Dezember – Lebe! … es ist DEIN Jahr!

Dezember


Zwei Engel im Schnee

Na, das ist ja wohl ein ganz wunderbarer Zufall! Wie schön, dass wir Zwei uns hier auf diesem kleinen Weglein so spontan getroffen haben!

Damit habe ich ehrlich gesagt ganz und gar nicht gerecht! Du etwa? Ich dachte, ich bin heute mit Rudi auf diesem schmalen Pfad sicherlich ganz alleine und kann meinen Gedanken, meinen Träumen und meinen Erinnerungen nach spinnen … aber weißt du was? Lass uns doch wieder gemeinsam ein kleines Stückchen gehen?

Hast du Lust dazu?

Guck, wie Rudi sich freut! Er möchte, dass du mit uns gehst!

Und wir können ja auch gemeinsam ein wenig träumen und erinnern, oder?

Sieh mal, ein paar kleine Schneeflocken fallen noch vom Himmel! Ist das nicht wunderbar?!

Wie kleine Kristalle schweben sie herab. Und Rudis felliger Rücken trägt sie noch ein kleines Stückchen weiter bis sie sich ganz langsam wieder zu kleinen Wassertropfen verwandeln. Ist das nicht herrlich und auch ganz großartig?

Ich mag den Winter! Du auch?

Im Winter wird alles so herrlich ruhig und langsam. So kuschelig und so gemütlich! Unter unseren Füßen knirscht dann der Schnee und die Tierspuren auf dem schneebedeckten Waldboden laden uns zum Träumen und Entspannen ein.

Ach, an den Winter habe ich wirklich schöne Erinnerungen!

Jetzt muss ich tatsächlich lachen! Mir fällt da eine ganz wunderbare Erinnerung ein!

Darf ich sie dir erzählen?

Sie ist schon lange her … heieiei … nun fällt es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich tatsächlich schon einige Jahre von meiner eigenen Kindheit entfernt bin! Wie ist es bei denn bei dir? Ist deine Kindheit vielleicht auch schon ein „paar Minuten“ länger her? 

Weißt du, in meiner Kindheit gab es noch keine Handys – wir hatten noch ein grünes Telefon mit Wählscheibe und Kabel und es stand bei uns im Flur und jeder konnte (leider) mithören  – und wir Kinder haben uns noch nach den Hausaufgaben am Bolzplatz getroffen und gemeinsam und in den buntesten Facetten davon geträumt, wie es denn wohl wäre, wenn wir alle endlich „groß“ wären.

Und nach Hause mussten wir Kinder damals immer erst, wenn die Straßenlaternen angingen, und das war im Sommer zum Glück erst richtig spät!



In meiner Kindheit zahlte man tatsächlich auch noch mit DM; sein Sparschwein brachte man freudig am Weltspartag zu Bank, erträumte noch während man mit den anderen Kindern in der langen Schlange vor dem Bankschalter stand, mit seinen ersparten Groschen große Stofftiere oder ferngesteuerte Autos und ging dann mit  kleinen geschenkten Comic-Heftchen, einem bunten Geldbeutel zum Umhängen und ein paar Luftballons mehr als glücklich nach Hause.

Lang, lang ist´s her! Und schön war´s! 

Ach herrje, jetzt hör´ ich mich wohl fast an wie meine eigene Großmutter, wenn sie von früher erzählte. Sowas aber auch! … und ganz schön abgedriftet bin ich nun auch noch!

Denn ich wollte dir doch eigentlich von meiner Erinnerung erzählen!

Pass auf …

Damals, ich ging noch in die Grundschule unsers Dorfes, holte mich mein Großvater jeden Tag im Winter und tatsächlich zu Fuß zum Schulende ab. Ich freute mich schon ab der zweiten Pause auf meinen Opa, denn mein Opa kam im Winter immer mit dem Schlitten! Und dass auch, wenn kein Schnee lag! Denn unser Schlitten hatte ganz wunderbare selbstgebaute ausklappbare Räder und so konnte ich immer fahren oder besser gesagt konnte gezogen werden. In einem grauen adretten Anzug, in dicken Stiefeln steckend und durch einen gefütterten grünen Parka, feste Handschuhe und eine große Mütze gewärmt, stand mein Opa mit roter Winternase und seinen tiefschwarzen buschigen Haaren immer lachend und gut gelaunt vor unserem Schultor. In der einen Hand hielt er das Seil vom Schlitten, in der anderen Hand eine Tüte von unserem kleinen Dorfsupermarkt und im Nacken saß ihm der Schalk in froher Erwartung was wir beide gleich machen würden!

Voller Freude rannte ich immer auf meinen Großvater zu, fiel ihm um den Hals, schnappte mir keck die leckere Tüte und nahm, wie eine kleine Prinzessin auf meinem Schlitten Platz. Und weißt du was sich täglich in meiner Tüte befand?  Nein?! Warte, ich verrate es dir!

In meiner Tüte befanden sich jeden Tag ein Granatsplitter – oh, jetzt weiß ich gar nicht ob man so ein Wort überhaupt noch sagen darf, bitte verzeihe mir – , ein Bamberger Hörnchen und ein Überraschungsei! 

