Kapitel 25 – Die Krönung
Kapitel 25 – Die Krönung
Aurelie
Wir standen vor der großen Flügeltür, die mich unweigerlich in meine Zukunft führen würde. Leeander, Irina und ich. Ersterer hob seinen Arm und bot ihn mir an. Allerdings wurde er im nächsten Moment von Irina zurechtgewiesen. Sie würde mich übergeben und keiner sonst, so ihre Worte. Doch sie gingen ungehört im tosenden Rauschen meiner Ohren unter. Ich würde mich vermählen. Nein, falsch. Ich war bereits vermählt! Schlimmer war: Ich würde zur Königin gekrönt! Ich war nicht bereit dafür! Für diese ganze Verantwortung, diese unglaubliche Last! Aber ich hatte Fürst Cyrus versprochen, an seiner Seite zu stehen und ihn zu unterstützen.
Ich wurde durchgeschüttelt.
„Du bist eine Prinzessin, Asha“, ermutigte mich Irina eindringlich. „Niemand wird jemals etwas anderes in dir sehen. Du warst es schon immer und wirst es immer sein, meine Kleine!“ Ihre Stimme bewirkte wahre Wunder. Ihre Umarmung wärmte mich von innen. Und auch wenn mein Herz noch immer schlug wie das eines Kolibris, so schwand die Panik langsam hinfort. Mit aller Kraft klammerte ich mich an sie, dann gingen schon die hohen Flügeltüren auf.
Ich hörte Musik im Hintergrund. Es war schrecklich lange her, seit ich das letzte Mal Musik gehört hatte. Oder bewusst wahrgenommen hatte. Und es trieb mir fast die Tränen in die Augen. Das Quartett spielte großartig, berührend, herzerwärmend, und so ließ ich mich nur zu gern in ihre leisen Klänge einlullen. Ich sah es vor mir, wie ich mich früher im Tanzunterricht zu den sanften Klängen hin und her gewiegt hatte. Vermutlich hatte ich jeden einzelnen Schritt wieder verlernt, aber die Haltung nahm ich ganz von allein ein. Den Rücken gerade, den Brustkorb raus, den Bauch einziehen und den Kopf streng erhoben.
Unter all den brennenden Blicken funktionierte mein Körper ganz von allein – ich dachte nicht. Während sich in meinem Kopf Erinnerungen von früheren Tanz- und Musikstunden abspielten, brachten meine Füße mich vorwärts. Irina zeigte meinem willenlosen Körper den Weg und der Rest erledigte die Atmosphäre.
Abgesehen von der Musik war es totenstill. Irina drückte meine Hand; verwirrt hob ich den Blick. Die Vampire … sie hatten sich erhoben und verneigt. Wie in Trance schweifte mein Blick über die gesenkten Köpfe. Ein sanfter Schubs zwang mich, weiterzugehen. Das Ende des Weges kam unheilvollverkündend schnell näher. Dann legte Irina meine Hand auch schon in die des Fürsten und schenkte mir noch einmal ein ermutigendes Lächeln. Ich spürte eine leichte feuchte auf meiner Hand. Dann ein leichtes Kitzeln an meinem Ohr. Der Fürst, mein Gemahl, hatte sich vorgebeugt. Er raunte mir etwas ins Ohr. Ich schenkte ihm ein zaghaftes Lächeln. Antwortete ich? Irgendwann vollführte ich einen kleinen Knicks. Mein Körper funktionierte.
„Bereit?“
Ich schluckte. „Ja“, flüsterte ich leise zur Antwort, ehe ich auch schon wieder in der Welt meiner Gedanken versank. Das Quartett hatte aufgehört zu spielen. Es fiel mir erst jetzt auf.
