Kapitel 29 – Ein kleiner unfreiwilliger Zuhörer
Kapitel 29 – Ein kleiner unfreiwilliger Zuhörer
Aurelie
„Nay, sieh mich an.“ Cyrus legte eine Hand unter mein Kinn. Seine Lippen küssten meine Nasenspitze. „Es tut mir leid, Nayara. Es tut mir so unendlich leid. Ich wollte dir nicht wehtun. Nie. Und trotzdem habe ich so unsägliches Leid über dich gebracht.“ Cyrus legte seine Stirn an meine. „Es wird nie wieder passieren. Niemals wieder.“
Ich schniefte laut auf, presste meine Stirn aber ebenso gegen seine. Meine Augen hatte ich geschlossen. „Danke“, flüsterte ich und hätte es nicht ehrlicher meinen können. „Danke, dass du das gesagt hast.“ Mit meinen Händen ertastete ich seine Wangen, wo ich eine Träne dabei erwischte, wie sie ihm die Wange hinunterrann. Schniefend entfernte ich meine Stirn von seiner, um ihm in die Augen schauen zu können. Sanft wischte ich ihm die Träne mit meinem Daumen weg. Auch mein Gesicht war tränennass, aber davon ließ ich mich nicht stören. Ich näherte mich ihm wieder und unsere Lippen verschmolzen.
Ein wohliges Geräusch entsprang meiner Kehle, als ich mich ganz in die Arme meines Verbundenen fallen ließ und mich nur noch auf seine Berührung konzentrierte, seine Hände an meinen Wangen, seine Lippen auf meinen. Auf seine Sanftheit, auf die Gefühle, die er mir mittels dieser zärtlichen Berührungen zukommen ließ.
Unendlich langsam wanderten seine Finger an meinem Hals entlang, glitten seitlich zu meinen Armen und hinab, an meiner Hüfte entlang und dann zu meinem Schoß. Seine Lippen zogen weiter zu meinem Hals.
Eine Gänsehaut breitete sich auf meinen Armen aus. Mein Körper fing an zu kribbeln. Wie in einem Traum klaubte ich mir meinen Honig zurück, streckte den Finger hinein und leckte ihn stöhnend ab. Jetzt war alles perfekt.
Plötzlich kräuselten sich seine Lippen an meinem Hals. Er lachte leise. Und dann nahm mir das Glas Honig weg. „Wenn du erlaubst.“
„Nein. Das ist meins!“ Ich erhob drohend den Zeigefinger. „Obwohl eigentlich, ist es ihrer!“ Nun deutete ich mit meinem Finger auf meinen Bauch.
„Es könnte auch ein Junge sein.“ Cyrus wedelte mit dem Honigglas vor meinem Gesicht herum. „Willst du Honig oder meine Lippen?“ Er biss sich auf die Unterlippe und sah mich forschend an.
„Honig!“, entschied ich in Sekundenschnelle, woraufhin er eine Schnute zog. Ich grinste. „An deinen Lippen.“
Seine Augenbrauen gingen hoch und er stellte das Glas weg. Außer Reichweite von mir. „Entweder, oder. Ich schmiere mir keinen Honig auf die Lippen.“
Jetzt war ich es, die eine Schnute zog. Schließlich gab ich aber nach. „In Ordnung“, brummte ich und näherte mich wieder seinen Lippen. Außerdem tastete ich nach dem Honigglas.
Cyrus schloss die Augen, als sich meine Lippen seinen näherten. Aber er saß zwischen mir und meinem süßen Begehren! Mit einem diebischen Lächeln setzte ich mich kurzerhand auf seinen Schoß, was Cyrus ein leises Stöhnen entlockte. Sofort lagen seine Hände an meiner Hüfte und er küsste meine Wange, meinen Hals.
Ich stöhnte erregt, insbesondere als sein Mund den Biss berührte, den er in der Nacht unseres Blutschwurs an meinem Hals hinterlassen hatte. Aber das hielt mich nicht davon ab, jetzt, da ich es konnte, nach dem Honigglas zu greifen. Offen war es bereits, also tunkte ich lediglich genüsslich meinen Finger hinein und lutschte ihn ab, während mein Gemahl mich mit seinen Lippen verwöhnte. Mit einer Mischung aus Genuss und Wollust stöhnte ich gegen meinen süß ummantelten Finger.
