Kapitel 10 – Aus einem werden zwei
Kapitel 10 – Aus einem werden zwei
Aurelie
Nach dem Gespräch mit Aurillia und Emili begab ich mich zum Sitzungsraum. Der Hohepriester, Graf Dreidolch und auch Graf Targes warteten bereits. Lee stand wieder an meiner Seite. Die Informationen, die ich heute bekam, hingen wie ein Damoklesschwert über meinem Haupt. Wie ich es erwartet hatte, hatte Achos nicht geschwiegen. Graf Targes‘ Soldaten hatten ihn bei einer Rede in geschlossener Runde erwischt. Einer Rede, die mir keine andere Wahl ließ, als ihn Seiblings Schicksal teilen zu lassen. Ich konnte nicht zulassen, dass er mit Staatsgeheimnissen um sich warf. Und auch nicht, dass er mich beim Volk als unbrauchbares, verwöhntes Kind darstellte. Die Soldaten hatten ihn auf dem Weg in eine Taverne geschnappt und auf Targes‘ Befehl hin sofort eingekerkert. Von seiner Gefangennahme würde nichts nach außen dringen. Und dennoch war bereits Schaden entstanden und das Volk aufgewühlt.
„Den Tod“, gab ich seufzend von mir, als Graf Dreidolch fragend zu mir hinschaute. „Ich kann nicht anders entscheiden, als ihn zum Tode zu verurteilen.“ Ich rieb mir die Augen. „Danke für Euer schnelles Handeln, Graf Targes.“
Dreidolch war still. Er nahm es hin. Auch er musste mittlerweile erkannt haben, dass ich Hochverrat nicht einfach billigen konnte. Er selbst hatte einige Hinweise auf wichtige Korrespondenzen in Seiblings Unterlagen entdeckt. Große Zahlungen, die an eine im Rang sehr hochstehende Person gegangen sein mussten.
Ich verbat es mir, vor dem Rat darüber zu reden. Dennoch schweifte mein Blick für einen Augenblick finster zum Hohepriester hinüber. Er hatte es mir gesagt. Seibling hatte mit einem Fürsten in Kontakt gestanden. Und dieser war niemand anderes als mein verfluchter Gemahl.
Nach der Sitzung verließen die Minister den Saal. Der Hohepriester legte mir unterstützend eine Hand auf die Schulter, ehe auch er hinausging.
Zittrig atmete ich ein und stützte mein Gesicht in meine Hände.
Leeander trat an meine Seite, wandte sich allerdings ein wenig ab, um mir meinen Freiraum zu geben. Nach wenigen Augenblicken räusperte er sich leise. „Wollt Ihr auch mit Achos reden? Seine Familie ins Schloss holen lassen? Ihr könnt auch vorsorglich die Familie von Eber ins Schloss einbestellen. Falls auch von ihm eine Dummheit kommt? Eine andere Alternative wäre die Verbannung ins Gebirge im Westen.“
Ich stöhnte. Lee konnte es nicht wissen. „Achos hat keine Familie. Seine Gemahlin hat er … nicht sehr gut behandelt, woraufhin sie ihn, sobald ihre Tochter erwachsen und verheiratet war, verlassen hat“, murmelte ich vor mich hin. „Noch ein Grund, wieso ich so einen Mann nicht im Rat wollte.“ Aber dass Eber etwas tun würde, hielt ich für unwahrscheinlich. So, wie er gegangen war, war er nicht mehr der stolze Graf, der er einmal gewesen war. Er war gebrochen. Ich hatte ihn gebrochen. Und ich konnte es nicht rückgängig machen. „Bei Eber halte ich es nicht für nötig, etwas zu tun. Der Mann hat aufgegeben.“
„Was gedenkt Ihr nun zu tun?“ Leeanders Blick ruhte nachdenklich auf mir. „Und was Eber angeht, so benötigt dieses Schloss dringend einen Haushofmeister. Diese Aufgabe erfülle ich aktuell und finde deutlich zu wenig Zeit dafür.“ Lee schwieg einen Moment und rieb sich das Kinn. „Er wäre gezwungen, mit ehemaligen Sklaven zu arbeiten und sie als freie und bezahlte Diener zu akzeptieren. Vielleicht hilft ihm diese Aufgabe, das neue Weltbild zu akzeptieren, das Cyrus und Ihr erschaffen habt. Eine Chance, seine Fehler zu überdenken und sich zu besinnen.“
„Das …“ Unendlich erleichtert sah ich auf. „Das ist perfekt, Lee! Danke!“ Ich sprang auf und umarmte den Grigoroi vor mir, der mir soeben eine unglaubliche Last von der Seele genommen hatte.
