Kapitel 33 – Heimkehr

Kapitel 33 – Heimkehr

 

Cyrus

Der Tote Wald war ein schauriger Ort. Manchmal voller Leben, gleich darauf das Angesicht des Todes. So schwebte es in diesem Moment auch vor mir. Die Aussicht auf den Tod, das Messer des einstigen Kronprinzen an meinem Hals lauernd.

Ashur lachte auf. Die dadurch verrutschte Klinge an meinem Hals durchschnitt meine Haut und brachte mich zum Bluten. „Gut geschlafen, ja?“, fragte er und lachte wieder. Sein Blick heftete sich auf meine ungeschützte Kehle.

Ganz vorsichtig bewegte ich meine rechte Hand. Mein Schwert trug ich immer bei mir. Wenn ich schnell genug …

„Du wärst tot, ehe du dein Schwert gezogen hast“, kicherte Ashur und schnitt mit dem Messer absichtlich tiefer in meinen Hals. Seine Fangzähne glitten heraus; ein leises Keuchen verhallte zwischen den toten Bäumen.

„Und du bist tot, wenn du versuchst, von mir zu trinken“, knurrte ich. Denn er würde das Messer wegnehmen müssen.

Wieder lachte Ashur auf. Dann zog er die Klinge über meinen Hals. Im selben Moment stand Aron hinter Ashur und zog ihn von mir weg. Mit einer Hand drückte ich gegen die Schnittwunde an meinem Hals, mit der anderen Hand zog ich mich am Baum hoch. Mein Oberteil klebte jetzt bereits blutgetränkt an meiner Brust. Der Schnitt war tief und ließ mich gurgeln.

Aron und Ashur kämpften noch. Trotz meiner Verletzung stürzte ich mich auf Ashur und kam Aron damit zur Hilfe. Zusammen brachten wir den wahnsinnigen Vampir zu Boden. Sofort landeten meine Zähne in seinem Hals.

„Majestät!“, rief Aron schockiert. Aber er hatte genug damit zu tun, Ashur ruhig zu halten. Nur langsam hörte das Blut aus meinem Hals auf zu fließen. Die Wunde verschloss sich nicht schnell genug – hatte noch nicht einmal Gelegenheit dazu.

Abrupt dunkelte die Welt um mich herum ein. Ich verlor das Bewusstsein und brach auf Ashurs Körper zusammen, die Fänge noch immer in seinem Hals vergraben.

 

Die Sonne blendete mich. Mein ganzer Körper schmerzte.

„Ihr müsst liegen bleiben“, sagte Aron, welcher neben mir kniete. Er stand auf und zog etwas zu mir. Unförmig, schlaff. Auf gewisse Art und Weise belustigt, erkannte ich Ashurs Körper. Sein rechter Arm war ausgekugelt und vermutlich sogar gebrochen. Er stöhnte leise.



Meine Hand ging zu meinem Hals, welcher von einem dicken Verband bedeckt war. „Was ist passiert?“, krächzte ich. Nur vage konnte ich mich an den Morgen erinnern. Das Messer. Das dumme Grinsen.

„Ashur hat Euch den Hals aufgeschlitzt. Ihr habt viel Blut verloren“, erklärte Aron nüchtern. „Ich habe ihn leben lassen. Seine Arme und Beine sind gebrochen. Aber in seinen Adern fließt warmes, köstliches Blut.“

Des einen Leid, des anderen Freud! Mir gefiel der Gedanke, Ashur langsam und unter qualvollen Schmerzen sterben zu lassen. Also beugte ich mich schwerfällig über den entstellten Körper neben mir und biss kräftig in dessen Schulter.

Wir blieben an diesem Ort sitzen. Einen ganzen Tag verloren wir. Aber ich spürte, wie die Lebensgeister zurückkehrten. Alle paar Stunden trank ich von Ashur, der nur noch leise wimmerte. Auch Aron trank von ihm. Selbst die Nacht musste er mehrere Male für uns – vorwiegend mich – hinhalten. Jeder andere hätte mir leidgetan. Ihn jedoch leiden zu sehen, verschaffte mir reinste Genugtuung.

