeten wurde, werden wir diesen unverändert an unsere verehrte Leserschaft weiterleiten:
“Es wird einen jeden überraschen, doch auch uns Dämonen erreicht in unseren Verstecken die Zeitung (meist noch, bevor der Chefredakteur die Artikel abnickt…), unsere Augen und Ohren sind überall und wir sehen uns gezwungen, einmal Stellung zu beziehen.
Bezüglich des Treffens zwischen dem Erzdämonen Balthasar und der zutiefst verehrten Erzengel Uriel möchten wir hier darauf hinweisen, dass der Ewige Drache es als höchste Tugend sieht, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, die eigenen Taten und die daraus erwachsenden Konsequenzen. Umso seltsamer mag es uns erscheinen, dass hier nun die Tugendhaftigkeit der Herrin der von uns allen geliebten (ein bestimmter Gast sei hiervon ausgenommen) Eiswelt so in Frage gestellt wird, weil sie sich mit jemandem trifft, der wie auch sie Verantwortung über viele trägt, um eine uralte Kluft eventuell dereinst zu überwinden.
Über unseren Ruf sei zu sagen: Ja, wer am Ewigen frevelt, sich nicht an seine Regeln hält und sich nicht zu benehmen weiß, zieht unseren Blick auf sich. Wir haben nie und wir werden nicht zögern, über die Tugenden zu wachen und jene zur Rechenschaft ziehen, welche diese nicht einhalten. Wer respektlos und undiszipliniert ist, muss mit Erziehungsmaßnahmen unsererseits rechnen. Doch wir sind nicht unbarmherzig. So wie es eure Welt ist, so ist es auch unsere und wer auch immer versucht, hier Schaden anzurichten, darf sich unserem Gericht stellen – und für Feinde des Seins kennen wir nur eine Strafe…
Wenn wir ein Kind holen, wird es nicht getilgt! Im Gegenteil, es wird besser ausgebildet als alle Kinder in den 9 Legionen zusammen und erhält eine Bildung auf den Pfaden des Ewigen Drachen, die vielleicht sogar den zu höchst verehrten Kardinal in einem Rededuell zum Schweigen bringen könnte (Kardinal, wenn Ihr dies als Herausforderung sehen wollt: Neben mir steht, wo ich dies schreibe, ein junger Dämon, der vor Freude über diese Idee hüpft!). Wir mögen als Dämonen gefürchtet und verdammt sein, doch glaubt uns eines: Auch wir verrichten unseren Dienst am Ewigen, auf Pfaden die gefährlicher sind als manche andere Tätigkeit. Doch glaubt uns eines: Wir wachen über jeden einzelnen von euch und wer ernsthaft unsere Hilfe benötigt, wird diese erlangen – doch wer sich gegen die Engel dessen stellt, der der Anfang von Allem war, dem bereiten wir die Hölle, zu jeder Zeit, an jedem Ort.
Vertraut mir, wenn ich sage: Euren Kindern geht es gut – so gut es eben sein kann in ihrer Situation. Sie erfahren Fürsorge und Liebe, Erziehung und Disziplin und finden ihren Weg zurück zum Ewigen, denn er gibt uns Kraft, leitet und führt uns bis in alle Ewigkeit.
Und jetzt will ich zurück zu meinem Kaminfeuer, ein paar Sünder grillen und meinen Satansbraten verzehren – denn schließlich sind wir die unsäglichen, grausamen und mit den Pfaden des Ewigen nicht zu vereinbarenden Dämonen des Alisazza (warum schreien Kinder immer so, wenn man ihnen eine Brandwunde verpasst? Muss mal bei der 8. nachfragen…)
Ach, und Chef: Wie wäre es mit einem Pressesprecher? Meine Bewerbung für den Posten liest du gerade…”
Wir möchten uns zu diesem Brief folgendermaßen äußern:
In erster Linie wollen wir uns erstmal für die Stellungnahme bedanken. Dies ist das erste Mal in der Geschichte der Engel, dass sich die Dämonen so öffentlich zu Wort gemeldet haben. Ich glaube, der Appell mehr Vertrauen in die Tugendhaftigkeit unserer verehrten Erzengel Uriel zu haben, wird bei den Lesern ankommen. Was die Kinder betrifft, so ist es erfreulich zu wissen, dass es ihnen angeblich gut geht, doch bleibt die Frage: Warum dürfen sie nicht nach Hause kommen? Warum diese absolute Funkstille? Zudem werfen die Formulierungen Fragen auf: Nehmt ihr uns und unsere Sorgen wirklich ernst? Oder sind wir nur ein Spielball für Euch? Was die Bewerbung betrifft, gerne würden wir einen geeigneten Dämon als Pressesprecher begrüßen, doch da weder Anschrift noch Name unter dem Brief stand, können wir darüber nicht verhandeln.
Ja, wir nehmen eure Sorgen ernst, und das hier ist nur der Beweis, dass wir unsere Finger überall haben. Lernt Sarkasmus zu erkennen – die Frage ist: Warum werden wir böse angeschaut dafür, dass wir den Kindern die Lehren des Ewigen – der all unsere Taten sehr scharf beobachtet und in steter Rücksprache mit uns steht – und Disziplin verbunden mit Nähe und Fürsorge nahebringen, während andere Legionen die Kinder ebenso aus den Familien nehmen ohne Garantie für ein Wiedersehen und teilweise als Initiationsritus für ihr Leben kennzeichnen? Wer begeht die ware Pein an diesen Kindern: Wir, die wir sie am sichersten Ort des Iriel ausbilden oder jene, die sie sofort und ohne jede Kenntnis in die Weiten der Gefahren bringen und bewusst und gewollt verletzen? A.
Ich weiß nicht, wo dieser Beitrag herkommt, ich war doch gerade nur beim Mittagessen?
Warum Ihr, um es mit euren Worten zu sagen, böse angeschaut werdet, liegt an dem Umstand, dass ihr Kinder entführt und nicht junge Erwachsene. Jede Legion rekrutiert aus den jungen Erwachsenen, doch Ihr entreißt Familien ihre Kinder ohne Möglichkeit sich zu verabschieden und lässt die Familien im Dunkeln tappen, was aus den Kindern wird. Selten ist eins dieser verlorenen Kinder zurückgekommen und wenn, dann ohne Gedächtnis. Ist da nicht Furcht um die Kinder angebracht? Wenn die Dämonen sich nicht im Mantel des Geheimnisvollen und der Dunkelheit hüllen würde, wäre vielleicht mehr Verständnis auf unserer Seite. Wer seid Ihr wirklich? Was ist eure Aufgabe? Warum entführt Ihr ausgerechnet Kinder und zu welchem Zweck? Warum diese Geheimniskrämerei? Fragen über Fragen, die nicht nur mir durch den Kopf gehen. Ihr wacht über uns, sagt Ihr, doch ohne seinen Wächter zu kennen, macht dies mehr Angst als Geborgenheit. Versteht uns nicht falsch, wir wollen nur endlich verstehen und nicht mehr blind im Dunkeln herumtasten. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringen wird.






















































Kommentare