Lee legte steif einen Arm um mich. Ich spürte, wie sich meine abgebundene Brust gegen ihn presste. Panik baute sich in mir auf. Erst recht, als er schnell einen Schritt zurücktrat und dann auch noch den Blick senkte. Wenngleich er ihn sofort wieder hob.
Er hatte es gemerkt! Er hatte hingesehen!
„Verzeihung“, sagte er. „Es steht mir nicht zu, Euch zu umarmen, Majestät.“ Stocksteif stand er neben mir.
„Die Umarmung ist von mir ausgegangen“, berichtigte ich ihn etwas zu schnell. Ich hatte keine Ahnung, was ich jetzt tun sollte. Ihn darum anflehen, niemandem etwas zu sagen?
„Deshalb also der Aufzug?“, fragte er nach einer Weile der Stille.
Unbehaglich zupfte ich an dem Leinen. „Ich … weiß nicht, was du meinst. Ich hatte nur keine Lust auf Kleider. Die sind ungemütlich und alles andere als praktisch.“
„Ihr könnt die Ratssitzungen auch fürs Erste vertagen und nur stattfinden lassen, wenn es ein ernstes Thema gibt, das es zu besprechen gilt. Damit könnt Ihr Euer Geheimnis noch ein wenig länger hüten.“ Er nickte mir wissend zu und zwang ein Lächeln auf seine Lippen. Seine steife Haltung wurde lockerer. „Darleen war damals enorm launisch. Auch das kann auffallen und ist oftmals schwerer zu verbergen.“
Und wieso wusste ich davon nichts?!
„Ich …“ Ich räusperte mich. Dann nickte ich, den Blick gesenkt. „Das wäre wohl das Beste. Aber wie soll ich vor Seiblings Familie treten? Generell kann ich nicht alle öffentlichen Auftritte streichen …“ Mein Blick verlor sich. „Ich werde mich einfach weiter so kleiden müssen“, murmelte ich. „In meine Kleider komme ich sowieso nicht mehr rein.“
„Ich kann den Schneider rufen lassen, der Euch damals Hosen und Hemden gemacht hat. Dann müsst Ihr nicht immer die Ärmel von Cyrus‘ Kleidung hochkrempeln.“ Er schmunzelte. „Und Ihr müsst ja nicht komplett von der Bildfläche verschwinden. Einfach nur kürzere Auftritte und keine stundenlangen Besprechungen mehr. Das sollte helfen.“ Leeander ging zur Tür, um diese zu öffnen, hielt aber mitten in der Bewegung inne und drehte sich wieder zu mir um. „Aber bei Darleen dauerte diese Phase damals mehrere Monate. Wollt Ihr die freudige Botschaft wirklich so lange geheim halten, Majestät? Ich weiß, dass Veränderungen schwer sind. Aber das Volk wird sich für Euch freuen und mit Verständnis reagieren, dessen bin ich mir gewiss.“
„Das Volk vielleicht“, murmelte ich betrübt und schloss zu ihm auf. Ich schluckte hart. Aber er würde mich nur als noch größere Gefahr sehen. Ich ging an Leeander vorbei und öffnete die Tür selbst.