„Was … was machst du da?“ Cyrus blinzelte ein paar Mal; sein Atem ging schwer. Dann fiel sein Blick auf das Honigglas. „Oh, du kleines Biest!“ Seine Augen funkelten belustigt. Im selben Moment stand er auf, hob mich dabei spielend leicht von seinem Schoß und im nächsten Moment warf er mich über seine Schulter. Zusätzlich gab er mir noch einen leichten Klaps auf den Hintern. „Na warte…!“
„Ai!“ Ich kicherte. „Ich kann doch nichts dafür, wenn deine Tochter so gerne Süßes isst! Sie befielt nun mal schon wie eine echte Königin, da kann ich mich doch nicht dagegen wehren!“, gab ich lachend von mir, ließ es mir aber nicht nehmen, meinen Finger erneut im Honigglas verschwinden zu lassen, welches ich noch immer in der Hand hielt.
Cyrus trug mich aus dem Wohnzimmer, die Treppe hoch und einen Gang entlang. Vor jeder Tür lauschte er. Danach drehte er um und ging den Flur in die andere Richtung weiter. Wieder lauschte er, bis er schließlich ein leeres Zimmer betrat.
Dort ließ er mich behutsam runter, wobei er auf ein Knie ging. So war sein Kopf auf Höhe meines Bauches. Seine Hände lagen auf meiner Hüfte.
Ich tauchte meine Finger wieder in das Glas und leckte sie gierig ab. Vermutlich würde er es mir bald wieder wegnehmen … aber wenn ich dafür seine Finger mit Honig ablecken konnte, wäre es eine Überlegung wert, sich damit einverstanden zu zeigen. Oder … vielleicht konnte man Honig auch noch auf etwas ganz anderes schmieren? Mein Blick ging gierig zu seinen Lenden hinunter.
Cyrus legte sein Ohr an meinen Bauch und lauschte regungslos. Dann vergrub er regelrecht sein Gesicht in meinem Bauch, während seine Arme mich fest umfassten.
Bei diesem Anblick hörte meine Schlemmerei sofort auf. Denn was er da tat, berührte mich tief. Bebend atmete ich aus. Das Honigglas stellte ich hinter mich auf einen Schreibtisch, dann nahm ich meine beiden Hände und vergrub sie in Cyrus‘ Haar. Ich lächelte, sah auf ihn herab und war glücklich. Er würde ein wundervoller Vater sein. Vermutlich ein besserer Vater als ich jemals Mutter. Immerhin hatte ich kein Beispiel, niemanden, an dem ich mich orientieren konnte. Mit Ausnahme von Irina vielleicht, aber ich war schon beinahe erwachsen gewesen, als ich sie kennengelernt hatte.
Sanft strich ich Cyrus durchs offene Haar. Mit zuckenden Mundwinkeln realisierte ich, dass er es nicht zusammengebunden hatte. Und zum ersten Mal überhaupt hätte ich ihm fast gesagt, dass ich ihn liebte. Es hätte nicht viel gefehlt und die Worte wären gesprochen gewesen. Aber irgendetwas, ein kleines Gefühl der Unsicherheit, der Angst, hielt mich davon ab. Was, wenn er, wüsste er erst, dass mein Herz endgültig und unwiderruflich ihm gehörte, mich dann wieder von sich stieß? Mich wieder verletzte? Ich wollte nicht glauben, was mir mein Verstand einbläuen wollte, aber schlussendlich blieb ich stumm und formte die Worte lediglich mit meinen Lippen. Denn ich wollte zumindest wissen, wie sie sich anfühlten, wenn ich sie formte. Und ob ich, so dümmlich es sich auch anhören mochte, überhaupt dazu in der Lage war, jemandem meine Liebe zu gestehen.
