Kapitel 32
Geblendet vom Glück schreitet Skyla hinaus aus dem Kräutergarten. Durch den Rosentunnel, um mit einem zufriedenen Grinsen hinauf zum Sternenzelt zu blicken. Die Planeten funkeln und strahlen heute schöner denn je, als wollen sie ihr für die mündliche Zusage gratulieren. Aus der Ferne zirpen sogar die Grillen ein Konzert. Die kühle Nachtluft schlägt Skyla entgegen und mit ihr folgt die Erkenntnis, dass erst etwas Schriftliches vorliegen muss. Und doch mag sie Vertrauen zu ihrem Team haben. David hält sicher zu seinem Wort.
Summend schlendert Skyla mit ihrer Arbeitstasche an einer Person vorbei, die sie nur aus den Augenwinkeln wahrnimmt und ihr keinerlei Beachtung schenkt. Denn mit den Gedanken befindet sie sich schon zuhause, wo sie die frohe Botschaft verkünden kann. Fast liegt der Parkplatz hinter ihr, da überholt Milan sie. Er stellt sich ihr in den Weg und verschränkt genervt die Arme.
„Danke fürs Ignorieren!“
Ups.
Kokett lächelt Skyla ihm entgegen. Schließlich verkündet sie die frohe Botschaft: „Ich habe die mündliche Zusage, Milan. Sollte ich meine Prüfung bestehen, werde ich Teil des Küchenteams.“
„Erst mal brauchst du das schriftlich.“
Auch ihr Verstand tadelt ihre naive Seite: „Er hat Recht! Freue dich nicht zu früh!“
Aber ihr Herz kontert überzeugt: „David ist ein Mann, der zu seinem Wort steht. Er braucht jemanden wie dich in seinem Team. Er hat sicherlich nicht gescherzt.“
„Aber die Prüfung“, meldet sich der Kopf.
„Ach, da bin ich zuversichtlich. Das schaffen wir locker“, behauptet der Motor des Lebens felsenfest.
Bevor Skyla die Diskussion zwischen Herz und Verstand weiterverfolgen kann, wedelt Milan mit seiner Hand vor ihrem Gesicht.
„Erde an, Skyla. Sag mal ignorierst du mich schon wieder?“
„Freue dich doch mal für mich!“
Milan fällt eine Antwort darauf schwer. Er schweigt auffällig lang, als suche er nach den richtigen Worten, findet sie aber anscheinend nicht. Skylas Geduldsfaden reißt, sodass sie wie ein entschlossener Soldat voranmarschiert.
„Ich würde dir ja ein normales Leben gönnen, Skyla. Aber jemand, wie du es bist…“
Er braucht nicht weiterreden, denn allein dieser Punkt trifft es sie wie ein Blitzschlag.
Jemand, wie du es bist. Also ein Freak. Ein dämonenbeschwörendes Mädchen, das Geister sieht. Solche Geschichten enden nicht gut.
Milan hat es geschafft, ihre gute Laune liegt zerschmettert wie eine kaputte Vase vor ihren Füßen. Sie hat das Bild vor Augen und sieht im ausgelaufenen Wasser ein todtrauriger Problemmagnet.
„Hey, mach doch jetzt nicht so ein Gesicht.“
Da Skyla nicht reagiert und auf ihren imaginären Spiegel aus Wasser blickt, legen sich seine Hände auf ihre Schultern. Er nimmt sich die Frechheit, sie durchzuschütteln. So lange, bis die Verärgerte aufblickt.
„Könntest du jemand anderen nerven, Milan?“
Eine ernstgemeinte Frage.
„Nein.“ Der Geisterjäger lächelt frech. „Glaube mir, dass hier ist nichts im Vergleich, was Justin dir antun würde.“
„Hat euch schon mal einer gesagt, wie nervig ihr beiden angeblichen Profis seid?“
Mit schmalen Augen beobachtet sie, wie Milan sich verlegen am Hinterkopf kratzt. „Mehr als einmal.“
Ihre Zweifel an seiner Professionalität überhört er anscheinend gern.
