Kapitel 46 – Kehrtwende
Kapitel 46 – Kehrtwende
Rjna
Trinken. Denken. Sein. Alles kostete Energie. Erschöpfungssymptome nannten sie es. Die Phase der emotionalen Umschwünge hatte sich nach meinem vierzehntägigen Schlaf noch zehn lange Tage hingezogen. Schon da waren meine Beine immer schwerer und mein Denken immer schwermütiger geworden. Jetzt aber lag ich lediglich noch im Bett des Königs – wussten die Götter, wieso er darauf bestand – und vegetierte vor mich hin. Langsam und siechend kam er, der, auf den ich so lange gewartet und den ich gleichermassen so lange gemieden hatte. Er, der das Ende eines jeden Lebens verkörperte, wie es seit jeher war und auch sein musste, denn ein Leben ohne Ende – war das noch lebenswert?
Dieser Gedanke spukte mir im Kopf herum, seitdem ich mein menschliches Leben hinter mir gelassen hatte. Nicht ohne Grund kam jeder Anfang mit einem Ende und nicht ohne Grund folgte auf jeden Sonnenaufgang ein Sonnenuntergang. Die Zeit, die einem hier auf Erden blieb, war begrenzt, und sie sollte es auch sein. Sie sollte … So sollte es sein …
„Wieso nur …“, flüsterte ich leise: „Wieso nur kann ich dann nicht meinen Frieden damit machen, dass es bald so weit ist?“
Meine Augen starrten leer und träge zum regenverhangenen Fenster hinaus. Ein Husten nach dem anderen, bedingt durch die mittlerweile ungewohnte und selten gewordene Nutzung meiner rauen Kehle, erschütterte meinen Körper bis in seinen letzten Winkel.
Lautlos öffnete sich die Tür und ein schmaler Streifen Licht fiel hinein. So schnell es mein träge-tauber Körper noch vermochte, schlossen sich meine Augen. Kein Klopfen, darum hatte ich gebeten. Die kleinsten Geräusche verursachten die schrecklichsten Kopfschmerzen. Dasselbe war es mit Licht. Ich wünschte … ich wünschte, mein Tod wäre abrupter gekommen. Nicht so schleichend, wie der einer schwer Kranken. Ich wünschte, ich hätte schnell gehen dürfen. Zu den Göttern. Zu Fredi.
„Rjna?“ Ohne auch nur ein einziges Geräusch von sich zu geben, hatte Alomis sich mir genähert.
Unendlich langsam öffneten sich meine Lieder wieder und mein Blick hob sich zu dem Prinzen, der sein Leben der Heilung und Genesung anderer verschrieben hatte. Noch langsamer als zuvor glitt mein Blick zu dem Glas, das in seiner linken Hand ruhte, hinunter. „Wieso?“, flüsterte ich leise. „Wieso …?“
„Noch ist nicht aller Tage Ende, Rjna.“ Vorsichtig, so, dass es kein Geräusch verursachte, stellte er das Glas auf den kleinen Nachttisch, setzte sich auf die Bettkante und schickte sich dazu an, mir zu helfen, in eine aufrechte Position zu gelangen. Doch ich drehte demonstrativ den Kopf weg. Alomis presste unglücklich seine Lippen aufeinander. „Du darfst nicht einfach aufgeben, Rjna.“ Bestimmt und dennoch sanft hob er die Hand an meine Wange, und drehte mein Gesicht wieder ihm zu. „Du bist warm“, stellte er besorgt fest.
Ein hustendes Lachen entrang sich meiner Kehle. „Das spielt doch jetzt“, angestrengt holte ich Luft, „auch keine Rolle mehr. Ich werde … sterben. Das … ist … unausweichlich…“ Wieder brach ein Husten aus mir heraus. Alomis schüttelte den Kopf, doch die Fakten lagen anders, als der Heiler mit hartem Äusseren, aber immens weichem Inneren, es gerne gehabt hätte. „Und“, setzte ich erneut an, allen Hustenanfällen und Keuchern zum Trotz, „warm … war … ich … schon immer. Feuer hat mir noch nie…“ Meine Luftröhre verschloss sich vor Anstrengung, sodass mein nächster Atemzug wie ein ersticktes Pfeifen im Raum und meinen Ohren widerhallte.
