Kapitel 62 – Bitterfeuchte Träume

Kapitel 62 – Bitterfeuchte Träume

 

Aurelie

Schwer atmend warf ich mich bäuchlings auf mein Bett. „Das habe ich nicht gesagt!“, stieß ich hervor. „Das habe … ich nicht … gesagt. Nein …“ Ich hatte mir nicht vorgestellt, wie ich ein Kind im Leib trüge und es ihm vorfreudig gestand. Ein großes, glückliches Lächeln auf den Lippen, einen Kuss erwartend, hoffnungsvoll zu ihm aufsehend. Oder genauso, wie es eben gewesen war? Er läge mit dem Kopf entspannt auf meinem Schoß? Oder lägen wir im Bett, er hätte den Kopf auf meinem Bauch platziert und plötzlich hörte er einen Herzschlag?

„Nein!“ Ich drehte mich im Bett um und vergrub meine Hände grob in meinen Haaren. Ich zog daran, sodass meine Kopfhaut brannte, doch die Gedanken wollten nicht mehr weichen. Wie ich mit gewölbtem Bauch da saß und er mir lächelnd darüber streichelte. Oder … „Nein! Verdammt, hör auf zu denken!“, befahl ich mir. „Es wird niemals so sein!“, belehrte ich mich selbst. „Er wird mich niemals lieben! Und ich werde ihn niemals lieben! Nicht nach allem, was passiert ist!“

Es war ein unausweichlicher Fakt, dass ich ihm ein Kind zu schenken verpflichtet war. Das war mir bereits als Kind bewusst gewesen, auch wenn ich mir damals noch keine Gedanken über das Wie gemacht hatte. Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte lang, bereitwillig das Bett mit ihm zu teilen. Das bedeutete es. Und es musste mit meinem Einverständnis passieren, das hatte mir die Kräuterhexe klargemacht. Ansonsten würde sich mein Körper wieder gegen jede Nahrung sperren. Die Götter verlangten, dass wir dem Geschenk ihrer Verbindung mit Wertschätzung begegneten. Und das hatten wir nicht getan. Weder hatte er mir die Wahl gelassen, noch hätte ich ihn bereitwillig in meinem Bette geduldet. Wir hatten beide die Götter erzürnt mit unserem andauernden Scharmützeln.

Wie von selbst schlich sich langsam jedoch wieder ein verträumtes Lächeln auf meine Lippen und meine Hand strich sachte über meinen Bauch. Als ich realisierte, dass ich schon wieder davon träumte, sein Kind zu tragen, stand ich frustriert auf und stampfte durch meine Gemächer.

Ich schnappte mir ein Buch und versuchte, mich darin zu vertiefen. Allerdings fuhr ich schon nach wenigen Minuten wieder hoch, rastlos, ungeduldig und frustriert. Seit Tagen ging das jetzt so. Ich träumte nur noch von ihm und mir und … das in jeder möglichen Stellung. Ständig dabei, uns in gegenseitigem Stöhnen zu überbieten. Er befriedigte mich, ich ihn, in Einklang vereinigten wir uns lustvoll und gierig. Und im Anschluss … jedes Mal, wenn ich erwachte, musste ich Hand anlegen. Sonst ging es nicht. Sonst ließ mich die Lust den ganzen Tag nicht mehr los, die mittlerweile doch einen eher bitteren Nachgeschmack auf meiner Zunge hinterließ. Wieso hörten diese Träume nicht auf?



Kurzerhand entschied ich mich dazu, wieder den Versuch zu wagen, das Schwert zur Hand zu nehmen. Ich ging durch die Gänge, suchte den Weinkeller auf und wurde auf der Suche nach meinem Schwert doch tatsächlich fündig.

„Danke, Targes“, flüsterte ich, ehe ich im Halbdunkel des Fackellichts mit meinen Übungen begann. Lange jedoch hielt ich nicht durch. Es war nicht nur mein Körper, der noch nicht so lange konnte, es war auch mein rastloser Geist, der sich seit Neuestem nichts Schöneres mehr vorstellen konnte, als dem König ein Kind zu schenken.

Ich stieg wieder hoch, schlüpfte aus der Tür meines alten Kinderzimmers und betrat meine eigenen Gemächer. Gerade als ich mich waschen gehen wollte, klopfte es an der Tür. Überrascht hielt ich inne.

„Eh … Herein“, rief ich. Cyrus würde nicht durch vom Flur her kommen, oder?

