Kapitel 27 – Scherben bringen Glück
Kapitel 27 – Scherben bringen Glück
Aurelie
Leeander hatte sich verabschiedet. Er hätte noch zu tun. Dabei vermutete ich, dass er einfach dringend etwas Zeit für sich brauchte. Und ich … konnte nicht mehr hier herumliegen und nichts tun. Vermutlich war es mitten in der Nacht. Trotzdem hielt ich es hier nicht länger aus. Vorsichtig, darauf bedacht, meine noch immer pochende Rippe möglichst zu schonen, setzte ich mich auf und schwang meine Beine aus dem Bett. Sofort kam Kaldor angelaufen und leckte mir vorsichtig die Füße.
„Alles gut, mein Kleiner. Oder mittlerweile wohl eher Großer, nicht? Du wächst ja fast schon so schnell wie ich“, scherzte ich und ließ es gleich wieder, denn beim Lachen taten meine Rippen weh, ganz zu schweigen von meiner Kehle. Außerdem klang meine eigene Stimme viel zu laut in meinen Ohren. Ob das die Hypersensibilität war? Als ausgewachsener Vampir hatte man mit einem Mal eine ganze Palette an Fähigkeiten, mit denen man sich erst einmal arrangieren musste.
Ein unschlagbares Gehör brachte einem nichts als Kopfschmerz, wenn man nicht wusste, wie man sich fokussieren musste. Eigentlich sollte ich im Dunkeln jetzt auch etwas besser sehen. Aber wenn ich mich so umsah, fiel mir das gar nicht auf. Weiter ging es mit einer Unmenge an Gerüchen und deren einzelnen Nuancen. Wenn ich die Augen schloss, konnte ich mir die Welt beinahe schon nur durch meine Nase vorstellen. Das brennende Feuer. Ich hörte jedes einzelne Knacken. Und ich roch das verbrannte Holz. Aber ich roch auch die Blume auf dem Fenstersims, wenn ich mich stark darauf konzentrierte. Was wiederum für Kopfschmerz sorgte. Außerdem konnte ich mich jetzt auch viel schneller bewegen! Noch etwas, was ich lernen musste. Doch damit noch nicht genug, sollte ich nun auch deutlich effektiver heilen. Eine Fähigkeit, über die ich mich ein paar Jahre zuvor wirklich außerordentlich gefreut hätte. Natürlich war es auch jetzt noch nützlich … ich war froh, dass ich endlich … erwachsen war. Die Reife hinter mich gebracht hatte. Götter, es kam mir so furchtbar unrealistisch vor.
Und dann war da noch die Sache mit dem Gift und meinen Fangzähnen. Denn diese verlangten spürbar nach Blut. So bald würde ich aber nicht an welches kommen, wenn ich unauffällig bleiben wollte. Und was, wenn ich jemanden biss, und es mit dem Gift versehentlich übertrieb? Die Folge davon war der Tod! Nun, oder die Erschaffung eines Grigorois. Aber … auch das gelang nicht immer beim ersten Versuch.
Stöhnend griff ich mir an den Kopf. Ich dachte zu viel, scholten mich meine Schläfen, sodass ich nickte, was mich schon wieder schwindelig werden ließ. Bei den Göttern! Was war das? Brauchte ich mehr Blut? Wie lange war es überhaupt her, seitdem ich von dem Vampir getrunken hatte? Wie lange hatte ich geschlafen?
Schwankend stand ich auf. Kaum stand ich auf meinen Beinen, wurde mir Schwarz vor Augen, sodass ich meine Hände schnell nach dem Bettgestell ausstreckte, um mich abzustützen. Nach einem Moment machte ich mich auf den Weg ins Wohnzimmer. Dort hatte ich meinen Schreibtisch. Und dort wartete noch einiges an Arbeit auf mich, wenn ich mich nicht irrte.
Wo waren eigentlich die Mädchen? Aurillia und Emili? Der Gedanke brachte mich zum Stocken. Vielleicht wollten sie jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben?
Kaldor schmiegte sich winselnd an mein Bein.
„Kannst du eigentlich Gedanken lesen?“, murmelte ich leise. „Oder Gefühle?“ Dieser Wolf wusste immer, wann es mir schlecht ging oder ich traurig wurde. Und er reagierte immer genau so, wie ich es in diesem Moment jeweils brauchte.
