Spiegelbildern meiner eigenen Begierden

Es sind freie Tage. Und in diesen Tagen bin ich irgendwie gelähmt. Ich kann nur rumliege und an eines denken. Masturbation.
Ich kann nicht anders. Ich fühle mich so dreckig und erniedrigt, doch der Geschmack von Erregung ist wie eine Droge für mich geworden.
Wie jemand, der immer high sein will, will ich dieses Gefühl als Schub. Ich betrachte mich selbst nackt im Spiegel und vergnüge mich an meinem eigenen Körper, an meinen Brüsten und Kurven. Ich beobachtete mich, wie ich als Mädchen gebaut bin. Was aus mir wird wen ich mal eine Reife Frau werde. Irgendwie hatte ich ein ungutes Gefühl mich nackt zu betrachten. Nicht wegen der Nacktheit selbst sondern weil meine Absichten ganz schamvoll waren. Sowas tat ich nämlich nie. Ich dachte nur daran wie gefährlich sowas ist!
Der ausgereifte Körper einer Frau!
Langsam stelle ich mir vor, wie es wäre, mit einer anderen Frau! Meine Neugier stieg gefährlich. Unsere Nacktheit ist so verschieden.
Ich öffne meinen Laptop und suche nach Bilder. Diese Bilder ließen mich nicht ohne. Ich wusste nämlich genau wo suchen. Auf der schamlose SchulDarkNet wo Schüler sich selbst entblößen. Für gute Noten, Stolz, Geld, Beliebtheit und was auch immer ihre Gründe sind. Zuerst war ich fassungslos wie riesige das Netz ist was mir Martina im Galaxy zeigte. Ich hatte ein ungutes und gemischtes Gefühl. Den gewisse Post’s waren aus Schüler unserer Akademie..doch die auf den Videos waren Schüler die ich noch nie gesehen hatte. Ab 12 Jahren, bergauf! Und ich bin mal 13. Eine Stimme sagte mir das dies nicht normal sei und ich mich fern halten soll… Und eine andere stimme besänftige mich mit einem, zu Glück bin ich nicht zu spät dran. Alle tun es. Ich werde bestimmt ausgelacht wen Martina herumerzählt das ich es erst vor kurzen herausgefunden habe… Ich stimmte der zweite Stimme zu. Das Ewige Scrollen Rieß mich tief in den Abgrund der Perversen Welt. Die Bilder, Vidos und Kommentare! Für jeden Post wurde man gelobt und gepriesen. Jeder wollte zeige was er zu bieten hat. Es wurde auch verglichen! Genau das tat ich dann auch. Ich zog mir die Bilder der Nackten Schülerinnen. Ganz ehrlich ich hatte ein Guest ACC, einen persönlichen zu machen war für mich einfach zu heftig! Dan würde man mich ja als Lesbe bezeichnen! Ich sah zu wie es Mädchen miteinander trieben. Sie brauchten  Spielzeugen, um es sich auf einem höheren Niveau zu gönnen. Ich wollte dies auch! Wie in einem Bann war ich gefangen! Ich zog mir immer mehr ein, zu dritt, zu viert, in Gruppen, mit Lehrern, Familienmitgliedern, Fantasiewesen, Animation usw. Ein Multiorgasmus rast durch meinen Körper. Ich masturbiere wie eine Süchtige und mache Bilder von mir selbst nackt in Posen und bestelle mir Verkleidungen, um mich anzusehen. Das schlimme daran ist, ich war hier und gleichzeitig abwesend. Es war als etwas in mir suchte, was meinen Hunger vielleicht stillen kann.



Ich sage mir selbst, dass etwas nicht stimmt, und gleichzeitig lobe ich mich selbst, weil ich so erregt von mir selbst bin und ich meinen Körper vergöttere.

Der Bildschirm flackert, während ich mich in immer neue Tiefen der sexuellen Ausschweifung stürze. Jeder Klick, jedes Video, jede Fantasie steigert meinen Hunger, lässt die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen.
Ich bin gefangen in einem Strudel aus Lust und Scham, in dem es kein Entkommen gibt.
Die Welt um mich herum verblasst, während ich mich in den Spiegelbildern meiner eigenen Begierden verliere.