Die Tür öffnete sich nur langsam. Danach folgte ein großer Haufen an Kleidung. Darüber konnte ich Timmoks Kopf erkennen, der breit grinste. „Eure Garderobe ist fast komplett fertig. Wo kann ich es ablegen?“

Seufzend atmete ich auf. „Auf dem Bett. Ich räume es gleich ein. Danke Timm.“

„Ich habe leider nicht viel gesehen, aber ich finde, der Schneider hat sich selbst übertroffen“, meinte er gut gelaunt, während er die Sachen in mein Schlafzimmer räumte. Danach entschuldigte er sich. Es sei noch einiges für den Ausflug zu tun.

Die Kleider faltete ich vorsichtig zusammen und legte sie in eine Truhe. Ich schenkte ihnen nicht wirklich viel Aufmerksamkeit. Wenn Timm mit der Arbeit des Schneiders zufrieden war, war ich es vermutlich auch. Hosen und Hemden waren allerdings noch keine dabei. Eines der Kleider legte ich auf dem Bett aus und betrachtete es eingehend. Es war eines der Unauffälligeren. Verwendet worden war grüner, schwerer Satin. Der Schnitt war schlicht, die Ärmel lang und der Ausschnitt eckig, wie die Form eines halben Sechsecks. Angemessen. Meine Brüste wären bedeckt, ganz egal wie ich mich bewegte. Um zu kämpfen aber …

Ich seufzte. Ich würde nicht kämpfen. In Wahrheit konnte es durchaus sein, dass es sich um einen Hinterhalt handelte. Nicht von der Frau und ganz sicher nicht von ihrem Bruder, dem Markgrafen organisiert, aber Vampirgeburten waren eine seltene Sache. Eine solche Geburt war laut und sorgte für Trubel. Doch selbst wenn; Cyrus würde mir wohl kaum ein Schwert in die Hand drücken. Also war es im Umkehrschluss auch gleichgültig, ob sich das Kleid zum Kämpfen eignete.



Der eigentliche Grund, wieso ich es ausgewählt hatte, lag tatsächlich bei der Schnürung. Ich bezweifelte es zwar, aber ich war nahe dran, dem Schneider Wahrsagerei zuzumuten. In allen anderen Kleidern wäre ich mittlerweile zweifellos geschwommen. Dieses jedoch schnürte man an beiden Seiten, sodass man den Gewichtsverlust ohne Weiteres negieren konnte.

Die Nacht verging quälend langsam. Der Morgen kam jedoch umso früher, an dem ich nicht minder erregt erwachte, als an den anderen Tagen. Eigentlich … ganz im Gegenteil. Ich überlegte nicht lange. Mein Atem war schon schwer, als ich die Augen aufschlug. Meine Hand befand sich bereits zischen meinen Schenkeln, wobei das neue Nachthemd nicht einmal mehr das Mindeste zu bedecken wusste. Ich stöhnte laut, ehe mir wieder in den Sinn kam, wie wenige Wände mich von meinem Gemahl trennten. Schnell nahm ich ein Kissen zur Hand und biss hinein. Es würde die Laute dämpfen.

Schnell hatten meine Hände mich des Nachtgewands gänzlich entledigt. Ich wollte sehen, wie meine Brüste spitz und ihre Warzen hart wurden. War das seltsam? Und wennschon. Ich betrachtete sie eingehend. Sie lagen frei. Erst darunter begann die Decke und verdeckte, was ich da Schmutziges mit mir selbst tat. Die Kreise um meine Perle wurden immer schneller. Immer fester. Meine zweite Hand kümmerte sich zeitweise um meine Brüste, manchmal krallte sie sich aber auch einfach nur in meine Haut, um etwas Beständiges zur Hand zu haben. Denn kurz darauf flog ich.

Mein Kopf brauchte einen Moment, bis er wieder im Hier und Jetzt war. Nur, dass meine Lust, im Vergleich zu sonst, noch nicht abgeklungen war. Zweifelnd runzelte ich die Stirn. In meinen Träumen … nun, da war es mehr als angenehm, wenn er in mich eindrang. War es das, was mein Körper vermisste? Denn trotz meines morgendlichen Rituals … blieb da immer eine Restspannung. Besonders, wenn ich mich mit ihm in einem Raum befand.

Zögerlich führte ich meine Hand wieder zwischen meine Beine, spreizte sie weit unter der Decke und drang vorsichtig, beinahe schon ängstlich in mich ein. Immerhin war es sicher nicht von den Göttern gewollt, dass sich mein Finger da drin befand. Diesen … Ort hatten sie, so vermutete ich, einzig und allein für das männliche Geschlecht geschaffen. Und so recht wollte sich das Gefühl vom Fliegen auch nicht mehr einstellen auf diese Weise. Machte ich etwas falsch? Hatten mir meine Träume nur vorgegaukelt, es könnte angenehm sein? Aber bei Gilead hatte es mir doch auch gefallen?