Mein Magen war so voll mit Blut, dass mir förmlich schlecht wurde. In den letzten Jahrhunderten hatte ich bewusst nur wenig Blut getrunken. Aber nun war ich völlig dem Blutrausch erlegen.

In der Nacht kamen immer wieder Wölfe in unser provisorisches Lager – angelockt vom starken Blutgeruch. Aber Aron verscheuchte sie alle. So schloss ich zwischen Nähren und jaulenden Wölfen immer wieder meine Augen und ließ mich in die Welt der Träume fallen.

Trotz allem war ich völlig am Ende meiner Kräfte. Die Sonne ging langsam auf. Ich wollte nicht noch einen Tag in diesem Wald verbringen. „Die Pferde …?“, fragte ich heiser. Es musste meine Stimmbänder erwischt haben, als Ashur mir die Kehle aufgeschnitten hatte.

„Sie grasen da drüben. Die Wölfe wollten sie zwar reißen, aber ich konnte sie verjagen.“

Mein Blick fiel auf den Körper vor mir. Ein leises Jammern kam von ihm.

„… Lebt ja noch …“, krächzte ich. Und schon vergrub ich meine Zähne erneut in seinem Fleisch. Nur konnte ich diesmal nicht besonders viel trinken. Ich fühlte mich voll, als hätte ich massig zu viel gegessen.

Obwohl es mich viel Kraft kostete, zog ich mein Schwert. Aron drehte Ashur auf den Rücken, sodass in dessen halbgeöffnete Augen blicken konnte. Ashurs Lippen bewegten sich leicht. Nur war mir egal, was er noch zu sagen hatte. Mit beiden Händen umgriff ich das Schwert, richtete mich halb auf und stieß es ihm mitten in das Herz.



Ashurs Augen weiteten sich. Er keuchte und bäumte sich auf. Seine Fangzähne glitten heraus. Mit Genugtuung sah ich dabei zu, wie das Leben aus seinen Augen wich und sein Kopf kraftlos zur Seite kippte.

Vorsichtig stand ich auf. Aron war sofort bei mir und half mir dabei. Obwohl Ashur endlich tot war, wollte ich mich damit nicht zufriedengeben. Ich zog mein Schwert aus seiner Brust, hob die Waffe und ließ sie auf seinem Hals niedersausen. Mir fehlte die nötige Kraft, weshalb es vier Versuche brauchte, bis ich ihm endlich den Kopf vom Rumpf geschlagen hatte. Danach trennte ich ihm noch beide Arme und Beine ab.

Die Aktion hatte mich so sehr geschwächt, dass ich neben dem leblosen Oberkörper auf die Knie sank. Obwohl er schon völlig entstellt war, war ich damit nicht zufrieden. Mit der rechten Hand deutete ich auf die abgetrennten Gliedmaßen. „Verteile sie“, bat ich Aron. Dabei deutete ich in den Wald.

Aron nickte, nahm die Arme und den Kopf und verschwand damit.

Schwer atmend blieb ich zurück. Ich hätte Ashur schon viel früher töten müssen. Die Verhöre im Kerker waren sinnlos gewesen, wertvolle Informationen hatte ich keine erhalten. Die Gedanken dieses Bastards hatten sich stets um seine Schwester gedreht.

Meine Oberlippe zog sich nach oben, als ich daran dachte, wie er über Aurelie gesprochen hatte. Und bevor ich realisierte, was ich da tat, zerriss ich die Stofffetzen seiner Hose, sodass seine Weichteile ungeschützt waren.

Es sah erbärmlich aus, wie sie an seinem Rumpf hingen, so ganz ohne Beine. Und obwohl es mich ekelte, packte ich mit einer Hand seinen schlaffen Schwanz, mit der anderen hob ich das Schwert. Als es ab war, warf ich das Ding achtlos hinter mich. Danach trennte ich ihm noch den haarigen Hoden ab, den ich in die andere Richtung warf. Erst dann war ich halbwegs zufrieden und richtete mich wieder auf.

