July – Lebe! … es ist DEIN Jahr!

Liebe/r LeserIn,
heute, am Dienstag den 01.07.2025 kommt für Dich der erste Monatstext meines noch nicht veröffentlichten Jahresjournals!
😎 … ich bin noch auf der Suche nach einem passenden Verlag … schicke mir gerne Deine Ideen!
Ich freue mich schon sehr darauf!
In diesem Journal dürfen Dich (dann in gedruckter Version) auch eingesprochene Texte (hörbar mittels QR-Code), ein Kalender, schöne Illustrationen, kleine Gedankenanstöße sowie inspirierende Fragen zum Träumen, Nachdenken und Verändern einladen.
Und sage ich „Pack´die Badehose ein…!“…
Ich wünsche Dir nun viel Freude damit! … alles Liebe!
Katja
July
Pack die Badehose ein
Spitz´ die Lippen, mach´ dich bereit …
los geht´s!
Eins, zwei, drei, vier!
„Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus nach Wannsee…“
Schön, oder?
Das alte Liedchen macht doch einfach nur gute Laune!
Aber sag mal, kannst du denn eigentlich überhaupt schwimmen?
Na, ich denke mal schon …
Darf ich dir etwas verraten?
Ja?! … stell dir mal vor, seit Jahren trage ich ganz stolz meinen Rettungsschwimmerausweis in meinem Geldbeutel, aber wirklich „schwimmen“ habe ich erst vor kurzer Zeit gelernt!
Du runzelst ja deine Stirn?
Ah, ich glaube ich habe mich gerade etwas komisch ausgedrückt und du verstehst vielleicht nicht was ich damit meine … warte, ich erkläre es dir!
Ich kann prima Brustschwimmen, Rückenschwimmen, Kraulen, den Butterfly, mit Kleidung schwimmen, Ringe tauchen und Menschen und auch Tiere aus wirklich misslichen Lagen retten … aber … in meinem eigenen „Suppenteller“ konnte ich tatsächlich viele Jahre nicht aus der bequemen Mitte bis an den Rand „schwimmen“!
Ich saß munter und entspannt im angenehm warmen Wasser, trug stolz meinen grün-karierten Badeanzug und schützte meine Haarpracht mit einer blumigen Bademütze vor der Feuchtigkeit.
Richtig schön war es in meinem Suppenteller … gut, vielleicht ab und an etwas langweilig … aber ich hatte nichts zu befürchten und fühlte mich sicher, denn ich kannte ja meinen Suppenteller und das ruhige warme Wasser darin sehr gut!
Mein Blick schweifte mehrfach täglich entspannt bis zu meinem Tellerrand und nie war irgendeine Gefahr oder einen aufziehender Sturm zu erblicken.
Die Mühe bis zu meinem Tellerrand zu schwimmen, mich dort am Rand abzustützen und einen Blick hinaus zu wagen, machte ich mir nicht.
Was sollte denn dort draußen auch auf mich warten?
Bestimmt nichts Aufregendes, Wichtiges oder Tolles!
Ich hatte doch alles! Mein Leben lief in geordneten Bahnen ab, auf einen Montag folgte immer ein Dienstag, ich konnte entspannt meinem Trott nachgehen, meine Gedanken hübsch ruhen und so Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr verstreichen lassen.
Nun ja, das Ganze ging jedoch nur solange „gut“, bis auf einmal eine kleine freche Mücke angeflogen kam!
Ich kann dir sagen, das war vielleicht ein freches Ding!
Ständig umkreiste sie mich, surrte mir laut zuerst ins rechte und dann ins linke Ohr, pikste mich in meine nackten Arme, krabbelte mir über den Rücken, setzte sich in meine Bademütze und trieb unentwegt Schabernack mit mir!
Mürrisch und genervt schlug ich nach einer Weile um mich. Erst war ich noch zaghaft, dann aber wurde ich richtig wütend und sauer und schlug, wetterte und strampelte wild in mitten meines ansonsten so ruhigen Gewässers auf und ab … und dann … dann verlor ich plötzlich mein Gleichgewicht, kam aus der Balance und tauchte tief unter. Und auf einmal wurde mein sanfter Suppenteller zu einem wilden Ozean und ich versuchte mit aller Kraft irgendwie meinen Kopf aus den heftigen Wellen wieder zurück an die Oberfläche zu bekommen. Glaube mir, das war wirklich nicht leicht! Ich ruderte wie verrückt mit meinen Armen und Beinen, drehte mich unter Wasser im Kreis, schluckte unentwegt Wasser und dachte tatsächlich ich würde ertrinken … aber dann … sah ich plötzlich an der Wasseroberfläche wieder diese kleine Mücke!
