Kapitel 26
Asher konnte auf dem gesamten Rückweg an nichts anderes denken als an sie.
An Skye.
An dieses rote Stück Stoff – mehr Hauch als Kleidung –, das sich unausweichlich in sein Gedächtnis eingebrannt hatte. Er hatte nicht damit gerechnet. Nicht damit, sie so zu sehen. Und ganz sicher nicht damit, wie sehr ihn dieser Anblick aus dem Gleichgewicht bringen würde.
Er hatte den Laden betreten, ohne auf das Schild zu achten. Gedankenlos. Getrieben. Er war ihr gefolgt, ohne es bewusst zu planen. Die Mate-Verbindung hatte gezogen. Zuerst leise, kaum mehr als ein Hintergrundrauschen. Dann deutlicher. Ein stetiges inneres Ziehen, das ihm den Weg wies, als hätte sein Körper längst entschieden, wohin er musste, lange bevor sein Verstand überhaupt eine Chance hatte.
Je näher er kam, desto klarer wurde es. Dieses warme, unverkennbare Gefühl tief in seiner Brust. Seine Gefährtin. Hier. Ganz nah.
Und dann hatte er sie gesehen.
Für einen Moment hatte er schlicht aufgehört zu funktionieren. Sein Blick war an ihr hängen geblieben, unfähig sich zu lösen. Sein Körper hatte schneller reagiert als sein Verstand. Das Blut schoss ihm heiß durch die Adern, sammelte sich tief in seinem Unterleib, sein Herzschlag geriet aus dem Takt. Er war so überrascht, so überwältigt von dem, was er sah, dass er beim hastigen Rückzug beinahe über seine eigenen Füße gestolpert wäre.
Er erinnerte sich genau an den Weg zum Auto. An die Spannung unter seiner Haut. An das harte, unnachgiebige Ziehen der Verbindung. An das Wissen, dass sie von all dem nichts ahnte, während er kaum noch klar denken konnte.
Die Mate-Bindung hatte ihn zu ihr geführt.
Und jetzt ließ sie ihn nicht mehr los.
Eines war glasklar:
Dieser Abend würde nicht ruhig enden.
Er ließ Worten Taten folgen.
Noch bevor sich die Unruhe in ihm legen konnte, schickte er Livia und Cain schon einmal zum Abendessen. „Geht ruhig vor“, sagte er beiläufig, als wäre nichts Besonderes. „Ich komme gleich nach.“
Cain sah ihn schief an. „Warum?“
„Ich muss nur kurz mit deiner Schwester reden“, antwortete Asher ruhig.
Das überzeugte den Jungen nicht wirklich, aber Livia war schneller. Sie musterte Asher einen Moment lang, dann breitete sich ein wissendes Lächeln auf ihrem Gesicht aus. Sie zwinkerte ihm völlig ungeniert zu.
„Lass dir Zeit“, sagte sie trocken, legte Cain eine Hand auf die Schulter und schob ihn Richtung Speisesaal.
Cain drehte sich noch einmal um. „Ihr seid komisch“, stellte er fest.
Asher schnaubte leise. „Das sagt jeder irgendwann.“
Als sie außer Sichtweite waren, blieb Skye stehen und sah Asher fragend an. Sie hatte keine Ahnung, was in ihm vorging – zumindest nahm er das an. Ihr Blick war offen, ahnungslos, und genau das machte es für ihn nicht einfacher.
„Was ist los?“, fragte sie vorsichtig.
Asher trat näher. Nicht abrupt. Nicht bedrohlich. Nur so nah, dass sie seine Präsenz spüren musste. Sein Blick glitt kurz an ihr hinab, dann zurück zu ihren Augen.
„Du weißt es wirklich nicht, oder?“, fragte er leise.
Sie runzelte die Stirn. „Nicht … was genau?“
Ein schiefes Lächeln zog über sein Gesicht. „Skye“, sagte er ruhig, „du bist eben in einem roten Hauch von Nichts vor mir gestanden.“
Langsam stieg ihr die Röte ins Gesicht. Erst zaghaft, dann deutlich.
„Das war … nur Kleidung“, murmelte sie.
„Nein“, entgegnete er sanft, aber bestimmt. „Das war ein verdammtes Signalfeuer.“
Er neigte den Kopf leicht. „Und du hast es mir direkt vor die Nase gehalten.“
Skye schluckte. Sie wich keinen Schritt zurück, doch ihre Stimme war leiser, als sie antwortete:
„Du warst einfach da. Ich konnte nichts dadür.“
„Ich weiß“, sagte Asher ehrlich. „Aber das macht es nicht einfacher. Ich habe den ganzen Rückweg daran gedacht..“
Einen Moment lang standen sie einfach da. Die Spannung war greifbar, unausgesprochen, aber eindeutig.
Asher atmete einmal tief durch. Er wollte sich beherrschen. Wirklich.
Dann sagte sie schüchtern, fast beiläufig:
„Ich fand es toll … deswegen habe ich es gleich angelassen.“
Das war zu viel.
Etwas brach in ihm.
„Komm“, sagte er, die Stimme rau, vollkommen erregt.
Als er sie in seinem Zimmer hatte, verlor er keine Zeit. Noch bevor sie reagieren konnte, riss er ihr die Sachen vom Leib.
„Asher!“, schimpfte sie.