„Du hast mir die gute Laune genommen!“
Aufgeregt hebt er den Zeigefinger. „Ich kann das ändern, Skyla.“
„Ja, indem du verschwindest!“
„Aber ich habe eine Überraschung für dich.“
Sie ahnt bereits, worum es hier geht. So atmet Skyla einmal tief durch, bevor sie in seine funkelnden Augen blickt. Sicherlich nur ein Effekt von den hübschen Planeten über ihren Köpfen.
„Wohin geht unser kleiner Ausflug?“
Sie genießt seinen überraschten Blick und wegen seiner Fassungslosigkeit zucken ihre Mundwinkel.
Milan sortiert kurz seine Gedanken, bevor er ihr sanft antwortet: „Es gibt so viele Orte, die ich dir noch zeigen möchte. Heute entführe ich dich zum Grand Canyon und im Sommer möchte ich gerne mit dir zur Wasserstadt in Japan. Sie nennt sich Gujo Hachiman. Aber jetzt ist es viel zu kalt, um dort Schwimmen zu gehen.“
Sommer, Sonne und Schwimmengehen – all das verbindet Skyla mit ihrem besten Freund Lukas. Er hat einen beneidenswerten Pool, wo sie sich an heißen Tagen abkühlen. Immer wieder entführt ihr Patenonkel Thomas die beiden Freunde ans Meer. Unvergessliche Momente, woran sie sich nur zu gern erinnert.
Ein Blick zu Milan zeigt, wie er aufgeregt auf ihre Reaktion wartet. Der Geisterjäger kann es kaum erwarten, ihr die schönsten Orte zu zeigen.
„Sieh an, wir machen ja eine halbe Weltreise“, spricht sie ihren Gedanken laut aus.
Grinsend legt er einen Arm um sie und führt sie ein Stück weiter zur Straße. „Hier kann Mia kein Portal öffnen, sie sollte besser nicht von deinen Kameraden gesehen werden.“
Seine Fee meldet sich auch zu Wort und verpetzt das Küchenmädchen: „Sie war heute im Kontakt mit einem bösen Geist.“
Skyla entdeckt das freche Ding und fletscht die Zähne wie ein aggressiver Wolf. „Woher willst du das wissen?“
Mia hält sich die Nase zu und blickt angeekelt. „Der Gestank des bösen Geistes klebt an dir!“
An dieser Stelle muss sich Skyla fragen, wie ein böser Geist wohl riechen mag und ob nur Feen diesen Duft erkennen können. Doch Zeit, das Thema anzuschneiden bleibt ihr keine, denn Milan fordert sie besorgt auf: „Erzähle mir bitte davon, Skyla.“
„Du hast den Geist wieder in Energie umgewandelt. Ganz klar, du bist ein Medium“, kaum spricht Mia zu Ende, mustert sie das Blauhaar kritisch.
„Lass bitte die Finger von den Geistern, Skyla“, fordert ihr Partner mit großer Sorge.
Mütterlich begutachtet er ihren Zustand, denn er sucht Verletzungen und Spuren von einem Kampf, der nie stattgefunden hat.
„Sei unbesorgt, es war schon fast zu einfach.“
„Was meinst du mit fast zu einfach?“
„Naja, er hat sich seelenruhig von mir absorbieren lassen. Er starrte mich nur an und hat sich nicht bewegt.“
Milan runzelt die Stirn. „Was? Unmöglich!“
Skyla zuckt gleichgültig mit den Schultern.
Aber Mia hat bereits eine Vermutung, die sie laut ausspricht: „Der Geist hat in ihr einen Mentor gesehen. Sicherlich glaubte die böse Kreatur, dass Skyla sie als Verbündeten an sich nimmt. Stattdessen hat sie diese arme Existenz einfach wie eine Fliege zerquetscht. Kurz und herzlos.“
Empört blickt Skyla auf.