Der Fürst wandte sich ans Volk, an die Gäste: „Die junge Dame zu meiner Rechten ist Prinzessin Aurelie Nayara Athanasia …“
Ungewollt zuckte ich zusammen. Ich bin doch nicht mehr diese Person!, wollte ich schreien, aber blieb stumm. Mein Blick suchte den von Irina, die sich, wie ich jetzt bemerkte, seitlich hinter den Thron gekniet hatte, den Blick gesenkt. Mit mehr als ihrer Anwesenheit konnte sie mir momentan nicht dienen. Ich wandte den Blick das erste Mal überhaupt heute bewusst nach vorne und starrte in die Menge. Sie alle hingen an den Lippen meines Gemahls. Einige wenige musterten mich mit dunklen Augen. Ungläubig, wütend, froh, glücklich, es schossen mir alle möglichen Gefühlsregungen entgegen. Ich konnte sie nicht einordnen. Die Prinzessin war für sie gestorben. Ich müsste tot sein. Und nicht darauf warten, zu ihrer Königin gekrönt zu werden. Zu ihrer Kinderkönigin! Ich schämte mich in Grund und Boden. Wie hatte ich nur zu so einer Enttäuschung werden können?
Mein Gemahl drehte mich um, sodass wir mit dem Rücken zum Volk standen, der Hohepriester vor uns. Er redete. Unermüdlich. Irgendwann band er uns zwei Bänder um. Meine Hand war mit der des Fürsten verwoben. Mein Körper begann leicht zu zittern, aber noch fiel es keinem auf. Der Hohepriester nahm uns an der Hand und wir gingen ein paar Schritte. Sobald die Bänder wieder gelöst waren, konnte ich aufatmen. Doch da packte Fürst Cyrus schon mein Handgelenk und wickelte ein silbernes Band darum. Ich verkrampfte mich unter seinem Griff, aber ließ ihn gewähren. Anschließend wurde mir gedeutet, ihm das Rote umzubinden. Der Drache und das Einhorn verbunden. Unsere Wappentiere hätten nicht unterschiedlicher sein können. Das traf wohl aber nicht nur auf die Tiere zu. Er erwachsen, ich ein Kind. Er grausam und herzlos, ich einfach nur verloren. Er selbstbewusst, ich unterwürfig, so hatte man es mich die letzten Jahre gelehrt. Aber auch wenn es nicht so gewesen wäre, bezweifelte ich, dass ich mit diesem Mann an meiner Seite jemals mein Glück finden könnte.
Auf einmal deutete mir der Hohepriester, mich auf den Thron zu setzen. Mit großen Augen starrte ich das mächtige, steinerne Gebilde an, auf dem der König stets saß, seine Königin bei gemeinsamen Auftritten auf seinem Schoß. Ich sollte mich … darauf setzen. Ich sollte … ich hätte niemals diese Position erhalten dürfen …! Doch wie schon zuvor überlegte ich nicht viel. Mein Körper bewegte sich, hielt den Kopf stolz erhoben und setzte sich auf den kalten Stuhl. Ich erschauderte ob des kühlen Materials, gleichzeitig breitete sich eine Gänsehaut über meinen ganzen Körper aus. Das war so falsch!
Der Hohepriester hob mein Prinzessinnendiadem von meinem Kopf. Mein Blick glitt durch die Menge, dabei blieb er an meinem Gemahl hängen, der mir einen kalten, berechnenden Blick zuwarf. Kurz schweiften seine Augen zu Irina, dann formten seine Lippen tonlos den Namen des ehemaligen Kronprinzen. Meine Augen weiteten sich, mein Mund wurde trocken.
Kurz darauf erschien der Hohepriester vor mir. „Schwört Ihr, Prinzessin Aurelie Nayara Athanasia, Tochter der Anasthasia, und einzig verbliebene Nachfahrin des Geschlechts der Ignis-Robur, diesem Land Eure Treue?“
Ich schluckte trocken und versuchte mich auf den Hohepriester zu konzentrieren. „Ja, ich schwöre es.“
„Und schwört Ihr, das Land nur mit bestem Wissen und Gewissen zu führen? In guten wie in schweren Zeiten? In Glück wie in Unheil? Schwört Ihr diesem Land Eure uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Hingabe, so lange Euer Leben reichen mag?“
Der eindringliche Blick des Hohepriesters ging mir durch Haut und Knochen. „Ich schwöre es“, sagte ich jedoch mit fester Stimme und reckte den Kopf noch ein wenig höher.
