Kapitel 9 – Zwei neue Auswüchse

Kapitel 9 – Zwei neue Auswüchse

 

Aurelie

Am nächsten Morgen wachte ich erst kurz vor Sonnenaufgang auf. Die ersten Strahlen übertraten bereits den Horizont, als ich meine Augen öffnete, und sorgten dafür, dass ich schlagartig wach wurde. Meine Nacht war alles andere als schön oder erholsam gewesen. Meine Brust hatte gezogen und gejuckt, gestochen und gepiekt, als gäbe es kein Morgen. Am liebsten hätte ich mich einfach wieder umgedreht und mich in der warmen Bettdecke vor der Welt versteckt. Allerdings hatte ich Targes eingeladen. Wieso nur war mir die grandiose Idee gekommen, ihn so verflucht früh herzubitten?

Just in diesem Moment klopfte es auch schon an der Tür zu meinen Gemächern, wobei ich kurz darauf hörte, wie Emili verschlafen an meinem Zimmer vorbei und zur Tür schlurfte.

Strauchelnd hopste ich aus dem Bett. „Emili! Warte!“ Auf dem Absatz machte sie kehrt und schaute zu mir ins Zimmer hinein. „Bring Graf Targes bitte ins Wohnzimmer! Sag ihm, ich bin gleich da. Und dann … bräuchte ich deine Hilfe.“

Sie nickte, schloss die Tür zu meinem Schlafgemach und verschwand.

Müde drehte ich mich um. Mein Nachthemd spannte ungewohnt. Zähneknirschend zog ich daran, doch es wurde nicht besser, also sah ich nach unten. Und japste erstickt nach Luft. „Götter, Arsch und Zwirn, nein!“, fluchte ich flüsternd und betrachtete ängstlich die Wölbung meines Nachthemds auf Brusthöhe. Schnell machte ich mich von dem Stoff frei, doch es wurde nur schlimmer. Angespannt presste ich meine Lippen aufeinander und begann, die beiden hervorstehenden Geschwüre zu betatschen. Auswüchse. Brüste. Wie sollte ich das denn jetzt noch verstecken?! Nur knapp konnte ich meine Hand um die Ausstülpung legen! Tief ein- und ausatmen. Es wird alles…

Es klopfte, die Tür ging auf und Emili trat ein. Mitten in der Tür blieb sie stehen, den Blick unverwandt auf mich gerichtet, wie ich diese verdammten Auswüchse umklammerte. Ihr Mund klappte auf und ihre Augen wurden groß. Aurillia drängte sich hinter ihr durch, murrend, wieso Emili denn nicht weiterginge, hielt aber ebenso abrupt inne, als sie mich sah.

Kurz entschlossen ging ich auf die beiden zu, zog sie in den Raum und schloss die Tür. Dabei wackelten diese Gehänge ununterbrochen und begannen sehr schnell ordentlich zu schmerzen. Was auch der Grund war, wieso meine Hände schnell wieder zu ihnen hinwanderten, und sie festhielten. „Mädels?“ Verzweifelt sah ich zu ihnen auf. „Wie kriege ich die wieder weg?“



Aurillia blinzelte. Einmal. Zweimal. Ihr Blick wanderte zwischen meinen Augen und meinen Brüsten hin und her. „Ich kann ein Messer holen. Aber das wird ziemlich blutig.“

Als wäre mir der Gedanke noch nicht gekommen.

„Nein!“ quietschte Emili schockiert. „Wir können sie noch etwas flachbinden. Und dann ein Hemd deines Gatten, die sind dir viel zu gross. Das sollte sich noch verstecken lassen.“

„Echt jetzt? Guck dir mal die Dinger an! Was willst du da noch verstecken, Emili? Wenn sie so weiterwachsen, sind die morgen so groß wie Melonen!“

„Das ist nicht lustig!“, zischte ich. „Ich hab gleich Schwerttraining! Wie soll ich mich mit den Dingern überhaupt bewegen?“

„Wenn wir sie flachbinden, hüpfen sie nicht. Das wird schon“, meinte Emili zuversichtlich. Dann wandte sie sich zu Aurillia um. „Geh und hol unauffällig ein Hemd aus dem Schlafzimmer des Königs. Und sag dem Grafen, dass Ihre Majestät“, sie zögerte, „Ihre Majestät sei gleich fertig.“

„Oh, Götter“, murmelte ich verzweifelnd und schlug mir die Hand an die Stirn.

Die nächsten Minuten verbrachte ich damit, meine Arme hochzuhalten, damit Emili problemlos meine … Brüste … umwickeln konnte. Und verflucht, tat das weh! Aber ich würde mir sicher nicht die Blöße geben und das zugeben. Wieso mussten die Dinger denn auch so furchtbar empfindlich sein? War es das, was Darleen in ihrem Brief gemeint hatte? Dass schon jede Berührung schmerzte, sei sie auch noch so fein?

„Das sollte funktionieren. Ich hoffe, es ist nicht zu eng“, meinte Emili nach einer Weile. Aurillia streckte mir Cyrus‘ Hemd entgegen, und noch während ich es mir vorne auf Höhe des Schlüsselbeins zuband, kämmte Emili meine Haare und Aurillia half mir in Hose und Schuhe. „So, fertig“, meinten beide Zofen unisono und traten einen Schritt zurück.