„Na hör mal!“ Sie stemmt ihre Hände in die Hüften. „Ihr macht doch auch nur kurzen Prozess mit den Geistern!“
„Schon. Aber wir machen ihnen keine falschen Hoffnungen.“ Mia kichert böse. „Deine Herangehensweise ist viel schlimmer.“
„Ich habe niemandem falsche Hoffnungen gemacht!“
Die Fee legt mit einem bösen Lächeln den Kopf schief. „Der Bär will dir dienen, dann sicher auch andere Kreaturen.“
Das Gespräch zwischen Mia und Skyla scheint Milan zu beunruhigen. Er seufzt abermals laut und verzweifelt, als wolle er das Ganze nicht wahrhaben.
„Der Geist befand sich auf dem Rücken meines Ausbilders.“ Nun dreht sich die Köchin zu Milan. In der Hoffnung, er zeigt mehr Verständnis für ihre Lage. „Wie könnte ich da nur wegsehen?“
Aber er blickt, als kündigt sich eine starke Migräne an. Er massiert sich erschöpft die Schläfen. Eine Reaktion, die Skyla rasend macht.
„Okay, dann haut raus, wie hättet ihr euch mit dem Problem befasst? Die ganze Zeit werde ich kritisiert, erhalte aber keine vernünftigen Vorschläge!“
Zögerlich öffnet Milan den Reisverschluss seiner Umhängetasche und wühlt im Inhalt, doch Mia zischt laut.
„Irre? Justin gab klare Anweisungen! Ohne richtige Einführung keine Ausrüstung! Hexenmagie kann in den Händen von blutigen Anfängern Chaos anrichten! Sie will vielleicht helfen und plötzlich explodiert eine ganze Häuserreihe! Denk nicht mal dran, Milan! Justin hat einen strukturierten Trainingsplan und bevor sie überhaupt mit dem Equipment für die Geisterjagd ausgerüstet wird, muss sie ihren Körper trainieren!“
Kaum endet Mias Schimpfparade, schließt Milan einsichtig die Tasche. Zu Skyla großer Enttäuschung, denn das Unheil klebt an ihr.
„Und wie soll ich mich dann bitte im Notfall verhalten?“
„Nur ein Zauber“, versucht Milan mit seiner Fee zu verhandeln.
Er klingt leise und eingeschüchtert, aber Mia funkelt ihn warnend an.
„Gar nicht!“, antwortet die Fee pampig und fliegt zu Skyla rüber, „Ruf Milan oder Justin an.“
Kaum ausgesprochen wirbelt sie Feenstaub auf, der zu einer rechteckigen Form zusammenwächst und sich in nur wenigen Sekunden in eine schwarze Visitenkarte mit goldener Schrift verwandelt. Skyla brummt miesgelaunt, als sie Justins Namen und Nummer ausfindig macht.
„Wenn dann melde ich mich ja nur bei Milan!“
Ihre gnadenlose Ehrlichkeit lässt Mias Kopf vor Zornesröte glühen.
„Blind? Dumm? Naiv? Ich will ja nichts sagen, aber du solltest doch erkannt haben, dass Milan Muskeln statt Hirn hat!“
„HEY!“, schimpft der Geisterjäger aus dem Hintergrund.
Skyla späht zu ihm rüber und findet: „Naja, würde ich jetzt auch nicht behaupten. Wo soll er bitte muskulös sein?“
Ihre Beurteilung lässt Milan kurz keuchen, schließlich öffnet er seine Jacke und hebt das Hemd hoch, sodass sie seinen Waschbrettbauch zu sehen bekommt. Aber das reicht ihm nicht. Er befreit sich von der Jacke und winkt sie heran, schließlich spannt seinen Bizeps an.
„Komm her, Süße. Du darfst mich gern anfassen.“
Doch Skyla winkt ab, sie hat wahrlich kein Interesse, ihn zu begutachten. Denn Muskeln sprechen nicht für gute Taten. Er mag vielleicht regelmäßig trainieren und doch weiß Skyla nicht, ob er das zum Protzen nutzt oder doch um Gutes zu bewirken.