Ich bin Sklave meiner eigenen Lust, unfähig, dem Sog der sexuellen Sucht zu entkommen. Die Tage vergehen wie im Rausch, und ich verliere das Gefühl für Zeit und Raum. Ich bin nur noch ein Körper, der nach Befriedigung schreit, ein Geist, der von sexuellen Fantasien gequält wird. Doch tief in meinem Inneren keimt ein leiser Zweifel, eine Ahnung, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein kann, dass die Sucht mich zerstören wird, wenn ich nicht bald einen Ausweg finde. Aber im Moment bin ich zu schwach, um mich zu wehren. Ich bin gefangen in meinem eigenen sexuellen Gefängnis, und die Gitter werden jeden Tag enger.

Irgendwann fühlte ich nichts mehr! Einfach nichts! Die Erregung ist verflogen. Was bleibt, ist ein brennendes Gefühl aus Scham und Ekel.

Ich muss unbedingt unter die Dusche! Das heiße Wasser prasselt auf meine Haut, als ich unter der Dusche stehe. Ich schließe die Augen, aber die Bilder kommen wieder. Die verbotenen Dinge, die ich mir angesehen habe. Die herbeigezauberten Spielzeuge, mit denen ich mich verloren habe. Alles erscheint mir plötzlich richtig schmutzig, fremd und entwürdigend.

„Ich spinne doch!“, rufe ich in den Dampf hinein. Meine Stimme hallt von den Fliesen wider.

„Bei mir ist echt eine Schraube locker!“

Im beschlagenen Spiegel erkenne ich mich kaum wieder. Mein Blick ist leer und fremd.

„Jemea, du hast ein Problem“, flüstere ich mir zu. „Was stimmt nicht mit dir? Verdammter Körper…“

Ein Zittern geht durch mich. Ich atme tief ein, zähle innerlich bis drei, versuche, die Fassung zurückzugewinnen. Heute ist schon Schulausflug. Ich darf mich nicht von diesen Gedanken auffressen lassen. Ich darf nicht wieder abrutschen! Nach der Dusche fühle ich mich sauberer – äußerlich. Innen bleibt das Chaos.




Ich ziehe mich an, kämpfe gegen das Zittern in meinen Händen, zwinge mich zu einem Lächeln im Spiegel. Niemand darf dies erfahren. Nicht mal Danny. Ich bin doch eklig!

Dann trete ich durch das Portal.

Danny steht schon da. Sein Lächeln ist so warm, dass es fast wehtut.

„Darf ich dich umarmen?“, fragt er leise.
„Geht’s dir gut?“

Ich nicke, lächle zurück, doch meine Stimme klingt dünn. „Ja… alles in Ordnung.“

Er zieht mich in seine Arme. Für einen Moment scheint alles zu verschwinden – der Lärm, die Schuld, die Scham.

„Martina ist stinksauer“, flüstert er mir ins Ohr. „Wir haben sie vergessen.“

Ich öffne die Augen – und da steht sie.
Etwas abseits, die Arme verschränkt, der Blick dunkel wie ein Sturm. Ich drücke Danny fester, als wollte ich mich vor der Welt verstecken. Er riecht nach Erdbeershake. Nach Sicherheit.

„Ich…“, beginne ich, doch die Worte bleiben stecken.

Soll ich mich entschuldigen? Lügen? Einfach so tun, als wäre alles normal? Schließlich sage ich nur:

„Ich hab dich vermisst.“

Und es ist wahr. Zwischen all den Begierden, der Verwirrung, der inneren Dunkelheit – ich habe Danny vermisst. Seine Nähe, sein Lächeln, die Wärme in seiner Stimme. Und selbst Martina… so kompliziert und unheimlich sie ist… fehlt mir irgendwie.

Danny hält mich noch fester.
„Ich dich auch“, murmelt er in meine Haare.
Seine Stimme ist ruhig, beruhigend, wie ein Versprechen. Für einen Moment atme ich wieder frei. Doch tief in mir weiß ich:

Das ist nur eine kurze Pause. Die Sucht, das Flüstern, das Feuer in mir – sie schlafen nicht.
Ich muss einen Weg finden, sie zu kontrollieren, bevor sie mich ganz verschlingen. Ich werde nicht mit Martina reden… über nix.

Jetzt will ich nur diesen Moment spüren, diese Umarmung, die wie ein schwaches Licht in meinem inneren Sturm leuchtet. Ich beschließe, mich zusammenzureißen. Heute will ich für einmal nicht die distanzierte, genervte Jemea sein.
Heute will ich versuchen, Martina wirklich zuzuhören – auch wenn sie mir nichts erzählt. Vielleicht ist es besser, wenn wir einfach wieder wie früher sind. Keine Spannung. Nur zwei Freundinnen, die so tun, als wäre alles normal.