 

Aron kam wieder. Er sah, was ich noch getan hatte, schwieg jedoch. Stattdessen ging er noch mal los, um die Beine im Wald zu verteilen. Kurz darauf kam er wieder und half mir wortlos in den Sattel meines Pferdes. Er schwang sich auf sein eigenes, nahm die Zügel von meinem und trabte langsam weiter durch den Wald.




Mittags rasteten wir an einem kleinen Bach. Ich gab den Pferden die letzten Äpfel und aß etwas Trockenfleisch. Danach ging es weiter.

Es dämmerte bereits, als wir den Wald endlich verließen. Mithilfe der untergehenden Sonne konnten wir die Himmelsrichtung bestimmen. Und so trabten wir langsam zurück in Richtung Hauptstadt.

Der Mond ging auf, etwas später gesellten sich die Sterne dazu. Die Leitsterne unserer Götter leuchten. Nur Ignis-Roburs flackerte wieder so stark. Sollte ich mir Sorgen machen? Ging es Aurelie gut?

„Mein König, wir sollten Pause machen“, sprach Aron mit betrübtem Unterton.

Er hatte recht. Der Mond spendete kaum Licht, und ich war einfach nur erschöpft. Wir stiegen ab. Schwerfällig ließ ich mich auf den Boden fallen.

Aron versorgte die Pferde. Danach holte er das letzte Kleintier aus seinem Vorrat. Ein Kaninchen, dessen Nase aufgeregt auf und ab hüpfte. Schon im nächsten Moment biss Aron zu und das Tier tat seinen letzten Herzschlag.

Während ich mich darauf konzentrierte, einfach nur aufrecht zu sitzen, machte Aron ein Feuer, zog dem Tier das Fell ab und entnahm ihm die Innereien. Danach schmorte es über dem Feuer.

„Ihr wisst den Weg zurück in die Hauptstadt?“, fragte Aron.

„Immer nach Nordwest weiter. Bald sollten die ersten Siedlungen in Sichtweite kommen. Dann kann ich aktiv nach den anderen Grigoroi suchen.“

„Ihr werdet Euer Versprechen halten?“

Ich seufzte tief. Dann nickte ich. „Ich werde dir einen schnellen Tod schenken. Das bin ich dir schuldig.“

Wir schwiegen. Es gab nichts, worüber wir hätten reden können. Keine Pläne, die es zu schmieden galt. Und alle gemeinsamen Erinnerungen hätten ihn bloß an seinen Bruder erinnert.

In bedrücktem Schweigen aß ich das gebratene Kaninchen und schlief bis zum Morgengrauen durch. Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, da ritten wir weiter. Ich fühlte mich besser. Auch meine Stimme wurde kräftiger. Aber es würde eine hässliche Narbe an meinem Hals zurückbleiben. Eine verdammt lange, hässliche Narbe.

Wieder machte Aron ein Lagerfeuer. Er hatte am Morgen ein junges Reh gefangen, von dem wir uns genährt hatten. Nun hing es über dem Feuer.

„Es ist Zeit“, sagte Aron leise und hob den Blick in den Himmel. „Ihr seid wieder bei Kräften.“



Ich musterte Aron von der Seite. Natürlich könnte ich behaupten, ich sei noch zu schwach. Ich könnte auf seine Hilfe bestehen. Aber das wäre nicht fair. Aron hatte alles für mich gegeben und nun galt es, seinen innigsten Wunsch zu erfüllen.

Langsam stand ich auf. „Hast du noch einen Wunsch?“, fragte ich leise.

Aron kniete sich vor mir nieder, legte die Hände auf seine Knie und sah zu mir auf. „Kümmert Euch gut um mein Pferd, mein König. Es hat mir treu gedient.“

Ich nickte ernst. „Selbstverständlich.“ Langsam zog ich mein Schwert. Mein Blick glitt in die Ferne, wo die Sonne uns ihre letzten Strahlen sandte. Einst hatte ich Aron ein Leben an meiner Seite geschenkt. Und heute nahm ich es ihm wieder. Einen Grigoroi zu erschaffen, war intim, erfüllend und ein unendlich großes Geschenk. Sie alle waren meine Brüder. Meine Kinder. Meine Freunde. Ich liebte jeden von ihnen auf eine ganz eigene Weise. Und die Zwillinge würden immer einen großen Platz in meinem Herzen einnehmen.

