Kapitel 52 – Als Frau führt man keine Waffe

Kapitel 52 – Als Frau führt man keine Waffe

 

Aurelie

Es schien die Sonne. Das Wetter war warm. Perfekt. Und ich … saß im Innern des Schlosses und versuchte bei Verstand zu bleiben.

„Meine Königin, was ist Euch denn überhaupt von Eurem Unterricht geblieben?“ Diese hochnäsige Stimme brachte mich beinahe um meine geistige Gesundheit! Meinen Kopf hatte ich nicht sehr damenhaft oder königlich auf meine Hände gestützt, die Augen zusammengekniffen. Ich konnte es nicht mehr hören. Konnte. Nicht. Mehr … „Eure Hoheit! Setzt Euch gerade hin. Rücken gestreckt, Brust raus, das Haupt erhoben.“

Ich würde sie einfach ignorieren. Ich konnte nicht mehr. Wie lange denn noch? Wie lange wollte sie mir noch vorhalten, dass ich nichts mehr konnte? Dass ich alles vergessen hatte? Und dass mein Unterricht sowieso unzulänglich gewesen war?

Der Tag hatte so unfassbar gut begonnen. Der König war gut gelaunt gewesen. Wir haben gespielt und er war furchtbar schlecht im Raten. Wer erkannte denn den Euter und die dranhängenden Zitzen einer Kuh nicht? Flügel sollten das gewesen sein! Seiner Aussage nach! Aber es hatte Spaß gemacht. Und am liebsten hätte ich Aurillia für den Unterbruch verflucht, aber vielleicht war es so auch ganz gut. Man sollte sein Glück bekanntlich nicht überstrapazieren. Leise, aber zufrieden seufzte ich beim Gedanken an den heutigen Morgen auf. Es hatte sich zwischen uns irgendwie so vertraut angefühlt. Und es war irgendwie sehr schön … so zu liegen.

„Königin Aurelie, hört ihr mir zu?“

Stöhnend rieb ich mir die Augen und sah zu ihr auf. Diese viel zu lebhafte Haltung und doch strenger, als es meine Gouvernante je hätte sein können. Das blonde, lange, leicht gewellte Haar, dass ihr ach so liebreizendes Gesicht umschmeichelte. Die Figur. Dieses viel zu perfekte Lächeln. Und das alles eine Farce aus Arroganz und Blasiertheit. Diese Vampirin hielt ihre Nase höher, als es gut für sie war. Und alles davon, jedes einzelne Detail, machte mich wahnsinnig! Außerdem war sie nichts weiter als eine der Frauen, die meinem Gemahl das Bett wärmten. Meinem Gemahl! Mein!

Kaum wurde ich mir über meinen Gedanken bewusst, schüttelte ich den Kopf, rieb mir erneut die Augen und stieß langsam und kontrolliert die Luft aus. Vampire schliefen mit jedem, der ihnen passte. Sie waren weder sehr wählerisch noch einfach zufriedenzustellen. Ich sollte froh sein, dass mir seine Nähe erspart blieb. Auf diese Art und Weise. So wie es heute Morgen war jedoch, darauf wollte ich nicht verzichten. Das hatte sich schön angefühlt. Sicher, irgendwie. Und einfach schön.



„Majestät! Wo seid Ihr mit Euren Gedanken? Ich denke, ein wenig Bewegung schadet nicht.“ Sie streckte mir ihre Hand entgegen. Berühren durfte sie mich schließlich nicht ohne meine ausdrückliche Erlaubnis. „Wir gehen ein paar Schritte!“

Widerwillig nahm ich ihre Hand und ließ mir somit aufhelfen. Am liebsten hätte ich sie ausgeschlagen. Aber dann hätte Frau Ich-bin-ja-so-perfekt sicher wieder meine Manieren kritisiert.

Gemeinsam staksten wir den Gang entlang. Zur Übung hatte ich mich bei ihr einhaken müssen – um das gemeinsame Gehen zu üben. Und so ungern ich es mir auch eingestand; es war wirklich unglaublich schwer.