Beim Ausflug heißt es: Astralreisen in Gruppenverbindung. Ein kollektiver Zauber, bei dem man den eigenen Geist von der physischen Welt löst und ihn durch andere Ebenen reisen lässt. Man kann sich mit anderen verlinken – wie durch unsichtbare Ketten, durch Lichtfäden, die die Seelen verbinden. Aber nur, wenn die magische Resonanz stark genug ist. Je schwächer der Zauber, desto brüchiger die Verbindung.



Ich lächle gezwungen, als wir uns im Kreis versammeln. Der Lehrer erklärt die Regeln:

„Haltet euren Radius. Achtet auf eure Magieströme. Nur wer innerlich im Gleichklang ist, kann den Astralraum betreten. Und vergesst nie: Was dort geschieht, prägt eure Seele.“

Ich spüre, wie sich Martinas Aura in meine mischt.
Ein Gefühl wie kaltes Glas – glatt, kontrolliert, unnahbar.

„Lass uns gemeinsam gehen“, sagt sie leise.

Ich nicke. Danny steht ein paar Meter entfernt und winkt mir zu, aber ich merke, dass seine Energie schwach flackert. Er versucht, sich einzuklinken, doch der Zauber stößt ihn ab.

„Warum funktioniert es bei ihm nicht?“, frage ich flüsternd.

Martina lächelt kaum merklich.
„Seine Magie ist zu instabil. Der Link würde reißen.“

Ihre Stimme klingt sachlich, fast mitleidig – und doch liegt darin etwas Triumphierendes. Sie wusste es genau! Ein unsichtbarer Vorhang fällt zwischen mir und Danny. Als wir die Augen schließen, breitet sich Stille aus. Nur das rhythmische Summen der Beschwörungsformeln hallt in der Luft. Dann geschieht es: Ein Ruck – als würde mein Körper von einer unsichtbaren Kraft nach oben gezogen. Ich öffne die Augen, und die Welt hat sich verändert. Wir schweben in einem endlosen, schimmernden Raum. Lichtströme fließen wie Wasser durch die Luft, jeder von ihnen pulsiert in einer anderen Farbe. Martina steht neben mir, ihre Gestalt halb durchscheinend, doch ihre Augen – diese unheimlich klaren, Augen – wirken realer als alles andere.

„Schön, oder?“, sagt sie und lächelt, aber etwas in diesem Lächeln jagt mir einen kalten Schauer über den Rücken.

„Ja“, flüstere ich. „Aber… wo sind die anderen?“

Martina hebt den Arm, und ich sehe die übrigen Schüler wie kleine Lichter weit entfernt.
Ein dünner Faden verbindet sie – eine sichere Zone. Doch wir sind… außerhalb.

„Martina?“, frage ich vorsichtig.

Sie blickt mich an, ihre Stimme plötzlich kühl und glasklar.

„Ich dachte, du wolltest mir mal einen Gefallen tun.“

„Welchen Gefallen?“

„Einfach… bei mir bleiben.“

Ich sehe noch einmal zu Danny hinüber – oder zu dem, was von ihm übrig ist.

Er steht weit außerhalb des Radius, seine Silhouette flackert, verzerrt vom astralen Nebel.



Er versucht, etwas zu rufen, doch kein Laut dringt zu mir durch.

„Martina… was hast du getan?“

Sie zuckt mit den Schultern.

„Nichts weiter. Ich habe nur den Ort gewählt. Einen, den er nicht betreten kann.“

Die Erkenntnis trifft mich wie ein Schlag.
Martina hat diesen Ort mit Absicht gewählt.
Sie wollte mich hierher bringen – allein, mit ihr. Ein Gefühl von Verrat kriecht in meine Brust, doch gleichzeitig ist da diese vertraute Traurigkeit.
Warum tut sie das? Warum kann sie mich nicht einfach in Ruhe lassen?

„Wieso, Martina?“, frage ich leise. „Warum trennst du uns?“

Sie sieht mich lange an. Dann sagt sie mit dieser seltsam ehrlichen Stimme, die mich immer verwirrt:

„Weil du sonst nur mit ihm bist.“

Ihre Worte hallen in mir nach – klar, rätselhaft, verletzend. Und dann beginnt die Welt zu flackern.
Ich spüre, wie mein astraler Körper bebt, als würde er zwischen zwei Realitäten zerrissen.
Ich weiß nicht, ob sie mich beschützen oder bestrafen will. Aber eins weiß ich sicher:
Martina führt mich irgendwohin, wo niemand sonst folgen kann. Bilder flackern um mich herum, wie Erinnerungen, die jemand aus einem alten Filmprojektor zieht.

