Ascardia-Kapitel 28
~Ascardia~
Ich schmiegte mich an Cayden, der mich die ganze Strecke zurück zu meinem Zimmer trug.
Dort legte er mich sanft ins Bett und deckte mich sogar zu. Ganz ohne Magie. Mit seinen eigenen beiden Händen.
Eine Geste, die eine angenehme Wärme in mir auslöste.
»Du bist erschöpft. Schlaf. Wir reden morgen.«
Seine Stimme war ruhig, fast sanft, als würde er mich noch immer beruhigen wollen.
Ich vermisste seine Umarmung und Wärme, doch gleichzeitig hüllten mich seine Worte zärtlich ein.
»Ich …«, setzte ich an, doch er legte mir einen Finger auf die Lippen.
»Ich habe noch zu arbeiten. Morgen.«
Etwas enttäuscht nickte ich und kuschelte mich unter die Decke.
Kam es mir nur so vor oder war es wärmer als sonst?
»Essen wir wieder zusammen?«, fragte ich, wobei ich die Decke schon ein Stück über meinen Mund gezogen hatte und daher nur Murmeln hervorkam.
»Wenn du das möchtest«, erwiderte Cayden, der mir vorsichtig eine Strähne aus dem Gesicht schob. Dann wandte er sich ab und ging.
Ruhe kehrte ein, die mich auf angenehme Art einnahm.
Sobald ich jedoch die Augen schloss, tauchte Cassian vor mir auf. Seine Worte hatten sich tief in mein Herz gebrannt.
War ich gut genug für Cayden? Würde ich ihn blamieren?
Ich drehte mich zur Seite und versteckte meinen Kopf unter der Decke, als könnte ich die Erinnerungen so loswerden.
Es half nichts.
Stattdessen drehte ich mich immer mehr hin und her, wodurch ich nur wacher wurde.
Letztlich setzte ich mich sogar auf und stieß die Luft aus.
So wurde das nichts. Ich wollte Cayden nicht in Verlegenheit bringen und mich als schlechte Wahl herausstellen! Ich wollte hierbleiben.
Wenn es dafür wichtig war, tanzen zu lernen, würde ich es lernen!
Ich schlug die Decke zurück und erhob mich.
Was hatte Cassian gesagt? Wie waren die Schritte?
Mit geschlossenen Augen versuchte ich, mich daran zu erinnern und die Schritte nachzuahmen.
Ohne Partner war es leichter, denn ich konnte niemanden treten, doch ich erinnerte mich auch nicht mehr an alles.
War der Schritt richtig? Schnell genug? War ich elegant genug?
Diese ganzen Fragen gingen mir durch den Kopf, doch ich hatte keine Antwort.
»Allein wirst du das niemals lernen.« Caydens Worte ließen mich zucken und ich wirbelte herum.
In dem Moment blieb ich an meinen eigenen Füßen hängen und landete am Boden, wie ich es beim Tanzen auch mehrmals getan hatte.
Hitze stieg mir ins Gesicht und peinlich berührt richtete ich meinen Blick zu Boden.
Tränen stiegen in meinen Augen auf, doch ich unterdrückte sie. Das hier war Cayden nicht Cassian. »Ich möchte es aber lernen«, murmelte ich, schaffte es aber nicht, meinen Blick zu heben. »Für dich.«
Cayden hockte sich zu mir nach unten, bevor er mich langsam hochzog. »Für mich musst du gar nichts lernen«, sagte er. Seine Worte ließen mich erneut zucken, obwohl ich geglaubt habe, mit seiner Art gut klarzukommen.
Warum hatte ich dieses Mal das Gefühl, sie stachen?
»Aber … dann werde ich dich blamieren«, flüsterte ich, wobei ich immer noch nach unten blickte.
Er legte seine Finger unter mein Kinn und drückte es hoch, bis ich ihn ansehen musste. Seine kristallenen Augen waren genauso faszinierend wie immer. »Wenn du es lernen willst, werde ich dir helfen.«
Plötzlich erklang irgendwoher leise Musik, doch ich konnte meinen Blick nicht von Caydens Augen abwenden.
Er griff meine Hände, wie wies auch Cassian getan hatte, war aber viel sanfter. Fast vorsichtig.
Dann bewegten wir uns plötzlich.
Mein Körper tat es, ohne dass ich darüber nachdachte und gemeinsam schwebten wir zu der Musik durch mein Zimmer.
Mein Herz klopfte aufgeregt, während ich die Musik in jeder Bewegung spürte.
Das war Tanzen? Es fühlte sich so ganz anders an, als ich es mir vorgestellt hatte.
Es war … schön.
Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen und für einen Moment schloss ich meine Augen, um einfach nur zu genießen. Es fühlte sich an, als würde ich mit Cayden über den Boden fliegen.
»Siehst du«, sagte er, als wir schließlich wieder innehielten. »Selbst, wenn du es nicht kannst, wirst du mich nicht blamieren.«
Ich löste endlich meinen Blick von seinen Augen und schnappte nach Luft, bevor ich ihn anstrahlte. »Ich wusste gar nicht, dass tanzen so schön sein kann. Nochmal bitte.«

































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