„Majestät, setzt den gleichen Fuß wie ich nach vorn. Zur gleichen Zeit.“

„Aber du bist so viel größer!“, meckerte ich. Eigentlich war es nur etwa ein Kopf. Dennoch kamen mir ihre Schritte riesig vor, sodass ich kaum hinterherkam und immer wieder stolperte. Und damit nicht genug trug ich ein Kleid. Ein langes, störendes, auffallendes Kleid, in dem ich mich kaum bewegen konnte. Zu allem Überfluss steuerten wir direkt auf die Treppen zu und blieben an der obersten Stufe stehen. Dort nahm sie das Buch, das sie die ganze Zeit bei sich trug, und legte es auf meinen Kopf.

„Nun geht die Treppen hinunter. Der erste Schritt hinunter geht sich immer mit dem rechten Fuß, wie beim Tanzen.“ Wieder bot sie mir einen Arm an, um mich unterzuhaken. Da die Stufen immer den gleichen Abstand hatten, fiel es mir leichter, mit ihr Schritt zu halten. Trotzdem waren unsere Schritte nicht ganz synchron. Bei jeder Stufe machte sie eine kleine Pause. Das nervte einfach! Und als wäre das noch nicht genug, fiel mir bei jeder zweiten Stufe das Buch herunter, sodass diese unmögliche Frau sich leichtfüßig bückte, es aufhob und wieder auf meinen Kopf legte. „Immer schön den Kopf oben halten. Ihr müsst nicht auf die Stufen gucken. Kennt Ihr eine Stufe, kennt Ihr alle.“

Bla, bla, bla …

Es dauerte eine Ewigkeit, bis wir endlich unten angekommen waren. Und wieder legte sie das Buch auf meinen Kopf. „Und noch mal! Wenn Ihr nicht Schritt halten könnt, nehmt Eure zweite Hand und legt sie mit auf den Unterarm. So weiß die Person, dass sie langsamer gehen soll. Der Trick besteht zudem darin, zwei kleine Schritte zu machen, anstelle eines großen, wie der Mann ihn zu gehen pflegt.“



Grummelnd gab ich ihr zu verstehen, dass ich verstanden hatte. Aber dieser ganze Zirkus machte einfach keinen Spaß. Natürlich war auch mein früherer Unterricht nicht besonders lustig gewesen, doch niemals hatte ich mit einem Buch auf dem Kopf und einer Person neben mir, Treppensteigen müssen. Ich versuchte, meinen Ärger hinunterzuschlucken. Aber ohne die Aussicht auf ein baldiges Ende dieser Qual, schien mir dies ein unmögliches Unterfangen.

„Sag, was macht man als Gespielin des Königs eigentlich den ganzen Tag?“, fragte ich überaus freundlich und setzte ein breites Lächeln – oder wohl eher Grinsen auf.

„Ich habe ein striktes Programm jeden Tag, damit mein Körper geschmeidig bleibt und ich immer für den König bereit bin“, antwortete sie ebenso lächelnd. Nichts deutete darauf hin, dass meine Worte sie gekränkt haben könnten. „Und den Rest des Tages verbringe ich damit, dem Eheweib des Königs zu zeigen, welche Qualitäten ich habe und welche ihr fehlen.“

„Nun, das Eheweib des Königs ist zufällig deine Königin“, gab ich ruhig, aber doch mit einer unverkennbaren Schärfe in der Stimme zurück. „Und als solche erlaubte ich dir jetzt, dich mitsamt deiner Qualitäten zu entfernen.“

Mit einer Drehung, die ihrer Arroganz tatsächlich das Wasser reichen konnte, wandte ich mich um und lief in Richtung Trainingsfeld. Wer weiß, vielleicht konnte ich mir endlich neue Tricks für mein Schwerttraining abschauen. Ich hörte, dass Carina mir folgte, aber sie hatte genug Anstand, nicht erneut das Wort an mich zu richten und ein paar Schritte hinter mir zu bleiben.

Auf dem Trainingsgelände entdeckte ich als erstes Darleen, die mit Pfeil und Bogen übte. Mein Blick klebte an ihrem Bogen und ich bewunderte sie für ihre Haltung. Die Sehne zog sie bis zu ihrer Wange, dann atmete sie aus und ließ die Sehne los. Der Pfeil flog auf einen Baum zu und schlug unterhalb eines roten Kreises in die dicke Rinde.

Nach dem ersten, im Nachhinein doch sehr peinlichen Missverständnis, war sie mir eigentlich sehr sympathisch. Ich fand es schade, dass sie vermutlich zeitnah schon wieder abreisen musste. Ein Stück entfernt entdeckte ich zwei Männer, die mit Schwertern übten. Timmok und mein Gemahl kämpften gegeneinander und Metall schlug gegen Metall.



