Kapitel 15 – Frieden?
Kapitel 15 – Frieden?
Aurelie
Verwirrt blinzelte ich der Sonne entgegen. Wärme umgab mich. Und von beiden Seiten hielt mich ein warmer, kräftiger Arm fest. Beim nächsten Atemzug drang mir augenblicklich Cyrus‘ Geruch in die Nase und rief die Erinnerungen der letzten Nacht auf.
Schwitzende Körper, rein, raus, rein – von unten Cyrus, von hinten Gilead. Nach Kurzem schon war auch der Schmerz verschwunden gewesen und hatte sich in süße, lüsterne Qual verwandelt. Ich wurde schon wieder ganz rollig, wenn ich nur daran dachte. Vollständig aufgefüllt zu sein, hatte sich so unglaublich schön angefühlt. Doch als ich jetzt meine Beine leicht aneinander rieb, war da vor allem das Gefühl, ganz wund zu sein. Und trotzdem sammelte sich schon wieder spürbar die Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen.
Ich fühlte mich schwach, hungrig und ein klein wenig benutzt, ja. In diesem Punkt behielt Cyrus recht. Da war durchaus das Gefühl, dass sie mich benutzt hätten, obwohl es dafür eigentlich gar keinen Grund gab.
Langsam öffnete ich die Augen richtig und blickte gleich darauf in Cyrus‘ schönes, schlafendes Gesicht. Mein Blick wanderte an seiner Kieferlinie herab, zu seinem Hals, an dem ich das Pochen seines Blutes beobachten konnte. Und ob es jetzt der Hunger war oder die bereits wieder ansteigende Lust; ich beugte mich ein Stückchen näher zu ihm hin, legte meine Lippen auf seinen Hals und biss zu.
Als ich sein Blut an meinen Lippen spürte, stöhnte ich leise. Gleichzeitig spürte ich, wie Gileads Arm mich ein wenig näher zu ihm zog. Plötzlich war da ein Finger, der sich von hinten vorsichtig Zugang zu meinem Inneren verschaffte, und es sanft stimulierte.
Cyrus öffnete stöhnend die Augen und sein Arm tastete sich zu meinem Körper vor. Er brummte leise, als er meine Brüste berührte. Allerdings ließ er davon recht schnell ab und suchte meine Hand, die er auf sein rasch anschwellendes Glied legte. „Bist du dir sicher, dass du weißt, was du da tust?“, fragte er mit rauer, belegter Stimme.
Gileads Finger bewegte sich schneller in mir. Mit der anderen Hand griff er um mich herum, um zusätzlich meine Perle zu stimulieren.
Als Antwort stöhnte ich lediglich erregt an seinen Hals. Meine Hand hatte sein Glied umfasst und bewegte sich langsam hoch und runter, was dazu führte, dass er in meiner Hand immer größer wurde. Sobald ich einigermaßen wach war, ließ ich von ihm ab und suchte seine Lippen.
Cyrus erwiderte den Kuss stürmisch. Er biss sanft in meine Unterlippe und drängte danach seine Zunge in meinen Mund. Er leckte über meine Zähne und stupste meine Zunge an. Seine Hände glitten über meinen Körper und als er merkte, dass Gilead mich bereits stimulierte, knurrte er leise in meinen Mund.
Gilead musste das Knurren auch gehört haben, denn seine Finger wurden noch schneller und drängender.
Anstatt meine Lippen weiter zu bewegen, stöhnte ich nun laut in Cyrus Mund. Mit meiner zweiten Hand suchte ich seine und führte sie an meine Brust. Mein Hinterteil wandte sich ganz Gilead zu, während sich mein Körper bereits auf seinen ersten heutigen Orgasmus vorbereitete. Immer keuchender wurde mein Stöhnen.
Gilead zog mein Becken näher zu sich und hob mein oberes Bein, sodass ich die Beine spreizte. Kurz darauf spürte ich seine Männlichkeit an meiner nassen, zuckenden Mitte. Er drang in mich ein und bewegte sich langsam. Seine Finger umkreisten immer noch meine Knospe. Und mit jeder Bewegung seines Fingers stieß er schneller in mich.
