Kapitel 60 – Der Anschlag

Kapitel 60 – Der Anschlag

 

Cyrus

Nayara stürmte wie von der Tarantel gestochen aus dem Speisesaal. Und ich sah ihr irritiert hinterher. Warum war die Situation schon wieder eskaliert? Ich hatte ihr nur sagen wollen, dass auch ich mir Gedanken um die Erziehung unseres Kindes machte. Aber Nayara nahm es sofort persönlich und wertete es als Angriff?

Wann verstand diese Frau endlich, dass ich sie gar nicht angreifen wollte? Wann und vor allem warum hatte sie mich wieder so falsch verstanden? Sie sprach doch darüber, dass beide Elternteile sich um die Erziehung kümmern sollten. Aber aus ihrem Mund klang es so abwertend.

„Ihr solltet ihr folgen“, meinte Lyssa seufzend und schüttelte dabei missbilligend den Kopf. „Und entschuldigt Euch gefälligst! Ihr könnt über so ein Thema keine Witze reißen und erst recht nicht auf Kosten Eurer Gattin!“

Überrascht über diese Worte, zog ich meine Augenbrauen hoch. Lyssa hatte es immer gemieden, mich direkt anzusprechen, und nun wies sie mich zurecht. Womit sie recht hatte. Ich hätte wirklich keine Scherze über dieses Thema machen dürfen. Nicht bei der schrecklichen Kindheit, die Nayara erlebt hatte. So schrecklich, dass sie ihren ersten Namen gänzlich ablehnte. Daran hatte ich in diesem Moment nicht gedacht.

Ach, meine kleine Nayara. So stur, bockig, zickig und liebenswert zugleich. Ein Grund, warum ich bisher immer nur oberflächliche Beziehungen zu Frauen geführt hatte. Nun, abgesehen von dem Verrat meiner ersten Verlobten. Das war nach all den Jahrhunderten allerdings immer mehr zu einer Ausrede geworden. Ich wollte keine komplizierte Frau, keine komplizierte Beziehung.

Aber bei Nayara war es anders. Es war kompliziert, ja. Aber es war zugleich auch eine Herausforderung. Und je länger ich mit ihr zusammen war, desto deutlicher sah ich meine eigenen Fehler und Schwächen. Diese Verbindung tat mir gut. Sie tat uns beiden gut. Auch, oder gerade weil es nicht immer einfach war.

Ich wandte mich an die kleine Gruppe. „Esst bitte noch und lasst euch von dem Zwischenfall nicht stören.“

Boris starrte mich mit offenem Mund an; sein Brot schwebte direkt davor. „Zwischenfall?“, fragte er verständnislos.

Beinahe hätte ich angefangen, zu lachen. Er war ordentlich gewachsen in dem letzten dreiviertel Jahr, aber er war immer noch ein Kind. „Iss, damit du noch etwas größer wirst.“



„Ich werde noch größer als du, wirst schon sehen!“, entgegnete er frech und biss in sein Brot.

Auch Aurillia und Sharifa aßen zögerlich weiter. Ich konnte die Kinder guten Gewissens bei Lyssa lassen.

Ich verließ den Speisesaal. Auf dem Flur sah ich mich um. Überall roch es nach Nayara. Schnell nahm ich ihre Fährte auf und verließ, dieser folgend, das Schloss. Sie saß im Garten auf einer niedrigen Steinbank, betrachtete die Blumen und weinte.

Mein Schatten fiel auf Nayara, wodurch sie auf mich aufmerksam wurde und den Kopf hob. Ihre Augen sprachen Bände. Offensichtlich hatte sie gehofft, jetzt mit jemand anderem reden zu können. Nicht mit mir. Ihre Wangen waren ganz nass von ihren Tränen und die Augen gerötet.