Nachdenklich sah ich zwischen den beiden Waffen hin und her. Das Schwert war meine Leidenschaft. Und mein Gemahl sah aus, als hätte auch er eine gewisse Liebe zu dem kalten Metall entwickelt. Jedenfalls führte er es, als folgte er einem leichtfüßigen Tanz. Während es bei mir öfter einmal den Anschein hatte, als liefe ich durch Schlamm. Meine Bewegungen ähnelten noch nicht einmal ansatzweise seinen. Aber ich hatte die Hoffnung, dass sich dies, nur vielleicht, mit dem Erreichen meiner Reife ändern würde.

Mein Blick glitt zurück zu Darleen. Dass sie als Frau eine Waffe führte, zog meine Neugierde auf sie. Sogar stärker noch als der faszinierende Tanz, den mein Gemahl einige Meter weiter aufführte. Nicht, weil mich die Waffe selbst besonders fesselte, nein. Einfach nur die Tatsache, dass sie eine führen durfte, ließ mein Herz schon schneller schlagen. Sie versteckte sich nicht. Dass eine Frau eine Waffe führte, war zwar nicht verboten, aber dennoch absolut verpönt. Mit schnell klopfendem Herzen lief ich auf Darleen zu, die mich bereits von Weitem hörte und mit ihrem Training innehielt.

„Meine Königin?“

„Darleen, Naya, bitte.“ Hinter mir hörte ich Schritte. Und wenn ich die Schritte von jemandem hinter mir hörte, obwohl ich noch kein richtiges Vampirgehör hatte, dann war die Person verdammt nah. Ich warf einen Blick über meine Schulter und erdolchte die Blondhaarige mit einem Blick. „Ich meinte mich zu erinnern, dir erlaubt zu haben, dich zu entfernen“, erinnerte ich sie scharf und wandte meine Aufmerksamkeit sofort wieder Darleen zu, die sichtlich überrascht wirkte.

Kurz musterte sie meine mir aufgezwungene Lehrmeisterin argwöhnisch, wandte sich sogleich aber wieder mir zu und lächelte ehrlich. „Nun … Naya, Euch muss es befremdlich vorkommen, eine Frau mit Pfeil und Bogen zu sehen.“ Ihr Blick huschte zu dem dummen Buch auf meinem Kopf, dass ich sofort herunternahm. Aber Darleen lachte nicht. „Die Handhabung des Bogens erfordert auch eine perfekte Haltung. Wollt Ihr es mal ausprobieren?“

„Darleen!“, keuchte Carina. „Das ist keine Aktivität für eine Königin! Ihr dürft sie nicht zu solchen Dingen einladen. Nicht als Fürstin!“

Begeistert sah ich auf. „Zeigst du es mir?“



Darleen grinste böse. Allerdings nicht zu mir, sondern zu Carina. Und schon stand die neue Fürstin neben mir und reichte mir Bogen und Pfeil.

„Den Bogen vorn etwas unterhalb der Mitte greifen“, erklärte sie.

Ihren Anweisungen folgend ergriff ich das lange Holzteil an der erklärten Stelle und hielt es vor mich. Der Bogen war schwer und irgendwie unhandlich. Und lang. Ich konnte mir nicht wirklich ausmalen, wie das als richtige Waffe taugen sollte.

„Nun legt Ihr den Pfeil auf“, wies mich Darleen an. Sie legte das Ende an die Sehne und zeigte mir, wie ich den Pfeil halten sollte und zeitgleich noch die Sehne. Dann schob sie die Spitze über meinen gekrümmten Zeigefinger. Sie half mir dabei, den Bogen zu spannen. Allerdings verlor die Pfeilspitze den Kontakt zum Bogen und pendelte nach rechts. Darleen schob den Pfeil wieder zurück und half mir, die Sehne noch weiter zu meinem Gesicht zu ziehen. Die Pfeilspitze rutschte mir wieder vom Zeigefinger. Schnell brachte Darleen den Pfeil wieder in Position. „Und jetzt loslassen“, wies sie mich an und ließ die Sehne los. Ich selbst hatte nicht genug Kraft, um die Sehne eigens so fest zu spannen und ließ sie ebenfalls los. Der Pfeil flog zwei oder drei Meter weit und plumpste dann zu Boden.