Cyrus küsste mich, knetete meine Brüste und kniff mir leicht in die Brustwarzen. Er spürte ebenfalls, dass ich kurz vor meinem Höhepunkt stand. Seine Fangzähne glitten heraus, er biss mir in meine Unterlippe und begann zu saugen.
Gilead zog sich noch rechtzeitig heraus und entlud sich keuchend auf meinen Po. Danach nahm mich Cyrus. Ich war zum Schluss nur noch ein wimmerndes, hechelndes, stöhnendes Irgendwas, das bei jeder einzelnen Berührung stöhnen musste. Irgendwann dazwischen einmal hatte ich Cyrus ins Handgelenk gebissen und es an Gileads Mund geführt.
Zum Schluss lagen wir alle verschwitzt aufeinander. So lange, bis Cyrus das Wort ergriff und Gilead freundlich hinausgeleitete. Diesen Moment nutzte ich, um mich selbst in meine Gemächer zurückzuziehen, um mich zu waschen. Und vergangene Nacht zu verarbeiten.
Meine Beine trugen mich alles andere als zuverlässig. Als ich durch die Verbindungstür stolperte, eilte Lyssa sofort in mein Gemach.
„Naya! Bei den Göttern, was ist passiert?“ Ihr Blick fiel auf meine Haare, glitt über meinen nackten Körper und blieb in Höhe meiner Mitte hängen, wo es anfing zu tropfen.
„Ich … wir … also …“, stotterte ich. „Ich muss mich waschen.“
„Warte!“ Lyssa stellte sich mir entgegen, bevor ich an ihr vorbeigehen konnte. „Du … Du riechst so vertraut.“ Sie kam mir noch näher und begann an mir zu schnuppern.
„Du … kennst mich ja auch schon eine ganze Weile, Lys?“, merkte ich irritiert an.
„Ja, aber dieser Geruch …“ Sie umkreiste mich und ihre Hände landeten auf meiner Schulter. „Ich weiß nicht, aber … Ich kenne den Geruch …“ Ihre Hände glitten über meinem Rücken, hinab zu meinem Hintern. Meinem Hintern, der noch mit dem Samen meines Liebsten bespritzt war.
Schnell wich ich ihrer Berührung aus. Mit etwas Glück hatte sie es nicht gesehen, denn um ehrlich zu sein, war mir das peinlich. Und ich fühlte mich verklebt und irgendwie dreckig.
„Ich wasche mich jetzt“, murmelte ich, ehe ich schnell aus dem Raum ins Badezimmer flüchtete und Lyss noch nicht einmal mehr zu Wort kommen ließ. Im Badezimmer ließ ich mir die Wanne volllaufen und streckte die Hand hinein. Genervt schnaubte ich aus, als ich bemerkte, dass das Wasser noch nicht erhitzt worden war. Und so versuchte ich das erste Mal überhaupt, meine Fähigkeiten absichtlich zu nutzen.
Nach mehreren Versuchen begann das Wasser tatsächlich, sich aufzuheizen. Dabei tropfte mir noch immer Cyrus‘ Samen das Bein hinunter. Langsam wurde mir klar, dass er sich in mir ergossen hatte. Heute Morgen, und letzte Nacht vermutlich ebenfalls. Wütend biss ich mir auf die Lippe. Es … Ich atmete tief durch. Es war nicht seine Schuld. Ich hatte ihm nicht gesagt, dass ich das nicht wollte, oder? Ich musste es ihm sagen. Denn ich wollte auf keinen Fall sein Kind empfangen. Die Panik, die in mir hochgestiegen war, als ich das Ausbleiben meines Monatsbluts bemerkt hatte, hatte klar gezeigt, dass ich dafür noch nicht bereit war.
Ich musste mit ihm darüber reden.
Ungefähr zwei Stunden später trat ich aus dem Badezimmer und war noch immer erschöpft. Zwischen meinen Beinen war ich ganz wund und als ich auf dem Abort gesessen war, hatte sich mein Po seltsam offen angefühlt. Noch etwas, was mir Sorgen bereitete.
