Kapitel 51 – Wie ein Tier

Kapitel 51 – Wie ein Tier

 

Cyrus

Ich hatte Aurelie eingesperrt und war gegangen. Sie hatte geschrien, getobt und mit aller Macht gegen die Tür geschlagen, flehend, ich möge sie wieder rauslassen. Noch immer, selbst jetzt, wo ich in meinem Arbeitszimmer saß, bildete ich mir ein, ihr Klopfen zu hören. Die verzweifelte, wütende Stimme, die mir nachrief, und ihre geballte Faust, die hämmernd auf der verstärkten Tür aufkam. Es gelang mir nicht, mich auf die Dokumente vor mir zu konzentrieren. Viel zu viel Aufmerksamkeit nahm dies weggesperrte Weib in meinen Gedanken ein.

Irina saß in Aurelies Wohnzimmer und starrte in den leeren Kamin. Als ich eintrat, sprang sie sofort auf und lächelte. „Wo ist Naya?“

Naya … Die Kurzform von Nayara, ihrem Zweinamen. Sie hatte all ihre Freunde gebeten, sie bei diesem Namen anzusprechen. Alle, die sie ins Herz geschlossen hatte und um sich haben wollte.

„Geh. Du wirst hier nicht mehr gebraucht.“

„Aber Naya und … Kaldor …“

Stimmt. Der war ja auch noch da. „Um den kümmere ich mich schon.“ Ich sah, dass sie protestieren wollte und kniff ungeduldig ich die Augen zusammen. „Geh jetzt!“, befahl ich. Mit gesenkten Schultern gehorchte sie.

Ich betrat das Schlafzimmer. Der Wolf lag auf dem Bett. Als er mich sah, sprang er freudig herunter und kam mit wedelndem Schwanz auf mich zu. „Komm, gehen wir in den Garten.“ Ich ging allerdings nicht in den Garten, sondern zum Trainingsplatz und von dort in den Wald. Kaldor folgte mir, rannte zu Bäumen und Büschen, schnüffelte neugierig und kam immer wieder zu mir zurück.

Als wir weit genug vom Schloss entfernt waren, ging ich neben Kaldor in die Hocke. „Zeit, wieder zurück in die Freiheit zu gehen, Grosser. Du wirst nun alleine klarkommen müssen. Aber du bist mittlerweile groß genug.“ Ich kraulte kurz sein Fell, dann wandte ich mich ab und entfernte mich in der uns eigenen, unmenschlichen Geschwindigkeit. Absichtlich lief ich ein paar Umwege, denn ich ahnte, dass der Wolf versuchen würde, meiner Fährte zu folgen. Aber er war ein Wolf. Er gehörte in die Freiheit, nicht eingepfercht in ein Schloss. Was hatte ich mir damals nur gedacht?

 

Es war schon dunkel, als ich wieder am Schloss ankam. Ich machte mich auf den Weg in meine Gemächer und spürte das nagende Gefühl von Schuld und … etwas anderem, das ich nicht definieren konnte.



Ein Tablett stand auf dem Tisch in meinem Wohnzimmer. Ein Teller mit Fleisch, Gemüse und einem Kännchen Sauce. Dazu ein Glas und eine Flasche Wein.

Ich nahm den Wein, öffnete ihn, griff das Glas und füllte es bis zur Hälfte. Dem schlechten Gewissen wegen packte ich die Gabel, stach einmal ins Gemüse rein und schob es mir lustlos in den Mund. Danach ging ich mit dem Glas in der Hand hinaus auf den Balkon, setzte mich und sah hinauf in den Sternenhimmel.

Ignis-Robur flackerte immer noch. Mittlerweile war ich mir sicher, dass dies kein gutes Zeichen war. Der Stern sollte hell und kräftig strahlen, wie Ora-Fides, der weiter östlich am Sternenhimmel stand. Auch Vide-Ludoris und Vitas-Ulcus strahlten weiß und grün am tiefschwarzen Firmament, nebst all den anderen unzähligen Sternen.

Meine Gedanken wanderten wieder zu Aurelie. Mit ihrem Charakter war es eine echte Herausforderung, sie zu beschützen. Sie hatte ein Talent dafür, sich in Gefahr zu bringen. Vielleicht würde es besser werden, jetzt, wo sie endlich erwachsen war.

Nachdenklich starrte ich in den Nachthimmel, trank Wein und überlegte, ob ich die Kräuterhexe rufen sollte. Es gab doch bestimmt Möglichkeiten, um bei einer Frau die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, schwanger zu werden. Ich konnte Aurelie doch nicht das nächste halbe Jahrtausend einsperren … Die einzige Möglichkeit war, täglich bei ihr zu liegen. Oder mehrmals am Tag. Sosehr es auch gegen meine Prinzipien war. So sehr es auch den letzten, kläglichen Rest einer Beziehung zwischen uns zerstörte.

Mit dem Wissen, dass Aurelie es mir nie verzeihen, geschweige denn vergessen könnte, stand ich auf. Meine Kehle wurde trocken, daher kippte ich den Inhalt des Glases hinunter, wischte mir mit dem Handrücken den Mund ab und verließ meine Gemächer. Wenig später stand ich im Flur, öffnete den Geheimgang und war kurz darauf schon an der untersten Stufe angelangt. Ich hörte Stimmen und hielt inne.

