Du kannst dich nicht bedecken!

Ich schwebe. Durch fremde Sphären, durch Stimmen, durch Träume. Mein Geist löst sich vom Körper, verknüpft sich mit anderen Welten, wie Fäden eines Netzes, das sich endlos spannt. 

Dann – ein grelles Aufblitzen.
Ich falle – nicht in Dunkelheit,
sondern in Licht, Glas und Glanz.
Eine Stadt. Fremd und atemberaubende
Hochhäuser aus Silber, Straßen aus Gold.
Limousinen gleiten lautlos vorbei, in den Fenstern funkelt das Leben. Ein riesiges Hotel erhebt sich vor mir, so groß, dass es den Himmel berührt.

„Warum bin ich hier?“, flüstere ich.

Mein Geist hat sich von selbst verlinkt, geführt von einer Kraft, die ich nicht verstehe. Ich betrete das Hotel. Lachen, Musik, das Klirren von Gläsern. Menschen in schimmernden Kleidern, Gesichter, die sich in Spiegeln verlieren. Ein Ort der Schönheit, der Verführung, der Sünde.
Die Worte der alten Frau hallen in mir nach:

„Du kannst dich nicht bedecken, Kind.“

Damals fühlte ich nur Angst. Jetzt spüre ich etwas anderes – ein Kribbeln, ein Ziehen, eine unruhige Neugier. Ich folge einem unsichtbaren Impuls als würde mich etwas rufen. Der Aufzug trägt mich hinauf in den dritten Stock. Als sich die Türen öffnen, schlägt mir Musik entgegen, eine Welle aus Licht, Wärme, Duft. Frauen. Nur Frauen. Sie tanzen, lachen, bewegen sich wie Wellen im Rhythmus der Nacht. Ihre Körper sind geschmückt mit Seide, Schmuck, Perlen, Spitze und Glitzer, doch nichts wirkt schamhaft oder versteckt. Jede Bewegung erzählt eine Geschichte von Freiheit. Zuerst will ich weglaufen. Ich schäme mich für das, was ich fühle. Eigentlich sollte ich das nicht gut empfinden. Und doch …Etwas in mir erwacht. Ein Teil, den ich nie kannte – oder nie richtig zuließ. Ich sehe, wie sich die Körper im Licht winden, wie jede Frau auf ihre eigene Weise schön ist – weich, stark, stolz. Ihre Anziehung ist nicht nur körperlich. Es ist Macht. Eine stille, magnetische Macht, die keine Worte braucht.
Ich spüre sie. Die Energie, das Selbstbewusstsein, die Hingabe. Wie ein Zauber, der mich mitreißt. Als ich durch den Raum gehe, streifen mich Hände, flüchtig, spielerisch. Blicke voller Geheimnisse kreuzen meine Augen.
Und zum ersten Mal – fühle ich keine Scham.
Nur Faszination. Nur diese schmerzhaft schöne Erkenntnis: Die Frau ist nicht nur Objekt der Begierde, sie ist die Begierde selbst.




Die Schöpferin. Die Flamme, die alles bewegt.
Ich bleibe stehen. Um mich herum glüht die Luft vor Energie, und ich verstehe: Dies ist kein Club. Dies ist ein Tempel. Ein Ort, an dem Schönheit, Sinnlichkeit und Macht eins werden.
Und ich – ich bin Teil davon. Ich laufe im Club herum und fasse weiter jedes Mädchen an, das ich kann. Meine Neugier ist auf den Körperbau der Frau vernarrt, wie wunderschön verführerisch er doch ist und wie Dessous und schöne Kleidung es noch mehr aufwerten. Da im Club keine Männer sind, tanzen die Frauen ganz nahe beieinander und verehren gegenseitig ihre Körper.

Eine Frau mit feuerroten Haaren und einem gewagten, transparenten Kleid zwinkert mir zu und zieht mich auf die Tanzfläche. Ich lasse mich widerstandslos mitreißen. Die Musik pulsiert in meinen Adern, und ich bewege mich im Rhythmus, während die Frau mich eng an sich zieht. Ihre Hände gleiten über meinen Rücken, und ich spüre ein Kribbeln in meinem Bauch.
Ich tanze und tanze, vergesse die Scham und die Zweifel, die mich eben noch geplagt haben.
Ich genieße einfach den Moment, die Nähe der anderen Frauen, die Freiheit, meinen Körper zu zeigen und zu lieben. Ich entdecke eine neue Seite an mir, eine Seite, die sich nach sinnlicher Erfahrung und weiblicher Energie sehnt.
In diesem Moment dachte ich, vielleicht ist es garnicht so schlimm, was in meinem Schlafzimmer geschah..