„Ruhig“, flüsterte Alomis, legte seine Hand auf meine Stirn und schien fast überrascht, als ich mich müde an sie schmiegte. Ja, ich hatte heiss. Und er war kalt. Als er seine Hand wieder von meiner Stirn nahm, um nach dem Glas mit Blut zu greifen, wimmerte ich leise auf.
„Wo ist er?“ Tränen standen mir in den Augen. Ich vermisste ihn. Die letzten Tage hatte mir immer der König das Blut gebracht.
„Er musste das Schloss eilends verlassen.“ Alomis sah betreten zu mir hinab. „Ein Aufstand der Magier.“
Ich schwieg still. Starrte ihn nur an und verfluchte für einen Moment alle Magier auf dieser Welt. Ich wollte den König. Seine sanften, kühlen Hände und seine tröstenden Worte. Auch wenn ich mir nie anmerken liess, dass ich sie hörte, und der König stets dachte, ich schliefe. Und ich wollte Xelus. Seine warme Stimme, die mir Geschichten von weiten Fernen und farbenfrohen Zeiten erzählte, bis ich einschlief. Obgleich sein Geschmack, was Geschichten anging, eher makaber war. Aber er kannte auch die anderen. Die Schönen. Ich wollte sie hören. Ich wollte seine Hand halten. Ich wollte ihn hier bei mir … Aber gleichzeitig wollte ich ihn nicht leiden sehen.
„Na komm.“ Vorsichtig fuhr Alomis’ Hand unter meinen Kopf und hob ihn an. „Ganz vorsichtig.“
Danach wurde ich immer müde und der Schmerz klang für einige Stunden ab. Das Trinken war zu einem herbeigesehnten Schlafmittel geworden, das mich zumindest für ein paar wenige Stunden die Realität vergessen und von einer anderen Welt, einem anderen Leben träumen liess. Aber zugleich verlängerte es mein Leiden und hielt mich am Leben – gerade so. Und obwohl ich wusste, dass mir der fruchtige Geruch des Blutes nur vorgaukelte, dass, es zu trinken, alles wieder ins Lot bringen würde, spitzten sich meine Lippen und liessen die dickflüssige Substanz herein. Das Schlucken liess mich vor Schmerz das Gesicht verziehen, und nachdem ich das halbe Glas geleert hatte, brach ich keuchend ab. Heisse Tränen rannen mir über die Wangen.
„Du solltest noch ein bisschen mehr …“
Schwach schüttelte ich den Kopf. „Kann nicht mehr“, murmelte ich schon halb im Schlaf.
Alomis seufzte tief und wollte sich bereits wieder erheben, als sich meine Hand, die bisher nur lethargisch auf der Bettdecke neben meinem Körper gelegen hatte, dazu durchringen konnte, ihn am Handgelenk zu packen. Die Sorge über die Schwäche meines Griffs stand ihm ins Gesicht geschrieben.
„Alomis? Wird … wird Xelus es spüren? Wenn ich“, wieder überkam mich ein trockener Husten, dem sogleich ein leises Schluchzen folgte, „wenn ich gehe?“
Der Heiler öffnete seinen Mund und schloss ihn wieder. Auf diese Frage war der sonst immer so gefasste Vampir nicht vorbereitet gewesen. Schliesslich zwang er sich ein bitteres Lächeln auf die Lippen, während sich sein Kopf schwach schüttelte.
Er log. Mit grossen Augen blickte ich zu ihm auf, fassungslos und gerührt zugleich, wie sehr ihn mein Schicksal zu berühren schien. Es war das erste Mal, dass ich hinter seine Fassade blicken konnte. Das erste Mal, dass er sie nicht ohne Risse halten konnte. „Verstehe …“
Alomis biss sich auf die Lippen, während meine Augen langsam zufielen. Aus dem Augenwinkel heraus erkannte ich noch, wie er mit zusammengepressten Lippen und eine Träne verdrückend, auf meine Hand starrte, die nun nur noch kraftlos auf seinem Handrücken lag. Und gerade als er entsetzt nach Luft schnappte, meine Hand ergriff und sie hektisch zu allen Seiten drehte, driftete ich endlich ab, in eine schönere Welt, in eine Welt, in der die Götter nicht über meine blosse Existenz höhnten, und ihre Tage damit verbrachten, dem Erfinden grausamer Schicksale zu frönen.
