Kapitel 27

Das Blut kocht und erneut greift Skyla zur Flucht. Zum Schutz anderer. Wie sonst üblich ist nicht Milan der Grund für all ihren Zorn. Sondern Emilies provokante Art und ihre scharfe Beobachtungsgabe. Den ganzen Schultag grinste Emilie herausfordernd. Wissend. Siegessicher. Wie ein Erzfeind, der deine dunkelsten Geheimnisse kennt und Karten spielen wird, die einen zermürben. Alles nur, weil sie Milan an Skylas Seite entdeckte, dabei verabschiedete sich der Geisterjäger am Schultor. Emilies Neugierde hat etwas Krankhaftes. Ganz besonders dann, wenn es um Milan geht. Aber Skyla blieb standhaft. Die schriftlichen Prüfungen rücken immer näher und haben Vorrang.

 

Außerhalb des Schulgebäudes schlägt Skyla die frische Luft entgegen und es bietet sich eine Möglichkeit, aufzuatmen. Den Adleraugen des Geisterjägers entkommt sie dabei nicht. Unter all den Schülern sticht auch Milan durch seinen besonderen Look hervor. Wie Emilie wirkt er unbekümmert und voller Energie. Sein Umfeld reagiert auf ihn, fühlt sich zu ihm angezogen. Umgeben von hübschen Mädels und doch ruhen seine Augen auf Skyla. Statt sich geschmeichelt zu fühlen, sehnt sich Skyla nach Abstand. Ihre soziale Batterie kommt ans Limit und solch aufgedrehte Leute wie er und Emilie fordern zu viel von ihr. Zu viele Nerven. Zu viel Energie. Zu viele Ausreden.  Ein kurzer Blickkontakt, bevor sie seufzend den Kopf senkt und sich von der Flut an Leute verabschiedet. Skyla tritt an einen Rosenbusch nah einer belegten Bank. Noch blühen die letzten Blüten, aber schon bald legt die Pflanze eine Ruhepause ein. Ähnlich wie die Rosen auf ihrer Arbeit. Die Pflanzenwelt hilft ihr, für einen Moment all die Probleme zu vergessen und durchzuatmen. Zu ihrem Bedauern tritt Milan nah an sie heran. Zum Glück allein. Ohne all die hübschen Damen. Dabei wünscht sich Skyla nichts lieber als eine Auszeit. Ein Moment allein mit ihren Gedanken. Selbst in den eigenen vier Wänden ist dies zurzeit nicht möglich. Alles dank ihrer neugierigen Eltern. Zu erschöpft ist Skyla von dem Alltag und den zusätzlichen Problemen. Zu voll ist ihr Kopf mit all den Dingen, die erst einmal verarbeitet werden müssen.

 

„Ist alles okay? Du wirkst so genervt.“



Skyla möchte nur ungern über ihre anstrengende Freundin Emilie sprechen, also weicht sie dem Thema aus. „Wie war die Geisterjagd?“

Am Ende zwingt sie sich zu einem Lächeln. Etwas, was erneut schief läuft, denn Milan hebt fragend die Augenbraue. Eine verdächtige Stille breitet sich zwischen ihnen aus, schließlich fällt er erneut ins alte Muster und grinst übertrieben.

„Die Welt ist mir zum Dank verpflichtet.“

„Übertreibe es nicht!“

Aber von ihrem Brummen lässt er sich nicht die Freude nehmen und berichtet stolz: „Ein Oni hat sich hierher verirrt. Eine seltene Erscheinung. Häufig im Raum Asien anzutreffen. Wahrlich böse Kreaturen und vor allem schlau. Die Onis gehen mit der Zeit. Der weibliche Oni spielte die Rolle einer Abteilungsleiterin. Tarnte sich gut und hatte was im Kopf.  Ihr Horn ließ sie unter einem Stirnband verschwinden. Die Futterstelle war versteckt, aber im unteren Kellergewölbe der Firma. Ein kleines, vergessenes Abteil. Der Gestank dort war bestialisch. Ich glaube, der haftet immer noch an mir. Aber hey, Justin kriegt das schon irgendwie aus meiner Kleidung. So wie das Oniblut.“

Instinktiv weicht Skyla geekelt zurück, als er näher heran tritt. Dabei öffnet er den Mantel und hebt seinen Pullover, wo an der rechten Flanke ein gewaltiger Bluterguss entsteht.