„Also Justin ja?“ Skyla seufzt und verflucht die Lage. Sie mag eigentlich nicht mit dem Miesepeter sprechen. „Habt ihr nicht noch andere Kontakte an die ich mich wenden kann?“
Mia sieht diese Frage natürlich als Angriff, denn sie speit ihr die nächsten Worte ins Gesicht: „Hältst du uns etwa für unprofessionell?“
„Naja“, beginnt Skyla lächelnd, „Bislang habe ich euch ja nicht wirklich im Einsatz gesehen und Milan hat sich wirklich dämlich mit der Beschattung angestellt. Den Geist auf meiner Schulter konnte er ja auch nicht fangen.“
„Hey!“
Milans Einmischung wird bewusst ignoriert, auch von Mia, denn sie presst ihre Lippen zu einem schmalen Strich zusammen, bis sie sich leise eingesteht: „Punkt an dich.“
Ein kleiner Sieg, der Skyla ein Lächeln heraufbeschwört. Aber dann beginnt Mia den anderen zu verteidigen.
„Zu deinem Glück ist Justin gerade schwer beschäftigt…“
„Womit?“
Skyla könnte lachen, denn es bereitet ihr unfassbar viel Freude, das freche Insekt zu unterbrechen, besonders deshalb, weil Mia sie auch noch so giftig anfunkelt und glaubt, es schüchtere Skyla ein. Welch ein Irrtum.
„Zu unserem Bedauern häufen sich üble Tatvorgänge in diesem Umkreis. Justin befindet sich selbst bis spät in der Nacht viel unterwegs und befasst sich mit mehreren Fällen gleichzeitig“, rückt Mia mit der Wahrheit raus.
Skyla wird jedoch hellhörig: „Tatvorgänge? Verbrechen? Durch Geister?“
„Nicht immer sind Geist im Spiel.“ Mia schüttelt den Kopf. „Unter den Begabten gibt es auch viele Uneinigkeiten. Die Welt der Magie kann genauso grausam wie die der Menschen sein. Vielleicht sogar noch schlimmer und blutiger. Wenn Hexen sich bekriegen oder ein Werwolf rebelliert dann kann das übel ausgehen.“
Milan nickt zustimmend, als habe er den Schrecken ebenfalls durchlebt. Während Mias Schilderung neutral, fast kühl, wirkt, wirkt ihr Partner etwas bleich im Gesicht.
„Okay, also hat Justin doch eh gerade keine Zeit für mich“, hört Skyla nun heraus und freut sich insgeheim.
Mia seufzt und gesteht: „Milans Albernheiten verschaffen Justin tatsächlich etwas Zeit. Was aber nicht heißt, dass er untätig deinen Fall ignoriert, denn Justin war bereits fleißig im Kontakt mit deinem Umfeld.“
„WAS?“, übertönt Skyla schockiert Milans albernes „Hey!“.
Mia nickt mit einem diabolischen Grinsen. „Wenn du wüsstest, mit wem er bereits schon alles gesprochen hat. Deine Akte umfasst einen ordentlichen Umfang. Und er hat genug Druckmittel, dich für unsere Sache zu gewinnen.“
„MILAN! DAS KANN ER NICHT MACHEN!“ Panisch dreht Skylas sich um, woraufhin der Angesprochene zurückschreckt. „Von was für einen Druckmittel spricht deine Fee?“
Das Grinsen ihres Gegenübers ist von Feigheit kaum zu überbieten. Eingeschüchtert rückt er weiter in den Hintergrund, als wolle er heimlich verduften, aber Skyla läuft ihm eilig hinterher. Doch Mia gibt ihrem Partner Rückdeckung. Sie baut sich in der Luft bedrohlich vor Skyla auf und hebt mahnend den Finger.
„Du scheinst deine missliche Lage zu begreifen!“
„Irrtum! Ich will mehr Details! Wovon sprichst du überhaupt?“, fordert Skyla bissig.