Ich holte tief Luft. Warum war die Situation bloß wieder so schnell eskaliert? „Ich wollte dich nicht angreifen, Nay. Ich wollte nur, dass du mich verstehst und weißt, dass ich mich zwar freue, Vater zu werden, aber zeitgleich auch Angst und extremen Respekt davor habe.“

Schniefend verzog sie das Gesicht. „Weißt du noch, weshalb wir uns nach dem Spaß zu dritt gestritten haben, Cyrus?“ Sie schluckte. „Ich habe dich angefleht, dich vorher herauszuziehen! Dich nicht in mir zu ergießen! Weil ich nicht bereit bin für ein Kind, du Idiot! Ich bin doch selbst noch ein halbes!“ Weitere Tränen liefen über ihr Gesicht. Fast schon schreiend fuhr sie fort: „Woher soll ich denn wissen, wie man eine Mutter ist, huh? Etwa, weil meine so liebevoll gewesen ist? Zudem war ich für sie nichts weiter als eine Missgeburt, ein halbmenschlicher Schwächling! Oder weil ich sie noch fragen könnte, vielleicht?! Oder weil meine Kindheit vielleicht so voller Liebe, Güte und Akzeptanz war?!“

Ich ging vor ihr in die Hocke, nahm ihre Hände und seufzte schwer. „Ich wollte nicht, dass das Gespräch so schnell eskaliert. Das tut mir leid.“ Ich löste eine Hand von ihren und wischte mit dieser über ihre Wange. „Ich finde es gut, wenn wir auch Angst davor haben, Nay. Denn es zeigt uns, dass wir das ernst nehmen. Es zeigt uns, dass wir es richtig machen wollen. Und trotzdem werden wir Fehler machen. So wie ich bei Boris. Sowas würde dir aber nie passieren. Weil du weißt, was falsch ist.“ Dabei hatte ich in meinen Eltern die perfekten Vorbilder gehabt. Was war in den letzten Jahrhunderten nur passiert, dass sich meine Moralvorstellungen so sehr verändert hatten.



Nayara schluchzte auf, nickte aber zugleich. Dann schlang sie ihre Arme um meinen Nacken und zog mich näher zu ihr hin, sodass mein Kopf auf ihrem Schoß zum Liegen kam. Noch immer geschüttelt von kleiner werdenden Schluchzern, strich sie mir durchs Haar. „Ich habe vollstes Vertrauen in dich, Cyrus“, erklärte sie leise. „Ich habe nicht an dir gezweifelt. Lediglich Lyss darauf aufmerksam gemacht, dass du mir mit dem Kind helfen wirst. Ganz egal, was es wird.“ Sie schwieg einen Moment, ihr Blick glitt in die Ferne. „Es spielt doch keine Rolle, welches Geschlecht es hat. Sein Vater ist ein Krieger, seine Mutter kann die Finger ebenfalls nicht vom Schwert lassen. So oder so wird unser Kind diese Eigenschaft vererbt bekommen. Egal von wem. Es wird sich um sein Volk sorgen, so wie wir es tun. Aber das alles liegt noch in ferner Zukunft“, sinnierte sie ruhiger werdend vor sich hin.

„Ja, was vor uns liegt sind schlaflose Nächte, hängende Brüste und Leinen voll mit stinkender Scheiße“, entgegnete ich trocken.

„Hängende Brüste?“, fragte sie mit einem Anflug von Schalk und lächelte nun endlich. „Ich wusste gar nicht, dass sie so groß sind, dass die Gefahr besteht, sie könnten hängen. Zeig mal her …“ Sie schob mich von sich und tastete grinsend meine Brust ab. „Nein. Ich bezweifle, dass da die nächsten zweitausend Jahre irgendetwas zu hängen anfängt, da muss ich dich enttäuschen.“ Ein leises Lachen kam über ihre Lippen und auch ich musste grinsen. Denn meine Brust würde nie hängen. Ihre hingegen …

Ich nahm ihr Gesicht in beide Hände und küsste sie. „So gefällst du mir schon besser. Entschuldige bitte, dass mein Taktgefühl …“

Sie seufzte theatralisch. „Ich wusste ja, auf was für einen sturen, blöden, hirnverbrannten Dummkopf ich mich einlasse, als ich Emili im Norden gelassen habe.“ Sie drückte einen kurzen Kuss auf meine Nase. „Ohne dich verstoßen zu haben.“