„Dann erkläre ich Euch hiermit zur Königin.“ Mit diesen Worten legte er die schwere Krone meiner Mutter auf meinem Kopf ab. Die Krone meiner Mutter … Die Krone der Königin. Als Nächstes gab er mir das Zepter in die Hand. Es war symbolisch. Es diente lediglich als Symbol meiner Regentschaft. Und doch lag das Gewicht schwer in meiner Hand. „Erhebt Euch, Königin Aurelie Nayara Athanasia!“
Ich erhob mich, meine Beine zitterten unter meinem zarten Gewicht. Mit den letzten Worten des Hohepriesters fielen alle anwesenden Damen in einen tiefen Knicks, während jeder Mann im Raum eine ebenso tiefe Verbeugung vollführte. Beinahe fiel mir vor Schreck das Zepter aus der Hand.
Der Hohepriester selbst war gerade umständlich dabei, sich ebenfalls auf die Knie zu begeben, doch ich hielt ihn mit einem Handzeichen und einem zaghaften Lächeln davon ab, woraufhin er dankend in den Hintergrund rückte. Er war alt und auch schon einmal gelenkiger gewesen. Da erwartete ich sicher nicht, dass er vor mir auf die Knie sank. Außerdem war er mir immer ein treuer Freund gewesen.
Mein Blick glitt nervös über die Menge bis zu meinen … Füßen. Überrascht wich ich zurück und strauchelte, als meine Beine an dem Thron hinter mir anstießen. Mit großen Augen starrte ich auf den Fürsten, der gerade das Knie vor mir beugte! Den Kopf hielt er ehrerbietig gesenkt.
Irina berührte mit der Nase den Boden. Sie war ein Mensch …, fiel mir siedend heiß ein. Jede andere Reaktion hätte sie sofort das Leben gekostet.
Nach einer Weile trat der Hohepriester vor und flüsterte mir leise zu: „Bittet sie sich zu erheben. Danach krönt Ihr Euren Gatten.“ Er zog sich wieder unauffällig zurück und ging, wie ich dann bemerkte, direkt auf seinen Nachfolger zu, der bereits ein großes Kissen, mit der Krone des Königs, in der Hand hielt.
Ich schluckte schwer, ehe ich meine Stimme erneut zum Sprechen animierte. Den Damen müssten mittlerweile ja bereits die Beine abfallen … „Erhebt euch!“
Ein kollektives Aufseufzen ging durch den Raum und brachte Scham über mich. Am liebsten hätte ich mich entschuldigt, aber das durfte ich nicht. An diese Lehre erinnerte ich mich nur zu gut. Wie es nun weiter ging, wusste ich nur aus den geschichtlichen Aufzeichnungen, die Teil meiner früheren Studien waren.
„Ich, Königin Aurelie Nayara Athanasia aus dem Geschlecht der Ignis-Robur, ernenne hiermit meinen Gemahl und verbundenen Vampir, Cyrus, bislang Fürst der Ostlande, zu meinem König!“ Ich legte das Zepter vorsichtig auf dem Thron ab und ging zwei Schritte weiter zum Hohepriester, der mir auch schon die Krone des Königs reichte. Mit einem dankenden Nicken nahm ich sie entgegen und schritt auf den Fürsten zu. Noch immer hielt er den Kopf gesenkt, aber ich konnte mir nur zu gut vorstellen, dass er mich für jede Sekunde, die er in dieser Position bleiben musste, nachher zurechtweisen, wenn nicht gar bestrafen würde. Der Gedanke allein brachte mich dazu, hart zu schlucken, allerdings befand sich da keine Flüssigkeit in meinem Rachen oder Mund. Also räusperte ich mich unangenehm. Meine Hände bebten und meine Knie fühlten sich an wie Wackelpudding. Nichtsdestotrotz war alles, was die Vampire von meiner Unsicherheit registrierten, mein Räuspern, welches sich in dem mucksmäuschenstillen Thronsaal so laut anhörte, als hätte ich einen Schrei verlauten lassen. Ungeachtet dessen blieb meine Stimme klar und deutlich; meine Haltung unverkennbar die einer Königin.
