Kapitel 33 – Die Ankunft im Norden

Kapitel 33 – Die Ankunft im Norden

 

Cyrus

Die Reise in den Norden war lang. Die Landschaft wurde karger, die Berge höher und das Wetter kälter. Aber noch war kein Schnee zu sehen. Die Beziehung zwischen Nayara und mir war perfekt. Manchmal schlichen wir uns nachts weg, um ungestört zu sein und übereinander herzufallen. Endlich hielt sie ihr Verlangen nicht mehr zurück. Ich hätte nicht glücklicher darüber sein können.

Tagsüber saßen wir in der Kutsche, Nayara entweder neben mir oder auf meinem Schoß. Auch hier konnten wir nicht immer die Hände voneinander lassen, was bei Emili dazu geführt hatte, dass sie manchmal bei Irina auf dem Kutschbock saß oder mit Elok auf dem Pferd ritt.

Nay und ich, wir waren verrückt nacheinander. Doch wir sprachen auch viel. Über die Sklaverei, die Menschenhändler, die verschrobenen, konservativen Vampire und wie wir das Goldene Reich zu einem besseren Königreich machen könnten. Selbst Emili beteiligte sich an diesen Gesprächen. Wir machten uns Notizen. Weit oben auf der Prioritätenliste stand, den Menschen das Lesen und Schreiben beizubringen. Seibling würde diese Aufgabe übernehmen. Nayara hatte das vorgeschlagen und obwohl ich anfänglich nicht ganz einverstanden war, hatte ich zugestimmt.

Die Tage, bis wir bei Kretos waren, vergingen schnell. Nayara blühte mit jedem Tag mehr auf. Mit jedem Tag wurde sie schöner. Gerade schmiegte sie sich kuschel bedürftig an meine Brust und schnurrte leise, was Emili auf der Gegenseite die Augen verdrehen ließ.

Da hatte diese plötzlich wieder einen ihrer Anfälle. Ihre Hände klammerten sich an der Bank unter ihr fest, während ihre Augen geschlossen waren, sich unter ihren Liedern aber bewegten. Die Anfälle waren in den letzten Wochen häufiger geworden, aber wenn ich nachfragte, meinten die beiden Frauen, dass es schon nichts Schlimmes sei.

Emili riss die Augen wieder auf. Sowohl meine als auch Nayaras Aufmerksamkeit war ganz auf ihre Zofe gerichtet. „Geht es dir gut?“, fragte ich ruhig.

Emili nickte. „Ja“, sprach sie besonnen, das Gesicht ernst. „Wir werden bald ankommen. Aber ihr beide werdet eure Reise alleine weiterführen.“

Was erzählte sie denn da? Ich sah zu Nayara, aber diese wirkte nicht annähernd so überrascht wie ich. Darüber musste ich unbedingt mit Nayara reden, denn mir schien, dass mir hier etwas Wichtiges verheimlicht wurde.



Wir beide würden unsere Reise allein fortsetzen …

Die erste Frage, die mir in den Sinn kam, war die, nach dem Warum. Direkt darauf fragte ich mich, wohin. Hatte Nayara Emili erzählt, wohin ich ursprünglich gewollt hatte? Ursprünglich … Ja, denn ich sah keinen Grund mehr, mich von ihr zu trennen. Wir hatten uns endlich ausgesprochen. Es lief perfekt; wir planten schon weit in die Zukunft mit all den Änderungen im Königreich. Wir würden unseren Sohn … oder unsere Tochter gemeinsam aufziehen.

Die Götter hatten uns dieses Kind geschenkt. Und ich wollte unbedingt dabei sein, wenn es das Licht der Welt erblickte. Wenn es seinen ersten Atemzug tat. Dieses kleine Wunder, das gerade unter dem Herzen meiner Liebsten wuchs, würde der nächste König oder die nächste Königin werden.

„Gibt es da etwas, von dem ich wissen sollte?“ Mein Blick huschte zwischen Emili und Nayara hin und her.