„Hat mich erwischt das Vieh. Die sind echt heftig stark. Zum Glück traf es mich nur hier, ein Schlag gegen den Kopf hätte mein Ende sein können.“

Die gesamte Erzählung überspielt er mit einem stolzen Lächeln, dabei klingt es für sie zu ernst.

„Geht es dir gut, Milan?“

„Wegen dem Fleck?“ Er winkt grinsend ab. „Ach, so etwas kriegt mich nicht klein. Mir geht es bestens.“

Sicherlich schraubt er den Schaden runter und spielt den Starken. Weil Schwäche nicht gerne in seiner Branche gesehen wird?

 

„Was ist aus den Vermissten geworden?“

Milans Lächeln schwindet und der Blick fällt ruckartig zu Boden. „Keine Überlebenden. Der Oni hat sie alle gefressen.“

„Gefressen?“ Skylas Herz wird ganz schwer. Ihr hätte es ähnlich ergehen können, wenn sie das Monster aus der Tiefgarage nicht losgeworden wäre. „Also gibt es nichts, was die Angehörigen beerdigen können?“



„Ich bedaure. Das, was an Knochen und verwesten Fleisch über war, habe ich mit dem Oni vernichtet.“

Übelkeit wallt in Skyla auf. Die Beine beginnen zu zittern. Die Bank hinter ihr kommt wie gerufen.

„Wie schrecklich.“

Ein Flüstern aus ihrem Mund, was Milan aufseufzen lässt. Schnell wechselt er das Thema: „Und dein Tag?“

 

„Hey, Skyla! Emilie sucht dich“, unterbricht ein Ruf einer Klassenkameradin das Gespräch.

Die Information lässt die Angesprochene erschaudern. Mit geweiteten Augen blickt sie zu Milan auf, der fragend den Kopf schief legt. Wenn Emilie ihn hier sieht, dann steigert sich ihre Freundin zu sehr in die Sache hinein. Fest steht, sie muss hier weg und das am besten schnell. Dankend für die Information winkt sie dem Mädchen zu und fixiert sofort Milan an.

„Freut mich, dass die Geisterjagd so erfolgreich war. Aber lass uns bitte verschwinden, bevor Emilie uns folgt.“

Damit erntet sie Unverständnis von seiner Seite. Etwas, das er sofort anspricht: „Ist das etwa ein Problem?“

„Ja! Emilie tratscht und macht mich wahnsinnig mit ihrer rosaroten Brille!“

„Sie ist deine Freundin und wünscht sich nur das Beste für dich!“, kontert Milan verärgert.

„Das Beste“, wiederholt sie abwehrend, „sie hat doch keine Ahnung…“

Ihr Gegenüber handelt und legt ihr bestimmend die Hand vor dem Mund. Sein Blick hat sich verändert. Kälte und Unverständnis blicken ihr entgegen. Womit Milan zu ernst und steif wirkt. Fast schon bedrohlich.

„Das ist genug!“, tadelt er sie streng.

 

Seine Dreistheit kennt keine Grenzen. Aber Milan spricht wahr. Eine abartige Mischung aus Rauch und Verwesung haftet an ihm. Zornig befreit sich Skyla von seiner Hand und sie erhebt sich eilig von der Bank, um auf Abstand zu gehen.

„Keine Ahnung, was in dich gefahren ist, aber vielleicht solltest du einfach verschwinden! Am besten aus meinem Leben!“

Ihre schlechte Laune rüttelt ihn wach. Erschrocken blickt er auf und seufzt laut.

„Ups! Ich vermassele es gerade!“

Skyla spielt ein Lächeln vor, bevor sie ihn böse anfunkelt. „Entschuldige mich, Milan!“

Weit kommt sie nicht, denn Milan greift zu und zieht sie in den Hintergrund.

