25 Himmelsbote 20.12.03-I-II

Himmelsbote – Vorfeiertagsbericht I
Datum: 20.12.03-I-II

Crystalbell erstrahlt im Glanz der Vorfreude

Crystalbell – Die Straßen von Crystalbell verwandeln sich dieser Tage in ein funkelndes Meer aus Lichtern und Farben. Überall hängen Girlanden, festliche Banner flattern im leichten Wind, und der Duft frisch gebackener Leckereien zieht durch die Gassen. Die Händler haben ihre Stände besonders liebevoll hergerichtet, und an jeder Ecke erklingen fröhliche Lieder, die die Vorfreude auf das Dies lucis noch steigern.

Reisende aus allen Teilen von Iceron sind bereits eingetroffen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Gasthäuser und Herbergen sind bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Straßen sind voller Leben. Familien, Pilger und neugierige Besucher schlendern zwischen den Ständen, probieren lokale Köstlichkeiten oder erwerben die letzten Kerzen, die in zwei Nächten Teil der großen Lichterprozession sein werden.

„Man spürt es überall – diese besondere Wärme in der Luft, obwohl es mitten im Winter ist“, erzählt die Händlerin Lyriah, während sie kunstvoll verzierte Kerzen verkauft. „Es ist, als würden wir alle gemeinsam den Atem anhalten, bis die ewige Flamme geteilt wird.“

Nur noch zwei Tage trennen die Stadt vom Höhepunkt der Feierlichkeiten: In der Nacht auf den 22. Dezember wird Erzkardinal Gabriel aus der Kathedrale treten, die Laterne mit der ewigen Flamme in Händen, und die 12 ausgewählten Engel einladen, ihre Kerzen daran zu entzünden. Von diesem Moment an wird sich das Licht wie ein sanfter Strom durch die Engelsmenge ergießen, bis jede einzelne Kerze in Crystalbell brennt.

Die Stimmung ist ausgelassen und heiter – und doch liegt in der Vorfreude auch eine tiefe Ehrfurcht. Jeder weiß, dass Dies lucis mehr ist als nur ein Fest: Es ist ein Symbol des Zusammenhalts, des Friedens und des Lichts, das selbst die dunkelsten Nächte erhellt.

Für all jene, die keinen Platz mehr in Crystalbell gefunden haben, gibt es Trost: Der Himmelsbote wird nach den Festtagen ausführlich über die Ereignisse berichten. Außerdem können Besucher und Einheimische gleichermaßen an kleineren, aber ebenso feierlichen Zeremonien in anderen Städten und Dörfern teilnehmen.



 

Doch auch jenseits der Hauptstadt sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Auch in Starbay, Linaria, Dragonmore, Azura, Airbay und Snakevill werden Kerzenhalter poliert, Plätze gereinigt und Proben für die Zeremonien durchgeführt. Wer keinen Platz mehr in Crystalbell gefunden hat, wird dort an kleineren, aber ebenso stimmungsvollen Feiern teilnehmen können.

In Starbay werden die Straßen mit Girlanden geschmückt, während sich Handwerker um den großen Eisaltar auf dem Marktplatz kümmern. In Linaria erklingen schon jetzt erste Proben der Chöre, die in der Festnacht das Licht mit Gesang begleiten werden. Snakevill, das auf einer glatten Gesteinsplatte thront, bereitet seinen zentralen Platz vor, auf dem das Licht empfangen und in die umliegenden Straßen getragen werden wird.

Ganz gleich, wo man sich befindet – in zwei Tagen wird ganz Iceron im Kerzenschein erstrahlen. Der Himmelsbote wird nach den Festtagen ausführlich von allen Zeremonien berichten.

 

Himmelsbote – Vorfeiertagsbericht II
Datum: 20.12.03-I-II

Eisskulpturen-Ausstellung verzaubert Crystalbell

Crystalbell – Seit heute Morgen zieht die Plaza vor dem Palast von Crystalbell Besucher aus allen Himmelsrichtungen an: Die diesjährige Ausstellung der Winterkünstlern hat begonnen. Über ein Dutzend kunstvoll gearbeiteter Eisskulpturen stehen zwischen funkelnden Lichterketten und glitzerndem Schnee – ein Anblick, der nicht nur Kunstliebhaber, sondern auch neugierige Reisende in seinen Bann zieht.

Zu den diesjährigen Highlights zählen majestätische Abbilder der legendären Äonenphönixe mit ausgebreiteten Flügeln, detailreiche Darstellungen von Iceleuen in jagender Pose und eine filigrane Szene, die Engel beim Kerzenritus des Dies lucis zeigt. Alle Skulpturen sind aus einem einzigen Eisblock geschlagen und mit magischen Versiegelungen versehen, um den warmen Kerzenschein und Engelsandrang unbeschadet zu überstehen.

„Wir wollen die Schönheit des Winters einfangen und den Geist der Gemeinschaft feiern“, erklärt Meisterbildhauerin Lysara, deren monumentale Phönix-Skulptur bereits jetzt als Publikumsliebling gilt.

Die Ausstellung soll – wenn das Wetter mitspielt – bis Ende des Monats geöffnet bleiben. Besucher können tagsüber kostenlos über den Platz schlendern, während abends sanftes Licht und Musik die Kunstwerke in eine märchenhafte Kulisse verwandeln.



 

Himmelsbote – Sonderbericht
Datum: 20.12.03-I-II

Schatten in den Gassen – Rätselhafte Dämonensichtungen in Crystalbell

Crystalbell – In den letzten Nächten berichten einige Bewohner von Crystalbell von merkwürdigen Begegnungen in den stillen, schneebedeckten Nebengassen der Stadt. Mehrfach wollen Augenzeugen dort Gestalten gesehen haben, die sie als Dämonen beschreiben – hochgewachsene Wesen, deren Augen so dunkel sind, als wäre jedes Licht darin erloschen.