„Ähm …“ Nayara spielte nebenbei an ihren Nägeln herum. „Also …“ Sie biss sich auf die Lippe und sah zu Emili. „Das ist Emilis Sache.“ Nay zuckte mit den Schultern und setzte sich etwas gerader hin, den Blick auf Emili gerichtet, als führten sie ein stummes Gespräch.

Die Arme verschränkt, wandte ich mich Emili zu. „Also?“

Nays Zofe seufzte. „Du weißt, dass mein Blut für Vampire ungenießbar ist?“ Ich nickte. „Naya vermutet, ich stamme von Vampiren ab. Vielleicht sogar von Kretos‘ Linie, weil wir … uns gewisse Eigenschaften teilen.“

„Welche?“ Ich lehnte mich ein Stück zu Emili vor.

„Ich sehe. Die ganze Zeit. Vorwiegend die Gegenwart, in den letzten Wochen aber auch vermehrt die Vergangenheit.“

„Also weißt du, wohin ich wollte?“ Oder sah sie nur Dinge, die sie betrafen? Wusste sie daher nur, dass wir ohne sie weiterfahren würden? „Moment. Du hast nun aber auch von der Zukunft gesprochen, Emili. Sag mir, was du gesehen hast!“

Die junge Zofe errötete. „Scheint so“, brummte sie unsicher. „Ich weiß nicht … Ich habe nicht gesehen, wie ihr geht. Ich habe lediglich eine Frau gesehen“, schilderte sie. „Und ich weiß, dass ihr allein gehen werdet. Ich weiß es einfach. Ich kann es nicht erklären.“

„Eine Frau?“ Nun wurde ich doch hellhörig. Wurde das Wissen, wie man einen Blutschwur aufhebt, von Mutter zu Tochter weitergegeben? Aber sollte mich das eigentlich noch interessieren? Ich hatte, was ich mir wünschte. Ich würde Vater werden. Und endlich lief es gut zwischen Nayara und mir.



Es klopfte von außen gegen die Kutsche. „Das Schloss von Fürst Kretos ist in Sichtweite. Wir werden noch vor dem Abend dort ankommen“, drang Eloks Stimme zu uns durch.

„Endlich …“, seufzte Emili. „Darf ich bei dir auf dem Pferd sitzen, Elok?“

Die Folge von Emilis Bitte war eine kurze Rast. Als ich mit Nay wieder in der Kutsche saß, war diese still geworden. „Wir haben nicht darüber gesprochen“, sagte sie leise.

„Über Emilis Kräfte? Oder darüber, wie es weitergeht?“ Ich nahm sie in den Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Es ist unwichtig, Liebes.“

Nayara schmiegte sich wohlig brummend in meinen Arm. „Weißt du was?“, nuschelte sie an meinen Hals.

„Hm? Mh! Nay … wir haben nicht mehr viel Zeit …“

„Emili ist aber weg.“ Wieder leckte sie mit ihrer Zunge über die Bissspur an meinem Hals.

Ich stöhnte auf und zog sie auf meinen Schoß. Meine Erektion drückte gegen ihre Mitte. „Ich glaube, wir haben doch noch genug Zeit … oder ist es dir zu eng hier?“ Obwohl es auch nicht das erste Mal wäre.

Nayara ignorierte meine Frage und begann intensiv an der Bisswunde an meinem Hals zu saugen. Gleichzeitig glitten ihre Hände zu meinem Gürtel, öffneten ihn und schlüpften in meine Hose hinein. Ihre Hand glitt geschickt über meine volle Härte, während sie ihre Zähne in meinem Hals vergrub.

Eilig hob ich ihren Rock, aber Nayara dachte nicht daran, von mir abzulassen. Immer gieriger trank sie von mir, ihre Hand wurde immer schneller und so kam ich in kürzester Zeit und ergoss mich noch in meiner Hose auf ihre Hand.

Leise knurrend packte ich sie an den Schultern und schob sie von mir. Und genau in dem Moment blieb die Kutsche stehen. „Das wird ein Nachspiel haben“, drohte ich verheißungsvoll.