Dieses Mal ärgerte sie mich nicht, sondern rief mir etwas zu!
Ich konnte es leider jedoch nicht richtig hören und nur an ihren kleinen Lippenbewegungen gelang es mir ihren den Wortlaut ab zu lesen.
„DU MUSST SCHWIMMEN! EINFACH NUR SCHWIMMEN!“
Schwimmen?! Nun runzelte ich, so wie du vorhin, meine Stirn, aber dann begriff ich, dass die kleine Mücke tatsächlich recht hatte! Ich musste einfach nur schwimmen! Viel zu lange bin ich nicht mehr geschwommen, habe nur geplanscht, mich gesonnt und ausgeruht, sodass ich nun wahrhaftig vergessen hatte, dass ich schwimmen kann und dass auch noch verdammt gut!
Ich schüttelte mich unter Wasser kurz, sortierte meine Arme und Beine und schwamm!
Mit drei leichten Schwimmbewegungen war ich wieder an der Wasseroberfläche und konnte sogleich auch wieder richtig atmen!
Dann blickte ich mich um und erspähte links vor mir an dem breiten Rand meines Suppentellers die kleine Mücke. Glücklich sie zu sehen, winkte ich ihr zu.
Und sie … dieses kleine freche Mückentier … machte nur eine kurze lockende Armbewegung und flog dann einfach weg!
„Das ist doch nicht zu fassen!“, zeterte ich vor mich hin, „da geh` ich wegen ihr fast unter und kämpfe um mein Leben und dieses olle Insekt hat nichts Besseres zu tun als mich erst zu sich zu locken und dann einfach weg zu fliegen! Na warte, wenn ich dich erwische!“
Einen kurzen Moment meckerte ich, immer noch leicht schwimmend, weiter vor mich hin, bis ich dann sehr erstaunt bemerkte, dass ich ganz sanft von meiner bequemen Tellermitte an abgetrieben wurde. Zu meinem eigenen Erstaunen fand ich es hier auch ganz schön! Ich konnte etwas weiter blicken, meine Sichtweise veränderte sich und ich hatte nun sogar die Möglichkeit im Kreis zu schwimmen und … stell dir vor … bis zu meinem Tellerrand war es jetzt auch gar nicht mehr so weit!
Ein bisschen erschöpft war ich jedoch von meinem sprichwörtlichen „baden gehen“ schon und so entschloss ich mich nochmals meine Kraft zu bündeln, meinen inneren „Schweinehund“ zu überwinden und noch ein paar kleine Schwimmzüge zu machen und mich dann am Rande meines Tellers auszuruhen.
Und dann … das wirst du jetzt wirklich nicht glauben … ist was ganz Verrücktes passiert!
Als ich am dann Tellerrand angekommen war, zog ich mich zunächst mit meiner letzten Kraft etwas hoch und stütze mich dann auf meinen Ellenbogen ab, um so gut aus zu ruhen und wieder zu Kräften kommen zu können. Aber nun traute ich meinen Augen nicht mehr! Ich wischte mir sogar mit meinen nassen Händen meine Augen aus, da ich wirklich dachte ich würde träumen!
Bislang hatte ich ja immer geglaubt es gäbe in dieser – also eigentlich meiner – Welt nur meinen gemütlichen Suppenteller! Aber nun durfte ich mit staunendem Mund und weit geöffneten Augen auf ein schier endloses Meer an Suppentellern, Tassen, Terrinen, Schüsseln, Bechern, Platten, Untertellern, Gläsern, Töpfen und Krügen blicken!
Und weißt du was noch verrückter daran war? … jedes Töpfchen, jeder Krug, jeder Teller, jede Schale waren ganz und gar einzigartig und einmalig!
Die Einen waren blitzsauber und strahlend weiß, die Anderen waren hübsch mit kleinen Blumen bemalt, die Nächsten hatten einen kleinen Sprung oder es fehlte ihnen ein Henkel, manche waren alt und etwas schäbig und manche waren neu und unbenutzt und manchmal stand sogar eine Tasse auf einem viel zu kleinen oder viel zu großem Unterteller!
Es war total verrückt und wirklich wunder-wunderschön! Ich konnte mich gar nicht satt sehen und drehte und reckte meinen Kopf und sogar meinen ganzen Körper in alle möglichen Richtungen!
Und dann erspähte ich erneut die freche Mücke!
Ganz hinten saß sie nun auf einer kleinen Blume, welche tatsächlich aus einem alten Krug wuchs und putze sich voller Hingabe die zarten Flügel und die dünnen Beinchen.