„Diese Augen!“

„Ich fand sie sehr schön“, murmelte jemand leise.

„Aber auch bedrohlich“, entgegnete die erste Stimme.

„Bedrohlich fand ich eher das Feuer an ihren Händen …“, grummelte eine Dritte. „Wie kann das denn sein? Feuer? Die Kräfte der Ignis-Robur?“



„Schwachsinn, das sind Legenden. Ammenmärchen, nichts weiter!“

Ich hatte genug gehört, drehte den Schlüssel im Schloss, entfernte das Vorhängeschloss und nahm es mit in den Harem. Dort hängte ich es von innen an, ließ es zuschnappen und steckte mir den Schlüssel wieder in die Hosentasche. Während ich mich zu den Frauen umdrehte, stieg mir sofort Aurelies Geruch in die Nase. Eine innere Stimme riet mir dazu, sie hier herauszuholen und wieder in ihre Gemächer zu bringen, wenn ich sie nicht verlieren wollte.

„Guten Abend“, wünschte ich und sah zu den Frauen. Es waren nur noch drei im Wohnzimmer, Aurelie zählte nicht dazu. „Wo ist Aurelie?“

Die Vampirinnen waren auf einmal äußerst wortkarg. Einstimmig gingen die Arme hoch und ausgestreckte Finger zeigten auf einen Raum, dessen Vorhang zugezogen war. Jedoch richtete keine von ihnen das Wort an mich.

Nach einem kurzen Moment stand eine der Damen, die Schwarzhaarige, auf und kam auf mich zugelaufen. „Mein König, die Königin hat dies hier … liegen lassen.“ Sie drückte mir etwas golden Funkelndes in die Hand, knickste leicht und gesellte sich wieder zu den anderen in die Mitte.

Ich betrachtete den Siegelring schweigend, ließ ihn in meine Tasche gleiten und ging auf besagten Raum zu. Dort schob ich mich leise durch den Vorhang. Meine Augen gewöhnten sich schnell an das Dunkel. Vor mir lagen zwei Körper im Bett, von denen sich einer bei meinem Eintreten aufgesetzt hatte.

„M…ajestät?, erklang eine Frauenstimme schläfrig.

„Geh und lass uns allein“, wies ich die Frau an. Die Jüngste, so glaubte ich. Lina. Lisa. Lyssa, so war ihr Name. Ich machte etwas Platz und schob dabei den Vorhang beiseite, damit sie hindurchtreten konnte. „Keiner kommt herein!“

Die Vampirin schaute einmal kurz besorgt zu Aurelie, verließ den Raum aber schnell. Als ich den Vorhang wieder fallen ließ und zu Aurelie sah, lag sie regungslos und allem Anschein nach schlafend da. Es war warm hier drin, weshalb sie ohne Decke da lag. Nur ein kurzes, ordentlich aufreizendes Nachtgewand trug sie, welches jedoch kaum das Nötigste verdeckte. Vermutlich hatte sie es von Lyssa gereicht bekommen. Sie lag auf dem Bauch, die Arme neben ihrem schräg gelegten Kopf, die Haare wild verstreut. Ihr Brustkorb hob und senkte sich leicht und gleichmäßig.



Mein Blick glitt über ihren Körper. Ich verspürte den Drang, mich einfach nur dazuzulegen. Stattdessen legte ich sie vorsichtig auf den Rücken und schob ihren Kopf vorsichtig beiseite, um ihren Hals zu entblößen. Mir kamen die Worte der Frauen wieder in den Sinn. Das Gerede über leuchtende Augen und brennende Hände. Es war Zeit, sie wieder zu schwächen.

Meine Fänge glitten heraus, dann versenkte ich sie in ihren Hals. Sofort floss ihr herrliches, köstliches Blut in meinen Mund; gierig sog ich an der Bisswunde. Meine Hände legte ich klammernd auf ihre Schultern.

Als meine Fänge ihre Haut durchstachen, lief ihr spürbar ein Schauder durch den Körper. Zittrig stieß sie die Luft in ihren Lungen aus und hauchte sie mir direkt ins Ohr. Gleichzeitig begann ihr Körper, welcher sich durch den Biss augenblicklich der Lust hingeben wollte, sich näher an mich zu drücken. Ihre Mitte rieb sich auffordernd an meiner und kurz darauf drangen leise, stöhnende Laute zu mir hin. Ihre linke Hand suchte sich den Weg auf meinen Rücken und krallte sich fest.

Scheinbar war sie noch im Halbschlaf. Ansonsten würde sie kaum so reagieren. Ich hörte, wie auch sie ihre Fänge ausfuhr, ihre Bauchmuskeln unter mir sich anspannten und sie langsam ihren Kopf hob, um zu meinem Hals zu gelangen und mir den Gefallen zu erwidern.