Die Gestalten tragen lange Mäntel in tiefem Dunkelblau bis hin zu nachtschwarz, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Nur selten erhascht man einen Blick auf ihre Züge – und wenn, dann verraten die feinen, glimmenden Runen, die sich von der Wange über die Nase ziehen, ihre wahre Natur.

Laut den Berichten verhalten sich die Dämonen jedoch friedlich: Sie beobachten aus der Ferne und ziehen sich sofort zurück, sobald sie bemerkt werden. Kein Angriff, keine Drohung – nur ein kurzer Moment des Unbehagens, bevor sie im Schatten verschwinden.

Die Stadtwache reagiert gelassen, betont jedoch, dass sie wachsam bleibt. „Bisher gibt es keinerlei Anzeichen, dass diese Sichtungen eine Gefahr darstellen“, erklärt Hauptmann Elvric vom südlichen Wachposten. „Wir verstärken die Patrouillen in den Nebenstraßen, damit sich die Bevölkerung sicher fühlt.“

Unter den Bewohnern gehen die Meinungen auseinander: Während manche den Zwischenfällen kaum Beachtung schenken und darauf verweisen, dass die Dämonen offenbar nicht an einer Störung der bevorstehenden Dies lucis-Feierlichkeiten interessiert sind, fühlen sich andere unwohl bei dem Gedanken, dass diese dunklen Wesen in der Nähe sind – selbst, wenn sie nur still beobachten.

Warum die Dämonen sich in Crystalbell zeigen, ist unklar. Manche vermuten, dass sie vom nahenden Fest und der besonderen Magie der Ewigen Flamme angezogen werden. Andere spekulieren, dass sie Botschaften untereinander austauschen oder gar uns – aus sicherer Entfernung – beobachten, um unser Leben besser zu verstehen. Wieder andere glauben, dass es ein Vorzeichen für etwas ist, das erst nach dem Fest geschehen könnte.

Fürs Erste rät die Stadtwache, dunkle Gassen bei Nacht zu meiden und auf den Hauptstraßen zu bleiben. Die Stimmung in Crystalbell bleibt dennoch überwiegend freudig und erwartungsvoll – schließlich rückt das große Fest mit jedem Tag näher.



 

Sicher unterwegs mit Dämonen

Da die Dämonen derzeit vermehrt unterwegs sind, können sie unerwartet in den Städten und Dörfern auftauchen. Die Wachen sind bemüht, sie von dort fernzuhalten, doch da sie das nicht sonderlich gut hinbekommen, hier ein paar Hinweise:

Tipps für Begegnungen:

Ruhe bewahren: Panik kann den Dämonen ein schlechtes Gewissen machen. Langsame, kontrollierte Bewegungen sind entscheidend.

Nicht nähern: Versuche niemals, die Gefallenen zu füttern oder zu streicheln. Das kennen sie so nicht. Außerdem benötigen sie ein spezielles Kraftfutter (Hackbraten, Fleischkäse, Bratkartoffeln, …) und sind körperliche Nähe nicht gewohnt.

Sich bemerkbar machen: Leises, stetiges Sprechen kann verhindern, dass die “Tiere” erschrecken. Plötzliche Bewegungen vermeiden. Einfach so tun, als würde man mit einem Kind reden… (Zumindest hat das bei mir mal jemand versucht, war irgendwie lustig!)

Rückzug zu in die Luft: Das bringt dann doch nichts, wir können fliegen, aber meistens wollen wir nur spielen.

Kinder sichern: Wir sind NACHTS unterwegs! Da gehören Kinder ins Bett!

Wachen informieren: Jede Sichtung sollte sofort den Stadtwachen gemeldet werden, damit die versuchen können uns zu fangen. Die schauen immer so schön frustriert.

Magie & Besitzverbot beachten: Der Rat der Erzengel weißt darauf hin, dass Dämonen einem Haltungsverbot unterliegen. Sie geben generell eher schlechte Haustiere ab, da sie ihre Freiheit doch sehr schätzen. Und ganz ehrlich: Wer mag es schon, wenn man Magie gegen ihn einsetzt?!

Hinweis: Trotz des schlechten Rufes der Dämonen sind die Städte selbst sicher. Macht ihr denn nie Spaziergänge an der frischen Luft?
A.

 

Reaktion des Chefredakteurs:

Da bist du ja wieder! Hatten schon befürchtet, dass du abhandengekommen bist. Und wie man liest, hast du dein freches Mundwerk gleich mitgebracht. Dir ist ja auch nix heilig, oder? (Doch, meine Schokolade und jeder Tempel! A.) Aber trotzdem danke für die interessanten Einblicke darüber, wie man sich deiner Meinung nach bei Begegnungen mit euch Dämonen verhalten sollte. PS: Es ist deine Schuld, wenn sich Engel daranhalten und genau das tun, was du vorschlägst.



Der Ewige bewahre! Ich liebe Hackbraten! Aber gut, dann hier ein ernsthafter Tipp: Begegnet uns wie jedem anderen Wesen auch. Wir sind intelligent (die meisten von uns – aber das Problem kennt ihr ja selbst). Wir beißen nur auf Nachfrage und bis jetzt ist mir kein Fall bekannt, in dem jemand zum Eisblock erstarrt ist, weil er oder sie uns gesehen oder mit uns gesprochen hat. A.
P. S.: Zum Dies Lucis ein Wörterbuch Sarkasmus-Engel/ Engel-Sarkasmus gewünscht?

 

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