Als sie mich kurze Zeit später auch bemerkte rief sie mir wieder etwas zu: „Wunderbar! Jetzt darfst du endlich über deinen Tellerrand blicken! Hab keine Angst! Gehe voller Vertrauen und langsam Schritt für Schritt und komme zu mir!“ … und dann streckte sie mir ihr kleines dünnes Ärmchen entgegen.
Kurz zögerte ich wieder, aber dann atmete ich tief ein und wieder aus, bündelte meine Kräfte und meine Fähigkeiten und kletterte zunächst auf meinem Tellerrand, sprang dann auf die Schüssel daneben, spazierte weiter quer über die Terrinen, Töpfe, Platten und Schalen, bis zu dem Becher dem der Henkel fehlte. Dann blickte ich mich erneut um … glaube mir, es war sagenhaft! Vor mir erstreckte sich eine noch nie dagewesene neue Welt! Mein Teller war zwar kaum mehr sichtbar und wirklich weit weg von mir, aber dafür eröffneten sich neben, vor und hinter mir ganz wunderbare neue Welten, welche scheinbar nur auf mich gewartet haben!
Liebevoll landete die kleine Mücke nun auf meiner Schulter. Zart kletterte sie über meinen Hals bis zu meinem Ohr und dann flüsterte sie: „Mein Schatz, das hast du ganz großartig gemacht! Blicke dich um! Durch deinen Mut, deine Fruchtlosigkeit und dein Vertrauen steht dir nun die ganze Welt offen!“
Ich war ganz gerührt und eine kleine Träne rann mir über meine Wange. Und als ich dann meinen Blick voller Glück erneut über meine neue Welt schweifen ließ, sah ich dich! Ja, wirklich DICH!
Vergnügt lachend und mit einer gehörigen Portion Schalk hinter deinen Ohren bist du in diesem zerbeulten und von den Jahren geprägtem Emaillebecher herum gesprungen und hast mir fröhlich zu gewinkt. Nie hätte ich zuvor gedacht oder mich zu träumen gewagt, dass ich zum Einen den Mut aufbringen, über meine Tellerrand blicken und wieder schwimmen würde und zum Anderen, dass dich eines Tages tatsächlich kennenlernen darf und dass ich jetzt auch … und wirklich nur für dich … diese Zeilen schreiben darf!
Und jetzt sing noch einmal mit mir:
„Eins, zwei, drei, vier!
Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus nach Wannsee…“
Für Dich:
Die Macht der kleinen Schritte
Wenn es im Winter glatt ist, dann gehen wir konzentriert und unser Ziel im Auge auch in und mit ganz kleinen Schritten voran. Und genauso darfst du es auf deinem Weg zu deinem Ziel auch machen! Deine kleinen Schritte bringen dich sicher ins Ziel!
Denk an die Suppenteller!
Im alltäglichen Leben kommen oft kleine oder größere Situationen die uns herausfordern und uns zum „Schwimmen“ zwingen. Verzage nicht, sondern denke munter und voller Energie und Vertrauen an unsere Suppenteller und sei dir gewiss – ich winke dir gut gelaunt aus einer grünen Tasse zu!
Das Leben ist zu kurz um nur bequem im Suppenteller zu sitzen!
Sauge die Vielfalt und die unglaublichen und wirklich grenzenlosen Möglichkeiten deines Lebens auf! Schwimme los, klettere über den Tellerrand, laufe unbeirrt weiter und lebe!
Und auch wenn du mal stolperst … dann kleben wir ein Pflaster über dein aufgeschürftes Knie … und blicken wieder forsch und voller Elan zum Horizont um deine kleine Mücke zu entdecken!
Wer ist deine Mücke?
Zu guter Letzt verrate ich dir noch etwas! Meine Mücke war und ist mein Mann! Ganz liebevoll hat er mich viele Jahre gepikst, ehrlich gesagt oft auch genervt aber immer ermutigt und bestärkt und mich dann, als ich in meiner neuen Welt ankam in seine Arme geschlossen.
Überlege auch du, wer denn vielleicht deine Mücke in deinem Suppenteller ist und dich in eine neue wundervolle Welt entführen möchte?
Raum für Deine Gedanken, Ideen, Notizen und Geistesblitze:
– Was beschäftigt Dich in diesem Monat?
– Für was bist Du aktuell besonders dankbar?
– Was tut Dir gerade gut? Was brauchst Du momentan?
– Was macht Dich glücklich?
– Wem oder wo konntest Du eine Hilfe sein?
– Wann, wo oder wie spürst Du Dein Leben?
– Wann musstest Du herzhaft lachen?
– Durftest Du auch einem anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern?
– Traf Dich womöglich ein „Blitz der inneren Erleuchtung“?


































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