Ich musste mir wohl oder übel eingestehen, dass ich nie wahre Liebe erfahren hatte. Weder von meinen Eltern – wobei ich meinen Vater niemals kennengelernt hatte – noch von meinen Geschwistern. Und weitere entfernte Verwandte hatte es nie gegeben, da stets Geschwister verheiratet worden waren. Also wären die Worte, selbst wenn ich sie ausgesprochen hätte, vielleicht gar nicht wahr.
„Es ist so schön“, flüsterte er andächtig. „Ich hätte nie geglaubt, dass es sich so schön anhört.“ Cyrus nahm seinen Kopf etwas zurück, sah mich an und lächelte. Dann küsste er meinen Bauch und stand langsam auf. Dabei strich er sich selbst kurz durch die Haare. „Kleben jetzt meine Haare?“
„Wa…?“ Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, was er mir gerade offenbar zutraute und verschränkte daraufhin die Arme. „Ich verschwende doch keinen Honig an dich, pff!“ Den Kopf in gespielter Arroganz viel zu weit erhoben, drehte ich mich halb von Cyrus weg. Seine Hände landeten auf meinen Seiten und begannen sich neckend zu bewegen. Er kitzelte mich!
„Ah!“ Ich krümmte mich. „Cyrus, nicht!“, prustete ich lachend hervor. „Halt!“ Ich konnte kaum mehr gerade stehen!
Cyrus hörte nicht auf. Als ich nicht mehr stehen konnte, trug er mich zum Bett, legte mich darauf ab, setzte sich auf meine Oberschenkel und kitzelte mich weiter, bis ich nur noch nach Luft schnappen konnte und mich lachend unter ihm wand. „So, ich denke, das reicht.“ Er grinste mich siegessicher an. Dann ging sein Blick zum Schreibtisch. „Du hast das Glas aller ernstes mitgenommen?“
Ich lachte leise, noch immer dabei, meine Lungen wieder mit Luft zu füllen. Zu gern wollte ich ihm etwas zurückgeben, aber ich wusste nicht, was. Ihn erregen, so lange, bis er kurz davor war und dann aufhören? Nein, das wäre Eigenfolter. Oder …
Kichernd streckte ich meine Hände nach seinen Seiten aus und begann, ihn zu kitzeln.
„Was machst du da?“, fragte er sichtlich amüsiert. Aber nicht so amüsiert, dass er anfing zu lachen.
Ich kniff die Augen zusammen. Nicht bereit, jetzt schon aufzugeben, ließ ich meine Hände höher zu seinen Achselhöhlen wandern, um dort mein Glück zu versuchen.
Cyrus nahm seine Arme hoch, ermöglichte mir schmunzelnd einen besseren Zugang und zog in derselben Bewegung sein Oberteil aus. „Wo haben wir vorhin in der Wohnstube aufgehört?“, kam es leise schnurrend von ihm.
„Ich …“ Heilige Götter, ich tropfte! „Oh, ich weiß! Du wolltest dir Honig auf die Lippen schmieren, in der verzweifelten Hoffnung, dass ich dich nochmal küssen würde!“ Ich grinste anzüglich und bewegte mein Becken unter seinem. So gut das nun mal ging, wenn ein Tonnen schwerer Vampir auf einem draufsaß.
„Ah, stimmt.“ Er beugte sich so weit über mich, dass sein Oberkörper fast auf meinem ruhte. Sein Gesicht war mir so nahe, dass ich seinen Atem auf meiner Wange spürte. „Du meinst also, meine Lippen schmecken nur mit Honig, ja?“ Hauchzart strichen seine Lippen über meine, ohne mich dabei zu küssen.
Ich tat, als würde ich den Geschmack seiner Lippen testen. Ich leckte mit meiner Zunge über die Stellen, an deinen er meine gerade noch berührt hatte. Dann verzog ich angeekelt den Mund. „Schmeckt irgendwie nach kleinem Kind. Du weißt schon, dieser Geschmack, wenn sie…“
Ich konnte nicht mal aussprechen, da war er schon von mir runter. Sein Blick jedoch verriet mir, dass er nicht vorhatte, jetzt zu gehen. Cyrus griff nach seiner Hose und zog sie aus, während er gleichzeitig aus seinen Stiefeln stieg. Komplett entkleidet stand er nun vor mir. Und seine Männlichkeit stand aufrecht. „Schade. Dann wirst du heute wohl nicht erfahren, was meine Lippen alles mit dir anstellen können.“ Er nahm sein Glied in eine Hand und begann, es langsam zu bewegen.