Am Abend traf Irina ein – ganz wie geplant. Sie war direkt zu mir gekommen und hatte mir berichtet. Die Neuigkeiten, das, was sie herausgefunden hatten … Es war nicht sehr viel. Einige Dokumente sowie ein Diadem, einer Prinzessin würdig. Das hätte mich stutzig machen sollen, aber wenn ich ehrlich war, war ich an diesem Abend zu müde, um weiter darüber nachzudenken. Irina fiel meine Laune schnell auf und stutzte. Was los sei, wollte sie wissen. Und da wir uns in den geschützten vier Wänden meiner Gemächer befanden, löste ich den Gürtel um meine Hüfte und zog das Hemd aus. Darunter kamen die Bandagen zum Vorschein, die mir schon den ganzen Tag Unbehagen bereiteten. Auch die Bandagen wurden schnell Opfer meines Befreiungsdrangs und bald schon waren diese Dinger wieder frei und wackelten bei jeder verfluchten Bewegung. Monate, hatte Lee gesagt. Dass ich nicht lachte! Verzweifelt traf mein Blick den meiner besten Freundin.
„Oh.“ Irinas Gesicht war unleserlich. „Das … ging jetzt überraschend schnell“, meinte sie und zog ihre Augenbrauen hoch, sodass sie fast ihren Haaransatz berührten. Dabei pendelten ihre Augen von links nach rechts. Nach einer gefühlten Ewigkeit griff sie nach meinem Morgenmantel und wollte ihn mir überziehen. Allerdings ließ sich dieser vorne nicht mehr schließen. Und so brach Irina endlich das unangenehme Schweigen, das sich in meinem Schlafzimmer ausgebreitet hatte. „Ich bringe dir morgen ein paar Sachen von mir. Wir haben in etwa dieselben Proportionen.“ Irina half mir wieder in Hemd und Hose, diesesmal ließen wir die Bandagen jedoch weg. Obwohl es unangenehm wackelte, fiel so zumindest den permanent durch den Druck ausgelösten Schmerz weg. „Sonst noch was, von dem ich wissen sollte?“
„Naja … Achos sitzt indessen ebenfalls wegen Hochverrat im Kerker. Ihn erwartet der Tod. Im Volk hat er für Aufruhr gesorgt. Darum muss ich mich jetzt auch noch kümmern. Oh, außerdem hat Leeander sofort gemerkt, was mit mir los ist.“ Ich schmollte.
„Vielleicht solltest du die Minister nicht länger bezahlen, so wie die Sklaven früher.“ Irina seufzte schwer. Wir gingen rüber in mein Wohnzimmer, wo ich mich auf das gemütliche Sofa setzte. Regen klatschte an die Scheiben und das Feuer im Kamin prasselte wärmespendend vor sich hin. Zusätzlich legte Irina mir eine Decke über die Beine. Erst dann setzte sie sich mir gegenüber auf den Sessel. „Wirst du mit der Urteilsverkündung warten, bis Cyrus wieder da ist?“
„Ich weiß ja noch nicht einmal, ob ich die Urteilsvollstreckungen öffentlich machen soll oder nicht“, murmelte ich.
„Unbedingt! Ich meine, das neue Königspaar steht für Veränderung. Und jeder, der sich der Änderung aktiv in den Weg stellt, riskiert eine Strafe.“ Ihre Miene war ernst. „Natürlich, die Strafen müssen nicht immer so hoch ausfallen. Aber ihr zeigt dadurch, dass ihr konsequent seid und die neue Regierung mit aller Härte führt, die nötig ist.“ Sie seufzte schwer und sah mich eindringlich an. „Wenn du das nicht machst, wird es wohl eher Aufstände geben, weil niemand die Konsequenzen fürchtet.“
„Da könntest du recht haben. Und ich sollte vermutlich wirklich mit der Hinrichtung auf Cyrus warten. Immerhin führen wir das Land gemeinsam.“
„Was sagt Lee dazu?“
„Er hat sich nicht wirklich dazu geäußert. Er meinte, er stehe hinter meiner Entscheidung.“
Irina zuckte mit den Schultern. „Also war es ein klares Ja. Du sollst dein Urteil so sprechen, wie du es für richtig hältst. Sonst hätte er dir abgeraten und Nein zu deinen Plänen gesagt. Oder er hätte gedrängt, auf Cyrus zu warten, was immerhin noch ein vielleicht gewesen wäre.“
Die Nacht brach herein und das Gespräch mit Irina zog sich. Ich erzählte ihr von den Worten des Hohepriesters. Der Verbindung zwischen Seibling und Cyrus. Eine ganze Weile sprachen wir über Für und Wider, über Vielleichts und Eventuells. Irgendwann wurde mir das Gespräch zu anstrengend. Mein Bett rief nach mir. Sehnsüchtig. Erwartend. Und ich schickte Irina nach einer innigen Umarmung fort, damit auch sie sich ausruhen konnte. Vielleicht musste sie noch Blut trinken gehen, das wusste ich nicht. Ich hatte vergessen, sie über die Reise auszufragen. Und trotzdem hatten wir so unglaublich lange geredet.