Die Verbindungstür ging auf und Cyrus betrat mein Schlafzimmer. „Du liegst noch im Bett?“, fragte er verwirrt. Dann stockte er und sein Blick glitt zur Bettdecke. Seine Fangzähne glitten hervor.

„Ah!“ Erschrocken stieß ich einen spitzen Schrei aus, klappte meine Beine zusammen und … Mist. Also klappte ich die Beine wieder ein wenig auf, zog meine Hand heraus und schloss sie wieder. „Was… was machst du hier?! Raus! Raus, raus, raus!“, schimpfte ich, während ich hastig versuchte, meine Brüste zu bedecken und auch sonst alle Beweise schnell verschwinden zu lassen. Beispielsweise meinen schweren Atem, meine lüstern glänzenden Augen, mein mit Sicherheit vollends verstrubbeltes Haar …

„Wasch dir die Finger gründlich und zieh dich an“, brummte er und verschwand genauso schnell, wie er gekommen war.

„Oh, Götter“, nuschelte ich leise, sobald die Tür ins Schloss gefallen war. „Oh, Götter …“

Langsam stand ich auf und huschte schnell ins Badezimmer. Bevor er noch auf die Idee kam, noch einmal unangekündigt in meine Gemächer zu kommen! Ich fuhr mit dem Lappen einmal über meinen gesamten Körper und legte anschließend äußerst großen Wert darauf, meine Finger geradezu minutiös zu säubern. Doch mit jeder Minute, die ich im Badezimmer verbrachte, wurde ich immer unruhiger. Er konnte doch nicht einfach so in meine Gemächer kommen! Das ging doch nicht!

Ich schlüpfte in das Kleid und band es zu. Was dank der Tatsache, dass die Schnürung auf den Seiten war, auch ganz gut klappte. Zum Ende hin kam Irina hinzu, entschuldigte sich für ihr spätes auftreten und half mir mit den Haaren. Als sie tatsächlich nach der kleinen Phiole mit der durchsichtigen Flüssigkeit darin fragte, erklärte ich, es sei nur ein altes Geschenk, ein Parfum, welches ich nicht fortwerfen wollte, aber dessen Geruch ich auch nicht wirklich mochte.

Sie glaubte mir. Zumindest vermutete ich das. Zuletzt folgten Details, wie ich sie bisher immer umgehen konnte. Heute pochte der König darauf. Ohrringe, Ketten, Parfum, Haarspangen und alles, was das Herz einer Dame begehrte. Zu dumm, dass ich lieber mit Messern spielte.

Aus dem Schmuck meiner Mutter, der seit geraumer Zeit unbeachtet in meinen Gemächern stand, klaubte Irina eine relativ kurze und filigrane Kette, mit hellgrün-gelblich funkelnden Edelsteinen und dazu passende Ohrringe. Im Anschluss tupfte sie mir ein wenig Rosenwasser auf mein Dekolleté und meine Handgelenke. Als ich mich daraufhin im Spiegel betrachtete, war ich wortwörtlich sprachlos. Mein Kiefer klappte auf und kurz darauf wieder zu, ohne einen Laut über die Lippen gebracht zu haben. Die gelb-grünen Edelsteine, das dunkelgrüne Kleid, die halb offene Frisur, die mein langes, beinahe weißes Haar in Szene setzte und dazu meine bernsteinfarbenen Augen.



„Du siehst umwerfend aus, Naya.“ Irina lächelte. „So, ich packe dir noch ein paar Sachen ein. Auf dem Tisch ist Frühstück. Isst du eine Kleinigkeit?“ Sie huschte bereits zur Truhe und zog ein paar Kleider heraus.

„Was willst du denn noch einpacken?“, fragte ich verwirrt, begab mich aber bereits zum Frühstück und fiel mit kleinem, aber spürbarem Hunger darüber her.

„Nun, falls es länger dauert und eine Übernachtung notwendig ist“, rief sie aus dem Schlafzimmer. Kurz darauf kam sie mit der Truhe heraus und stellte sie nach draußen auf den Flur. „So … Ich denke, das reicht.“

„Du übertreibst“, sprach ich mit vollem Mund.