Plötzlich fasst mir die Frau mit den roten Haaren in mein Höschen, ich dachte zuerst das könnte nichts gutes heißen, gleichzeitig fand ich es toll. Ich dachte immer, mit Männern wäre es spannend, doch dies tat mir auch gut. Sie reibt sich mit ihrer Brust an meiner. Ich frage mich gerade, ob ich es mit Frauen treiben möchte? Ich höre Stimmen die Rufen wie Sirenen und öffne meine Augen. Andere Frauen im Club verkehren miteinander. Das ist ganz neu für mich, doch es gefällt mir. Irgendwie fühle ich mich vernebelt vor Erregung. Überall nackte Frauen, die sich ihren Lüsten hingeben und sich vergnügen.
Sie gaben sich einander hin. Sie teilten Intimität, Schamlosigkeit die wie Gift durch den Raum sickerte. Eine unverhohlene Dreistigkeit, die ihr Blut kochen ließ. Ich lasse mich fallen und genieße es, wie sie mich verwöhnt. Ich schließe die Augen und lasse mich von den Wellen der Lust übermannen. Wie in einer Welt der Ekstase, in der es keine Regeln und keine Grenzen gibt. Ich bin frei, meinen Begierden nachzugehen und mich von meinen Instinkten leiten zu lassen.




Ein Atemzug zu nah – und hungrig nach mehr, Blicke die nach mehr verlangten , ein Knistern das nach mehr brannte! Ein Verlangen, das tiefer und gefährlicher war als Worte. Das schlimmste ist der heimliche Wunsch nach einem Mehr, das niemand sah erfüllte sich wen mir jemand mit den Sternen unterlegen war. Gewisse hatten garkeine! Ich war von einem unerklärlichen Mehr-Verlangen getrieben! Diese Momente waren grenzenlos impertinent! In diesem Club habe ich Sex mit vielen Frauen. Mein Verlangen nach mehr wurde dadurch gestillt. Wie eine Süchtige stürme ich mich von Frau zu Frau los. Das Gefühl von Dominanz übernimmt mich! Inmitten des Geschehen werden Screens eingeschaltet von Frauen, die ich auf der SchulDarkNet sah.

Frauen, die genau das tun, was wir gerade taten. Die meisten nicht aus der Zauberschule.
Gewisse Frauen waren sogar hier und ich hatte was mit den. Meistens die unterlegenen die es einfach freiwillig mit sich machen ließen.
Durch das Video bemerkte ich die Altersunterschiede! Doch ich reagierte nicht darauf. Ich verliere mich in meiner Perversheit und lasse mich von all dem leiten. Von allen werde ich gerieben und treibe alle an. Wie in einem Bann bin ich gezogen. Wie dieser Bann vom Tyrannen, nur das ich mich freiwillig drauf eingelassen habe! Ich tue Sachen, die ich nie gedacht hätte, dass ich sie tun würde. Mit Magie ist alles möglich! Da ich wie in einem Bann gezogen war konnte ich nicht aufhören bis mir schwarze vor den Augen wurde! 

Als ich erwache hatte ich einen Kater!
Das grelle Licht der Lampe sticht mir in die Augen, wie Nadeln, die mein Bewusstsein durchbohren. Ich blinzle, erkenne sterile Wände, das Piepen eines Monitors – ein Krankenzimmer. Mein Atem stockt. Ich bin wieder hier. In der Realität.
Danny sitzt neben mir, bleich vor Sorge.

„Wie geht es dir?“, fragt er leise, seine Stimme bricht fast. „Du warst zu tief in der Astralreise.
Wir konnten dich nicht zurückholen … Es lag ein verschlüsselter Bann auf dir.“

Seine Worte hallen in mir nach, aber ich höre sie kaum. Wie ist das passiert? Ich starre ihn an, dieses reine, unschuldige Gesicht, das mir vertraut und fremd zugleich erscheint. Ich öffne den Mund, will sprechen – doch kein Laut verlässt meine Lippen. Denn ich weiß: Ich kann es ihm nicht sagen. Ich kann es niemandem sagen. Was ich dort gesehen habe …was ich getan habe …es war nicht nur ein Traum. Es war ich. Ein Schauer läuft mir über den Rücken. In jener fremden Welt, in jenem Tempel – ich war nicht mehr ich selbst. Ich fand es aufregend, ja … berauschend sogar. Doch weil ich jetzt zu mir kam, stürzte alles in sich zusammen. Ekel und Verachtung. Ein Schrei, der nie meinen Mund verließ. Ich wollte nur noch verschwinden.