„Okay, das gerade eben tut mir echt leid. Vergiss das einfach. Schließlich sind wir doch bald eine Familie.“



Sie schnaubt spöttisch. „Das sind Hirngespinste, Milan!“

„Nein!“ Er schüttelt genervt den Kopf und fast sich an die Nasenwurzel. „Du verstehst es nicht, Skyla! Justin macht da keinen Spaß.“

 

Skyla rollt mit den Augen und ist diese Unterhaltung satt. „Wie soll ich mit jemand zusammenarbeiten, denn ich beim besten Willen nicht einschätzen kann? Was war das gerade eben? Du hast mich angesehen, als wäre ich dein Feind.“

„Nein! Aber du hast schlecht über deine Freundin gesprochen! Über Emilie! Das hat sie nicht verdient. Sie ist so lieb und gut zu dir, aber du jammerst nur rum.“

Schuldbewusst fällt der Blick hinab. Es ist nicht fair. Nicht gegenüber Emilie. Auch wenn ihre Freundin verbissen und nervig sein kann. Schließlich kennt sie nicht die ganze Wahrheit. Trotzig tritt Skyla einen Stein von sich fern.

„Sei verflucht, Milan! Du hast ja Recht!“

Statt sich zu freuen, schiebt er glatt Panik. „Du verfluchst mich? Was habe ich dir denn getan?“

Verwundert blickt sie auf. Seine Blässe sollte sie besser ernst nehmen.

„Das sage ich doch nur so“, teilt sie ihm schulterzuckend mit.

Doch Milan fährt sich beunruhigt durch seine Mähne und gesteht: „Ich bin da sehr abergläubisch, Skyla. Denn ich habe unzählige Flüche gesehen und durchgemacht. Wenn du wirklich eine Hexe bist, dann verleihst du deinen Worten gerade viel mehr Gewicht und könntest mir mein Leben ruinieren.“

Sein Geständnis entlockt ihr einen amüsierten Laut. „Du wurdest schon einmal verflucht?“

Er fröstelt allein bei dem Gedanken. „Das ist nicht witzig! Wirklich nicht!“

 

Ernst nehmen kann Skyla das Thema nicht und kichert unbekümmert. Milan bläst daraufhin beleidigt die Wangen auf, bevor ein neues Gesprächsthema wählt: „Musst du erst nach Hause, Skyla?“

Verwundert fragt sie ihn: „Ja, warum? Ich bin geschafft und ich würde mich gerne ausruhen.“

„Wir haben noch etwas weniger als zwei Stunden Zeit. Dann beginnt das Yi Peng Lichterfest.“ Er setzt bewusst eine dramatische Pause, allein um ihren verwirrten Ausdruck zu genießen. „Unser Date. Schon vergessen?“

Zwar hinterfragt Milan die Sache, aber Skyla ist sich so sicher, dass er die Antwort kennt.

Hat sie überhaupt zugesagt?



Ganz ehrlich: Skyla weiß es schon gar nicht mehr. Dabei fand dieses Gespräch vorgestern statt.

 

„Ich muss mich umziehen und eine Dusche wäre auch nicht schlecht“, äußert sich Skyla dazu. „Bist du schon mal mit deiner Fee durch diese Portale gereist?“

„Ich sehe mir jedes Jahr das Lichterfest an“, gesteht er ihr unbekümmert. „Das Reisen durch die Portale ist sicher. Keine Sorge.“

Und doch hat sie ihre Bedenken, schließlich weiß Skyla einfach zu wenig über diese Reisemöglichkeit. Dieser Geisterjäger mag immer wieder gerne vergessen, dass ihr seine Welt noch sehr fremd ist. Sich blind und unvorbereitet in ein Abenteuer zu stürzen ist purer Wahnsinn. Skyla möchte schon in Erfahrung bringen, worauf sie sich hier einlässt.

„Was wäre, wenn das Portal versagt und du im Irgendwo feststeckst? Was muss ich dann tun?“

„Eine gute Frage“, setzt Milan freudig an, um sich kurz darauf nachdenklich an dem Kopf zu kratzen,  „die solltest du besser Justin stellen.“

Mit hochgezogener Augenbraue betrachtet Skyla den Geisterjäger, als würde sie hoffen, dass sich dieser freche Kerl mal wieder ein Scherz mit ihr erlaubt. So wie ihr Gegenüber dämlich zu grinsen beginnt, lässt sie daraus schließen, dass Milan keine Ahnung hat.

Mal ehrlich, er kann sich doch nicht immer auf Justin verlassen.

Was wäre dieser Geisterexperte nur ohne seinen ungenießbaren Mitbewohner?