„Nein, ich tue ich nicht. Du bist die Königin und bildschön! Aber nicht mit vollem Mund.“ Sie zwinkerte mir zu. „Sag, wenn du fertig bist.“

„Ich meinte mit dem Packen“, sagte ich stumpf und mampfte weiter. Hier sah mich immerhin gerade niemand, also waren Tischmanieren nicht wichtig.

„Lieber zu viel als zu wenig.“ Mit den Worten verschwand Irina in den Flur.

 

Vögel sangen, während die noch junge Sonne langsam anfing, die kühle Luft der Nacht zu wärmen. Ich stand draußen, ein warmes Fell über den Schultern liegend und zusätzlich in einen warmen, aber bequemen Umhang gehüllt. Dieser war wahrhaftig ein Meisterwerk. Nicht zu sehr verziert, aber auch nicht zu wenig, sodass es einer Königin unwürdig gewesen wäre. Im Umhang selbst waren versteckte Taschen eingenäht, in denen ich entweder etwas verstauen, oder meine Hände wärmen konnte.

Die königliche Kutsche stand vor den Toren, genauso wie ich. Cyrus hingegen ließ noch auf sich warten. Unser Gepäck war von den Grigoroi bereits aufgeladen worden. Ikzil und Amaro, wie sich die beiden mir vorgestellt hatten. Irina begleitete uns auch, würde aber auf dem Kutschbock mitreiten.

Gerade als ich in die Kutsche steigen wollte, trat Cyrus mit Timmok aus dem Schloss. Der König trug eine enganliegende, schwarze Hose und eine farblich passende Tunika. Dazu eine silberne Prunkkette sowie ein Schwert mit reich verzierter Scheide. Cyrus und Timmok sprachen rege miteinander, dann verabschiedeten sie sich mit einem Händedruck und gingen auseinander. Mein Gemahl trat die letzten Schritte auf die Kutsche zu, wo er mir nur knapp zunickte. Dann wandte er sich zu den Grigoroi auf dem Kutschbock. „Ist alles eingepackt?“



„Ja, mein König“, entgegnete Ikzil.

Cyrus öffnete die Tür zur Kutsche und reichte mir eine Hand. Sein Blick war ernst. Beinahe versteinert. Kein Wort über mein Kleid. Oder den Schmuck. Nichts.

Ich setzte mich mit dem Gesicht in Fahrtrichtung, wobei mir die kleine Kiste neben mir keineswegs entging. Ein Geschenk?, überlegte ich neugierig, traute mich aber nicht, sie anzufassen.

Cyrus stieg hinter mir ebenfalls in die Kutsche und setzte sich mir gegenüber. Dann klopfte er an die Rückwand und das Gefährt setzte sich in Bewegung. Er schnallte seinen Waffengürtel ab und legte ihn zusammen mit der Scheide beiseite. Dann deutete er auf die Kiste. „Mach sie ruhig auf.“

Mit unsicherem Blick legte ich meine Hände an die Seiten der kleinen Holzkiste und öffnete. Meine Augen wurden groß. Darin befand sich nichts anderes als der schön verzierte Dolch, mit dem ich … den Grigoroi im Schlafzimmer erstochen hatte. Damals … ich hatte diese Attacke auf unsere Leben schon wieder vergessen. Daneben lagen Lederriemen, denen ich vorerst aber nicht besonders viel weitere Beachtung schenkte.

„Wieso?“, fragte ich irritiert. „Ihr gebt mir eine Waffe in die Hand? Wo Ihr mir so wenig vertraut?“

„Wir wissen nicht, was auf uns wartet. Sollte es dreckig werden, wirst du hoffentlich wissen, wer dein Feind ist“, entgegnete er ernst.

Ich hatte ihm schon einmal gesagt, dass ich mir seinen Tod nicht wünschte. Ich würde es nicht wiederholen. „Und die Lederriemen?“

„Nun, das ist der Teil, der dir nicht gefallen wird.“ Er griff in die Kiste und holte die Riemen hervor. „Damit fixiere ich die Waffe an deinem Oberschenkel.“

Augenblicklich wurde mein Atem schwer. Na, immerhin ist es kein Keuschheitsgürtel, dachte ich mir, mühselig dabei, den Gedanken an die ganzen Träume – nein noch schlimmer, den heutigen Morgen! – zu vertreiben. „Jetzt?“, quietschte ich, woraufhin er nickte.

„Dann kannst du dich schon einmal an das Gefühl gewöhnen. Und sollten wir schon bei der Kutschfahrt überrascht werden, bist du ausgestattet.“

Ich nickte verbissen. Und schluckte. Dann begann ich, meinen Rock zu raffen.