Vor dem Fürsten hielten meine Beine an. „Hiermit erkläre ich Euch, Fürst Cyrus, zu meinem König. Steht mir bei, unterstützt mich, helft mir, wenn ich nicht weiter weiß.“ Das waren die Worte, die der ehemalige König genutzt hatte, als er seine Königin krönte. Ich hoffte nur, dass das so richtig war. Ich setzte die Krone auf sein Haupt. Kaum hatte ich meine Hände von der Krone gelöst, blickte er auf. Sein Blick aber war nicht, wie man es erwarten könnte, geehrt oder gar berührt, nein. Er war eisig. Und es ging nicht lange, da unterbrach er den Augenkontakt mit mir und richtete seinen Blick auf den Thron. Auf das Zepter. Ich spannte mich an, ließ es mir aber nicht anmerken. „Erhebt Euch.“
Stirnrunzelnd tat er, wie geheißen. Hätte ich ihm das Zepter übergeben müssen, während er kniete? Woher sollte ich so etwas wissen? Musste ich es ihm überhaupt übergeben? Dann würde ich ihm die ganze Regierung anvertrauen. Dann wäre alles allein seine Entscheidung, wie es die des ehemaligen Königs gewesen war. Die Königin hatte in Regierungsangelegenheiten nie etwas zu sagen gehabt. Aber heute … stand ich hier. Und ich hielt das Zepter in meiner Hand. Es war meine Verantwortung. Und ich hatte diesem Mann, meinem Gemahl, während unseres Bundes geschworen, an seiner Seite zu stehen. Ihn zu unterstützen!
Ich ging zum Thron und griff nach dem Zepter. Mit einer Handbewegung deutete ich ihm an, zu mir hinzutreten, was er ohne Murren tat. Und in dem Moment erkannte ich: Ich saß am längeren Hebel.
Als hätte auch er diese Erkenntnis in meinen Augen gesehen, hob er drohend eine Augenbraue. Er formte nur ein Wort mit den Lippen und schon war der Glaube an meine Übermacht verflogen. Aber auch wenn er mir nicht gedroht hätte … erneut, hätte ich getan, was ich nun vorhatte. Denn, wie ich auch schon Irina erklären musste, würde ich nicht mehr ohne ihn leben können. Und ich wollte nicht mein Leben lang mit einem Mann verbunden sein, der mich hasste. Geschweige denn, mit einem Mann, der von mir dachte, ich würde meinen Schwur nicht halten.
Also richtete ich mich auf, streckte den Rücken durch und den Kopf empor. Ich hielt das Zepter senkrecht in die Luft zwischen uns und wartete darauf, dass er danach griff. Dieses Mal handelte er zögerlicher. Als wir beide das Zepter berührten, fing ich erneut an zu sprechen: „Gemeinsam werden wir über dieses Königreich herrschen und euch führen, unsere Untertanen, unser Volk. Wir wollen euch gerechte Herrscher sein und in allen Belangen unser Bestes geben!“
Als ich zu meinem Gemahl hinüberschaute, lief mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Zwar lächelte er … aber ein kälteres Lächeln hatte ich noch nie zuvor gesehen. Jedoch verstand ich ihn nicht. Seine Augen glühten wütend, dabei hatte ich doch das gemacht, was er gewollt hatte? Er war doch zufrieden gewesen mit meinen Schwüren beim Blutschwur?
Das Zepter schwebte zwischen uns in der Luft und verkündete unseren Zusammenhalt, unsere Stärke. Und in diesem Moment, unter diesem …, seinem Blick, fühlte ich mich einfach nur schwach und minderwertig.
Der Fürst, nein, der König, legte eine Hand an meine Seite, schob mich etwas beiseite und setzte sich auf den Thron. Im selben Moment umgriff er meine Taille und zog mich auf seinen linken Oberschenkel. Erst dann legte er seine rechte Hand mit um das Zepter, das ich noch immer festhielt.