„Das war sowieso nur geliehen“, murmelte er. „Ich rede mit Mira.“
Das Babydoll war kaum mehr als ein Versprechen.
Der Stoff war ein tiefes, sattes Rot, so fein und leicht, dass er bei jeder Bewegung sanft über ihre Haut strich. Oben schmiegte sich zarte Spitze an ihre Brüste, rahmte sie ein, ohne sie ganz zu verbergen. Die feinen Muster zeichneten sich deutlich auf ihrer Haut ab, ließen gerade genug sehen, um die Fantasie zu quälen. Darunter fiel der Stoff locker und fließend herab, kurz genug, dass ihre Oberschenkel bei jedem Schritt aufblitzten, lang genug, um den Blick immer wieder zurück nach oben zu ziehen.
Die Träger waren schmal, fast zerbrechlich wirkend, lagen aber sicher auf ihren Schultern. Er umrundete sie, wollte mehr sehen. Der Rücken war tief ausgeschnitten, der Stoff dort nur von einem feinen Band zusammengehalten, das sich bei der kleinsten Bewegung spannte. Dazu trug sie einen passenden Slip aus derselben roten Spitze, kaum sichtbar unter dem hauchdünnen Stoff, aber umso deutlicher zu erahnen.
An ihr wirkte das Outfit nicht aufgesetzt oder künstlich erotisch. Es wirkte… unerwartet. Wie etwas, das sie selbst noch nicht ganz begriff, das aber perfekt zu ihr passte. Unschuldig und verführerisch zugleich. Ein gefährlicher Kontrast.
Für Asher war es weniger Kleidung als eine Provokation. Ein stilles Versprechen von Nähe. Und der unumstößliche Beweis dafür, dass sie keine Ahnung hatte, welche Wirkung sie auf ihn hatte.
Dann war Schluss mit Reden und denken.
Er küsste sie. Nicht hart. Nicht fordernd. Sondern sanft. Langsam. Führte sie zum Bett, legte sie hin und betrachtete sie einen Moment lang – in diesem roten Nichts, das ihn wahnsinnig machte.
Skye setzte sich langsam auf. Asher zog sich den Pullover über den Kopf, dann Hose und Socken. Ihr Blick folgte jeder Bewegung. Über seine Arme. Seine Brust. Über den Nabel, die feinen Härchen, die in seiner Boxershorts verschwanden. Ihr Blick blieb dort hängen, wo sich bereits deutlich Spannung abzeichnete.
„Ich wollte schon beim letzten Mal sehen, was darunter ist“, murmelte sie.
Sie griff nach ihm. Er fing ihre Hand ab.
„Später“, sagte er rau. „Ich kann nicht so lange warten.“
Er küsste sie wieder. Diesmal fordernder. Sie erwiderte es sofort, schlang die Arme um seinen Hals. Seine Hände wanderten über ihren Körper, verwöhnten ihre Brüste durch den Stoff, glitten über ihren Bauch, hinweg über ihren Nabel bis zu ihrem Slip. Er zog ihn ihr langsam aus.
Skye hatte die Augen geschlossen. Gab sich ihm hin.
Asher zog seine Boxershorts aus, rieb seinen Penis an ihr. Sie war bereits feucht, bereit.
„Asher“, stöhnte sie.
„Bitte.“
Der Tonfall verunsicherte ihn kurz. Dann hob sie das Becken an, suchte ihn. Seine Gedanken verschwammen wieder und er küsste sie erneut, lang und innig. Mit einer Hand hielt er ihre Handgelenke über ihrem Kopf, mit der anderen zwang er ihre Hüften sanft zum Stillstand. Sie streckte sich ihm entgegen, ihre Brüste hoben sich. Er nahm einen Nippel in den Mund, dann den anderen, bis sie stöhnte und keuchte.
Dann führte er sich in Position.
Mit einem langen Stoß drang er in sie ein, spürte ein Hinderniss reißen – und erstarrte.
Der Schmerzschrei riss sie beide aus dem Moment. Skye riss panisch die Augen auf und wandt sich unter ihm.
Jungfrau, erkannte sein Verstand sofort.
Natürlich. Sie war seit Jahren auf der Flucht. Mit einem Kind. Mit wem hätte sie diese Erfahrung machen sollen?
Er ließ ihre Handgelenke los, drehte ihr Gesicht zu seinem, legte die Stirn an ihre.
„Es tut mir leid, mein Schatz“, murmelte er. „Der Schmerz wird gleich vorbei sein.“
Sie nickte nur. Eine Träne löste sich aus ihrem Augenwinkel. Er küsste sie sanft weg.
Langsam entspannte sie sich unter ihm. Asher begann sich behutsam zu bewegen, schaukelte seine Hüften, wartete auf ihre Reaktion. Als sie wieder leise stöhnte, ließ er sich gehen. Bewegte sich fordernder, aber bedacht. Auf sie. Auf ihren Körper.
Er spürte, wie sich ihre Spannung aufbaute. Langsam, dann immer schneller, gipfelte in einem Höhepunkt der sie aufschreien ließ. Ihre inneren Muskeln zogen sich um seinen Penis zusammen. Drückten, spannten sich an bis es auch für ihn zu spät war.
Asher brüllte auf, als er sich mit tiefen, kraftvollen Stößen in ihr ergoss.
Für einen Moment existierte nichts anderes als sie.





























Kommentare