Es dauerte keine Sekunde und mir schoss ein Schauder nach dem anderen durch den Körper. Und jeder von ihnen endete genau zischen meinen Beinen, die ich mittlerweile unruhig zusammen presste. Mein Becken machte, was es wollte. Wild rekelte es sich auf dem Bett herum, ohne mir jegliches Mitspracherecht zu lassen.
Als Cyrus schneller wurde, glitten meine Fangzähne heraus und ich fauchte: „Meins! Finger weg!“
„Zieh dich aus, Nay. Ich möchte dich sehen. In all deiner Schönheit.“ Seine Hand stoppte, ein Lusttropfen klebte an seiner Spitze und bettelte praktisch darum, von mir abgeleckt zu werden.
Röte schoss mir ins Gesicht, denn ich wusste, dass ich nicht wirklich schön war. Mein Körper war überzogen mit furchtbar hässlichen Narben, die mich niemals vergessen lassen würden. Trotzdem stand ich auf und löste langsam meinen Gürtel. Dann folgte Darleens Bluse, die ich mir über den Kopf zog und damit die Bandagen um meine Brüste sichtbar machte.
„Du bindest sie ab?“, fragte Cyrus erstaunt. Er trat einen Schritt vor, verharrte dann aber. Zögerte.
„Wenn ich kämpfe, ja.“
„Darf ich…?“
Ich biss mir gespannt auf die Lippe, nickte aber.
Seine Hände legte sich auf meine nackte Taille und arbeiteten sich hoch. Er suchte das Ende der Bandage und wickelte sie langsam ab. Dann ließ er sie achtlos zu Boden fallen.
Kaum lagen meine Brüste frei, streichelte er sie, glitt mit den Daumen über die Brustwarzen, bis sie hart wurden und sich aufrichteten. Danach beugte er sich vor und glitt mit der Zunge darüber, nutzte seine Zungenspitze und neckte sie. Seine Hände massierten meine Brüste, während er sanft daran knabberte und saugte.
Stöhnend ließ ich meinen Kopf in den Nacken fallen. Doch indessen er mich verwöhnte, gingen meine eigenen Hände auf Wanderschaft, seinen Bauch hinab und umfassten fest sein Glied.
Cyrus‘ Hände wanderten tiefer, zum Bund meiner Hose. Ein kehliges Grollen verließ seine Lippen. „Eigentlich müsste ich dir solche Kleidung verbieten. Die zeigt jedem jede einzelne deiner Kurven!“ Er ließ sich vor mir auf die Knie sinken und zog mir die enge Lederhose aus. „Aber ich sehe damit immerhin auch jederzeit, wenn du deine Beine aneinander reibst, in der Hoffnung, ich würde deine Erregung nicht riechen.“
Ich schnappte nach Luft; meine Beine bebten.
Er half mir aus meinen Stiefeln, danach entledigte er mich ganz meiner Hose. Ich hatte mich in der Zeit an seinen Schultern abgestützt und seinen warmen Atem, der direkt zwischen meinen Beinen landete, mit jedem Zug genossen. Plötzlich packte er meine Beine, drückte sie noch weiter auseinander und versenkte sein Gesicht in meiner Scham. Er auf Knien, ich im Stehen.
„Oh … Götter …“, hauchte ich, vergrub meine Hände in seinen Haaren, und warf den Kopf in den Nacken, um zu genießen. Und in dieser Nacht ließ er mich genießen, so sehr, dass ich alles um mich herum vergaß. Da war nur noch Cyrus, ich und ein unfreiwilliger, kleiner Zuhörer in meinem Unterleib.























































Kommentare