Ich packte mir eine Kerze, stellte sie auf den Tisch und zündete sie an. Eine Zweite folgte, ehe ich mich keuchend setzte. War es normal, solche Kreislaufprobleme zu haben, wenn man zu wenig Blut getrunken hatte? Eigentlich könnte ich mir einfach jemanden rufen. Auch wenn es mitten in der Nacht war, würde wohl kein Diener seiner Königin sein Blut verweigern. Aber …
Ich schluckte schwer und schüttelte verneinend den Kopf. Ich traute mich nicht. Ich traute mich nicht, zu trinken. Das, was mit dem einen meiner Entführer geschehen war … mein Gift schien mir unglaublich aggressiv! Wenn ich es wagte, einen Menschen zu beißen, dann … dann würde er es womöglich nicht überleben.
Ein Problem, um das ich mich morgen kümmern würde, beschloss ich kurzerhand und ließ meine Hand sachte durch Kaldors warmes, flauschiges Fell streichen. Denn der Wolf hatte sich neben mich gesetzt und schaute gespannt zu mir auf.
„Nur Schreibarbeit, mein Kleiner. Ich muss …“ Ich gähnte lange. „Äh … ja. Ich muss etwas arbeiten. Schlafen kann ich auch später wieder.“ Aber ich lag für meine Verhältnisse einfach zu lange herum. Und ungefähr ganze zwei Stunden davon war ich wach gewesen.
Bis zum Sonnenaufgang quälte ich mich durch dutzende Dokumente. Ich arbeitete unglaublich langsam. Dies aufgrund meines pochenden Kopfes, der mit meiner Entscheidung, zu arbeiten, überaus übel nahm.
Emili trat ins Wohnzimmer und gähnte herzhaft. Sie war wohl gerade erst aufgestanden und spähte rüber zu meinem Schlafzimmer. Ihr müder Blick glitt durch die Wohnstube. Als sie mich entdeckte, schrie sie spitz auf.
Sofort stürmte Aurillia aus dem Zimmer der Zofen und eilte auf Emili zu. Ihr Blick huschte verwundert zu mir. „Naya! Du bist wieder da!“ Sie stürmte auf mich zu, sodass Kaldor schwanzwedelnd mit einem lauten Kläffen aufsprang und seine Vorderpfoten aufgeregt auf Aurillias Oberschenkel abstützte. Hechelnd sah er zu der jungen Frau auf, die abrupt innegehalten hatte, und jetzt mit gespitzten Lippen und einer äusserst amüsanten Stimme seine Schönheit, Aufmerksamkeit, Niedlichkeit – und noch eine ganze Menge weiterer Dinge lobte.
Schon war Emili bei mir und umarmte mich von hinten. Dabei legte sie ihren Kopf auf meine Schulter. „Ich bin so froh, dass es dir gut geht!“
„Uh! Lass bitte los, meine Rippe!“, stöhnte ich, die Augen fest zusammengekniffen.
Sofort sprang Emili von mir weg.
Aurillia umrundete mich und sah mich besorgt an. Den aufgeregten Wolf hielt sie auf ihren Armen … was der Tatsache bedacht, dass Kaldor ein ganzes Stück gewachsen war, ziemlich amüsant aussah. „Was ist passiert? Wir haben gehört, du wurdest entführt!“
Auch Emili trat wieder näher heran, hielt aber einen gewissen Abstand und wirkte bei genauerem Hinsehen etwas blass um die Nase.
„Ja …“, gestand ich zögerlich. „Nicht so wichtig. Ich bin ja wieder ja. Es war nicht so schlimm.“ Die Spuren auf meinem Körper würden hoffentlich bald verblassen. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich noch immer die Kleidung trug, mit der ich auch entführt worden war. „Emili, geht es dir gut?“ Ich würde mich nachher waschen gehen.
„Dein Hals …“, begann Aurillia, brach dann aber ab und sah auch zu Emili.