In einen Morgenmantel gehüllt, verließ ich das Bad. Lyssa kam mir entgegen und half mir dabei, mich anzukleiden. „Und? Wie viele Männer waren es?“
Überrascht sah ich auf. „Woher weißt du, dass es mehrere waren?“
„Den Geruch von Cyrus kenne ich. Aber da war noch ein weiterer Geruch an dir.“ Sie führte mich zur Frisierkommode. Zwar war sie nicht meine Zofe, und ich hatte die letzten Wochen alles alleine gemacht, aber ich genoss es auch, wenn sie mir die Haare machte. „Oder waren es mehr als zwei?“
„Nein es … waren zwei.“ Stirnrunzelnd sah ich in den Spiegel und begegnete ihrem Blick. „Wieso?“
„Wer war der Zweite?“, fragte sie neugierig.
„Mein Liebster“, erklärte ich mit versonnenem Lächeln. „Aber das darf Cyrus nicht wissen! Für ihn war er einfach nur ein Vampir, den ich – in betrunkenem Zustand – ganz offensichtlich attraktiv fand. Und wenn ich mit ihm schlafen wollte, müsste er dabei sein, so seine Bedingung.“ Im Kopf ließ ich die Situation noch einmal Revue passieren. „Es war schön, es dieses Mal nicht vor ihm verheimlichen zu müssen. Mein Liebster ist sanft, weißt du? Er hat mir gezeigt, dass es schön sein kann, sich zu lieben. Nachdem Cyrus nach dem Blutschwur …“
Lyssa kämmte sich durch mein noch nasses Haar. „Hast du mit Cyrus jemals darüber gesprochen?“
Ich schüttelte den Kopf, weshalb sie den Kamm kurz aus dem Haar nehmen musste. „Nein, nicht wirklich. Ich habe es zwar immer mal wieder angesprochen … aber er ignoriert es immer. Es ist fast, als wäre es ihm egal. Aber dann wartet er wieder mit Sprüchen wie: ‚Ich werde heute vorsichtig sein, versprochen‘ und dergleichen auf. Vergessen hat er es also offensichtlich nicht.“ Missmutig verschränkte ich die Arme. Hätte mich auch überrascht, wenn er vergessen hätte, dass er sein eigenes Weib immer und immer wieder mit Gewalt genommen hatte.
„Dann musst du vernünftig mit ihm darüber reden und darfst dich nicht von ihm abwimmeln lassen. Du musst hart mit ihm reden, ihm klarmachen, dass es scheißegal ist, wie er dich jetzt behandelt. Weil das, was er getan hat, unverzeihlich war.“ Lyssa trocknete mit einem Tuch meine Haarspitzen. „Er weiß zumindest, dass er etwas falsch gemacht hat. Darauf musst du ihn fest machen.“
„Ja, und was soll das bringen? Wir streiten wieder und er entzieht mir die wenigen Freiheiten, die ich habe …“
„Dann hältst du ihm entgegen, dass er keine Eier hat, wenn er dich bestraft, weil er Fehler gemacht hat. Sei hart, Naya!“
Ich seufzte. „Ich muss ja sowieso mit ihm reden.“ Mittlerweile kam es mir schon fast wie ein Ritual vor. Ich saß in meinem Zimmer, sprach mit Lyssa und ging dann zu Cyrus, um zu reden. Natürlich kümmerte ich mich auch um Sharifa und lernte weiter das Reiten, aber mein Leben kam mir doch recht eintönig vor, so ganz ohne Verantwortung. Als er noch weg war, da hatte ich regiert. Und es hatte irgendwie Spaß gemacht. Im Übrigen hatte Galdi die letzten beiden Wochen das Reittraining übernommen, weil Cyrus offenbar so viel zu tun gehabt hatte. Vielleicht war er aber auch einfach der Spannung, die zwischen uns herrschte, aus dem Weg gegangen.
Lyssa steckte meine Haare hoch. Sie konnte wirklich unglaubliche Frisuren zaubern. Anschließend schleppte ich mich über die Verbindungstür in Cyrus‘ Gemächer. Mein Blick fiel auf sein Bett und meine Mitte zuckte.
Nein!, schimpfte ich innerlich. Noch immer hatte ich das Gefühl, mein Po könne nicht richtig schließen. Und das Gefühl war alles andere als angenehm!