Bewusst lockerte ich meine Finger um den Griff, dann holte ich aus und schlug Aron in einer einzigen, schnellen Bewegung den Kopf von den Schultern. Der Kopf rollte noch einen halben Meter weiter. Der tote Körper neben mir kippte zur Seite.

Tränen brannten in meinen Augen. Ein Wimmern unterdrückend, hob ich den Blick hinauf in die Sterne, um diese zurückzuhalten. Ich war es Aron schuldig, nicht um seinen Tod zu trauern, denn es war sein eigener Wille gewesen. Und dennoch zerriss etwas in meinem Herzen. Ich würde nie wieder seine oder Erans Stimme hören. Nie wieder ihre Scherze und Sticheleien erleben. Nie wieder in zwei so ähnliche und lebensfrohe Gesichter sehen.

Langsam ließ ich mich zu Boden sinken und legte eine Hand auf die kopflose Schulter. Die Tränen drohten, mich zu übermannen. Irgendwann würde ich zurückkehren, die Körper bergen und in den Osten bringen, um sie in ihrem Heimatdorf zu beerdigen. Das war ich ihnen schuldig.

Das Geräusch von trampelnden Hufen ließ mich aufhorchen. Zwei Reiter näherten sich mir. Schwerfällig erhob ich mich und ergriff mein Schwert wieder mit beiden Händen. Aber obwohl die Sonne mittlerweile untergegangen war, dauerte es nicht lange, bis ich sie erkannte. Timmok und Galderon.



Sie ritten schneller, als sie den leblosen Körper zu meinen Füßen sahen. Galderon sprang als Erster ab und rannte zum abgetrennten Kopf. Timmok blieb hingegen bei mir stehen und legte eine Hand auf meine Schulter.

„Majestät!“, rief Galderon anklagend. „W…warum habt Ihr Aron getötet?!“

„Es war sein Wunsch. Eran starb im Wald und Aron wollte nicht ohne ihn leben“, erklärte ich nüchtern und mit überraschend monotoner Stimme.

„Bei den Göttern…“, flüsterte Timm leise.

Wir beerdigten Aron. Galderon markierte die Stelle, damit wir später erneut herkommen und ihn bergen könnten. Danach erzählte ich ihnen, was passiert war. Sie wiederum berichteten mir, dass sie sich vor zwei Tagen getroffen und beschlossen hatten, in Zweiergruppen in der Gegend rund um den Wald zu reiten, um mich zu suchen.

Die Gerüchte, dass ich in diesem Wald verschwunden war, hatten sich rasch verbreitet. Aus diesem Grund hatte Galderons Gruppe die Suche nach dem toten ehemaligen Kronprinzen abgebrochen, wobei sie alsbald auf Timmok gestoßen waren.

Leider hatten die Gerüchte dazu geführt, dass nun überall im Land erzählt wurde, ich sei gestorben. Denn niemand war bisher lebend aus diesem Wald gekommen. Zumindest niemand, der davon berichtet hätte.

 

Die nächsten Tage schlossen sich uns meine anderen Grigoroi an. Um in der großen Gruppe nicht aufzufallen, besuchten jeweils nur ein oder zwei Grigoroi eine Siedlung, um Nahrung zu kaufen.

Seit beinahe zwei Wochen waren wir schon unterwegs. Die Siedlungen lagen immer näher beieinander. Bis zur Hauptstadt war es nicht mehr weit. Ich wollte jedoch nicht durchreiten. Auch die Pferde brauchten Pausen, aufgrund dessen wir an jeder Siedlung, die sowieso auf dem Weg lag, einen kurzen Zwischenstopp einlegten. So auch an diesem Tag, als ich einen Tumult hörte, der mich neugierig auf die vor uns liegende Siedlung zureiten ließ. Und dann grinste ich nach den letzten tristen Tagen das erste Mal wieder.

„He! Lass mich los! Ich hab’s gefunden und darf’s behalten!“, schimpfte eine mir nur allzu vertraute Stimme. Mit zuckenden Mundwinkeln näherte ich mich dem Jungen, den Timm gerade festhielt.