Nayara grinste frech, streckte mir die Zunge raus und öffnete die Tür, sodass ich mich beeilen musste, mit dem Richten meiner Hose fertig zu werden. Ehe sie die Kutsche allerdings verließ, drehte sie sich um, hob ihre Hand und leckte sich genüsslich meinen Samen von ihrer Hand. Ein leises Stöhnen verließ ihren Mund, dann drehte sie sich wieder um und ließ mich mit einem bereits wieder halb stehenden Gemächt in der Hose zurück.

Ich fluchte innerlich, zog den Gürtel zu und stieg kurz nach Nayara aus der Kutsche. Unauffällig richtete ich mir die Hose und atmete tief durch. Elok half Emili gerade vom Pferd. Die anderen Grigoroi stiegen vom Kutschbock. Amaro und Stinan würden die Pferde versorgen. Elok folgte uns zur Freitreppe, wo Fürst Kretos bereits stand und auf uns wartete.



„Willkommen in meinem kleinen Fürstentum, Majestäten. Ich bin hocherfreut, euch zu sehen.“ Er lächelte, sein Blick blieb für einen Moment am Bauch meiner Frau hängen. „Ich hoffe, die Reise verlief gut?“

„Ausgesprochen, danke der Nachfrage, Fürst Kretos“, erwiderte Nayara pflichtbewusst und trat, den Arm bei mir eingehakt, mit einem Nicken näher an den Fürsten heran.

Dieser neigte, die Mundwinkel zuckend, sein Haupt. „Ich habe Zimmer herrichten lassen. Allerdings war mir nicht bekannt, dass ich noch ein weiteres Zimmer hätte bereiten lassen müssen.“ Sein Blick fiel auf Emili und verfinsterte sich.

Diese warf ihm einen mindestens genauso bösen Blick zu, ehe sie erhobenen Hauptes einfach an ihm vorbeilief und den gastgebenden Fürsten keines weiteren Blickes würdigte. „Ich weiß schon, wo mein Zimmer ist, danke“, bemerkte sie noch spitz, ehe sie hinter den Türen verschwand.

In diesem Moment hätte ich schwören können, Nay war dabei, ein Kichern zu unterdrücken.

„Warum ist sie hier?“, fragte Kretos schroff, tat die Frage gleich darauf aber mit einem Winken seiner Hand ab, seufzte und deutete kurz darauf zum Eingang. „Gehen wir erst hinein. Wollt ihr euch frisch machen?“

Noch ehe ich bejahen konnte, antwortete Nayara schon: „Nein. Ich denke, wir sollten direkt zum Geschäftlichen kommen.“ Nay wandte das Gesicht zu mir hin, warf einen Blick auf meine Hose, auf Höhe meiner Lenden, und grinste frech. Was Kretos nicht sehen konnte, da er bereits vorging. Meine heute offenbar sehr zum Spielen aufgelegte Verbundene näherte sich mir mit ihrem Mund unverhofft und flüsterte mir leise ins Ohr: „Du riechst gut.“ Kurz leckte sie mir mit ihrer Zunge am Ohrläppchen, ehe sie wieder einen angemessenen Abstand zu mir einnahm und ganz die vornehme Königin spielte. Das verräterische Zucken ihrer Mundwinkel konnte sie allerdings nicht gänzlich unterdrücken.

Schwer um meine Beherrschung ringend, folgte ich Kretos ins Schloss. Die Wände waren hell, bodentiefe Fenster spendeten enorm viel Licht und etliche Kristallkronleuchter ließen die imposante Eingangshalle in allen Farben erleuchten. Wir bogen nach rechts ab und betraten das erste Zimmer. Ein schlichter Raum mit einem Sofa und mehreren Sesseln. Im offenen Kamin brannte ein Feuer, das behagliche Wärme spendete.



Die nächsten Stunden verbrachten wir damit, über Handelsrouten und besorgniserregende Vorkommnisse zu sprechen. Leider gab es immer wieder Überfälle auf den normalen Routen, sodass oft Umwege in Kauf genommen wurden. Die anderen Straßen waren jedoch schlecht ausgebaut und so manche Achse einer Kutsche brach bei den holprigen Strecken.

Nach einigem Für und Wider entschlossen wir uns zu verstärkten Sicherheitspatrouillen auf der Hauptstraße, um die Probleme mit den Überfällen zu minimieren.