Das Abendessen hatte ich ausfallen lassen. Mir war nicht danach. Ich konnte nichts essen, wenn ich unentwegt an die ganzen Probleme denken musste. Seibling und Achos. Zwei Männer, die meinetwegen ihre Leben verlieren würden. Eine Frau und zwei Kinder, die meinetwegen ihren Gatten und Vater verlieren würden. Immerhin Eber könnte ich vielleicht noch eine Rettungsleine zuwerfen. Auf irgendeine Art und Weise hatte er mein Mitgefühl gewonnen. Er schien ehrlich zu sein. Wenn auch gänzlich anders eingestellt, was das Thema Sklaverei betraf. Aber … ob er noch so agiert hätte, wenn seine eigene Tochter Sklavin gewesen wäre?
Ich legte mich ins Bett. Sofort sprang Kaldor zu mir hoch und kuschelte sich dicht an mich. Ich vergrub meine Hände in sein weiches Fell und kraulte ihn, bis mir die Augen zufielen.
Die Sonne weckte mich, als die Vorhänge zur Seite gezogen wurden. Sofort plapperte sie stets gut gelaunte Stimme von Aurillia: „Guten Morgen, Naya! Raus aus dem Bett!“
An meinen Füßen spürte ich, dass sich etwas regte und ich öffnete verschlafen meine Augen. Genau in dem Moment, als Kaldor sein Maul aufriss und gähnte. Und in diesem Moment war ich unglaublich froh, dass ich die Übungsstunde mit Targes für heute abgesagt hatte.
„Soll ich dir ein Bad einlassen?“, fragte Emili, die soeben zur Tür hineinkam.
„Du willst doch nur gucken, ob ihre Brüste weitergewachsen sind“, scherzte Aurillia.
Ich stöhnte leise. War wirklich schon der neue Tag? Dabei hatte ich doch kaum geschlafen! Und Kaldor war offensichtlich derselben Meinung, denn er bettete seinen Kopf einfach wieder auf seine Vorderpfoten und schloss die Augen. „Bitte nicht …“, stöhnte ich auf Aurillias Kommentar hin, griff mir aber sofort an die Brüste. „Ich glaube … nicht“, seufzte ich erleichtert und ließ meine Hände wieder fallen. „Aber ein Bad hört sich gut an, Emili, danke.“
„Es wird gleich fertig sein. Aurillia hat schon das Frühstück vorbereitet“, meinte sie und verschwand im Badezimmer.
Aurillia grinste mich an. „Möchtest du im Bett frühstücken? Ich habe warme Milch und Kuchen sowie Brot und Marmelade.“
„Kuchen!“ Ein Tag sollte auch einmal süß beginnen dürfen. Vor allem, wenn das Wetter so scheußlich aussah wie heute.
Noch immer mit einem breiten Grinsen im Gesicht klopfte Aurillia mir die Kissen aus und stopfte sie hinter meinen Rücken, damit ich vernünftig sitzen konnte. Dann verließ sie mein Schlafzimmer und kam mit einem großen Tablett wieder, das sie auf meinem Schoß abstellte. Köstlich süßer Duft erfüllte mein Schlafzimmer. Ich sah auf drei verschiedene Kuchenstücke hinab. Eines davon roch nach Apfel und Zimt.
„Sie sind noch warm“, meinte Aurillia und wackelte mit den Augenbrauen.
Selbst Kaldor hob interessiert den Blick und schnüffelte. Langsam trat er näher und sah mich dabei mit großen Kulleraugen an, die förmlich darum bettelten, dass ich ihm etwas abgab.