Als ich meine Augen am nächsten Tag müde aufschlug, streichelte jemand sanft und kontinuierlich über mein Handgelenk. Eine tiefe, mittlerweile angenehm gewohnte Stimme raunte vor sich hin, undeutlich und bedrückt.
„Mh …“ Ein angenehmer Schauder durchrieselte meinen Körper, ausgehend von der zärtlichen Berührung, die langsam wellenförmige Linien meinen Arm hinaufzeichnete und erst da aufhörte, wo der kurze Ärmel des Nachthemds begann. „Wieso eigentlich kurze Ärmel?“, murmelte ich rau. Sofort hörten die Berührungen und auch das angenehme Murmeln auf, woraufhin ein trauriges, unbeabsichtigtes Schnalzen meinerseits folgte.
„Das …“, die tiefe Stimme des Königs klang erst zögerlich, fuhr dann aber unverfroren fort, „könnte daran liegen, dass es Reizwäsche ist, die du da trägst.“
„Bitte?!“ Augenblicklich waren meine Augen weit offen. Plötzlich fand ich mich sitzend im Bett wieder, fiel aber schnell zurück in die weichen Daunenkissen. In meinem Kopf drehte sich alles.
Doch seine Hoheit zuckte nur mit den Schultern. „Die Schneiderin muss dir erst neue Gewandung herstellen und bisher haben wir uns an Arruras Kleiderschrank bedient. Die Gemahlin meines Bruders Nierwil.“
„Und … wo sind die beiden?“, fragte ich rau.
„Sie kommen nur zu besonderen Anlässen nach Genral. Ihr Schloss befindet sich in Melnai.“ Auf mein Stirnrunzeln hin, lächelte der König nachsichtig. „Das befindet sich im Westen Genrals.“
„Ah …“ Das erklärte aber nicht, wieso Sillia mich in Reizwäsche gekleidet hatte. Ausserdem sah das Nachtkleid gar nicht anders aus, als die, die ich bisher hier im Schloss getragen hatte, was bedeutete … Ich schluckte trocken. Und der König grinste schmallippig wie ein kleiner Junge! Meine Augen wurden schmal. „Und Arrura besitzt nur Reizwäsche?“
„Hier schon.“ Ehe ich den König mit meinen Augen erdolchen konnte, hatte dieser sich gemächlich zum Nachttisch gebeugt und nach einem kleinen Gegenstand gegriffen. „Das hier hast du vergessen. Als du gleich nach Xelus’ Abreise noch einmal hergekommen bist.“
„Mein Buch …“ Gerührt blickte ich auf das in rot schimmerndes Leder gebundene kleine Büchlein, rappelte mich hoch und griff danach. Doch der König zog es im letzten Augenblick weg.
„Wie sagt man?“
Meine Stirn legte sich in Falten. „Bitte?“ Seine Augenbraue erhob sich. „Bitte …, mein König?“ Seine Mundwinkel zuckten. „Oh bitte, mein grosser König, der eine todgeweihte schlafende Jungvampirin in Spitzenwäsche kleiden muss, um auch nur einen Blick auf die Kurven einer Frau erhaschen zu können!“
Der König schnaubte, indessen ich nicht fassen konnte, dass ich meine sarkastischen Gedanken tatsächlich laut ausgesprochen hatte. Nichtsdestotrotz schnappte ich mir schnell das Büchlein. „Du bist nicht mehr todgeweiht. Sonst würdest du dich gerade kaum so fidel mit mir unterhalten.“
Da hatte er recht … Es ging mir besser. Viel besser sogar! Mein Gesicht hellte sich augenblicklich auf. „Xelus ist wieder hier? Wieso habt Ihr mir das nicht gleich gesagt!“ Hastig befreite ich mich von der schweren Bettdecke, die sorgsam über meine Beine drapiert lag, und stürzte aus dem Bett, das Büchlein fest umklammert. Doch der König hatte meine Bewegungen vorausgesehen, stellte sich in Vampirgeschwindigkeit direkt vor mich und fing mich ruhigen Blutes auf, als mich der Schwindel voller Wucht erfasste und um ein Haar zu Boden hätte gehen lassen. „Hmpf!“ Das Buch landete mit einem leisen Knall zu unseren Füssen.