Diese räusperte sich. „Du bist jetzt erwachsen. Und trinkst Blut.“ Sie kam einen Schritt auf mich zu, blieb dann aber stehen. „Du kannst uns jetzt hören, nicht wahr? Unsere Herzen. Und unser Blut riechen.“
Kaum erwähnte sie Blut, schossen meine Fänge hungrig heraus. „Mist!“, fluchte ich und versuchte sie mit meinen Fingern wieder reinzudrücken. Irgendwann gab ich auf. „Kannst du deine Hellseherei nicht mal lassen? Ich wollte es euch schon noch sagen … wenn ich mich selbst damit auseinandergesetzt habe.“
Aurillia war quietschend zurückgewichen, als meine Fangzähne herausgeschossen kamen, und fiel auf ihren Hosenboden. Ihr Blick klebte fest an meinen beiden verlängerten Beißerchen. Anhand ihres Herzschlags hörte ich, wie sie sich langsam wieder beruhigte. Außerdem wurde der Geruch nach Angst weniger, der mich eine Sekunde zuvor noch die Nase rümpfen ließ. Stattdessen gab sich langsam die Faszination in ihren Augen zu erkennen. „Die sind ja riesig! Also. Für eine Frau …“
„He? Hast du denn schon so viele gesehen?“, maulte ich und lispelte dabei, da ich mit diesen Zähnen nicht richtig artikulieren konnte. Augenverdrehend stand ich auf, wobei mir erst einmal direkt Schwarz vor Augen wurde. Mit meinen Händen griff ich nach der Stuhllehne, um mich auf den Beinen zu halten. Als die Welt wieder ins Lot gekommen war, schlurfte ich ins Badezimmer. Aurillias Bemerkung konnte ich nicht einfach so auf mir sitzen lassen. So groß konnten die nicht sein …!
Natürlich folgte Aurillia. Als ich in den Spiegel blickte, sah sie über meine Schulter. „Nun, mich haben schon mal ein paar Grigoroi angefaucht. Oder Vampire. Bisher fand ich die weiblichen Zähne eher … zierlich. Aber du hast echt riesige Dinger!“ Sie kicherte kurz. „Naja, sie müssen auch zu deinen Titten passen, nicht wahr? Ich glaube, selbst die von Cyrus sind nicht so lang!“
Sie hatte nicht ganz unrecht. Meine Fänge waren deutlich größer als die Norm, denn auch mit dem Unterschied zwischen den Geschlechtern hatte sie recht. Männer hatten für gewöhnlich größere Fänge. „So groß wie Cyrus‘ sind sie aber nicht“, versuchte ich mich selbst zu überzeugen. Sachte fuhr ich mit meinem Zeigefinger daran entlang. „Das ist so absurd“, murmelte ich leise. „Da bin ich dreizehn Jahre drüber, wurde gefoltert und misshandelt, nur damit sie dann kommen können, wenn man mir den Strick umlegen will?“
Aurillia umarmte mich vorsichtig von hinten. Die Arme hatte sie um meine Hüfte gelegt. „Komm, ich helfe dir beim Waschen und Emili besorgt Frühstück.“
Als ich entkleidet vor Aurillia stand, und sie erst das ganze Ausmaß meiner Verletzungen sah, machte sie große Augen, doch ich winkte ab.
„Daf geht schon wieder weg. Mit ein bisschen Blut wahrfcheinlich. Klappt fon. Ich heile doch jetft viel sneller.“ Götter, war das unangenehm. Es liess sich ja kein Wort mehr anständig formen!
Nach einem Bad, bei dem mich Aurillia angefasst hatte, als bestünde ich aus Porzellan, stieg ich aus der Wanne, direkt in das flauschige Tuch, welches sie bereithielt.
„Willst du die eigentlich nicht wieder mal einziehen?“, bemerkte meine Zofe scheinheilig, nachdem sie immer wieder zu meinen Fängen geschielt hatte.
„Wenn daf nur so einsach wäre“, murmelte ich beschämt und senkte den Kopf. „Ich weiß nicht, wie.“
„Vielleicht brauchst du Blut. Und erst danach sind sie wieder weg. Soll ich jemanden rufen lassen?“ Aurillia wickelte meine Haare in ein Tuch und brachte mich ins Schlafzimmer. Mein Kreislauf spielte verrückt. Ich sah schon wieder schwarze Punkte vor meinen Augen. Besser wurde es erst, als ich im Bett lag.