„Komm, gehen wir zur Ratssitzung. Sie warten sicher schon auf uns.“ Ich erhob mich und reichte ihr dabei die Hände. „Wir hätten länger wegbleiben sollen. Ich befürchte, dieser Ort sorgt einfach dafür, dass wir uns unentwegt streiten.“

Nay ließ sich sachte lächelnd von mir hochziehen, wischte sich die Tränen aus den Augen und nickte. „Lass uns gehen.“



Ich führte sie zurück ins Schloss. „Wir müssen aber irgendwann darüber reden. Über dieses Kind, die Erziehung. Darüber, was deine Erwartungen an mich sind. Aber auch über Grenzen. Nicht nur die Grenzen für das Kind, sondern auch meine.“ Wir stiegen die breite Treppe hoch. Nayara hatte sich wie immer an meinem Arm eingehakt.

„Deine Grenzen? Jetzt sag nicht, du verweigerst den Windeldienst.“

Ich blieb ruckartig stehen. „Dafür haben wir Diener, Nay. Du erwartest doch nicht von mir, dass ich stinkende Windeln wechsle?“

Auch sie blieb stehen, drehte den Kopf zu mir und hob ganz langsam eine Augenbraue. „Ich will mein Kind nicht in die Hände einer Amme geben, damit es die als seine Mutter ansieht. Auch eine Gouvernante will ich nicht. Das übernehmen wir schön selbst. Und wenn du deine ach so sauberen Hände nicht mit der Scheiße unseres Kindes in Kontakt bringen willst, dann habe ich dafür natürlich vollstes Verständnis.“ Sie lächelte falsch, seufzte gestellt tief und lief weiter. „Ich schätze, ich bin dann stetig einfach so müde, dass ich nur noch ins Bett falle und schlafe.“

Ich starrte ihr perplex nach, während ich mit einer Hand meine Haare zurückstrich. „Also willst du auch keine Lehrer, sondern dem Kind alles selbst beibringen?“

„Nein, Lehrer braucht es schon. Ich bin ja selbst nicht in allen Belangen ausgebildet.“ Leise brummte sie: „War ja auch nicht abzusehen, dass dieses Schwein geplant hat, mich mit Ashur zu vermählen. Aber der hätte mich im Bett angekettet. Da hätte ich auch keine weitere Ausbildung gebraucht.“

„Also bist du darin ausgebildet, eine Mutter zu sein? Du weißt, welche Bedürfnisse ein Säugling hat? Du weißt, warum es weint oder was es gerade braucht?“ Ich seufzte wegen der Worte, die sie vor sich hin murmelte. Ihr musste klar sein, dass ich sie hören konnte. Wollte sie, dass ich darauf einging? Oder wäre es nur ein weiterer Grund, uns zu streiten? Warum sagte sie so etwas immer? Wollte sie darüber reden oder nur mein schlechtes Gewissen weiter füttern? „Bleib bitte stehen, Nay“, bat ich.

Sie hielt inne und schaute auf. Überraschung zeichnete sich auf ihren Zügen ab. „Entschuldige“, murmelte sie. „Ich war in Gedanken woanders. Und … nein. Natürlich habe ich keine Ausbildung im Muttersein. So wenig wie du im Vater sein. Aber das haben Menschen auch nicht, ehe sie ihr erstes Kind zur Niederkunft bringen. Hab etwas mehr Vertrauen in uns, Cyrus. Wir haben jahrelang Zeit, um es zu lernen. Ein Vampirkind reift immerhin nicht so schnell heran, wie das eines Menschen.“