Als ich auf sein Arbeitszimmer zuging, hörte ich Stimmen. Kaum hatte ich den Gang betreten, kam mir Irina entgegen, die überrascht schnell ein Lächeln aufsetzte, mich kurzerhand umarmte und dann weiter ging. Folgend kam Timm heraus, welcher mich Cyrus gleich noch ankündigte und dann ebenfalls mit einem Lächeln an mir vorüber schritt.
Was hatte Irina hier gemacht? Ich trat um die Ecke in sein Arbeitszimmer.
„Guten Morgen, Nay. Gut geschlafen?“ Cyrus grinste breit und lehnte sich entspannt in seinem Sessel zurück. Mit einer Hand fuhr er sich durch die Haare und hatte dabei – ob gewollt oder nicht – eine verboten verführerische Wirkung auf mich.
Gut gewaschen, träfe es eher, dachte ich mir. Es war gar nicht so leicht gewesen, Gileads Samen aus meinem Po zu kriegen. Eigentlich war ich mir noch nicht einmal sicher, ob ich es auch nur annähernd geschafft hatte.
„Ja. Die Nacht war durchaus schön, wenngleich keineswegs erholsam“, konterte ich also. „Und deine?“
Seine Mundwinkel zuckten. „Kurz, aber intensiv.“
Was sollte das denn jetzt heißen? Ich seufzte, beschloss aber, nicht weiter darauf einzugehen. „Ich muss mit dir reden.“
„Nur zu.“ Cyrus deutete auf einen Sessel vor seinem Schreibtisch.
„Ich …“ Angespannt seufzend umrundete ich seinen Schreibtisch und setzte mich auf die Lehne eines Sessels. Auf meiner Lippe kauend, musterte ich meinen Mann. Sein Haar hatte er wieder zusammengebunden – was einfach schrecklich aussah – seine Züge aber waren entspannt. Generell wirkte er zufrieden. „Ich möchte nicht, dass du deinen Samen in mir ausschüttest.“ Seine Stirn runzelte sich und ließ mich unsicher werden. „Das ist es doch, wie man ein Kind empfängt, oder?“ Hatte ich da etwas falsch verstanden?
„Richtig. Und genau deswegen werde ich deinem Wunsch nicht entgegenkommen.“ Sein Blick ruhte ernst auf mir.
„Aber, Cyrus!“ Meine Hände krallten sich in den Stoff meines Kleides. „Ich will kein Kind! Ich bin doch selbst gerade erst dem Kindesalter entstiegen! Vielleicht in ein paar Hundert Jahren …“
„Ja, vielleicht hundert, hunderfünfzig Jahren. Eher länger.“ Er furchte seine Stirn. „Es ist höchst selten, dass eine Frau vor ihrem dreihundertsten Geburtstag schwanger wird.“
„Wieso kannst du dann nicht meinem Wunsch entsprechen? Die Konsequenz, die ich daraus ziehen muss, ist, dass ich mich dir verweigere. Es war schön gestern. Und heute Morgen. Aber ich will noch kein Kind! Ich kann doch nicht Mutter sein, ich habe keine Ahnung, wie das geht!“ Abgesehen davon, dass er nach der Niederkunft hätte, was er wollte. Und mich nicht mehr bräuchte. „Der Thronfolger kann warten. Wir sind noch jung!“
„Was soll das?“ Cyrus kniff seine Augen zusammen und beugte sich weiter vor. „Du weißt, wie lange es dauert, bis eine Vampirin schwanger wird. Hast du das mal hochgerechnet? Selbst, wenn wir jeden zweiten Tag miteinander schlafen, müssen wir über dreißig tausendmal miteinander intim werden! Warum also diese Vorsicht? Du kannst so früh gar nicht schwanger werden! Und es ist deine verdammte Pflicht, meinen Samen zu empfangen!“
