April – Lebe! … es ist DEIN Jahr!

Die Petersilie in meiner Kartoffelsuppe
Pssst! Guck hier! Dreh dich doch mal vorsichtig um!
Siehst du die kleine Nase dort hinten?
Ganz vorsichtig, aber dennoch neugierig spitzt sie um die Ecke des alten Holzbalkens unserer Küche.
Hab´ keine Sorge! Es ist doch nur eine kleine Maus!
Bemerkst du das aufgeregte Zittern der Barthaare?
Ich glaube, sie riecht den Käsekuchen hier auf unseren Tellern.
Was denkst du, wollen wir ihr ein kleines Stück davon abgeben und ihre Neugier belohnen?
Ja, seit unser Hund Rudi verstorben ist, besuchen uns in unserem alten Bauernhaus von Zeit zu Zeit ein paar kleine neugierige Mäuse. Na ja, Rudi machte mit diesen kleinen felligen Gefährten und ihrer Neugier immer einen deutlich kürzeren Prozess wie wir … und das Teilen eines Stück Käsekuchen fiel ihm nicht einmal in seinen verrücktesten Träumen ein.
Natürlich vermisse ich unseren wachsamen treuen Graubart sehr, aber gerade bereitet mir das wagemutige und neugierige Schauspiel dieser kleinen Maus dennoch Freude!
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
… das könnte sich das junge Mäuschen vielleicht auch gedacht haben, bevor es mutig um das Eck zu uns blickte.
Und die Neugier lässt auch uns so manches Wagnis eingehen, meinst du nicht auch?
Aber wer nicht wagt, der gewinnt eben auch nicht!
„Hier, kleine Maus! Lass es dir schmecken! Das Stückchen ist für dich!“
Hmmm, sollten wir vielleicht auch so neugierig wie dieses kleine Wesen sein?
Ich glaube schon … nein, ich glaube nicht nur, sondern ich weiß es!
Wir sollten nicht nur, sondern wir „müssen“ und dürfen genauso neugierig wie diese Maus sein!
Denn diese Neugier … und damit meine ich natürlich nicht die geschwätzige Neugier ob Frau Schmidt aus dem Kundencenter ein Tête-à-Tête mit Herrn Huber aus der Verwaltung hat oder ob sich die Meiers von schräg gegenüber den dicken neuen Mercedes-Benz wirklich leisten können oder ob es vielleicht doch mehr „Schein als Sein“ ist … sondern tatsächlich unsere beflügelnde Neugier … denn sie ist, wie die leckere saftig grüne Petersilie in der Kartoffelsuppe unseres Lebens!
Weißt du, diese Petersilie der Neugier würzt unseren Alltag!
Sie beflügelt unseren trotteligen Alltagsschimmel und wir werden zum himmlischen Reiter dieses fliegenden Pegasus!
… und, auch wenn du es vielleicht kaum glauben magst, bekommt dadurch unser Lebensfilm eine bezaubernde Wendung, einen ganz anderen Sinn und wir werden mit der unerschütterlichen Gewissheit erfüllt, dass das Glück und die Freude auch im noch für uns Unbekannten nur auf UNS wartet!
Kannst du dich auch noch an die Sprüche der Erwachsenen erinnern, als du ein Kind warst? … „Sei doch nicht so neugierig! Das geht dich doch nichts an!“ …
Ja? … ich kann mich da durchaus noch daran erinnern und habe dann ehrlich gesagt leider auch immer meine Neugier, meine kleinen Finger oder meine löchernden Fragen gestoppt.
Aber ich kann mich jedoch auch an ein ganz wunderbares Erlebnis erinnern, als meine kindliche Neugier die Welt um mich herum in Watte packte und in mir wie ein Kribbeln von tausenden Schmetterlingen aufstieg.
Oh, ich sehe deinen erstaunten Blick!
… warte, ich erzähle dir davon!
Heieiei, auch diese Erinnerung ist schon wieder einige Jahrzehnte her! Verrückt, wie doch die Zeit verfliegt!
Ich war damals vielleicht 9 oder 10 Jahre alt und meine Eltern, mein kleiner Bruder und ich machten mit unserem orangen Hippie-VW-Bus Urlaub bei einer sehr netten Familie in einem kleinen polnischen Dorf. Eines Abends saßen wir zum Abendessen mit der Familie und anderen Nachbarn in der Wohnküche und machten uns neugierig über die herrlichen, für uns durchaus fremden Köstlichkeiten her.
Auf dem Tisch stand auch eine in allen Farben leuchtend bunte, aber schon geöffnete Cola-Dose.
Diese Dose zog mich magisch an, weckte im Nu mein großes Interesse und meine Neugier!
Ganz selten zuvor bekam ich eine Cola-Dose zu Gesicht und noch nie hatte ich in meinem kurzen kindlichen Leben so eine herrlich bunte Dose gesehen!
Du wirst es nicht glauben, aber noch heute spüre ich, wie meine Augen zu Leuchten begannen, die Gespräche und der Trubel um mich herum wie in einem Nebel verschwanden und ich eine unglaubliche kribbelnde Neugier empfand.
