DBdD-Kapitel 60
Stunden verstrichen, während Zunaes Schreien das einzige war, das in dem Raum zu hören war.
Yelir blieb an ihrer Seite, sprach leise auf sie ein und drückte ihre Hand, während sie alles daran setzten, das Kind sicher auf die Welt zu bringen.
Obwohl es viel zu früh für die Geburt war, war Aidina überrascht, wie gut entwickelt das Kind war. Es war zwar nicht einfach, es auf die Welt zu holen, doch es hatte alle Finger und alle Zehen. Vielleicht war es ein wenig klein, doch nicht unterentwickelt.
Diese Tatsache hätte sie misstrauisch werden lassen müssen, als sie die Nabelschnur durchtrennte und es vorsichtig säuberte.
Es zuckte in ihren Händen und öffnete dann die Augen.
Tiefschwarze Augen ohne einen sichtbaren Augapfel.
Aidina zuckte und hätte das Kind fast fallengelassen.
Was war das? Eine Krankheit?
Als sich die Lippen des kleinen Geschöpfes verzogen, begannen diese plötzlich zu splittern. Wie Ton, der nicht richtig gebrannt war.
Sie blättern ab und rieselten zu Boden, was Aidina keuchend auf die Knie gehen ließ.
Als Yelir das bemerkte, eilte er sofort zu Aidina, denn ein Leinentuch nahm ihm und Zunae die Sicht, damit sie sich nicht zu sehr ablenken ließen.
»Was is-«, setzte er an, bevor er in eine Schockstarre fiel.
Das Kind wedelte wild mit Armen und Beinen, während es, ausgehend von deinem Kinn, immer weiter zu Staub zerfiel und Aidina förmlich durch die Hände floss.
Diese saß zitternd am Boden, während ihr stumm die Tränen liefen. Ihr Gesicht weiß vor Schock und Unglauben.
Stille legte sich über den Raum, die nur von Zunaes angestrengtem Atem unterbrochen wurde.
Niemand wusste, was er sagen oder tun sollte.
Yelir zitterte am ganzen Körper und ballte immer wieder die Hand zur Faust, während er sich fragte, wie das geschehen konnte.
Lag es an ihrer Verletzung, dass ihr Kind so geborgen wurde? War die Vision Schuld, die Zunae fast verbrannt hatte? War es der Vater?
Yelir fand keine Antwort. Keinen Hinweis darauf, was er nun tun sollte.
»Es ist tot, oder?«, erklang schließlich Zunaes schwache Stimme, die kaum mehr als ein Hauchen war. Die Tränen in ihren Augen glitzerten, während sie gegen die Wahrheit ankämpfte, die sie in ihren Gliedern spürte.
Es war kein Schrei erklungen und kein Geräusch deutete auch nur daraufhin, dass dieses Kind sich bewegte.
Yelir schluckte den Kloß hinter, der sich in seinem Hals gebildet hatte, bevor er langsam, mechanisch, zu Zunae zurückkehrte. Er nahm sanft ihre Hand und führte sie sich an seine Wange. Dort war eine leichte Feuchtigkeit zu seine, die Zunaes eigene Tränen fließen ließen. »Es tut mir leid«, flüsterte er.
Es war nicht sein Kind, doch er fühlte mit ihr. Dieses Leben hatte nicht einmal die Chance gehabt, das Licht der Welt zu erblicken und war bereits beschmutzt.
Was wäre gewesen, wenn es normal zur Welt gekommen wäre? Hätten sie dann gar nicht gewusst, dass es eigentlich eine Marionette war? Dass es kein Blut in sich trug?
Yelir traf eine Entscheidung. Zunae sollte niemals erfahren, was hier geschehen war. Sie durfte nicht wissen, zu was ihr Kind geworden war. Was sie auf die Welt gebracht hatte. Wenigstens diesen Schmerz wollte er ihr nehmen, wenn er schon nichts weiter für sie tun konnte.


























































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