Ich stieg die nächsten Stufen hoch, um zu ihr aufzuschließen. „Nay …, Menschen machen auch ihren eigenen Unrat weg. Wir sind nicht nur Vampire, sondern auch König und Königin. Wir machen unseren Abort nicht sauber. Warum also die Windeln unseres Kindes wechseln?“ Ich verzog schon beim Gedanken daran angeekelt das Gesicht und rümpfte kurz die Nase. „Menschen haben auch nicht unseren feinen Geruchssinn.“ Bei Nayara angekommen, legte ich beide Hände an ihre nicht mehr ganz so schmale Taille. „Nay, ich sage ja nicht, dass wir alle Aufgaben abgeben werden. Auch nicht, dass wir das Kind den ganzen Tag über in die Obhut einer Amme oder Gouvernante geben. Aber ich möchte, dass wir zumindest in den ersten Monaten jemanden haben, der uns das Kind wenigstens mal für eine Weile nehmen kann. Sei es nur, damit wir mehr als zwei Stunden schlafen können. Oder um Zeit für Ratssitzungen und Gespräche mit Bittstellern führen können. Denn ich möchte, dass wir uns die Arbeit teilen. Was die Regierung und auch die Erziehung unseres Kindes betrifft.“

„Du benimmst dich ja wie ein verzogenes Kind! In der Hütte hattest du auch kein Problem damit, dass ich den Unrat weg geschafft habe. Ich mag gar nicht hören, wie sehr es dich anekelt, die Ausscheidungen unseres noch im Mutterleib befindlichen Kindes wegzuräumen, Cyrus. Ich will es nicht hören! Das Kind ist aus einer deiner Ausscheidungen entstanden! Finde dich damit ab. Ich akzeptiere es auch, dass du die immer in oder auf mir zurücklässt.“

Ich holte tief Luft. Natürlich ging sie nur auf den Teil ein, der sie störte. „In der Hütte am Meer war ich verletzt. Aber sobald ich konnte, war ich draußen, weit weg vom Haus, wenn ich mal musste. Auch in der Hütte im Wald habe ich den Eimer nie genutzt.“ Ich nahm meine Hände von ihr. „Aber gut zu wissen, dass wir selbst über Scheiße streiten können“, merkte ich trocken an.

„Nicht wahr? Wir machen das hervorragend. So, jetzt lass uns gehen. Der Rat lyncht uns, wenn wir uns noch einmal um ein Jahr verspäten.“

Ich schmunzelte. Tatsächlich hatte ich befürchtet, sie würde meinen Scherz nicht verstehen oder ihn für unangebracht halten. Stattdessen setzte sie noch einen obendrauf. Auch, wenn wir uns immer wieder stritten, so waren wir uns auch in vielen Dingen absolut ähnlich. „Ja, gehen wir.“ Lächelnd nahm ich ihre Hand, hauchte einen Kuss darauf und bot ihr danach meinen Arm an.



Wenig später betraten wir den Ratssaal. Die Minister und Berater waren schon dort und saßen an ihren Plätzen, der Hohepriester war noch immer abwesend auf Reisen. Nichts Ungewöhnliches für den Geistlichen. Ob ich es noch erleben würde, dass einer von den Ministern zu spät käme? „Bitte verzeiht die Verspätung.“

Am liebsten wäre ich rückwärts wieder hinausgegangen. Mir war nicht danach, den ganzen Tag in diesem Raum zu sitzen. Aber wir mussten die Probleme unseres Volkes lösen. Lange genug hatten wir Zeit in Abgeschiedenheit verbracht, uns der drohenden Gefahren, die ihre Klauen nach unserem Königreich ausgestreckt hatten, im Unklaren.

Die Minister und Berater neigten ihre Köpfe. Es gäbe nichts zu entschuldigen. Ob sie das auch sagen würden, wenn wir sie wirklich ein weiteres Jahr warten ließen? Meine Mundwinkel zuckten. Schnell wandte ich mich Nayara zu, um nicht zu lachen. Nicht jetzt. Das wäre höchst unpassend. Fürsorglich legte ich ihr eine Hand in den Rücken, um sie zu unserem Platz am Kopfende der Tafel zu geleiten.

Just in diesem Moment öffneten sich die Türen zum Ratssaal unangekündigt. Mehrere Diener verteilten sich im Raum, die Gesichter ernst, die Haltung gerade, so wie es sich für stolze Diener gehörte. Aber irgendetwas stimmte hier nicht.