„Höher. Sonst sitzt er nicht richtig.“

Wollte er mich eigentlich für dumm verkaufen? Das würde doch vollkommen reichen! Ach verflucht! Ich zog den Rock noch etwas höher, sodass er sich bei meiner Hüfte raffte und viel zu viel preisgab.



Cyrus rutschte von der Bank, ging vor mir auf die Knie und nahm das lange, breite Band. Dann nestelte an meiner Hüfte herum und legte das Band drumherum. Sein Gesicht musste dabei direkt vor meinem Schritt sein. Zumindest spürte ich seinen Atem dort. Direkt auf meiner Haut. Heilige Götter, wieso?!

„H…heute Morgen … du bist einfach reingekommen!“, presste ich schwer atmend heraus, wobei ich Mühe hatte, nicht zu stöhnen. Da war mein Verbundener direkt zwischen meinen Schenkeln und … Oh Götter, nicht denken!

Seine Hände glitten über meinen rechten Oberschenkel, womit er meiner Mitte ein paar Mal empfindlich nahe kam. „Ja?“, fragte er gedehnt und fummelte weiter. Mir schien, als würde er sich absichtlich mehr Zeit als notwendig lassen.

„K…klopfen!“, stöhnte ich halb, als sein Atem meine Mitte zur gleichen Zeit traf, wie ich zu sprechen beginnen wollte. In mir zog sich bei seinen Berührungen alles zusammen.

„Wie meinst…“ Weiter kam er nicht, denn die Kutsche ruckelte so heftig, dass sein Kopf nach vorn geschleudert wurde und mein Rücken gegen die Kutschwand hinter mir knallte. Im nächsten Moment nahm er wieder Abstand und er fiel dabei halb nach hinten. Nach Halt suchend, griff er nach mir und zog mich mit sich. Mit einem leisen Schrei rutschte ich von der Bank und landete mit meinem Geschlecht direkt auf seinem Gesicht. Und schon wieder spürte ich seine Lippen an meiner intimsten Stelle.

Zitternd die Luft einziehend, stemmte ich mich hastig hoch und sah auf ihn hinunter. „G…geht es dir gut?“ Mein Gesicht wurde heiss. Mein Kleid war noch immer zum größten Teil gerafft, womit mein, aber auch sein Blick völlig unverhohlen waren. Geradezu offenbarend – für ihn.

Seine Fänge glitten hervor, seine Zunge leckte über seine Lippen und Lust blitzte in seinen Augen auf. Im nächsten Moment fuhr er sich mit einer Hand stöhnend über sein Gesicht. „Das war …“ Er stockte und fing an zu lachen. Seine Augen blitzten jedoch noch immer dunkel vor Lust. „Ähm. Der Dolch.“ Er ging wieder vor mir auf die Knie, griff nach dem Dolch und befestigte ihn mithilfe der Riemen. Dabei glitten seine Hände mit verführerischem Duck über meinen Oberschenkel.

Mein ganzer Körper erzitterte. Mit jeder Berührung wurde mein Atem schneller, schwerer und ich … nasser. „Fertig?“, brachte ich angestrengt hervor.



Seine Hände ließen von mir ab und er setzte sich wieder. „Fertig. Du kannst den Rock herunterlassen.“ Ein Grinsen bildete sich auf seinen Lippen. „Aber du darfst dich gern ein wenig stimulieren, während ich dir dabei zusehe.“

Schnell bedeckte ich mich wieder und beruhigte meinen Atem. Dann räusperte ich mich. „Ihr hättet anklopfen müssen. Ich habe das schließlich nicht für Euch getan.“ Entschlossen verschränkte ich die Arme.

„Hast du es noch zu Ende gebracht?“ Sein Grinsen wurde breiter.

Um nichts Falsches zu sagen, biss mir schnell auf die Unterlippe. Ich senkte den Blick, schüttelte aber langsam den Kopf. „Ich hatte aber auch schon …“, murmelte ich dann aber trotzdem leise und hätte mich im selben Moment dafür schelten können.

„Und an wen denkst du, wenn du dich selbst berührst?“

Kurz kam mir das Bild von Gilead vor Augen. Aber das war nicht wahr. Ich dachte an Cyrus, wie er mich nahm, in allen Positionen, liegend, stehend, gegen die Wand gepresst, im Bett, auf dem Tisch, von … überall. Meine Fänge stießen vor und ließen mich fauchen, während mein Blick den Seinen suchte, obschon mein Kopf noch immer gesenkt war. „Das geht Euch nichts an!“

Er grinste immer noch, erwiderte aber nichts mehr, sondern leckte sich nur sinnlich über seine vollen Lippen.

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