Aber Mia winkt genervt ab. „Spielt keine Rolle! Du wirst es schon früh genug herausfinden, solltest du nicht kooperieren.“
Skyla fletscht die Zähne und will sich den Kopf darüber zermartern, doch Mia umrundet sie wie ein Geier, um schließlich ihre Bedenken ihren Partner mitzuteilen: „Sollte dieses Kind uns feindlich gesinnt sein, wird sie zu einem großen Problem, Milan. Ein Magnet für böse und abscheuliche Kreaturen.“
Ihr Besitzer hingegen hat jedoch mehr Vertrauen. „Nein, Skyla wird den richtigen Weg einschlagen. Sollte es anders sein, werde ich sie persönlich zur Vernunft bringen.“
Es ist erschreckend, denn auch wenn sich die beiden Mädchen nicht mögen, ist ein neuer Tiefpunkt erreicht. Mia bezeichnet sie als mögliche Bedrohung und das geht nicht spurlos an Skyla vorbei. Damit mäht die Fee die letzten Spuren ihrer guten Laune nieder und zurück bleibt eine Glutspur aus Zorn.
Skyla wirft Milans Partner nun zornig an den Kopf: „Danke, kleines Insekt! Ich habe genug gehört und verschwinde nun!“
Mia hebt ihren Arm und macht eine Wurfbewegung, plötzlich trifft etwas Skylas Schädel. Für einen kurzen Moment kneift sich die angehende Köchin die Augen zu. Sie spürt, wie feine Partikel um sie schwirren und ihre Nase kitzeln. Kaum wagt sie, ihre Augen zu öffnen, sieht sie den bunten Glitzer, der ihr vom Kopf fällt wie Konfetti. Die Fee kichert vergnügt und ein Blick zu einer Autoscheibe reicht aus, um Skyla zu schockieren.
Wie eine Lavalampe strahlt ihr Kopf hell. Neonpink. Betroffen ist ihr geliebtes Haar. Ein wahres Grauen. Es sieht aus, als habe sich Skyla eine starke Leuchtfarbe über den Kopf geschüttelt. Milan beobachtet etwas genervt, wie sie Versuche startet, seine Fee einzufangen. Er ist nicht der Geduldigste und ruft wenige Minuten später Mias Namen im strengen Ton, womit er sofort die Aufmerksamkeit seiner giftigen Fee hat.
„Das Portal!“, spricht er verärgert. „Und bitte mach …“
„Krass, Skyla, deine Haare“, unterbricht Dominik den Geisterjäger.
Skyla hatte Hoffnung, die beiden Idioten aus der Küche wären noch länger beschäftigt. David ist einfach zu gutmütig, dennoch ist sie nicht gerade erfreut darüber, dass ihr Kollege diese grässliche Haarfarbe zur Schau bekommt. Es verschlägt ihr jedoch den Atem, als Dominik eine Kugel Feenstaub ins Gesicht gepfeffert kriegt. Das haut ihn wie einen Kegel um. Der Schlag sitzt, denn der jähzornige Kerl bewegt sich einfach nicht mehrt. Skyla eilt zu ihm, in Sorge um sein Wohl. Ein Unglück kann sie sich gerade jetzt nicht leisten.
„Dominik! Hey, komm schon, wach auf!“
Sie geht neben ihren Kollegen zu Boden, wo sich ihre Sorge mindert, denn er atmet. Was für ein Glück!
Mia landet auf Dominiks Brustkorb und wedelt mit ihren Finger, daraufhin wirbelt der Feenstaub über den Verletzten in Form einer Spirale.
„Schlaf ein wenig und vergiss, was du gesehen hast“, lauscht Skyla Mias Worten.
Milan versichert ihr: „Er wird sich an nichts erinnern.“
„Wir lassen ihn doch nicht zurück oder?“
„Mia wird sich darum kümmern.“
„Ach wird Mia das?“, brummt das kleine Insekt.
Flehend schlägt Milan die Hände zusammen und hebt diese auf Augenhöhe. „Bitte, Mia!“
Die Fee blickt beleidigt auf und hält für einen Moment mit ihm Blickkontakt. Schließlich erhebt sie sich und fliegt genervt zu Dominiks Schädel.
„Boro, darf ich bitten? Schütze unsere Geheimnisse und kümmere dich um die Schaulustigen“, wispert Milan so leise, wie er kann.
