Kapitel 22
Das Schlafzimmer lag in gedämpftem Halbdunkel, als Cade die Tür hinter ihnen schloss. Der Flur war längst hinter ihnen verschwunden, doch Belle hörte noch immer das Echo ihres eigenen Stöhnens in ihren Ohren nachhallen. Es war leise gewesen, atemlos, fast ungläubig – und dennoch unumstößlich. Cade hatte nicht nachgefragt, nicht gezweifelt — aber sie sah in seinen Augen, dass er verstanden hatte: Die Spielchen waren vorbei. Seit Wochen umkreisten sie sich nun, schenkten sich Blicke voller unausgesprochener Versprechen. Tauschten Zärtlichkeiten aus, Liebkosungen, Berührungen, die keine Zweifel daran ließen, was sein Begehren war. Und seines war längst auch ihres. Mit jedem Atemstoß, jedem Kuss, den er ihr gab, verfiel sie ihm ein Stück mehr. Dieser Gedanke machte sie nervös, aber auch seltsam ruhig zugleich.
Belle hatte keine Zeit zu reagieren, als er ihr einfach die Sachen vom Leib riss und sie, verletzlich und doch so selbstbewusst, in voller Pracht vor ihm lag. Er schnurrte — leise, zufrieden, beinahe verspielt. Wie ein Kätzchen, dem man eine Schüssel Sahne hingestellt hatte. Sein Blick wanderte über sie, verlangend, aber zugleich zärtlich, als würde er etwas Kostbares betrachten, das er kaum zu berühren wagte.
„Das bezahlst du mir“, murmelte sie ihm entgegen, doch ein Lächeln begleitete ihre Worte, und da war Wärme in ihrer Stimme. Ihre Finger suchten seine Haut, hungrig nach Nähe.
„Ich werde dir alles ersetzen.“ Seine Stimme war rau vor Verlangen. Dann richtete er sich auf und entledigte sich seiner Sachen. Kein Zögern, kein Halten, bis er nackt vor ihr auf dem Bett kniete. Sie sah ihn an. Seinen breiten Brustkorb, die Muskeln, die sich unter seiner Haut spannten, und für einen Moment blieb ihr Atem stehen — nicht vor Lust, sondern vor einem Gefühl, das fast ehrfurchtsvoll war.
Er griff nach ihr, zog sie näher, sodass er sie berühren konnte. Er beugte sich wieder vor, küsste sie — erst fordernd, dann beinahe ehrfürchtig, als würde er sich zurückhalten müssen. Ein Hurrikan aus Wärme und Erwartung stürmte durch ihre Venen. Seine Küsse wanderten zu ihren Brüsten, runter zum Bauchnabel, dann weiter zu ihrer Scham. Er umkreiste ihre Perle mit seiner Zunge. Belle stöhnte auf und hob ihm ihre Hüften entgegen. Mit der einen Hand versuchte er, sie in Position zu halten, aber sie war außer Rand und Band.
„Cade“, wimmerte sie.
Seine Zunge kreiste weiter, dann nahm er seine Finger zur Hand und drang mit zwei in sie ein. Sie schrie auf. Ihre Wände zogen sich um seine Finger zusammen.
„Cade“, wimmerte sie wieder. Er hörte nicht auf, machte weiter, ritt sie durch den Orgasmus. Als sie schlapp dalag, richtete er sich auf und küsste sie wieder. Sie schmeckte sich auf seinen Lippen. Dann drehte er sie herum, auf allen Vieren, und brachte sie in Position. Sie spürte seinen Schwanz an ihrem Eingang. Dann schaute sie über ihren Rücken und murmelte: „Kondom.“
Seine Antwort kam ruhig, fast beschwichtigend: „Keine Angst, Belle. Ich kann dir keine Krankheiten geben.“
Doch sie dachte weiter. „Schwangerschaft.“ Das Wort kam keuchend, aber ernst. Sie fühlte, wie sich ihr Herz verhakte in der Möglichkeit, die in diesem Wort lag. Er erstarrte kurz, roch an ihr — eine Bewegung, die vertraut war und dennoch fremd — und sagte dann leise: „Ich kann riechen, wenn du soweit bist.“ Das ließ sie aufhorchen und dennoch trafen die Worte sie. Nicht wegen der Information, sondern wegen der Bedeutung: Er achtete auf sie. Cade spielte allerdings weiter mit ihr. Er drang noch nicht in sie ein, dennoch rieb er seinen Schwanz an ihr, dass sie beinahe den Faden verlor.
„Riechen? Also kann ich gerade nicht schwanger werden?“ Er zögerte, dann murmelte er:
„Möchtest du Kinder, bald?“
Belle wusste erst nicht, was sie darauf sagen sollte. Er umgriff sie mit einer Hand und fand ihre Perle. Stimulierte sie wieder, bis ihre Gedanken sich fast verflüchtigten. Wo waren sie stehen geblieben? Er drang mit der Spitze in sie ein.
„Ja, oh Gott“, keuchte sie. Dann drang er weiter vor. Sie realisierte erst gar nicht, dass er ihre Frage nicht beantwortet hatte.
„Cade“, stöhnte sie, als er vollständig in ihr drin war.