Stirnrunzelnd sah ich dem dünnen Holz nach. Unzufrieden verengte ich die Augen, lief zum Pfeil und holte ihn mir zurück. Das konnte wohl kaum als Schuss gelten. Probehalber zog ich ein paar Mal an der Sehne, aber ich konnte sie kaum spannen. Ja, nicht mal wirklich an meinen Körper ziehen. Und Darleen hatte die Sehne vorhin bis zu ihrer Nase gezogen! Trotzdem wollte ich nicht so schnell aufgeben, legte den Pfeil an und knurrte fast, weil die Pfeilspitze einfach nicht über meinem Zeigefinger liegen bleiben wollte. Ich war so in der Handhabung vertieft, dass ich meinen Gemahl erst bemerkte, als er neben mir stand und sich leise räusperte.

„Darf ich dir helfen?“, fragte er rücksichtsvoll. Ich brachte nur ein schwaches Nicken zustande. Der König trat näher und drehte mein Handgelenk behutsam, sodass der Bogen nun nicht mehr vertikal vor mir war, sondern leicht gekippt. „So, nun legst du den Pfeil auf. Er kann jetzt nicht mehr zur Seite pendeln und wird viel sicherer auf dem Bogen liegen.“



Tatsächlich funktionierte sein Ratschlag. Der Pfeil kippte nicht mehr weg und lag einigermaßen so, wie es sich wohl gehörte. Aber das Problem mit dem Spannen der Sehne blieb und ließ mich frustriert sie Luft zwischen meinen oberen Zähnen ausstoßen.

„Da fehlt dir noch ein wenig die Kraft“, meinte er schulterzuckend. Allerdings klang seine Stimme sachlich, nicht verletzend. Sonst störte es mich immer, wenn ich auf meine fehlende Reife hingewiesen wurde. Mein Gemahl trat noch etwas näher und fuhr sich mit einer Hand über die Tunika. Sie war etwas dreckig geworden durch das Training und offensichtlich wollte er mir damit nicht zu nahekommen.

Ich ließ den Bogen sinken. Obwohl ich diese Waffe nicht sonderlich mochte, hatte ich mich doch darauf gefreut, dass er mir half. Seine Nähe erinnerte mich an heute früh und ich fühlte mich glücklich. Aber das schlug schnell in eine seltsame Art der Trauer um, die ich mir nicht erklären konnte. Ich wollte Darleen den Bogen schon zurückreichen, als der König plötzlich seine Tunika aufknöpfte, auszog und seiner Cousine in die Hand drückte. Mit offenem Mund starrte ich ihn an. Seine gebräunte Haut war von einer feinen Schweißschicht überzogen und glänzte in der Sonne verführerisch. Ich schluckte hart und festigte schnell wieder den Griff um den Bogen, als mir dieser beinahe aus der Hand gerutscht wäre.

„So, jetzt …“ Er richtete mich wieder nach vorne aus, sodass ich zu dem Baum blickte. Theoretisch. Vor meinem inneren Auge strotzten jedoch noch immer seine Bauchmuskeln, glänzend im Sonnenlicht, wunderschön anzuschauen und … ich wollte gar nicht wissen – oder vielleicht ja doch – wie sie sich jetzt, nach dem Training, anfühlen mussten. Waren sie immer noch so weich und gleichzeitig hart wie an diesem Morgen, als meine Finger über sie gestrichen hatten? „…Bogen heben.“ Er griff nach meinem Arm und führte ihn in die richtige Position. Dafür positionierte er sich genau hinter mir, seine Brust an meinen Rücken drückend, die Arme um meinen Oberkörper gelegt. „Pfeil anlegen“, hauchte er mir ins Ohr und ließ mich unwillkürlich erschaudern. Ein leises Keuchen verließ meine Lippen.

Schnell riss ich meine Augen wieder auf. Sie hatten schon begonnen, zu flattern. Wollten sich schließen und einfach seine Nähe genießen. Innerlich schollt ich mich. Aber gerade fühlte ich mich wieder so wohl. Obschon ‚wohl‘ vermutlich das falsche Wort war. Ich fühlte mich … ich wollte gern … mehr Nähe. Schon wieder eingelullt und ohne Kontrolle lehnte ich mich an ihm an, an seine Brust, welche wohlige Wärme ausstrahlte, und mich vergessen ließ, dass wir nicht allein waren.



