52 Das Fußballspiel – Die Schatten gegen Kitary

Liebes Tagebuch,
heute schreiben wir den 11.02.04-I-II und leider hat mein Team verloren. Aber es war knapp und meine Jungs und Mädels haben sich gut geschlagen gegen das Team von Balthasar. Ich bin sehr stolz auf mein Team, auch wenn wir verloren haben.
Hier ein Mitschnitt von Ansils mitreißenden Job als Kommentator:
„Und damit willkommen zurück im Stadion von Kitary, wenn man das hier überhaupt Stadion nennen kann – aber jetzt zum Spiel! Wir sind in den letzten Minuten eines wahrlich nervenaufreibenden Spiels zwischen den Schatten und Kitary – und was für eine Partie das bisher war!
Die Schatten… ja, was soll man sagen… sie spielen aggressiv, manchmal zu aggressiv. Ganze fünf Gelbe Karten hat das Team mittlerweile gesammelt, und ehrlich gesagt können sie froh sein, dass es heute noch keine Platzverweise gab. Der Schiedsrichter hat alle Hände voll zu tun, die Partie unter Kontrolle zu halten.
Aber trotz der vielen Fouls – sportlich liefern sie ab!
Wir sind jetzt in der 89. Minute, Spielstand 3:2 für die Schatten. Kitary drückt noch einmal, sie wollen unbedingt den Ausgleich. Da kommt ein langer Ball rechts nach vorn – abgefangen! Ganz wichtiger Zweikampf der Schattenabwehr, trotz einer weiteren grenzwertigen Grätsche… der Schiri schaut streng, aber lässt weiterlaufen! Uff, Glück für die Schatten.
Konter jetzt! Die Schatten schalten schnell um… Pass in die Spitze… aber nein, der Stürmer verstolpert den Ball! Nervosität pur, hier liegt Spannung in der Luft, dass man sie schneiden könnte.
Kitary startet den letzten Angriff… hoher Ball in den Strafraum… Kopfball! – daneben! Ganz knapp vorbei!
Und in diesem Moment pfeift der Schiedsrichter ab – Sieg für die Schatten!
Endstand: Schatten 3 – 2 Kitary
Ein hart erkämpfter Sieg, teilweise wild, teilweise chaotisch, aber am Ende effektiv. Die Schatten nehmen die drei Punkte mit – müssen aber dringend ihr Kartenkonto überdenken, wenn sie im nächsten Spiel nicht in Unterzahl landen wollen.
Was für ein Spiel!“
Mit sehr viel Enthusiasmus hatte Ansil alles kommentiert und ich muss sagen, dass ich ihm das nicht zugetraut hätte – ist er doch meistens ehr still. Aber als Kommentator blühte er richtig auf. Tja, stille Wasser sind halt tief. Was Balthasar und mich betrifft, so haben wir uns nach dem Spiel sportlich die Hände gereicht, wie es sich für Fußballtrainer gehört. Doch kamen wir nicht dazu, miteinander groß zu reden, denn unsere Teams brauchten uns. Seins, weil sie total aus dem Häuschen waren, weil sie gewonnen haben. Und mein Team, weil ich ihnen seelischen Beistand leisten musste, weil sie verloren haben. Ich machte meinem Team klar, dass es bei Wettkämpfen meistens auch einen Verlierer geben muss und dass es eine Stärke sei, einzusehen, wenn der Gegner besser war. Zudem lobte ich sie, dass sie gute Leistungen gezeigt, fair gespielt und dass sie es den Schatten trotzdem nicht leicht gemacht haben. Bei einem nächsten Spiel würden wir sicher gewinnen, sagte ich zu ihnen und sie lächelten wieder. Natürlich gab es auch ein Speiseeis fürs Team (das hätte es auch bei einem Sieg gegeben, aber das sind bloß Details). So verbrachte ich den Abend mit meinem Team. Aber ich werde nun zu Bett gehen. Morgen ist ein wichtiger Tag, denn morgen wird die Briefwahl abgehalten. Diese wird darüber entscheiden, ob die Dämonen in die Gemeinschaft der Engel aufgenommen werden. Meine Stimme haben sie, hoffentlich auch die der meisten anderen Engel.






























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