Und stell dir vor, als ich witziger Weise erst vor wenigen Monaten meinen Eltern von diesem süßen Ritual meiner Kindheit erzählte, schlugen sie natürlich die Hände über dem Kopf zusammen, mussten aber dennoch arg schmunzeln, da mir die Süßigkeiten und ganz besonders diese Zeit ganz und gar nicht geschadet haben, sondern mir ganz wundervolle Momente und sagenhafte Erinnerungen geschenkt haben, von denen ich heute noch zehren kann und darf.



Nun aber flugs weiter …

Sobald ich also auf meinem Schlitten saß, trabte mein Großvater los, dann wieherte und schnaubte er wie ein Pferd und  ich biss genüßlich und fröhlich lachend in meinen schokoladigen Granatsplitter und träumte von einem eigenen echten Pony, welches mich, wie bei Pippi Langstrumpf von der Schule abholen kommen würde.

Aber kennst du denn eigentlich einen Granatsplitter? 

Und weißt du vielleicht auch wie so ein süßes Stückchen schmeckt?

Nein?! 

Weißt du, so ein Granatsplitter schmeckte jeden Tag ein klein wenig anders, denn unser alter Dorfbäcker zauberte ihn immer frisch aus den täglich anfallenden Teigresten. Und im Nachhinein denke ich, dass da manchmal durchaus sogar etwas Alkohol dabei war, denn an manchen Tagen wurde mir so unglaublich warm auf meinem Schlitten und ich kicherte und juxte oft nur so vor Freude!

Wenn wir dann nach einer kleinen Weile neben unserem Haus auf der unbebauten aber mit Schnee bedeckten Wiese mit dem kleinen Hügel ankamen, stoppte mein Opa die muntere Kutschfahrt. Ich stieg ab, legte meinen Schulranzen in den Schnee und zog flink meinen Schlitten auf den Gipfel des kleinen Hügels. Und mein Großvater ging unterdessen zu dem alten Holzschuppen, welcher neben unserer Garage stand und kramte seine mindestens hundert Jahre alten Holzski hervor. Dann kam er zu mir auf den Hügel, schnallte sich die alten Ski an seine Winterstiefel und wir sausten mit großem Gelächter und Gebrülle die Piste hinunter.

Und unten angekommen ließen wir uns immer in den Schnee fallen und dann machten wir etwas ganz Wunderbares!

Wir machten einen Schneeengel!

Kennst du einen Schneeengel? Bestimmt, oder etwa nicht?!

Pass auf, bei einem Schneeengel legst du dich auf deinen Rücken mitten in den hohen Schnee. Dann bewegst du deine Arme seitlich im Schnee auf und ab und deine Beine nach rechts und nach links. Und wenn du dann vorsichtig aufstehst und aus dem platten Schnee hinausspringst, kann man einen wunderschönen Engel erkennen!

Ist das nicht herrlich!?  Ich finde schon!

Und darf ich dir was verraten?

Ich mache auch jetzt noch manchmal, wenn es mich grad so überkommt und ehrlich gesagt auch, wenn mich niemand beobachtet, einen Engel im Schnee!



Und dann fühle ich mich auf einmal wieder wie damals als Kind! 

So frei, so voller Träume und so voller Lebenshunger!

Und dann gedenke ich immer meinem Großvater und danke ihm aus ganzem Herzen für diese wundervollen Erinnerungen und meine sagenhafte Kindheit!

Und weißt du was dann nach unseren Schneeengeln noch passiert ist?

Nein, das kannst du ja auch gar nicht wissen!

Dann ging im ersten Stock unseres Hauses die Balkontür auf und meine Großmutter kam auf den Balkon und rief mit einem verschmitzten Lächeln zu uns herunter: „Ihr alten Quatschkinder! Jetzt macht aber dass ihr rein kommt! Die Spaghetti sind schon längst fertig und warten nur auf euch!“

Naja und dann klopften wir uns gegenseitig den Schnee aus den Kleidern und machten uns gut gelaunt auf zur unserem Teller heißer Spaghetti!

Hast du denn auch so schöne Erinnerungen an deine Kindheit und an den Winter? 

Wenn du magst darfst du sie mir gerne erzählen!

Ich würde mich wirklich sehr darüber freuen!

Oh guck mal, was ist denn das da vorne? Siehst du durch die Bäume auch das zarte Blau spitzen?

Komm, wir gehen näher ran!

Ui, da steht ja tatsächlich ein alter babyblauer VW-Bus direkt am Waldrand! Und zwei junge Menschen sitzen um ein kleines Winterfeuer und braten sich Würstchen und Stockbrot! Hmmm, das riecht aber lecker!

Kannst du vielleicht das Nummernschild schon lesen? 

Ja?  … oh, von so weit kommen die tatsächlich bis hier her zu uns? Verrückt!

Was meinst du, was haben diese Beiden wohl für Träume, Visionen und Vorstellungen?

