Kapitel 8 Rückblick

Vor 7 Jahren

Luna Jade kommt nach Stunden, in denen sie wie vom Erdboden verschwunden war auf den Trainingsplatz gestapft. Auf diesem müssen die Jungwölfe immernoch Runden laufen, unter dem wachsamen Blick ihres Alphas. Alpha Mathias zuckt überrascht zusammen, als seine Luna plötzlich neben ihm auftaucht, ohne dass er sie vorher gerochen hat.

Zielstrebig geht Jade zu Paul. Sie greift weder sanft noch rücksichtsvoll nach dem Wolfsohr von Paul.

„Von nun an darfst du nicht mehr zu uns nach Hause kommen. Ja nicht mal in die Nähe unseres Hauses. Hast du Verstanden?“ spricht Luna Jade mehr als nur ernst, sodass sich auch die umstehenden Wölfe ducken.

Alpha Mathias geht zu ihr „Schatz, was hat er denn verbrochen, dass du so ein Verbot aussprichst? Nicht mehr zur Alpha-Familie zu dürfen, ist wie eine Verbannung.“ Aufgewühlt dreht sich Jade beunruhigend langsam zu ihrem Mate um.

Überrascht von ihrem Auftreten, geht Alpha Mathias einen Schritt zurück. „Du“ spricht Jade unheilvoll und tippt bei jedem weiteren Wort gegen die Brust ihres Mates, „Wenn du mal das getan hättest, worum ich dich gebeten hatte. Aber Nein, der große Alpha meinte ja, es legt sich alles von alleine wieder. Wir sollen nur abwarten, bis beide 18 Jahre alt sind und dann wüssten wir Bescheid und alles würde sich von alleine regeln. So ein Bullshit. Ja wir leben mit euch Fellkäulen zusammen, aber nichtsdestotrotz sind wir immer noch Menschen. Wir verstehen dieses Mate-Dings nicht so wie ihr. Du hättest, wie ich dich schon öfter drum gebeten hatte, wenigstens dem Rudel Einhalt gebieten sollen. Um diese Vollidioten kümmere ich mich um einen anderen Tag.“ dabei deutet Luna Jade auf die Jugendlichen, die heute Fiona Angst eingejagt hatten. Hauchend spricht sie weiter „Aber was mein Krümmel alles ertragen musste. Und jetzt ist sie fort.“

Bei den letzten zwei Sätzen beginnt Jade zu schluchzen, sodass man kaum noch versteht, was sie sagt. Mathias will sie in den Arm nehmen, doch weicht Jade aus. „Ich, ich kann das gerade alles nicht. Joshua mein Lieber, du darfst jeder Zeit zu mir kommen. Aber ansonsten brauche ich erst einmal Abstand von euch Wölfen.“ Damit dreht sich Luna Jade um und geht.

Sie lässt ein total verwirrtes Rudel hinter sich, dass nicht versteht, was soeben passiert ist.




Am nächsten Tag

Jade kehrt nach Hause zurück, da sie gestern in der Eile keine Sachen mitgenommen hat. Immernoch kann sie nicht ganz glauben, was am Vortag passiert ist, beziehungsweise auch nicht passiert ist.

Ihre Sachen hat sie schnell gepackt und bisher ist sie keinem Wolf begegnet, worüber sie froh ist. Jedoch ändert sich dies, als sie wieder zurück zu ihrem Auto geht, welches das Auto des Fire-Captains ist. Dadurch wusste das Rudel, dass sie da ist und hat beim Parkplatz auf sie gewartet.

Tief atmet Luna Jade durch, ehe sie resigniert fragt „Was ist los?“ Mathias kommt nun ebenfalls angerannt und will seine Mate umarmen, doch weicht Jade weiterhin aus. Winselnd fragt Mathias „Warum lässt du mich dich nicht berühren?“

Jade schnaubt auf und fragt ans gesamte Rudel gerichtet „Was ist euch am Rudel aufgefallen?“ Verwirrt schauen sich die Rudelmitglieder an.

Die Pause dauert der Luna zu lange. Die Tränen versuchend zu unterdrücken spricht sie „Es ist sage und schreibe nur einer Person aufgefallen und das hat mich noch mehr geschockt, als alles andere. Aber gleichzeitig hat es nur die Entscheidung bekräftigt.“

Von der inneren Unruhe und Enttäuschung seiner Mate aufgewühlt, fragt Mathias „Wovon sprichst du? Welche Entscheidung?“

Der Luna laufen nun die Tränen über die Wangen „Hanna, könntest du bitte?“ haucht sie. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf Hanna.

Blass und mit tiefen Augenringen steht die sonst so fröhliche Wölfin am Rand des Rudels. „Ist euch wirklich nicht aufgefallen, dass eine Person fehlt?“ fragt sie ungläubig.

Das Rudel schaut sich gegenseitig an. Es sind tatsächlich Joshua und Paul die gleichzeitig fragen „Wo ist Fiona?“ Luna Jade schluchzt bei der Erwähnung auf. Alpha Mathias schaut Jade mit großen Augen an.

Langsam scheint er zu Begreifen, warum seine Mate Abstand zu ihm nimmt. Bevor er sie damals Markieren durfte, musste er ihr versprechen, dass er Fiona wie seine eigene Tochter behandeln und vorallem beschützen würde. Gerade weil Fiona ein Mensch unter Wölfen ist.

„Jade, wo ist Fiona?“ fragt Mathias seine Frau eindringlich. Diese fasst sich wieder und antwortet mit durchgestrecktem Rücken „Sie ist fort. Fiona ist gegangen. Ihr könnt sie nicht finden. Ich weiß selber nicht, wo sie hin ist.“ Das Jade ihren Partner anlügen muss, tut ihr Leid, doch es ist für ihre Tochter und für diese würde sie alles tun. Jade nickt Hanna nochmal zu, ehe sie in ihr Auto steigt und wegfährt.




„Nein“ spricht Paul ungläubig und sinkt auf die Knie. Es entsteht ein Moment der Stille, in dem das Rudel versucht zu begreifen, was passiert ist.

Mit jeder Sekunde begreift jeder mehr und mehr, was sie einzelnd Fiona angetan haben. Sie haben ohne es selbst zu merken, eine Person dazu getrieben, vor ihnen zu flüchten.

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