Ich neigte meinen Kopf und ermöglichte es Aurelie damit, mich zu beißen. Dabei glitten meine Hände über ihre Oberschenkel, die sie willig spreizte. Gierig trank ich große Schlucke von ihrem Blut. Bald würde sie erwachen. Aber dann wäre sie bereits zu schwach, um sich zu wehren.

Ihre Fänge drangen sanft durch meine Haut, während meine Finger gleichzeitig in sie hineinglitten. Sie war feucht, sehr feucht. Sie trank, blieb dabei jedoch vorsichtig und nahm nicht viel. Ich keuchte erregt und ließ mich von dem Gefühl, meine Verbundene zu nähern, zufrieden stimmen. Dennoch unterband ich nach wenigen Schlucken ihr weiteres Trinken und entzog mich ihr. Immerhin wollte ich sie schwächen. Doch ein bisschen etwas trinken musste auch sie. Mein Finger krümmte sich in ihrem Inneren, woraufhin sie sich nur noch mehr an mich drückte. Nun ließ auch ich von ihr ab. Ich könnte am Ende noch einmal trinken, aber vorerst war ich mehr als satt. Und die Kraft, ihre Göttin anzurufen, hatte sie jetzt sicher nicht mehr.



Lüstern glitt ihre Zunge über ihre Lippen, während sie ihre Hüfte meinem sie sanft bearbeitenden Finger entgegenstreckte, meinen Kopf zu sich hinunterzog und Lippen an Lippen leise hauchte: „Nimm mich, Liebster.“

Meine freie Hand wanderte zu ihrem Hals und ich drückte ihr grob die Luft ab. Dabei hielt ich meine Finger in ihrer nassen Grotte, bewegte sie aber nicht mehr. „Und welche Stellung schwebt dir vor?“, fragte ich, mit dem Gesicht nah an ihrem.

Erschrocken japste sie auf. Ihre Augen, die bisher nur einen kleinen, verträumt verschlafenen Spalt weit auf gewesen waren, rissen auf und zeigten kurz darauf blanke Panik. Ihre Hände packten mich an den Handgelenken und versuchten mich mit aller Macht von ihrer Kehle zu reißen, doch wie zu erwarten, war sie zu sehr geschwächt, als dass sie noch groß etwas hätte gegen mich unternehmen können.

„Cy…“, brachte sie erstickt hervor, als sie schließlich erkannt hatte, wen sie gerade gebeten hatte, sie zu nehmen. Und diesen Gefallen tat ich ihr nur zu gern!

Ganz leicht lockere ich die Hand um ihren Hals und beugte mich näher. „Also? Welche Stellung? Oder willst du mich entscheiden lassen?“ Während ich sprach, drückte ich meine beiden Finger noch etwas tiefer in ihr weiches, nasses Loch.

Sie schnappte nach Luft. Ihre Augen zuckten wild umher, als suche sie noch einen Ausweg.

Langsam zog ich die beiden Finger heraus und verteilte die Feuchtigkeit auf ihrer Knospe, die ich erst sanft umrundete, dann kniff ich fest hinein.

„Ah!“ Die Zähne zusammenbeißend, warf sie ihren Kopf in den Nacken. Sie atmete schwer. Einen ganzen Moment ging das so. Ich reizte sie unnachgiebig, aber auch nicht besonders sanft. Sie wimmerte kläglich. „Du wirst nicht von mir ablassen, habe ich recht? Du willst nur, dass ich dir sage, wie ich es will, damit“, sie keuchte auf, als ich erneut ihre Knospe mit meinen Fingern bearbeitete, „damit du dich in Unschuld wähnen kannst!“

Ich ließ von ihr ab, mein Gesicht noch immer nah an ihrem. „Falsch, ich will wissen, wie viele Erfahrungen du schon ohne mich gesammelt hast.“ Ich stand auf und packte ihre Handgelenke. Mit Leichtigkeit zog ich sie aus dem Bett und warf sie gegen die naheliegende Wand.



Kaum traf sie die Wand, knickten ihre Beine ein und sie sackte keuchend zu Boden. Sobald sie einigermaßen zu Atem gekommen war, fing sie an zu lachen. Erst meine ich, mich verhört zu haben. Aber nein. Sie lachte wirklich.

„Schön, wenn dich das amüsiert“, knurrte ich. Ihr Verhalten war abstoßend. Am liebsten wollte ich sofort wieder gehen. Ich wollte mir ihr dummes Lachen nicht anhören. Wo vorhin noch Lust gewesen war, war jetzt bloß noch Verachtung übrig. Ich war tatsächlich schon fast am Vorhang angelangt, als mir einfiel, warum ich überhaupt hergekommen war. Hätte ich bloß mehr Wein getrunken. Dann wäre wenigstens mein Verstand betäubt.

Langsam ging ich wieder auf sie zu, drehte sie auf den Bauch und biss ihr in die Schulter, um wenigstens wieder etwas hart zu werden. Dann packte ich ihre Hüften, zog sie zu mir hoch und nahm sie von hinten wie ein Tier. Ich war dankbar, dass ich es immerhin noch schaffte, in ihr zu kommen. Die Geräusche blendete ich aus. Nachdem ich fertig war, stand ich auf, zog wortlos meine Hose wieder hoch und ging.

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