Mich auslöschen. Tränen brennen in meinen Augen.

„Ich bin ein Monster!“, denke ich.

„Genau wie der Tyrann! Was habe ich getan?
Warum fühle ich mich zu Macht hingezogen, zu Kontrolle, zu Versuchung? Wie konnte ich mich so tief verlieren?“

Bilder flackern in meinem Kopf – Körper, Hände, Stimmen, Lachen. Ich sehe mich selbst, aber ich erkenne mich nicht. Ich fühle mich schmutzig.
Missbraucht – von mir selbst. Die Scham ist unerträglich. Ich sitze in diesem kalten Krankenhausbett und spüre, wie alles in mir zerbricht. Ich sehe die Frau vor mir, jene, die einst sagte:

„Du kannst dich nicht bedecken, Kleines.“

Ihre Worte waren ein Fluch. Und jetzt verstehe ich sie. Ich will mich bedecken, will verschwinden, will unsichtbar sein. Schnell packe ich meine Sachen. Danny steht auf, will etwas sagen – doch ich schüttle den Kopf. Er versteht nicht und doch umarmt er mich, wortlos.

Und in dieser Stille fühle ich die Entfernung zwischen uns wachsen. Düstere Scham, wie ein Schatten lastet auf mir, die Scham die wie kalte Finger meine Kehle umschloss! Die Schande, die in mir wütete wie ein verborgener Dämon, das stechende Brandmal der Scham! Verachtung meiner selbst die wie ein Dolch durch die Luft schnitt! Ein Sturm aus Demütigung, das mich  innerlich zerfetzte! Und ich die Missgunst!
Das Weinen riss zuerst in meinem Innersten, mein Atem bebte zwischen den Tränen! Ich brach in Schluchzen aus! Mein Schluchzen hallte wie ein vergessener Fluch! Der Schmerz fand seinen Weg über meine Wangen, Jede Träne fühlt sich an wie ein Opfer meiner Seele.

Ich weine, obwohl meine Stimme schon längst verstummt ist!
Ich wische mir die Tränen aus den Augen, doch sie kommen immer wieder!
Ich weine, obwohl ich stark sein wollte…

Zuhause angekommen, reiße ich alle Spiegel von den Wänden. Mein eigenes Gesicht kann ich nicht mehr ertragen. Ich zerreiße Zeitschriften, Bilder, alles, was mich an Verführung erinnert.
Ich verbrenne sie im Kamin, sehe zu, wie die Flammen züngeln – und wünsche mir, sie könnten mich mit verbrennen. Den weitesten Pulloverar den ich finde kann ziehe ich an und eine graue Jogginghose, verstecke jedes Stück Haut, als könnte ich damit meine Schuld auslöschen.




Ich will nie wieder gesehen werden!

Als Danny später anruft, zwinge ich mich zu einem Lächeln. Ich rede über die Schule, über Professor Eisenherz, über belanglose Dinge, um die Leere zu übertönen. Ich lache. Ich spiele die Jemea, die er kennt. Doch innerlich …bin ich ein Trümmerfeld.
Ein Körper ohne Seele. Ein Herz, das sich selbst nicht mehr verzeiht. Denn ich weiß: Ich habe etwas berührt, das kein Mensch berühren sollte. Und nun wird es mich niemals mehr loslassen. Seitdem bin ich gefangen in meinem eigenen Geheimnis. Ich ahne aber nicht, welche Konsequenzen dies für mich haben wird und wie dieses Geheimnis mich eines Tages erpressen wird. Ich liege im Bett und starre an die Decke.
Die Bilder des Tempels kommen wieder hoch, die Berührungen, die Blicke, die Lust. Ich schäme mich, aber gleichzeitig spüre ich auch eine dunkle Faszination. Was ist mit mir los? Bin ich wirklich ein Monster? Oder kann ich diesen Teil von mir irgendwie kontrollieren? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich Angst habe. Angst vor mir selbst.

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