„He!“, protestierte Aurillia. „Du bekommst gleich dein Futter!“ Sie grinste und streichelte den Welpen hinter den Ohren.
„Irgendjemand in diesem Schloss hat eine Gehaltserhöhung verdient!“, stöhnte ich kurz darauf, schmatzend, aber mit einem Bauch, in dem jetzt reine Liebe steckte.
Nachdem ich die köstlichen Kuchen restlos vernichtet hatte, scheuchte Emili mich ins Bad. Dort kämmte sie erst meine Haare, dann half sie mir in die herrlich heiße Badewanne und begann sofort damit, meine Längen mit wohlriechenden Ölen einzureiben. Wie immer trat sie etwas beiseite, damit ich mich selbst waschen konnte. Dann reichte sie mir ein Handtuch und half mir dabei, mich abzutrocknen. Anschließend wickelte sie wieder meine Oberweite ein und reichte mir Hemd und Hose.
Ich war gerade fertig und betrat mein Wohnzimmer, als es klopfte und Irina eintrat. „Die Familie von Seibling ist soeben angekommen. Lee fragt, wo du sie haben möchtest. In einem Besprechungsraum?“
Ich schüttelte den Kopf. „Thronsaal.“ Das war eine offizielle Angelegenheit. „Sag ihm, ich werde sie in zehn Minuten dort in Empfang nehmen. Elok und er an meiner Seite.“
Irina nickte und verschwand wieder.
Emili räusperte sich leise hinter mir. „Sollte nicht auch Irina dabei sein?“
„Doch natürlich …“, antwortete ich erstaunt. Mir war gar nicht in den Sinn gekommen, dass es anders hätte sein können. Wütend auf mich selbst, klatschte ich mir die Hand gegen die Stirn.
„Irina!“, rief ich laut, wissend, dass sie mich hören und zurückkehren würde. Was sie im nächsten Moment auch tat.
„Ja, Naya?“
„Du natürlich auch. Entschuldige. Ich bin gar nicht auf den Gedanken gekommen, dass du nicht dabei sein könntest …“, murmelte ich entschuldigend. „Kannst du die Familie dann bitte in den Thronsaal führen?“
Sie stutzte. Offenbar hatte sie genausowenig daran gedacht. Aber sie war meine persönliche Grigoroi. „Natürlich, Naya.“ Irina schenkte mir ein Lächeln, bevor sie ging, und mir schien, dass sie ihr Kinn ein wenig höher in die Luft hob als sonst.
Kopfschüttelnd blickte ich zu Emili. „Was täte ich nur ohne dich und Aurillia?“
Aurillia, die sich eine Scheibe Brot dick mit Marmelade bestrich, grinste breit. „Was täten wir nur ohne dich?“ Mit den Worten biss sie in das Brot und verdrehte genießend die Augen. „Wir könnten nicht täglich mit Kaldor in den Garten gehen.“ Aurillia grinste. „Wenn er gefressen hat, gehen Emili und ich mit ihm raus.“
Emili kicherte kurz. „Ja, als deine Zofen genießen wir einige Freiheiten, wie unverschämt leckeres Essen. Und ohne dich würde ich wohl immer noch in der Zelle versauern.“
„Stimmt. Weil du eine Hexe bist!“, gab ich kichernd zu Protokoll. „Oder zumindest nennt dich dein mutmaßlicher Verwandter so!“
Emili sprang auf und stürmte auf mich zu. Ich hingegen rannte laut lachend davon.
Während ich wenig später den Flur entlang schritt und die Treppen hinunterging, schwand mir das Lächeln nach und nach aus meinem Gesicht. Als ich dann schließlich vor dem Thronsaal stand, war es komplett verschwunden.
Irina stand vor dem privaten Eingang der königlichen Familie, die direkt zum Podest mit dem Thron führte. „Lee und Elok sind bei der Familie. Lee meinte, ich sollte an deiner Seite stehen, wenn sie mit der Familie den Thronsaal betreten.“
„Da hat er recht.“ Das hatte ich nicht bedacht. „Als meine rechte Hand steht dir dieses Privileg zu.“



































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