Darauf konnte ich herzlich wenig entgegnen, denn er hatte recht. Gesetzlich gesehen stand er im Recht. Tränen stiegen in mir auf. Wieso nur konnte er nicht einmal auf mich Rücksicht nehmen? „Hast du mich deshalb gegen meinen Willen genommen, hm? Weil es meine Pflicht ist, bei dir zu liegen und mich decken zu lassen, wie eine gebärfreudige Stute? Wieso?“ Ich stand auf und packte ihn bei den Schultern. Ich schrie: „Wieso hast du das getan? Wieso warst du so grob? Wieso musstest du mir solche Schmerzen bereiten, wo du doch wusstest, was ich als Kind erlebt habe!“ Tränen liefen mir die Wangen hinab und benässten die Haut meines Dekolletés. Alles, was ich unterdrückt hatte … was ich jahrelang unterdrückt hielt, damit es nicht emporstieg und mich innerlich zerbarst …
„Die Nacht unseres Blutschwurs“, brummte er bloß und blieb unbeeindruckt von meinen Tränen. „Es ist Tradition, Nay. Der Blutschwur, das erste Mal voneinander trinken, das erste Mal beieinanderliegen. Es gehört dazu. Die Sinne sind benebelt. Meistens erinnert sich die Frau nicht einmal mehr an diese Nacht.“ Die Furche auf seiner Stirn wurde größer. „Der Blutschwur ist ein einziger Rausch aus Gelüsten. Gier, Wollust … Es überschattet unser Denken. Das war doch bei dir auch so!“
„Aber nicht die ganze Zeit!“ Ich stieß mich von ihm ab und sah einfach nur enttäuscht zu ihm runter. „Ich hatte furchtbare Angst, Cyrus! Und dann ist es noch nicht einmal dabei geblieben!“ Wieso hatte ich das Gefühl, er versuchte, die Verantwortung von sich zu schieben? Konnte es wirklich sein, dass er so wenig Einsicht hatte?
„Was erwartest du? Du hast Lee umgebracht!“ Er stand ebenfalls auf und ballte die Hände zu Fäusten. „Dein Onkel hat meine Eltern vergiften lassen! Also nehme ich mir, was mir zusteht! Und das ist die Krone und die rechtmäßige Königin dieses Reiches!“
Meine Nasenflügel bebten. „Du denkst also … also …“ Ich stoppte und fuhr schließlich hauchend fort: „Du bereust es wirklich kein Stück.“ Es war eine Erkenntnis. Hatte ich mich bisher von seinen schönen Allüren blenden lassen? Offenbar.
Einen Moment starrte ich einfach nur vor mir auf den Boden. „Nie wieder, Cyrus. Sperr mich doch dafür in den Kerker, aber ich verweigere mich dir. Niemals werde ich dir ein Kind gebären. Niemals wieder wirst du dein Gemächt in meinem Schoß versenken.“ Ohne ihn noch einmal anzusehen, wandte ich mich der Tür zu. Ich verweigerte mich meiner ehelichen Pflichten. Tatsächlich durfte er mich dafür in den Kerker sperren. Und mich züchtigen, sofern er es wollte. Aber das war mir gleichgültig. Denn viel mehr als seine eigentlichen Taten schmerzte mich mein eigener Verrat. Dass ich mich ihm wirklich hingegeben hatte, mehrmals, nachdem ich doch schon gewusst hatte, was für ein Monster er eigentlich war.
„Du bist unausstehlich, Aurelie! Wenn es dir gerade passt, darf ich dir das Bett wärmen und sobald dein Kopf wieder klar ist, machst du mich für deine Schwäche verantwortlich! Weißt du, unter diesen Umständen habe ich absolut gar keine Lust, mich dir auch nur zu nähern! Werde dir endlich klar, was du willst! Aber auf dieses Hin und Her habe ich auch keine Lust mehr! Ich bin dein Gatte und kein beliebiges Spielzeug, das du hervorholen kannst, wenn du gerade Lust darauf hast, und wenn es nicht so läuft, wie du willst, einfach wieder in eine Truhe werfen und vergessen kannst! Ich bin deine Launen langsam so leid!“
Wütend drehte ich mich um. „Ach, du fühlst dich wie ein benutztes Spielzeug?“ Ich lachte auf. „Na, dann!“ Ich ging hinaus, schloss die Tür und lehnte mich erschöpft daran an. Mühsam blinzelte ich die Tränen weg.

































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