„Nein, son gut.“ Ich konnte mit diesen Dingern doch niemanden beißen! Meinem Opfer würde der halbe Hals aufgeschlitzt! „Die werden son wieder weggehen.“ Moment, wieso lag ich in meinem Bett? „Aurillia? Wieso haft du mich ins Bett versachtet?“
„Du sollst dich doch ausruhen. Hast du nicht gesehen, wie grün und blau dein Bauch ist? Und dein Hals erst!“
Wenig später kam Emili mit einem Tablett in mein Schlafzimmer. Es roch nach Ei, frischem Brot und Wurst. „Ich wusste nicht, wie viel Hunger du hast“, meinte sie. „Ich habe einfach genug für zwei Personen mitgebracht. Den Rest essen Aurillia und ich.“
Dicht hinter ihr betrat Irina das Zimmer, die sofort zu mir ans Bett kam und nach meiner Hand griff. „Naya! Ich bin ja so froh …!“ Tränen schimmerten in ihren Augen. Bis ihr Blick auf meine Zähne fiel. „Oh!“
„Ja. Oh“, kommentierte ich nüchtern, drückte aber fest ihre Hand. „Es ift alles gut. Naja, bis auf die da“, lispelte ich wieder. „Dir konntze ich immerhin besehlen, sie wieder einsusiehen“, maulte ich. „Ich hab keine Ahnung, wie ich daf machen foll!“ Plötzlich kam mir eine Idee. „Irina! Fahr deine Sänge mal aus! Meine Zofen“, ich schenkte den beiden einen skeptischen Blick, „meinen ich habe halbe Mammuthörner im Mund!“
Irinas Mundwinkel zuckten. Sie nahm das Glas Milch vom Tablett und reichte es mir. „Jetzt will ich mal sehen, wie du mit den Dingern im Mund aus einem Glas trinkst!“ Auffordernd sah sie mich an, nicht fähig, das Grinsen in ihrem Gesicht zu negieren.
„Oh, nein! Ich weif noch ganz genau, wie das bei dir gelausen ist! Ich hab mich erst gerade umgefogen!“
Irina fing heftig an zu lachen und nahm mir das Glas wieder von meinem Mund. „Die gehen schon von selbst wieder rein“, meinte sie zwinkernd. Ich bezweifelte es irgendwie, aber wenn sie meinte …
Emili hatte sich indessen zu uns aufs Bett gesetzt, während Aurillia noch dabei war, die Pflanzen zu gießen. Bei meiner Bemerkung über die Mammutzähne hatte sich letztere blitzschnell umgedreht und grinste nun schief. „Na, ist doch wahr!“, posaunte sie. Im nächsten Moment ging die Pflanze samt Gefäß und Erde zu Boden.
Emili seufzte. „Pass doch mal auf Aurillia.“ Emili schüttelte nur den Kopf, nickte und schüttelte ihn wieder.
Die Anspannung zwischen den beiden Mädchen wuchs. „Es ift doch nichts passiert“, ging ich dazwischen. „Dinge gehen eben kaputt.“ Auch wenn mir das Geräusch des zerbrochenen Gefäßes noch immer in den Ohren widerhallte.
„Genau!“, pflichtete mir Aurillia bei und zog eine Schnute. Dann aber beugte sie sich zum Boden und begann, die Scherben aufzulesen.
Emili wollte gerade das Tablett auf meinen Schoß stellen, als sie in der Bewegung innehielt. Ihr Blick ging zu Aurillia, noch bevor diese zusammenzuckte. „Autsch!“
Blutgeruch stieg mir in die Nase. Sofort saß ich senkrecht im Bett. Aurillia drehte sich um und ließ die Scherben dabei wieder fallen. Blut tropfte von ihrem Daumen, den sie gleich darauf, das Gesicht aufgrund des Schmerzes leicht verzogen, in ihren Mund stecken wollte.
Noch bevor der Tropfen zu Boden fiel, war ich bei Aurillia. Zeitgleich packten mich zwei Hände von hinten und zogen mich zurück. Ich konnte nur dabei zusehen, wie der verletzte Daumen in Aurillias Mund verschwand.