Die Sonne war schon längst untergegangen. Zwischenzeitlich hatte Kretos eine leichte Speise bringen lassen. „Ach, in all der Aufregung habe ich das völlig vergessen“, sein Blick fiel auf mein Weib, „Ich gratuliere euch beiden zu eurem…“, Kretos stockte, „… Kind.“

Ich blinzelte mehrmals. Was hatte er sagen wollen? Sohn? Wahrscheinlich. Aber er wollte uns das Geschlecht nicht mitteilen. Ein kluger Zug.

„Danke“, kam es seitens Nayara zweisilbig. Generell hatte sie noch nicht besonders viel zu unserem Gespräch beigetragen.

„Hast du etwas Neues gesehen?“ Ich beugte mich etwas zu Kretos vor und legte dabei die Unterarme auf meinen Oberschenkeln ab. „Die Linie der Ignis-Robur wird nicht aussterben. Also ist die Welt nun sicher?“

Überrascht zog mein Freund die Augenbrauen hoch. „Du hast sie eingeweiht?“

„Ja, natürlich. Sie ist die Königin und… Nun, wir haben uns ausgesprochen.“ Ich sah zu Nayara und legte eine Hand auf ihre. Sichtlich gezwungen zerrte sie ein Lächeln auf ihre Lippen. „Nay, alles in Ordnung?“, fragte ich besorgt. Meine Verbundene nickte verbissen, die Lippen aufeinander gepresst. „Du bist blass“, stellte ich fest.

„Ich“, eine Hand auf ihren Bauch gepresst, stand sie auf, „muss mich nur kurz einmal zurückziehen, mir geht es gut.“ Sie wandte sich Kretos zu. „Wo ist das Bad?“

„Die dritte Tür rechts“, erklärte er knapp und schon war Nayara weg.

Ich hob die Augenbrauen, drehte mich aber langsam zu meinem langjährigen Freund zurück, der in Gedanken versunken schien. „Also? Du hast bereits das Geschlecht gesehen, nicht? Und der Weltuntergang?“

„So simpel ist es nicht, Cyrus. Ich sehe stetig die Zukunft. Verschiedene Versionen davon. Die Visionen, in denen die Welt untergeht, werden weniger. Aber es gibt sie noch.“



„Wie das? Sie ist doch schwanger!“

„Ja, in einigen Visionen bringt sie ein gesundes Kind zur Welt. Aber es gibt auch welche, in denen sie stirbt. Durch Krankheit, Mord, Unfälle, Krieg…“

„Krieg?“, fiel ich ihm ungläubig ins Wort.

„Ja.“ Er nickte sachlich. „Unser Reich ist wie ein Ei. Die Fürstentümer sind stabil, aber im Inneren werden Konflikte ausgebrütet. Diese Aufstände waren nur die Spitze des Berges, mein lieber Freund.“

„Ja, das Goldene Reich war schon immer das Problem. Vielleicht wäre es besser, wenn die Fürstentümer zu eigenen Königreichen würden. Dann gäbe es vier Könige, nicht bloß einen.“ Ich seufzte tief. „Hast du etwas Konkretes gesehen? Etwas, das mir weiterhilft?“ Mir war natürlich bewusst, dass sich die Zukunft nicht so einfach sehen ließ. Zögerlich fuhr ich fort: „Hilft es dem Goldenen Reich, wenn ich mich von der Königin trennen würde und nicht mehr König wäre?“

„Cyrus …“ Kretos seufzte. „Auch solche Variationen habe ich gesehen. Selbst wenn ihr sie findet, die sagenumwobene Königin der Kräuterhexen, und – dem Wunsch der Götter entgegen – die Bindung zueinander löst, wird Schmerz folgen. Ich habe dir bereits gesagt, dass dein Weib nicht in jeder Zukunft ein gesundes Kind zur Welt bringt. Oder ein Lebendiges. Zudem ist eine Geburt stets eine gefährliche Sache. Der Tod der Mutter ist nicht immer unausweichlich; dass das Kind dabei überlebt, nicht gewährleistet. In manchen Zukünften, in denen du sie verlässt, stirbt sie bei einem Attentat. Noch mit dem Kind unter dem Herzen. In anderen stirbt nur das Kind. Und sie nimmt sich daraufhin selbst das Leben, weil sie nichts mehr hat, wofür es sich zu leben lohnt. Eine Trennung ist etwas Widernatürliches. Was, wenn sie etwas Natürliches im Gegenzug fordert? Was gäbe es Natürlicheres, als das Wunder des Lebens? Oder wenn die Götter zurücknehmen, was sie gegeben haben? Ich habe die Nacht gesehen.