Eine ganze Weile betrachtete ich still diese Dose, drehte meinen Kopf hin und her um auch die anderen Seiten besser betrachten zu können und dann … dann griff meine rechte Hand, fast wie von einem Marionettenspieler geführt, einfach nach der offenen Dose und drehte sie auf den Kopf!
Erschrocken über mein eigenes Handeln, zog ich sofort meine Hand weg und mein Gesicht lief puderrot an! In Windeseile verteilte sich die leckere Cola über die weiße Tischdecke und die Frauen mühten sich ab die anderen Köstlichkeiten vor der Überschwemmung zu retten.
Ach, ich kann dir gar nicht sagen wie peinlich mir das war!
Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken!
Aber dann kam die ältere Hausherrin zu mir und sagte laut: „Ach, mein Mädchen, das ist doch gar nicht schlimm! Ich habe mich auch schon die ganze Zeit gefragt, ob diese bunte Dose wohl auch unten angemalt ist! Ich habe mich jedoch nicht getraut sie umzudrehen! Aber deine Neugier ist ganz wunderbar! Verliere sie nicht! Nur Mut, deine Neugier tut gut!“
Unglaublich, oder?
Ja, der liebevolle und wohlwollende Satz der Dame und das Wahrnehmen meiner Neugier waren damals sprichwörtlich die Petersilie in meiner kindlichen Kartoffelsuppe!
Und wie du merkst, hat sogar nach Jahrzehnten das kleine würzige Kraut seine Wirkung nicht verfehlt und nicht nur in meiner Erinnerung, sondern auch in meinem alltäglichen Leben genieße ich seither den Ritt auf meinem Pegasus der Neugier sehr!
Huch … was ist denn das jetzt gewesen? Hast du ihn vielleicht auch gesehen? … den kleinen leuchtenden Blitz?
Ich glaube, mir ist gerade ein kleiner Blitz der inneren Erleuchtung durch meinen neugierigen Kopf gefunkelt!
Ja, es stimmt wirklich! Denn ohne das auffordernde Schnauben meines Pegasus würden wir zwei jetzt nicht gemeinsam über die wilden Auen der Neugier fliegen, nach frischer Petersilie Ausschau halten und hätten auch nicht so eine ganz wunderbare Zeit miteinander!
Ach, du bist wirklich lustig! Jetzt guckst du wieder so herrlich unglaubwürdig und fragend!
Spitz wie die kleine Maus deine Ohren und lausche neugierig meinen Worten!
Wie du sicherlich schon bemerkt hast, schreibe ich für mein Leben gern!
In der Schule freute ich mich still und heimlich über jeden zusätzlichen Aufsatz und jede Erlebniserzählung. Ja, sogar die Schulabschlussprüfung in Deutsch war für mich wie ein großes Fest.
Und in meinen wildesten und von Neugier getränkten Träumen vergaß ich durch die Art meines Schreibens meinen Alltag. Ich sah ich mich schon als gefeierte Autorin; flog in meiner Fantasie zu einsamen Berghütten an kristallklaren Seen um mich voll und ganz auf einen neuen Roman aus meiner Feder einzustimmen; signierte dutzende Bücher und alle hochkarätigen Verlage rissen sich förmlich nur so um meine Zeilen!
Neugierig testete ich im Laufe der vielen Jahre unzählige Schreibprogramme, probierte interessante Schreibstile für mich aus und erfreute mich selbst an jedem neuen Satz, den ich bislang ja nur für mich aufschrieb. Manchmal dachte ich sogar tagelang über einen einzigen Satz nach!
Lach mich jetzt bitte nicht aus, aber ehrlich gesagt wusste ich auch lange Zeit nicht, dass man „Genre“ nicht „genree“ sondern „schong-ree“ ausspricht und was das Wort überhaupt bedeutet.
Aber das tat, wie du sicherlich gerade erneut erkennst, meiner Neugier und meiner Freude keinen Abbruch.
Nun ja, irgendwann wurde es „Frühling“ in mir, meine „Petersilie“ bekam neue Triebe und auch mein Pegasus scharrte schon mit den Hufen … und dann … gesellte sich noch ein Quäntchen Mut dazu!
Und siehe da!
Auf einmal konnte und wollte ich meine hungrige Neugier auf die für mich noch unbekannte Welt der Bücher, der Autoren und der Verlage nicht mehr unterdrücken und schrieb mutig einen Verlag an.
Potzblitz!
Eine ganz neue, mir bis dato unbekannte Welt tat sich vor mir auf und plötzlich katapultierte sich die bekannte Welt meines Alltags hinaus in eine andere Galaxie!
Zu Beginn musste mein Pegasus allerdings ganz schön hohe Sprünge machen und ich durfte mich ordentlich in seiner Mähne festkrallen um nicht zu schnell wieder in meinen Alltag zu purzeln, aber dann … dann geschah es!