„Wer sucht jetzt Nähe und läuft dafür gar in ihren König hinein, weil sie sie nirgends sonst bekommt?“
Auch wenn es nicht möglich sein sollte: Meine Wangen glühten. Doch trotz der aufkommenden Verlegenheit, klammerte ich mich weiter an seiner Majestät fest, denn die schwarzen Flecken in meinem Blick liessen nur sehr langsam nach. Doch dieser dachte gar nicht erst daran, mich aus seinem Zimmer zu entlassen, und verfrachtete mich postwendend zurück ins Bett.
„Ich habe noch Dinge mit dir zu besprechen. Zuallererst“, erneut führte er seine Hand zum Nachttisch, „trinkst du aus.“ Mein Mund verzog sich klagend, jedoch blieb ich stumm, griff nach dem dargebotenen Glas und begann nach einer Weile eingehender Betrachtung daran zu nippen. Indessen hatte der König nach dem Buch gelangt und es wieder auf das Nachttischchen gelegt. Als er sich wieder mir zuwandte, war jeder Schalk aus seinen Augen verschwunden. „Woher kommt das dunkle Mahl, Rjna?“
Beinahe hätte ich das Blut wieder ausgespuckt. „Was?“
„Das dunkle Mahl, da an deinem rechten Arm. Ausgehend von deiner Handinnenfläche.“
Unsicher löste ich meine rechte Hand vom Glas und drehte sie um. Es war so, wie der König es beschrieben hatte. Dunkle, wellenartige Linien zogen sich über meine Handinnenfläche, weiter über mein Handgelenk und meinen Arm hoch, bis sie unter dem Nachthemd verschwanden. Mit der Linken stellte ich das Glas ab, klemmte es mir zwischen die Beine und fuhr stirnrunzelnd die Linien auf meinem rechten Arm nach. Meine Hand begann zu zittern und meine Hände schwitzten. „Was ist das?!“, stiess ich aus. „Farbe? Erlaubt Ihr Euch einen Streich?!“ Aus unerfindlichen Gründen machte mich das wütend. Schnaubend streckte ich meinen Zeigefinger aus und kratzte mit dessen scharfer Kralle über meine Haut. Doch die Farbe blieb. Ungehalten presste ich meine Lippen aufeinander. Ich war schon dabei, fester zuzudrücken und mir damit die Haut aufzureissen, um diese schwarzen, unheilverkündenden Fäden aus meinem Körper zu holen, da hielt mich der König auf, die Hand fest um mein Handgelenk geschlungen.
„Nicht. Wenn du das tust, bist du auf der Stelle tot.“ Sein Blick war todernst. Ohne eine Reaktion meinerseits abzuwarten, griff er an die Bändel vor meinem Dekolleté und öffnete einen nach dem anderen.
„M…mein König!“ Protestierend hob ich die Hände vor meine Brust. „Ihr könnt doch nicht…!“
„Da.“ Er liess von mir ab. „Dein Schlüsselbein hat es bereits erreicht.“ Seine Nasenflügel plusterten sich angespannt auf. „Was hast du versprochen, Rjna?“
Meine Stirn runzelte sich in Verwirrung. „Was?“
„Was du versprochen hast!“, schrie er, ausser sich, die Hände zu Fäusten geballt. Ich zuckte zurück. Zurück und zusammen. Ein leiser, wimmernder Laut entfleuchte meinen Lippen, während meine Hände schützend den Stoff vor meinen kleinen Brüsten zusammenhielten. Der König stand laut fluchend auf, drehte sich um die eigene Achse und atmete dann mehrere Male tief durch, während er sich das Nasenbein zwischen Zeigefinger und Daumen rieb. Anklagend deutete er auf meine Brust und sprach schliesslich tonlos: „Wenn es dein Herz erreicht, ist dein Leben verwirkt. Was auch immer du angestellt oder versprochen hast, besser du erfüllst den Schwur.“ Sein Blick glitt noch einmal zu meiner Brust hinab. Herablassend schnalzte er mit der Zunge, dann verschand er aus der Tür.