„Die Nacht? Welche Nacht?“ Die, in der wir Ignis-Robur zum See gebracht hatten? Es fühlte sich manchmal immer noch so an, als hätten wir das alles nur geträumt. Der Verzweiflung nahe, vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen. Ich hatte nicht mehr vor, mich von Nayara zu trennen, aber wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, dass sie und das Kind dadurch unbeschadet und in Frieden leben könnten … „Ich bin ratlos, Kretos. Was kann ich tun?“ Wie hatte ich nur jemals annehmen können, die Königin zu schwängern, würde alle Probleme lösen?



Die Tür ging auf. Sofort drehte ich meinen Kopf zu meiner Verbundenen, die mit blassem Gesicht und Tränen in den Augen in der Tür stand. „Cyrus?“ Ihre Unterlippe bebte, als sie mit flehendem Unterton meinen Namen sprach.

Ich stand alarmiert auf und ging ihr entgegen. Augenblicklich roch ich das Blut, konnte aber keine Wunde entdecken. „Was ist passiert?“ Dicht vor Nayara blieb ich stehen; umfasste ihr tränenüberströmtes Gesicht mit beiden Händen. Der Geruch nach Blut wurde immer stärker. Zusätzlich zu den Herzschlägen hörte ich ein leises Plätschern, langsam, aber stetig. „Wo bist du verletzt?“

„Un…ten…“ Ihr Blick ging für einen Moment unsicher zu Kretos, schwenkte aber sofort wieder zurück. „Al…so…“ Ihre Hände fuhren ihren Körper hinunter und hielten verkrampft vor ihrer Körpermitte. „Also … es blutet, aber ich weiß nicht…“ Angst spiegelte sich in ihren tränennassen Augen.

Ein Stich der Angst durchzuckte mich, ehe ich mich halb zu Kretos wandte. „Hast du einen Heiler? Eine Kräuterfrau? Oder eine Hebamme?“ Ganz vorsichtig strich ich über Nayaras Bauch. „Mach dir keine Sorgen, Liebes. Das Herz schlägt, hörst du? Das Herz schlägt.“ Entgegen meiner Worte, stieg meine Sorge ins Unermessliche. Was, wenn sie jeden Moment eine Fehlgeburt erleiden würde? Was, wenn sie das Kind verlor?

„Wieso sollte ich eine Hebamme in meinem Schloss haben? Und du weißt, ich halte von diesen Kräuterhexen nichts, also nein, sicher nicht! Die einzige Hexe hier habt ihr beide mir ins Schloss gebracht.“

Nayara schluckte, krallte sich wimmernd an meinem Hemd fest und drückte ihr Gesicht in meine Brust.

„Ich brauche einen Heiler, Kretos!“ Ich bemühte mich darum, ruhig und sachlich zu klingen. Ich wollte Nayaras Angst nicht noch verschlimmern. „Gibt es hier in der Nähe eine Kräuterfrau?“ Mir war gleich, was die meisten Vampire von diesen Frauen hielten, basierte ihre Meinung doch lediglich auf Angst vor dem Unbekannten.

„Natürlich gibt es welche.“ Kretos zuckte die Schultern. „Das Gesindel treibt sich doch überall rum.“ Den Blick auf Nayara gerichtet, seufzte er tief. „Ich lasse eine rufen. Aber ich will sie nicht hier. Sie soll nachher gleich wieder gehen. Diese Weibsbilder haben weder Sinn für Anstand noch Respekt!“



Da musste ich ihm im Stillen zustimmen. „Aber sie verstehen sich auf ihr Gebiet.“ Und damit konnten sie sich ihr Verhalten erlauben.

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