Ich sehe uns — zwei Kinder — barfuß auf einer Wiese, lachend, frei. Martina hält meine Hand.   Ich falle hin, sie zieht mich wieder hoch. So war es immer. Die Bilder springen weiter: wir als Teenager, sie mit ihren Comics, ich mit meinen Zauberbüchern.

Ich sehe mich weinen, allein im Zimmer, und dann wieder sie — plötzlich da. Immer da. Wie ein Schatten, der mich nie verlässt. Doch das Lächeln in den Erinnerungen verblasst, die Farben kippen ins Graue. Das Licht in Martinas Augen verändert sich. Es wird dunkler, tiefer, fordernder.
Ihre Stimme hallt über die astrale Leere:

„Siehst du es jetzt, Jemea? Ich bin die Einzige, die bleibt. Wenn alles in deinem Leben zerbricht – ich bin da. Ich war immer da. Niemand sonst.“

Ihre Worte hallen wie Glockenschläge in meinem Kopf. Ich will es glauben. Aber je öfter sie es sagt, desto mehr klingt es wie ein Fluch. Warum war sie immer da, wenn ich litt? Warum genau dann?
Was, wenn sie nicht nur kam, weil ich litt –sondern weil sie wollte, dass ich leide?




Ein brennendes Misstrauen durchzuckt mich.

„Nein… du warst nicht da, um mir zu helfen“, flüstere ich. „Du warst da, weil du wolltest, dass ich dich brauche.“

Martinas Blick kippt. Ihre Pupillen werden schmal wie Risse. „Du verstehst es nicht. Ich beschütze dich.“

„Du kontrollierst mich!“

Ich reiße mich los, spüre, wie der Lichtfaden zwischen uns knistert, zerrt – bis er zerreißt.
Ein grelles Aufblitzen. Dann Stille. Und plötzlich — fällt alles. Ich stürze. Durch Nebel, Dunkelheit, Stimmen. Als ich aufpralle, atme ich keuchend ein.
Der Boden unter mir ist kalt, nass, schmutzig.
Ich liege auf einer Straße, der Himmel ist grau und schwer. Regen fällt. Ich bin nackt!
Ich schreie, doch kein Laut dringt aus meiner Kehle. Nur das Echo meiner eigenen Angst.
Mein Körper zittert, meine Haut klebt voller Dreck. Ich laufe zu einer Pfütze, will mich waschen doch das Wasser ist schwarz. Ich wische über meine Arme, doch der Schmutz bleibt, als wäre er in mich eingebrannt. Ein altes Kleidungsstück liegt auf dem Boden. Ich greife danach, doch sobald ich es überziehe, zerfällt es zu Staub. Ich probiere ein anderes, doch auch das verschwindet.
Immer wieder, verzweifelt versuche ich mich zu bedecken. Nichts bleibt.

„Was ist das hier…?“

Meine Stimme klingt fremd, leer. Ich sehe Gestalten im Schatten. Männer. Frauen. Fremde, die mich mustern, lüstern, gleichgültig.
Sie flüstern etwas über Münzen, über „Dienste“. Ich renne davon, aber meine Beine sind schwer, als klebte der Dreck der Straße an mir.
Eine alte Frau mit leerem Blick kommt näher.
Ihre Lippen bewegen sich kaum, als sie spricht:

„Du kannst dich nicht bedecken, Kind. Das ist deine Strafe. Deine Wahrheit. Du hast dich selbst entblößt – nun wird die Welt dich so sehen.“

Ich schreie, greife mir an die Haut, kratze, kratze –
als könnte ich das Unsichtbare abreißen, das mich entstellt. Aber nichts ändert sich. Je mehr ich kämpfe, desto nackt und bloß fühle ich mich.
Ich will aufwachen. Ich will zurück.

„Ich will weg!“

Ein grelles, reißendes Licht bricht über mir zusammen – und dann wird alles schwarz.
Ich wache keuchend auf. Schweißgebadet.
Meine Finger zittern, mein Herz rast.
Ich bin wieder im Astralraum – allein.




Der Link zu Martina ist gebrochen.
Doch in der Ferne höre ich sie noch.
Ein Flüstern, kaum hörbar, aber voller unheilvoller Zärtlichkeit:

„Ich bin in dir,  Jemea.
Auch wenn du mich nicht willst.“

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