 

Dennoch möchte Skyla verstehen, warum Milan gerade Justin vorschlägt. Ob dies einen triftigen Grund hat. „Warum? Ist es Justin schon passiert?“

Allein bei der Vorstellung graut es Skyla. Gefangen im Nirgendwo zu stecken – ein furchtbarer Gedanke. Machtlos in einer Welt zu versauern, wo die irdischen Gesetze nicht mehr gelten.

„Keine Ahnung. Aber er ist mit der Materie besser vertraut.“

Skyla seufzt laut. An dieser Stelle muss sie sich wirklich fragen, ob die beiden Mitbewohner sich überhaupt unterhalten oder es bei den einfachen Formalitäten belassen.

Und überhaupt wie kann man nur so sorglos sein?

An seiner Stelle würde sie auf alles Erdenkliche vorbereitet sein wollen. Nur für den Fall der Fälle.

 

Unterwegs zeigt sich Milan erneut geschwätzig und seine Wegbegleiterin wenig aufnahmefähig. Eine schlechte Kombination. Ein Anflug von Kopfschmerzen kündigt sich an und so ist Skyla froh, als sie endlich zu Hause ankommt.



Kaum öffnet sie die Tür zum Treppenhaus, erkennt sie sein Vorhaben./

„Du willst mit rein oder?“

„Du lässt mich doch nicht wie ein Streuner draußen warten!“

Skyla hebt mahnend den Finger. „Du lässt deine Finger bei dir, während du in meinem Zimmer wartest.“

Aber kaum ist die Tür ein Spalt auf, schlüpft Milan schon hindurch. Genervt atmet sie aus. Ihre Eltern hingegen sind zum Glück nicht daheim, sie hinterließen ihr dafür eine Nachricht auf dem Esstisch.

 

 

Willkommen zurück, Skyla-Schätzen ♥♥♥

Mama und Papa hatten einen wirklich anstrengenden Tag im Büro*seufz

Du kannst dir ja gar nicht vorstellen, wie unbequem die Stühle dort sind und wie hoch sich die Arbeit stapeln kann.

Papa findet, wir hätten uns eine kleine Auszeit verdient.

Ich werde jetzt von deinem Vater zum Essen ausgeführt und mal sehen, was sich danach ergibt.

Warte nicht auf uns, denn es könnte länger dauern.

Wir haben dich ganz doll lieb!

Kiss, Kiss, Kiss Mum 😉

 

 

Ja, warum stapelt sich wohl die Arbeit?

Dann müssen sich die beiden weniger wie kleine Kinder aufführen und ihren Job machen.

Skyla ging ihre Eltern nur einmal in ihrem Leben im Büro besuchen. Seit je her fragt sie sich, wer die erwachsene Rolle in diesem Haushalt spielt. Spaß auf der Arbeit zu haben ist das eine. Aber nicht in diesem Ausmaß. Die Atmosphäre dort erinnert mehr an eine Grundschulklasse, die der Lehrer nicht im Griff hat. Die Kinder können machen, was sie wollen und niemand gibt ihnen Einhalt. Skyla bezeichnet diesen Ort auch gern als Zentrale fürs Irrenhaus.

Ob sich die Kunden überhaupt ernst genommen fühlen?

Eine Sorge, die sie nicht beschäftigen sollte. Milan verweilt schließlich in der Wohnung und noch lässt er sich schlecht einschätzen. Sicherlich stimmt ihn eine kleine Mahlzeit glücklich und beschäftigt ihn, während sie sich kurz frisch machen kann.

 

Nach einer heißen Dusche beginnt Skyla sich zu schminken. Ein seltener Anblick. All das Makeup versauert für gewöhnlich in der Schublade und kommt nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz. Erst als das Parfüm aufgetragen wird, erwacht der Geist und hält ihr vor Augen, dass sie sich für Milan aufbrezelt.



Kaum verschwendet sie einen Gedanken an Milan, klopft dieser auch schon ungeduldig an der Badezimmertür.

„Bist du fertig? So langsam müssen wir auch schon los.“

Zögernd verräumt sie das Beweismittel und begibt sie sich zu ihm hinaus in ihr Zimmer. Ungewöhnlich nervös. Mit schwitzenden Händen und lautem Herzklopfen.

„Ist es nicht noch etwas früh, Milan? Wir haben gleich halb drei.“

Sie hält wenige Schritte später inne, denn er wirkt verändert. Ein Kleidungswechsel und sie meint, seine Haare haben noch einen Schimmer, als habe er ebenfalls geduscht. Hoffentlich nutzte er nicht das Badezimmer ihrer Eltern.