Die nächsten Stunden vergingen quälend langsam. Ich wünschte mir sehnlichst die Musik zurück, um mit meinen Gedanken irgendwohin flüchten zu können, doch diese Wohltat blieb mir verwehrt. Stattdessen hörte ich mir mehrere Stunden lang Treueschwüre von allen Anwesenden an. Irgendwann hatte ich auf dem Schoß meines … Mannes? Gemahls? Meines Königs? Was hörte sich am besten an? Oder eher, was hörte sich am wenigsten schlimm an? Nun, irgendwann hatte ich damit begonnen, hin und her zu wackeln. Mir war fürchterlich langweilig, meine Ohren fielen mir bald ab und außerdem schmerzte mein Steißbein. Er fand das allerdings nicht besonders prickelnd und so spürte ich innerst kürzester Zeit seinen Atem an meinem Ohr, woraufhin er mir zuraunte, was mit mir passieren würde, wenn ich nicht sofort stillsäße.
Langsam dachte ich darüber nach, die Zelle zu wählen. Aber nach wie vor hielt mich die Anwesenheit eines gewissen ehemaligen Kronprinzen dort davon ab. Und so saß ich still. So lange, bis wir auch den letzten Treueschwur über uns ergehen lassen hatten.
„Jetzt darfst du aufstehen“, murmelte er leise, nachdem die Schlange der anwesenden Untertanen ein Ende genommen hatte. Ich erhob mich und musste direkt ein Stöhnen unterdrücken. Doch schon im nächsten Augenblick spürte ich erneut seinen Arm um meine Taille. „Jetzt sei brav, wie du es versprochen hast. Lächeln und winken“, flüsterte er mir zu. Ich nickte und trat neben ihm auf den Balkon nach draußen. Dort wartete unser Volk.
Vom Balkon des Thronsaals aus hatte man einen unglaublichen Blick auf die Stadt sowie auf den Innenhof des Schlosses. Dort hatten sich unzählige Menschen und Vampire versammelt. Es war ein einziges Gedränge. Von hier oben wirkte es fast wie ein Ameisenhaufen. Nichts schien seine Ordnung zu haben, alle riefen durcheinander und schubsten sich, um den besten Platz zu ergattern.
Mein … Gemahl hielt eine kurze Ansprache. Wie sehr wir uns freuten, ihre Herrscher zu sein. Wie sehr uns ihr Vertrauen in uns ehrte, und dass wir für unser Volk stets ein offenes Ohr haben würden.
Innerlich konnte ich nur den Kopf schütteln. Wie sehr ihr Vertrauen uns ehrte? Wer setzte Vertrauen in ein Kind und einen herzlosen Mörder? Dieses Land, diese Herrschaft war zum Scheitern verurteilt. Aber ich sagte nichts. Nein, denn ich war damit beschäftigt zu lächeln, zu winken, und mir nicht den schmerzenden Po zu reiben. Doch all meiner Bedenken zum Trotz, jubelten sie uns zu.
Mit einem letzten Winken drehten wir uns um, und ich wurde wieder nach drinnen geführt. Dort gähnte ich ausgiebig. Immerhin war niemand mehr im Thronsaal, außer ein paar wenigen Grigoroi. Einzelne davon erkannte ich. Einige hatten zu Alex gehört, andere zu dem ehemaligen Königspaar. Wieso sie noch lebten, war mir schleierhaft.
„Bist du müde?“, fragte mein Gemahl überraschend freundlich, woraufhin ich träge nickte. „Nun, das ist schlecht. Wir müssen nämlich noch den Ball eröffnen. Ich nehme an, du kannst tanzen?“
Stocksteif blieb ich stehen. „Wie bitte?“, quietschte ich zwei Oktaven zu hoch und sah mit großen Augen zu ihm auf.
„Na, du hast das Tanzen doch sicher einst gelernt?“
„Aber … aber ich war nicht, also ich hatte nie …, ich bin nicht …“
„Was?“
Unsicher ließ ich den Kopf sinken. „Ich hatte mein Debüt noch gar nicht“, murmelte ich leise und spürte, wie mir die Röte in die Wangen schoss.







































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