Wir beide … ja, DU und ich … durften uns tatsächlich kennenlernen und sitzen nun hier, beobachten neugierig kleine und mindestens genauso neugierige Mäuschen, philosophieren voller Leidenschaft über Gott und die Welt und naschen wohlschmeckenden Käsekuchen!
Was für eine Freude und was für ein Glück doch im Unbekannten für uns zu finden und zu entdecken ist! Meinst du nicht auch?
Und was für ein wunderbares Gefühl es doch ist, wenn wir mit unserem Herz, unserem Verstand und in unserer Lebensweise offen, neugierig, wissbegierig und agil bleiben und die Lethargie, den Trott und oftmals auch die Hoffnungslosigkeit in unserem Lebensalltag sprichwörtlich dadurch zum Mond schießen können!
Ich glaube, dieses zauberhafte Gefühl durch unsere Neugier in eine andere Welt einzutauchen und unbekannte Sphären zu entdecken, haben auch schon unsere Vorfahren vor vielen Jahrtausenden geschätzt und geliebt!
Denn ohne ihre Neugier und das mutige und unerschrockene Vorangehen und Ausprobieren, wäre unsere Welt heute bestimmt eine ganz andere und es gäbe wahrscheinlich keinen leckeren Käsekuchen, keinen elektrischen Strom, keine würzende Petersilie für die Kartoffelsuppe, keinen Buchdruck und somit auch kein wundervolles Jahresjournal, keinen fliegenden Pegasus der griechischen Mythologie, keine fernen Galaxien, auch keine hellen Blitze unserer inneren Erleuchtung und die Erde wäre womöglich immer noch eine Scheibe!
Ich denke, wir sollten unseren Vorfahren und ihrer wunderbaren Neugier einmal von Herzen danken und sie hochleben lassen!
Lebe dreimal hoch, liebe Neugier!
Oh, hast du das auch gerade gehört? Sieh mal, auch das Mäuschen spitzt seine Ohren!
Dein Pegasus hat gerade nach dir gerufen!
Nun sage ich „Adieu“ zu dir, schwinge dich auf seinen Rücken, galoppiere zu den saftig grünen Petersilienfeldern und genieße deine Neugier und das Glück im Unbekannten!
Und dann treffen wir uns wieder und du erzählst mir von deinen Erlebnissen!
Ich freue mich und bin schon sehr neugierig darauf!
Für Dich
Sei ein Mäuschen!
Ja, sei auch du ein Mäuschen und begucke voller Neugier deine Welt! Spitze deine Ohren, schnuppere den frischen Wind und nasche von unbekannten Köstlichkeiten und der frischen Petersilie!
Und sorge dich nicht! Dein innerer Kompass wird dir die Richtung weisen und dich auch vor der einen oder anderen Mausefalle bewahren.
Freue dich über die kleinen Stolpersteine auf deinem Lebensweg!
Ein jeder Lebensweg führt ab und an über holprige Schotter- und Stolpersteine.
Trete diesen Steinen nicht mit Groll und Missmut entgegen, sondern freue dich über sie und begegne ihnen mit Neugier und mit den Gedanken und Worten: „Oh, interessant! Ich bin gespannt und neugierig was nun auf mich wartet!“
Denn jedes Stolpern, jeder Umweg gibt dir die Möglichkeit dein Glück und deine Freude im Unbekannten zu finden!
Würze deine Suppe!
Lass gern die würzige Petersilie in der Kartoffelsuppe zu deinem „Erinnerungs-Anker“ der Neugier werden! Und immer wenn du nun in deinem Alltag beim Einkaufen, im Garten oder auch auf der Speisekarte eines Restaurants Petersilie siehst oder liest, erinnere dich an unsere Neugier und bleibe offen, interessiert, mutig und wissbegierig auf das Unbekannte und finde die Freude und das Glück darin!
Du bist nie zu alt!
Vielleicht bist du tatsächlich ein wenig zu alt um, wie ein kleines Kind auf allen Vieren durch die Wohnung zu krabbeln oder um dich brüllend auf den Boden zu werfen nur, weil etwas nicht nach deinem Sinn verläuft … aber … für deine Neugier bist du NIE zu alt!
Probiere dich aus! Was weckt deine Neugier? Was zieht dich magisch an? Gehe mit einer kindlichen Neugier an neue Dinge, Menschen, Situationen, Projekte, Veränderungen oder Gebiete heran und genieße dann die einmalige „Würze deiner Kartoffelsuppe“!
Raum für Deine Gedanken, Ideen, Notizen und Geistesblitze:
Was beschäftigt Dich in diesem Monat?
Für was bist Du aktuell besonders dankbar?
Was tut Dir gerade gut? Was brauchst Du momentan?
Was macht Dich glücklich?
Wem oder wo konntest Du eine Hilfe sein?
Wann, wo oder wie spürst Du Dein Leben?
Wann musstest Du herzhaft lachen?
Durftest Du auch einem anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern?
Traf Dich womöglich ein „Blitz der inneren Erleuchtung“?






























































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