Meinst du sie machen „nur“ ein wenig Urlaub oder leben sie vielleicht gerade ihren Traum des freien und selbstbestimmten Lebens?

Ach, stell dir vor, jetzt kommt mir doch schon wieder eine Kindheitserinnerung in den Sinn! 

… Unglaublich! Deine Anwesenheit beflügelt mich geradezu! Wie wunderbar! Ich danke Dir dafür! …

Ja, ja, warte … ich erzähle dir noch flink meine Erinnerung …

Weißt du, wir hatten selbst einmal einen alten VW-Bus! Er war orange und wahrscheinlich noch etwas älter wie dieser blaue Geselle hier. 

Und meinen Eltern machten mit meinem kleiner Bruder und mir in den Sommermonaten damit eine große Europatour.



Ich kann dir sagen, das war für mich wirklich aufregend! Fast wie ein neues Leben! 

Wir schliefen gemeinsam auf einer großen Matratze in dem selbstumgebauten Bus, wir kochten auf einem kleinen Gaskocher leckere Nudeln und wir duschten uns notdürftig im Hilfe eines kleinen Wasserkanisters, den mein Vater an die geöffnete Heckklappe des Busses hing, naja und für unsere Notdurft gab es einen Klappspaten und eine Rolle Klopapier! Hei, war das ein Spaß! Durch viele Länder sind wir gereist und sind dann irgendwann in Budapest angekommen. Tja, und direkt vor der großen Brücke in Budapest, genau da wo alle Autos und der ganze Verkehr zusammenflossen, gönnte sich unser alter Bus eine kleine Auszeit und qualmte und dampfte aus allen Ecken und Ritzen! Herrje, ich kann dir sagen, das war vielleicht ein Gehupe und Geschimpfe! Und unser gelebter und geliebter Traum der Freiheit und des unbeschwerten Lebens wurde leider in diesem Moment für einige der anderen Verkehrsteilnehmer zu einem kleinen kurzen Albtraum.

Spannend, wie schnell doch der eigene Traum tatsächlich zum Albtraum eines anderen werden kann! Findest du nicht auch?

Von was träumst du denn so? Hast du vielleicht auch einen großen oder natürlich auch kleinen Lebenstraum oder eine ganz besondere Vision?

Komm, lass uns diesen Weg hier nehmen, dann stören wir die Beiden am Lagerfeuer nicht und wir können in aller Ruhe ein wenig träumen!

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum! … den Spruch kennst du bestimmt, oder?

Nein, nein, du brauchst wirklich keine Sorge haben! Träumen tut nicht weh! Hab Vertrauen! Träumen macht unglaublich viel Freude und gibt uns unschätzbar viel Energie!

Schließe deine Augen, gib mir deine Hand und wir gehen gemeinsam ins Traumland!

 

 


Für Dich:

Erinnere dich!

Nimm dir die Zeit zum Erinnern. Erinnere dich an deine Kindheit, an spezielle Düfte, an besondere Gerichte oder Getränke und natürlich an Erlebnisse, Momente und auch Menschen und Tiere! Genieße diese Zeit!

 

Sei wieder Kind!

Was hat dir als Kind besonderen Spaß gemacht? Trau dich! Mach es auch jetzt wieder! Kugel dich ´nen Hügel hinunter, mach einen Schneeengel, male ein Bild oder springe mit einem riesigen „Platsch“ vom Beckenrand ins Schwimmbecken! Mach das wozu du Lust hast!



 

Träume!

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest? Vergiss alle Ängste, Sorgen, Nöte, Hindernisse … träume einfach wild und ungehemmt deinen Traum vom Leben! Du wirst sehen, es wird ganz wunderbar werden!

 

Gestalte dir eine Wünsche-Träume- und Ideenwand!

Ich habe auf meinem Dachboden eine große Wand nur für mich! Meine Wünsche-Träume- und Ideenwand! Auf diese Wand klebe ich alles auf, was mir in meinem Kopf herumspukt, was ich mir erträume, was ich mir wünsche und welche Visionen ich habe! Gestern erst habe ich einen kleinen gehäkelten Glückswurm geschenkt bekommen und auch dieser lustige Geselle findet an meiner Wand seinen Platz!

 

Nutze die Rauhnächte!

Kennst du die magischen und energiereichen Rauhnächte um die Weihnachtstage und den Jahreswechsel? Ich freue mich schon immer ab dem Herbst auf diese Tage und nutze sie zum Nachdenken, Überdenken, Vorausplanen und Träumen!

 


Raum für Deine Gedanken, Ideen, Notizen und Geistesblitze:

 

– Was beschäftigt Dich in diesem Monat?

– Für was bist Du aktuell besonders dankbar?

– Was tut Dir gerade gut? Was brauchst Du momentan?

– Was macht Dich glücklich?

– Wem oder wo konntest Du eine Hilfe sein?

– Wann, wo oder wie spürst Du Dein Leben?

– Wann musstest Du herzhaft lachen?

– Durftest Du auch einem anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern?

– Traf Dich womöglich ein „Blitz der inneren Erleuchtung“?

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