Skylas Augen weiten sich, schließlich hat Milan den Drachen erwähnt. Gespannt wartet sie auf das Erscheinungsbild seines anderen Partners. Zu ihrem Pech steht der Geisterjäger im Schutz der Dunkelheit und doch macht sie langsame Bewegungen aus. Etwas entfernt sich von ihm und schlängelt sich an die Hauswand, bevor das Wesen verschwindet. Es geht schnell und doch ist sich Skyla sicher, dass der Drache die Größe einer Boa hat.
Geblendet von dem gleißenden Licht, das aus Mia dringt, verdeckt Skyla ihre Augen hinter ihrer Hand. Kaum schwindet das Leuchten, brummt die Fee laut.
„Dieser Kerl ist so eine hohle Fritte“, teilt sie ihnen ihre Meinung lautstark mit.
Da widerspricht Skyla ihr nicht. Mia stößt sich von Dominik ab und schwebt über ihn.
Kurz darauf wird der Küchenjunge vom Boden verschluckt. Er sickert hinab, als liege er in Treibsand.
„Milan! Was passiert da?“
Skyla kann diesen Vorgang schließlich nicht gutheißen.
„Sei unbesorgt, Mia bringt ihn durch ein Portal in sein Zimmer.“
Verwundert beobachtet sie das Geschehen, bis ihr Kollege vollkommen verschluckt ist. Sie beugt sich anschließend hinunter und überprüft die Stelle, wo er noch gerade eben lag. Sie findet jedoch nichts Auffälliges. Nur die rauen Bodenplatten.
Mia landet neben ihr und beobachtet sie misstrauisch.
„Stimmt was nicht?“
„Ist das auch ungefährlich?“, erkundigt sich Skyla besorgt.
Mia atmet genervt aus, sie sieht hilfesuchend zu Milan, der jedoch nur Augen für Skyla hat.
Sein vernarrter Blick gefällt der Fee überhaupt nicht wie sie laut verkündet: „Starr ihr nicht so auf den Hintern!“
Überrascht sieht Davids Azubiene zurück zu Milan, der sich auf frischer Tat ertappt fühlt und sich nervös wegdreht. Ihr verräterischer Körper gehorcht ihr nicht mehr, denn sie beginnt zu lächeln. Ihr Herz scheint sich über seine Verlegenheit zu freuen.
„Woher weißt du, wo sich sein Zimmer befindet?“, will Skyla die Sache nun besser verstehen.
„Sie hat in seinen Kopf hineingeblickt und sie hat auf seine Erinnerungen zurückgegriffen“, beantwortet Milan ihr.
„Eklig“, kommentiert Skyla und sieht erschrocken auf, als sie erneut Bewegungen über ihr ausmacht. Doch es ist zu dunkel und obwohl ihre Haare leuchten, ist nichts zu sehen.
Plötzlich hört sie, wie der Geisterjäger freudig seinen Drachen lobt. „Gut gemacht, Boro.“
Ein Schnauben ist zu hören und kleine Funken springen nahe dem Geisterjäger durch die Luft.
Mia seufzt genervt. „Kann ich euch jetzt zu dieser komischen Schlucht schicken?“
„Ich finde es dort schön, Mia“, äußert sich Milan dazu.
„Jaja, wenn man Steine mag!“
Die kleine Fee erschafft nun das nächste Portal und auch diesmal wieder in Form einer Tür, die sich per Zauberhand öffnet. Milan hält seine Hand zu Skyla, die ihn verdattert anstarrt.
„Dein Drache?“
„Ruht sich bei mir aus.“
Sein Lächeln wird breiter, als sie ihn vergebens nach dem Geschöpf abscannt.
„Wo?
Wieder zwinkert Milan frech. „Lass uns keine Zeit verlieren.“
Manchmal wird sie aus ihm nicht schlau und diese Geheimnistuerei ist sie ebenfalls langsam leid. Dennoch greift Skyla zögernd nach seiner Hand und folgt ihm durch das Portal.
















































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