Ein wütendes Fauchen entkam mir, als ich energisch versuchte, mich aus Irinas Griff zu befreien. Meine Augen lagen wie gebannt auf Aurillias Halsschlagader, die so schön zu erkennen war. „Laff los!“, verlangte ich zischend und spürte, wie meine Fänge weiter anwuchsen. Mein Atem ging schnell und meine Zunge leckte gierig über meine Lippen.
„Nein, Naya! Du willst kein Blut von Aurillia trinken! Nicht von deiner Freundin!“, bestimmte Irina.
Auch Emili war aufgestanden und zu Aurillia geeilt. „Komm, wir waschen das und verbinden dir den Finger.“ Hastig versuchte sie, Aurillia an mir und Irina vorbeizuschieben. Die Jüngere starrte mir verängstigt entgegen. Die bodenlose Furcht in ihren Augen erschreckte mich. Und dann wurde ich mir bewusst, was ich gerade fast getan hätte.
„Oh, scheiße!“, wimmerte ich und schlug mir die Hand vor den Mund. Den Widerstand gegen Irina gab ich restlos auf. „Aurillia es tut mir leid! Es tut mir leid!“, rief ich verzweifelt, doch diese war schon verstörten Blickes mit Emili im Badezimmer verschwunden. Schluchzend fiel ich auf die Knie. Den Schmerz in meiner Rippe ignorierte ich dabei geflissentlich.
Irina nahm mich in den Arm. „Es ist alles gut. Es wird besser, mit der Zeit.“ Beruhigend strich sie mir über Hinterkopf und Rücken. Dann half sie mir zurück ins Bett. „Iss etwas. Vielleicht wird es dadurch weniger. Also, das Verlangen.“
Ich starrte das Essenstablett geradezu nieder. Ich verspürte absolut keinen Hunger und das, obwohl ich es zweifellos müsste. Stumme Tränen kullerten mir die Wangen hinab, während ich mich an einem Brötchen versuchte. Allerdings stellte es sich als ganz schön schwierig heraus, mit Fangzähnen zu kauen. Frustriert spießte ich das Brötchen an meinen Zähnen auf und warf Irina einen genervten Blick zu.
„Das wird schon.“ Sie seufzte leise. „Soll ich dir Brei machen lassen? Das kannst du mit dem Löffel essen.“
Ich verdrehte die Augen. „Sifer nid!“ So viel zum Reden. Ich entfernte das Brötchen und seufzte. „Kannft du dir von den Menschen abgefülltes Blut geben laffen? Ich muff heute noch eine Ratssitzung einberusen und ich glaube kaum, daff mich jemand auch nur annähernd ernft nimmt, wenn ich die ganse Seit nicht richtig sprechen kann.“ Irina nickte und stand auf. „Aber sag, es ift für dich!“
Meine Freundin verschwand durch die Tür. Im Wohnzimmer hörte ich Aurillia und Emili leise reden. Über mich. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ich sollte darauf bestehen, die beiden hier wegzubringen. Fort von mir. Und alledem hier. So waren sie nur in Gefahr. Und jetzt hatte Aurillia auch noch panische Angst vor mir, weil ich mich wie eine Verrückte auf sie gestürzt hatte.
Meine Lippen bebten und immer mehr Tränen bahnen sich ihren Weg nach unten. Ich legte mich hin und versuchte die Augen zu schliessen. Kaldor schien ebenfalls Angst vor mir zu haben, denn seit ich meine Fänge ausgefahren hatte, liess er sich nicht mehr blicken.
Ich döste leicht vor mich hin. Die Stimmen der beiden Mädchen waren verschwunden. Vermutlich wollte Aurillia mir nicht mehr so nahe sein. Die Tür zum Gang öffnete und schloss sich wieder. Also war Irina schon zurück. Niemand sonst hätte es gewagt, ohne Anmeldung meine Gemächer zu betreten. Für einen Moment schloss ich nochmals die Augen und atmete tief durch. Gleich würde ich Blut trinken können. Der Speichel sammelte sich schon nur beim Gedanken daran in meinem Mund.
Dann hörte ich einen Herzschlag, der nicht der meine war.Hallo

































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