„Na, sieh mal einer an. Der Kleine lernt ja doch nicht dazu.“



Ein Ruck ging durch den Körper des Knaben. Mit offenem Mund drehte er sich um und starrte mich an. „Unmöglich … Ihr seid tot …!“

„Hättest du wohl gern.“ Ich grinste.

Timmok wandte sich mir zu und räusperte sich, wobei er mit dem Kinn auf die Menschen aufmerksam machte, die uns neugierig musterten. „Der Kleine wollte meinen Goldbeutel klauen.“

„Ja, er lernt einfach nicht. Wir nehmen ihn mit.“

„Was?“, fragten Timm und der Knabe gleichzeitig, wobei Timmok den Jungen bereits mit sich zog.

„Hei, nein! Das ist nicht rechtens! Vam…!“

„Schrei noch einmal ,Vampir‘ und ich schneide dir deine Zunge raus“, drohte ich. Ich setzte mich wieder auf mein Pferd und streckte dem Jungen die Hand entgegen. Er kannte es ja nun schon. Nur widerwillig nahm er sie an.

Schweigend ritten wir zur Gruppe zurück. Dort sah sich der Junge aufmerksam um. „Wo sind die anderen beiden?“, fragte er neugierig.

„Tot“, erwiderte ich bloß.

Der Junge schluckte schwer und sein Herz hüpfte. „Und wo reiten wir diesmal hin?“

„Geht dich nichts an.“

Meine Grigoroi sagten nichts zu unserem Gast. Aber sie beobachteten ihn mit Argusaugen. Natürlich versuchte er in der folgenden Nacht, mit Arons Pferd zu fliehen. Aber unter den wachsamen Augen von fünf Grigoroi kam er nicht weit. Und so ritten wir weiter, bis wir zu einem Hof kamen, der mich daran erinnerte, wie wichtig es war, Ashur zu jagen und zu töten.

„Was ist das hier?“, fragte der Knabe, als wir an dem Haus hielten und ich vom Pferd stieg.

„Dein neues Heim“, erklärte ich kurz angebunden. Ich packte die Schulter des Jungen und schob ihn zur Tür.

Eine sehr verwirrte Tyra öffnete, die mir die Tür direkt vor der Nase wieder zuschlagen wollte.

„Warte!“, bat ich, schob den Jungen ins Wohnhaus und sah mich kurz um. An der Tür lag keine Leiche mehr. Und auch die Leiche des kleinen Mädchens war verschwunden.

„Verschwindet!“, rief Tyra aufgebracht. „Ich bin zum Schloss geritten, um Gerechtigkeit zu verlangen! Stattdessen wurde ich dort eine Nacht in ein Zimmer gesperrt und am nächsten Morgen wieder nach Hause geschickt!“

„Der Mann, der Euch dies angetan hat, ist tot. Und die Krone wird Euch angemessen entlohnen, wenn Ihr diesem Jungen ein neues Heim gebt.“ Tyra funkelte mich wütend an. Stoisch schob ich den Knaben weiter vor. „Ich kann Euch Euren Sohn nicht zurückbringen, Tyra. Das bedaure ich zutiefst. Aber dieser Junge hat weder ein Zuhause noch Eltern. Er ist genauso einsam, wie Ihr es seid.“



Obwohl sie immer noch nicht einverstanden war, stimmte sie zu. Weil sie den Lohn brauchte. Und zwei weitere Hände, die auf dem Hof helfen konnten, denn allein war es zu viel.

Nach zwei, vielleicht auch drei Wochen sah ich endlich die Hauptstadt in der Ferne aufragen. Hinter den Mauern das Schloss, welches am Berg dahinter lag. Seltsam. Es fühlte sich tatsächlich an, als würde ich endlich nach Hause kommen. Dabei hatte ich es nie als das betrachtet. Doch nun fühlte es sich gut an, wieder hier zu sein. Lee wiederzusehen. Und ich freute mich tatsächlich darauf, wieder mit Aurelie zu streiten. Ihr trotziges Gesicht zu sehen und ihre Stimme zu hören.

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