„Etwas mehr Konzentration bitte“, flüsterte er mir leise ins Ohr und bescherte mir trotz der warmen Sonnenstrahlen eine Gänsehaut. Aber seine Worte ließen mich tatsächlich wieder etwas mehr Haltung annehmen, obwohl sein Körper sich doch so perfekt an mich schmiegte. Mein Gemahl legte seine große Hand über meine, mit der ich den Bogen hielt. Mit der anderen Hand half er mir, die Sehne bis zu meiner Nase zu ziehen. „Tief einatmen“, flüsterte er. „Und beim Ausatmen die Sehne mit dem Pfeil loslassen.“

Tief einatmen. Sein Geruch drang mir in die Nase und ließ meinen Atem holprig werden. Ausatmen. Ich ließ den Pfeil los, ließ die Sehne springen und er tat es mit mir. Der Pfeil flog geradeaus und traf. Zumindest einigermassen. Mein Atem ging zittrig. Seine Nähe war so viel und doch so verboten. Er selbst hatte mich gerade noch daran erinnert. Und bei den Göttern, ich wollte diese Nähe doch gar nicht! Er sollte sich von mir fernhalten! Was, wenn er am Ende genau das wollte, was auch Ulras‘ Ziel gewesen war? Und Ashurs! Würde er zu selbigen Mitteln greifen? Ich verspannte mich und machte einige Schritte nach vorn, um den Pfeil zu holen – und seiner Berührung möglichst unauffällig zu entkommen.

„Möchtest du es mal allein ausprobieren?“ fragte mein Gatte und trat noch einen Schritt beiseite. Anstatt seine Tunika wieder anzuziehen, blieb er mit entblößtem Oberkörper stehen. Und ich könnte schwören, dass er gerade absichtlich seine Muskeln anspannte.

Schnell legte ich den Pfeil auf den Bogen, um ihn nicht länger ansehen zu müssen. Ich zog an der Sehne so fest ich konnte, aber ich schaffte es nicht mal ansatzweise, sie bis zu meiner Nase zu spannen. Ich konnte die Spannung nicht länger halten und ließ die Sehne viel zu früh los.

„So, haben wir jetzt genug gespielt?“, fragte Carina mürrisch. „Die Königin hat noch andere Aufgaben zu erfüllen!“

„Ach, sei doch nicht so streng, Carina“, mischte sich Darleen ein.

„Außerdem sind Waffen kein Spielzeug. Die Handhabung erfordert Disziplin und Kraft. Zwei sehr wichtige Eigenschaften für einen Vampir“, mischte sich nun auch der König ein.

„Waffen gehören nicht in die Hände einer Dame!“, motzte Carina und hielt das Buch hoch. „Und die Königin kann offensichtlich nicht mit Waffen umgehen! Sie sollte dies auch nicht lernen!“



„Kann ich sehr wohl!“, protestierte ich laut.

„Wirklich? Dabei fehlen dir die Waffen einer Frau noch“, scherzte Cyrus, den Blick über meinen Körper schweifen lassend.

„Und an Verstand mangelt es ihr auch!“, zeterte Carina.

„Jetzt ist aber gut!“, ging Darleen dazwischen, sodass Carina gar einen Schritt zurückwich.

„Ich kann sehr wohl kämpfen!“, presste ich zwischen aufeinander gebissenen Zähnen hindurch. „Und dafür brauche ich weder Brüste“, mein Blick traf den der Mätresse meines Gemahls, „noch benötige ich dafür Bücher auf meinem Kopf!“ Ich grinste leicht. „Der Inhalt dieser in meinem Kopf reicht völlig aus.“

Der König lachte leise, nahm seine Tunika und warf sie sich über. “Du kannst kämpfen? Wer hat es dir beigebracht?“ Er winkte Timm heran, der bisher in respektvollem Abstand stehen geblieben war und zwei Schwerter in den Händen hielt.

„Willst du die Klinge mit mir kreuzen?“

Wie gut gefällt dir dieses Buch?

Klicke auf einen Stern zum bewerten.

Durchschnitt 0 / 5. Anzahl: 0

Bisher keine Bewertungen

Kommentare