Wir standen immer noch an der Tür, völlig überrascht. In zwei Reihen stellten sich die Männer im Raum auf. Einer trat vor. „Verzeiht die Störung, Majestäten. Aber wir haben eine kleine Überraschung für Euch. Einen Dank für Eure bisherigen Taten und Bemühungen.“ Die Mundwinkel des Mannes zuckten. Irgendetwas war hier faul.

Ernste Gesichter, in denen sich eine gewisse Erheiterung spiegelte. Die dunkelbraunen Trachten der Diener schlicht, aber glatt gestrichen, als käme der Stoff frisch aus der Wäsche. Außerdem wies das dunkle Leinen teilweise kleine dunkle Flecken auf. Die Atmung der Männer war ruhig. Die Herzschläge … langsam!

Sogleich ich realisierte, was hieran faul war, stürmten auch schon drei Männer auf mich zu und rissen mich brutal zu Boden. Für einen Moment verlor ich Nay aus meinem Blick. „Nay!“ Ich stemmte mich gegen die Männer, die mich auf dem Boden fixierten. „Nay!“ Plötzlich spürte ich eine Klinge an meinem Hals. Einer der Bastarde musste sie gezogen haben, während die anderen beiden mich am Boden hielten.



„Und Ihr wollt den ehemaligen König auf dem Gewissen haben?“, spottete der Klingenträger und spuckte mir ins Gesicht.

Ich wand mich unter den Dreien, in der Hoffnung, einen Blick auf Nayara erhaschen zu können. Mich aus dieser Situation selbst zu befreien, solange keiner der Dreien unachtsam wurde, glich einem Selbstmordkommando.

Der Mann, welcher über meinem Haupt thronte, die Klinge an meinen Hals drückend, lachte laut und trug seinen Kumpanen auf, mir aus der Sicht zu gehen. Endlich erhaschte ich einen Blick auf meine Nayara. Zwei Männer waren bei ihr. Einer hielt grob ihre Hände hinter ihrem Rücken zusammen, der andere Mann stand neben ihr und hielt ihr ein Schwert an die Kehle. Sie selbst schien wie erstarrt und schielte angsterfüllt hinunter zu ihrem Bauch. „Nay!“ Ich stemmte mich gegen die Männer, die mich auf dem Boden fixierten, bis Blut meine Kehle hinablief. „Nayara!“

Tränen lagen in ihren Augen. Als ihr Blick den meinen traf, sah ich sie schwer schlucken. Ich wusste nicht, was mit den Ministern war. Hatte man sie gefangengenommen? Hatten sie uns verraten? Ich sollte meinen Blick ihnen zuwenden. Sehen, wer noch stand, und wer, so wie wir, eine Klinge am Hals hatte. Sehen, wer uns verraten hatte!

„Ergebt euch!“, brüllte der Mann, der Vampir, der Nayara mit seinem Schwert bedrohte. Ich hatte die Aufstände nicht niedergerungen. Ich hatte mich von ihren Anführern hinters Licht führen lassen. „Lasst Eure Waffen fallen und gebt den Widerstand auf, oder die Königin und ihr Balg sind tot!“ Wie, um seine Worte zu verdeutlichen, verstärkte er den Griff um meine geliebte Nay, sodass die Klinge ihr in die Haut drückte. Ein klein wenig mehr und …

Nayara schluckte angestrengt. Durch die Bewegung ihres Kehlkopfs schnitt die Waffe ein, sodass erste Blutstropfen ihren Hals hinunterliefen. In ihren Augen hatten sich Tränen gesammelt. Bang vor Angst hielt sie den Hals gestreckt und den Kopf gereckt, damit die Klinge nicht weiter einschnitt. Damit war ihr der Blick auf ihren Bauch verboten. Sie schielte zu mir hinunter, der ich auf dem Boden lag und nach den Worten des Aufständischen jegliche Gegenwehr aufgegeben hatte. Ein Schluchzen brachte ihren Körper zum Erzittern. Die ganze Welt schien stillzustehen, als ihre Lippen stumm die Worte formten, die ich letzte Nacht so gerne noch von ihr gehört hätte.



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