Sein Blick gleitet langsam über ihr, während er wie in Trance berichtet: „In Thailand ist es gleich neunzehn Uhr dreißig, um zwanzig Uhr beginnt es und wir müssen noch die Laternen organisieren.“

Ach ja, die Zeitverschiebung.

 

„Hast du dich umgezogen?“

Ihre Bemerkung lässt ihn freudig strahlen, sodass er sich einmal im Kreis dreht. Damit kann sie sein Outfit in voller Pracht begutachten. Tatsächlich entschied er sich für ein neues Hemd, als habe er sich Gedanken zum Date gemacht. Dunkle Farben scheinen ihn anzuziehen, denn seins ist schwarz. Dennoch trägt er es lässig, nicht so streng wie Lukas. Außerdem hat er seinen ganz eigenen Look. Etwas rebellisch, mit dem Kettenband an seinem Hosenbund und seinen sportlichen Schuhen.

„Ein kurzer Ortswechsel zum Versteck“, gibt Milan stolz Preis, „Siehst du! Mias Portale sind ungefährlich. Um die Dusche kam ich nicht drüber hinweg, Oni-Gestank halt. Justin war zwar nicht da, aber ich war mal so nett und habe ihm meine Sachen in die Waschmaschine gestopft.“

„Verstehe.“ Skyla mag sich kühl ausdrücken, doch im Inneren dankt sie jener höheren Macht, dass er nicht das Badezimmer ihrer Eltern missbrauchte. „Wo ist eigentlich deine Fee?“

Skyla sucht bereits nach dem kleinen Biest. Da er ihr nicht antwortet, sieht sie zu ihm auf.

Milan mustert sie amüsiert und findet: „Du siehst wunderschön aus.“

Worte, die sie nicht von ihm hören wollte, aber die etwas mit ihr machen. Denn ihre Wangen fangen Feuer und ihr Puls verdoppelt sich.

„Deine Fee“, stammelt sie unbeholfen.

Zum Glück lässt er ihr peinliches Verhalten unkommentiert.



 

Mit einem frechen Zwinkern dreht sich der Geisterexperte um.

„Mia, würdest du bitte das Portal öffnen“, ruft er seine Fee.

Daraufhin steigt die Fee hinter seinem Rücken empor. Gähnend streckt sie sich kurz, bevor sie in Aktion tritt. Schließlich wirbelt das kleine Insekt in der Luft herum und erschafft in Kürze ein Portal, das einer Tür gleicht. Ein energiegeladenes Feld, das so hell leuchtet, dass es in den Augen brennt. Die magische Tür springt von Zauberhand auf, wohinter sich ein kleines Kunstwerk aus pastellfarbenen Farbklecksen bewegt. Eine langsame aber fließende Materie.

 

Milan handelt und ergreift Skylas Hand, denn er erkennt ihren Zweifel. „Keine Angst. Ich bin schon so oft mit den Portalen gereist und wie du siehst, geht es mir gut. Vertraue mir doch einfach mal.“

Skyla muss schlucken. Eigentlich mag sie sich losreißen, aber anderseits gibt sich der Geisterjäger unfassbar viel Mühe, sie hierfür zu überreden. Und wer weiß, vielleicht würde sie es bereuen, diese Chance niemals ergriffen zu haben.

 

„Also gut“, stammelt Skyla, während ihre Augen die seltsame Magie fixieren.

Milan gibt ihr eine Starthilfe und schiebt sie mit seiner Hand am Rücken vorwärts, sodass die ersten Schritte auf das Portal schnell überwunden sind. Ein tiefer Atemzug und schon begeben sie sich gemeinsam mit dem Geisterjäger durch die leuchtende Pforte. Je näher sie auf die magische Tür zuschreiten, desto stärker wird die Anziehungskraft. Mit Unbehagen tritt Skyla in das Kunstwerk, das eine angenehme Wärme ausstrahlt und ihr ein Gefühl von Geborgenheit schenkt. Ein lautes Stimmengewirr dringt an ihre Ohren, als plötzlich die Zwischendimension vor ihnen zu leuchten beginnt. Ganz grell, sodass Skyla gezwungen ist, die Augen zuzukneifen.

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