Kapitel 4
Fiona
Der Helikopter landet und ich steige aus. Ich nehme nur den Koffer mit dem Gewehr mit. Dann führt mich das FBI in die Polizeiwache.
Es herrscht eine komische und angespannte Stille in der Wache, welche scheinbar ein offenes Konzept hat. Die Schreibtische befinden sich in einem riesigen Raum. Und in einer der Ecken befindet sich das Waffenlager, welches durch einen Maschendrahtzaun vom restlichen Raum abgetrennt wird.
Wir gehen zu den wenigen Menschen, die hinter einer Vorrichtung leise diskutieren. Doch plötzlich wird es lauter.
„Was soll das? Was macht eine Soldatin hier? Ihr solltet den Mord an meiner Tochter aufklären!“ ruft der Geiselnehmer aufgeregt. Gleichzeitig ertönt ein ungläubiges „Fiona?“
Sofort schaue ich mir die Geiseln an und erstarre, als ich meine Mutter in ihrer Feuerwehruniform und einer Platzwunde an der Stirn sehe. „Mom“ flüstere ich. Ich fühle mich plötzlich wieder wie vor meiner Abreise: unsicher, verängstigt und schwach. Meine Mutter dort so sitzten zu sehen, fühlt sich surreal an. Sie sieht fast noch genauso aus, wie früher. Es sind nur ein paar feine graue Strähnen in ihrem Haar aufgetaucht.
Agent Sharp scheint es bemerkt zu haben und beugt sich zu mir, fragt leise „Können Sie trotzdessen Professionell sein und sicher schießen?“ Dies holt mich aus meiner Starre und ich hole meine Professionalität hervor. All die Gefühle verschließe ich wieder hinter einer schweren Tür und schließe sie gedanklich ab. Ich wende den Blick von meiner Mutter ab und schaue zu Agent Sharp. „Ja, ich bin mir sicher. Ich kann ein fünf Zentimeter kleines Ziel auf 100 Meter treffen, da kann ich auch durch den Zaun mit seinen 10 Zentimeter Löchern schießen.“ beteuere ich ihr ebenso leise.
Sie nickt und bedeutet mir, mich bereit zu machen. Ich fange also an, das Gewehr zusammen zu bauen, sodass der Geiselnehmer es nicht sieht. Jedoch bevor ich fertig werde damit, beginnt draußen ein Tumult. „Was ist da los?“ ruft der Geiselnehmer panisch. „Wir wissen es auch nicht, aber wir schauen sofort nach. Das..“ beginnt Agent Sharp beruhigend zu sprechen. Doch wird sie von einer donnernden Stimme unterbrochen, die von draußen kommt „Sie ist meine Frau! Lassen Sie mich durch!“
Sofort erkenne ich die Stimme. Drücke dem Agent neben mir mein Gewehr in die Hand und gehe nach draußen. Ich muss mir ein Grinsen unterdrücken, als ich Alpha Mathias sehe, wie er von vier Agenten aufgehalten wird. So kenne ich ihn, wenn es um Mom geht „Dad?“ rufe ich ihn sanft. Sofort erstarrt er. Er blickt auf und schaut mich an, so als wenn er es nicht glauben könnte.
Er schüttelt die vier Agenten ab als wögen sie nichts und zieht mich stürmisch in eine bärenstarke Umarmung. Tief atmet er meinen Duft ein, als müsste er sich vergewissern, dass es wirklich ich bin. Ich lasse ihn einige Momente, in denen ich die Umarmung erwider. Dann schiebe ich ihn von mir. „Dad, lass den Menschen ihre Arbeit machen. Ich sorge ebenfalls für Moms Sicherheit. Also bitte, warte hier draußen.“ rede ich auf ihn ein und betone das Wort Menschen besonders.
Dad will widersprechen „Aber“, doch ich unterbreche ihn sofort. „Nein. Du wartest hier und lässt uns unsere Arbeit tun, dann wird alles gut. Ich sorge für Lunas Sichherheit.“ beschwöre ich ihn eindringlich. Zudem benutzte ich den Rang meiner Mutter, um zu seinem Wolf durchzudringen.
Dad schnauft, nickt dann aber zustimmend „Na gut, aber nur weil Du es bist.“ Ich nicke und will schon wieder reingehen, als Dad mich zurückhält. „Es ist so schön dich gesund zu sehen.“ Ich kann Tränen in seinen Augen schimmern sehen, wodurch ich mich schnell abwende und rein gehe.
Das Gewehr nehme ich wieder entgegen und bringe noch die Standbeine an. „Ich wäre bereit. Wie soll ich zielen?“ Agent Sharp wendet sich mir zu und erklärt „Wir versuchen nochmal mit ihm zu reden. Es gibt zwar Hinweise an dem Mord seiner Tochter, aber keine Verdächtigen. Solange er kooperiert, brauchen sie nicht einzugreifen. Falls nicht, sollen sie ihn unschädlich machen. Sollte er eine Gefahr für die Geiseln darstellen, haben sie in ihrem eigenen Ermessen die Möglichkeit ihn auszuschalten.“ Verstehend nicke ich.
Dann stelle ich das Gewehr auf, während Agent Sharp beginnt mit ihm zu reden. Doch ich blende es weitesgehend aus, jedoch nur soweit, sodass ich Veränderungen in der Stimmlage und Ausdrucksweise mitbekomme. Hauptsächlich konzentriere ich mich jetzt darauf, richtig zu zielen. Meine Atmung wird flacher, ich öffne wieder mein zweites Auge und lege den Finger an den Abzug. Das Ziel stätig im Blick. Seine Hand mit der Waffe liegt in meinem Fadenkreuz in der Mitte.
„WAS SOLL DAS HEIßEN, SIE HABEN KEINE VERDÄCHTIGEN?“ brüllt er los und fuchtel mit der Waffe in seiner Hand herum. So kann ich ihn nicht unschädlich machen. Ich ändere mein Ziel. Auch wenn ich ihn ungern töten möchte.
Jedoch sind die Löcher für einen Präzisionschuss zu klein, wenn er weiter so wackelt. Ich nehme ein anderes Ziel ins Fadenkreuz. Dies ist nun größer und somit leichter trotz der Löcher und seiner Bewegungen zu treffen. Dem Inhalt des Gespräches nicht wirklich folgend bekomme ich aber mit, dass es immer hitziger wird. Agent Sharp versucht zusammen mit ihren Kollegen den Geiselnehmer zu beruhigen, doch wird er immer lauter.
„WORAN ARBEITEN SIE? SEIT ÜBER EINEM JAHR IST SIE NUN TOT! ICH HABE IHNEN DOCH GESAGT ES WAR IHR EXFREUND!“ brüllt er und fährt sich durchs Haar.
Dann entsichert er die Pistole und zielt unkontrolliert auf die Geiseln. „SIE SOLLEN VERDAMMT NOCHMAL IHREN JOB MACHEN. WENN SIE ERST INS ARBEITEN KOMMEN, WENN ICH JEMANDEN VERLETZTE, DANN BITTE, ICH TUE ES!“ ruft er verzweifelt.
Nun richtet er die Pistole gezielt auf eine Geisel. Sein Finger geht zum Abdruck. Ich atme langsam aus. Dann fällt ein Schuss.





















































Oh shit. Verdammt! Ich hoffe das Fiona geschossen hat und nicht… er
Die Antwort kannst du heute finden 😉