Er war gegangen. Erst hatte er mir Hoffnung gemacht, hatte mir gesagt, ich würde überleben und nicht am Bindungsentzug zugrundegehen, wie ich es bereits fest erwartet hatte – doch hier sass ich, aufrecht im Bett, und hatte keineswegs mehr das Bedürfnis, die Augen zu schliessen und zu sterben – und jetzt war ich schon wieder dem Tode geweiht. Ich hätte schreien können. Hätte um mich schlagen können. Aber stattdessen sass ich da, versuchte zu überlegen und war doch nicht in der Lage dazu.
Entnervt knurrte ich auf. „Wo ist Xelus?“ Er würde mir sagen, was es mit diesen schwarzen Adern in meinem Arm auf sich hatte! Denn der König war offenbar nicht zu gebrauchen, wenn es um einen Informationsquell ging! Sowieso, welches Recht hatte er, sich über meinen baldigen Tod zu echauffieren?! Es war mein Tod!
Entschlossen, doch mit düsterer Miene, schnürte ich das Reiz-Nachthemd wieder zu und verliess das Zimmer, dessen edle Inneneinrichtung mir nach all den Tagen zum Halse heraushing.
„Prinzessin …“
Ich runzelte die Stirn. „Hauptmann Tadurial?“
Der hochgewachsene Mann nickte mürrisch. „Ihr steht wieder auf eigenen Beinen.“
Jetzt war es an mir, zu nicken. „Allerdings. Und das habe ich meinem Vampirvater zu verdanken, nehme ich an. Wo“, mein Blick glitt suchend durch den grossen Wohnbereich, „ist er?“
Plötzlich stand der grossgewachsene Mann vor mir, die Fänge gebleckt. Mit gesenkter Stimme sprach er drohend: „Was fällt Euch ein, so unverantwortlich durch die Welt zu gehen?!“
„Bitte?“ Überrumpelt stolperte ich einen Schritt zurück.
„Gerüchte über ein Monstrum mit intensiv orange-leuchtenden Augen, das jede Nacht im Schloss herumstreunert, machen verhältnismässig schnell die Runde. Wollt Ihr mich mit Eurer Ignoranz schmähen?“
„W…was geht Euch das an?“
Der Hauptmann fauchte erregt. „Xelus hat mir Euer Wohnbefinden anvertraut! Wenn Euch Zeit seiner Abwesenheit etwas passiert, fällt das auf mich zurück!“
Verwirrt schüttelte ich den Kopf. „Dann … könnt Ihr jetzt doch beruhigt zurücklehnen! Mir geht es besser, das heisst Xelus…!“
Der Hauptmann lachte auf. „Nicht Xelus. Euer Ersch…“
Die restlichen Worte des Hauptmanns gingen im dröhnenden Klingeln, welches plötzlich in meinen Ohren schallte, unter. Wie vom Schlag getroffen, ging ich in die Knie, hielt mir die Hände fest an meine Ohren und presste die Augen zu. Ein Keuchen verliess meinen Mund, welches genauso ungehört an mir vorbeizog, wie die Worte des Hauptmanns.
„Ein Versuch ist dir Misslungen. Meinen Teil habe ich erfüllt. Ich warte nicht gern.“
Die Worte hallten laut und deutlich in meinem Kopf wider, während ein gleissender Schmerz durch meinen rechten Arm bis hinauf in meine Schulter fuhr, und mir einen schrillen Schrei entlockte. Der harte Steinboden unter mir liess mich frösteln. Ebenso die kalten Hände des Hauptmanns, der mich besorgt aus meiner zusammengekauerten Stellung zog und mich auf den Rücken drehte.
„Erfülle unseren Pakt!“, zischte es laut in meinem Kopf, die Stimme vor Wut und Ungeduld zu einer einzigen Kakophonie verzerrt.








































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