„Mach dir keine Gedanken. Ich kümmere mich um euch.“ Seine Stimme war tiefer. Rauer als sonst. Wölfisch. Sie hätte sich um diesen Satz kümmern müssen, aber Cade fing an, sich zu bewegen. Erst langsam, dann schneller. Belle keuchte und stöhnte, während er sie an den Hüften fixierte. Dann griff er um ihren Oberkörper und zog sie zu sich hoch. Er überstreckte ihren Hals. Verteilte Küsse darauf und dann kam da ein stechender Schmerz. Er hatte sie gebissen, wurde ihr klar. Doch der Schmerz verflog so schnell wieder und an seiner Stelle trat Begierde, wie sie sie noch nie erlebt hatte. Cade wurde wilder. Stieß sie wieder nach vorn. Seine Stöße wurden kräftiger. Er keuchte, stöhnte hinter ihr. Bis es zu spät war. Sie kam zum zweiten Mal. Und ihre Wände drückten seinen Schwanz zusammen, bis auch er kam. Sein Samen flutete sie. Sein Penis zuckte noch leicht in ihr und seine Stöße wurden weniger, fast sanft. Dann ließ er sich neben ihr nieder und nahm sie in seine Arme. Er streichelte sie am Rücken. Belle lag erschlagen da. Keuchte und versuchte, sich zu beruhigen. Ihr Herz lief Marathon. Dann zog Cade sie auf einmal auf sich.
„Wir sind noch nicht fertig, meine Schöne.“
Er zog sie wieder zu einem Kuss zu sich. Sein Penis richtete sich augenblicklich wieder auf und Belle stöhnte. Sie rieb sich an ihm. Dann nahm sie ihn noch einmal in sich auf. Sie wiegte ihre Hüften, während Cade sie von unten begehrlich ansah. Er knetete ihre Brüste. Ließ seine Hände über ihren Bauch streichen. Dann packte er sie und dirigierte sie. Sie spürte, wie er kurz davor war, noch einmal zu kommen. Sein Griff wurde fester.
„Belle“, brüllte er. Dann kam er und füllte sie noch einmal. Sein Orgasmus ließ auch sie kommen.
Wund und befriedigt fiel sie auf ihn herab. Mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.
Als er sie zu sich zog, sie erneut küsste, lag in seinem Blick mehr als Lust. Da war Besitz, ja — aber auch Bewunderung, Wärme und eine Art stille Verehrung, die ihr die Kehle zuschnürte.
Doch als ihre Gedanken zurückkehrten und sie begriff, dass er noch immer nichts zum Thema Schwangerschaft gesagt hatte, fror sie ein. Angst schlich sich in ihre Brust. Nicht wegen ihm, sondern wegen all dem, was sie nicht kontrollieren konnte. Er spürte wie sie sich verspannt. Sie konnte es an seinen Blick sehen.
„Bitte sag mir nicht, dass du das getan hast“, flüsterte sie, und ihre Stimme war brüchig.
„Dann sag ich es nicht.“ Ein Versuch von Humor — aber falsch platziert.
Wut flammte in ihr auf, heiß und hilflos. „Wie konntest du?“
Doch als sie sich löste, zog er sie wieder an sich, als fürchte er, sie könnte ihm entgleiten. Sein Blick war ungewohnt weich, offen. „Es tut mir leid. Der Wolf in mir hat einfach übernommen.“ Seine Stimme vibrierte vor Schuld, und Belle sah zum ersten Mal etwas in ihm, das verletzlich war.
„Belle, es tut mir so leid. Bitte.“
„Was ist, wenn ich sterbe, wenn sie mich noch braucht. So wie meine Mutter. Und du nimmst dir dann eine neue Frau und die Stiefmutter unseres Kindes wird es hassen. So wie Evelyn mich hasst.“ Cade entspannte sich sichtlich.
Als sie von Kindern sprach, von Angst, von Verlust, brach etwas in ihr auf, das sie lange verschlossen gehalten hatte. Die Träne, die über ihre Wange rollte, war kein Vorwurf, sondern ein Eingeständnis: Sie hatte Angst.
Und Cade reagierte sofort. Nicht mit Worten zuerst, sondern mit Haltung. Er wurde ruhig, ernst, beschützend.
„Ich habe dich markiert“, sagte er sanft, als wäre das ein Versprechen.
Ihre Verwirrung ließ ihn weiterreden, und zum ersten Mal erklärte er etwas ohne Halbwahrheiten. Als er sagte, dass Krankheiten ihr nichts mehr anhaben konnten, dass er sie nicht verlassen konnte und sie ihn nicht, war in seinen Augen kein Triumph, sondern Frieden.
„Du musst dir keine Sorgen um unser Kind machen. Wir werden gute Eltern sein.“
Und diesmal küsste er sie nicht fordernd, sondern zart, fast scheu. Wie jemand, der etwas wiedergutmachen will. Belle ließ sich in seinen Armen wiegen, ihre Angst ebbte langsam ab, überrollt von Wärme, Müdigkeit und einer seltsamen Geborgenheit, die sie nicht erwartet hatte. Irgendwann siegte der Schlaf und sie fiel, an Cade gekuschelt, in einen erstaunlich sanften Traum.




































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