Mehr oder minder zufrieden starrte ich in den Spiegel. Man konnte durchaus etwas erkennen, wenn man sich achtete. Aber das würde hoffentlich keiner. Wenn ich nur schon an die heutige Ratssitzung dachte, wurde mir schlecht. In einem Kleid könnte ich nämlich nichts mehr verstecken. Abgesehen davon, dass ich jetzt wohl kaum mehr in meine Kleidung hineinpasste.

Ich bedankte mich bei den beiden, holte mir mein Schwert unter dem Bett hervor und trat hinaus. Noch bevor ich das Wohnzimmer betreten hatte, hatte sich Graf Targes erhoben.



„Meine Königin.“ Er leistete eine Verbeugung.

Grüßend nickte ich ihm zu. „Danke, dass Ihr mir diese Ehre zukommen lasst, Graf Targes.“

Sein Blick auf mein Schwert, woraufhin er seinen Arm danach ausstreckte. „Darf ich mal sehen?“

„Natürlich.“ Ich reichte es ihm, gespannt auf seine Expertise.

Graf Targes nahm mir das Schwert ab, betrachtete den Griff und drehte es in seiner Hand. Er machte kleine, präzise Bewegungen mit dem Schwert. Sein Umgang mit der Waffe zeigte, dass er zweifelsohne ein Meister auf seinem Gebiet war. „Sie liegt gut in der Hand. Etwas leichter als üblich. Kürzer als üblich. Und dennoch ist der Mittelpunkt perfekt.“ Er hob seinen Zeigefinger, legte die Kante zwischen Griff und Klinge auf den Finger und ließ das Schwert los. „Perfekt ausbalanciert. Das Schwert hat jemand gemacht, der sich mit der Schmiedekunst auskennt. Und mir scheint, es wurde perfekt auf Eure Bedürfnisse abgestimmt.“ Graf Targes zog seine Hand zurück, auf der das Schwert scheinbar schwebte. Es fiel mit der Klinge voran Richtung Boden. Aber bevor die Spitze den Teppich ruinieren konnte, packte Graf Targes sicher den Griff und reichte mir das Schwert zurück. „Wer hat es geschmiedet?“

Ich lächelte versnnen. „Jemand, der mich einst nicht respektierte.“ Targes zog eine Augenbraue hoch. „Dann habe ich ihm das Leben gerettet“, fügte ich schmunzelnd hinzu.

„Er hat viel Arbeit in dieses Schwert gesteckt.“ Der Graf nickte zufrieden. „Üblicherweise trainiere ich Anfänger immer erst mit dem Holzschwert. Aber ich glaube nicht, dass Ihr eine Anfängerin seid.“ Er nahm sein eigenes Schwert, das an seinem Gürtel in einer schönen, dunkelbraunen Lederscheide hing. „Nun, dann zeigt, was Ihr könnt, und greift mich an.“

Meine kurz ernst gewordene Miene wandelte sich wieder zu einem Grinsen. Dann brachte ich mich in Grundstellung und konzentrierte mich. Sofort begann ich damit, ihn zu analysieren. Ich hatte zwar erst einmal gegen jemanden gekämpft, aber das Analysieren von anderen war fester Bestandteil des Lernens. Erst recht, wenn man sich selbst lehrte.

Targes brachte sich ebenfalls in Kampfposition, ließ dabei aber eine unübersehbare Lücke in seiner Deckung. Und das mit voller Absicht, dessen war ich mir sicher. Die Frage war jetzt allerdings, ob er darauf abzielte, dass ich die Lücke lediglich sah und nutzte, oder ob er mich schon für würdig genug erachtete, dass er mir Fallen stellte.



„Nur zu. Traut Euch, Majestät“, ermutigte er mich und senkte sein Schwert noch etwas ab. Dadurch war seine linke Seite jetzt komplett ungeschützt.

Ich nickte lediglich, während ich mir einen Plan zurechtlegte. Nur mühsam unterdrückte ich das nächste Grinsen, als ich nach wenigen Sekunden eine annehmbare Lösung für beide Fälle gefunden hatte. Ich schnellte vor, das Schwert in einer horizontalen Bewegung auf seine linkte Seite zu schwingend. Da wir mit scharfen Waffen kämpften, würde er sehr bald hochziehen und decken müssen. Doch anstatt den Schlag auszuführen, bremste ich ruckartig ab, machte direkt vor ihm eine schnelle, halbe Drehung mit meinem Körper, wendete das Schwert in meiner Hand und kam dann mit leicht hörbarem Atem zum Stehen. Meine Klinge stoppte ich kurz bevor sie seinen Bauch berührte und damit durchstochen hätte.

Allerdings wurde meine Klinge zur Seite abgeleitet. Metall klirrte auf Metall und sein Schlag war so präzise, dass er die Haltung seines Schwerts nur minimal hatte verändern müssen. „Nochmal. Dies Mal ohne Finte“, verlangte er.

Ich drehte mich zurück und stellte mich in Ausgangsposition. Seine Zurechtweisung stieß mir übel auf. Meine sogenannte Finte war klug gewesen! Ich lief doch nicht einfach in eine offensichtliche Falle! Langsam atmete ich aus, darauf bedacht, mir nichts anmerken zu lassen. Dabei tobte mein Innerstes vor Unzufriedenheit. Wieder hielt er seine Deckung auf der linken Seite gesenkt. Und da er es verlangt hatte, holte ich jetzt ganz brav aus und zielte – mit einem wenig motivierten Schlag – auf die offene Deckung. Die er gleich hochreißen würde. In drei, zwei, eins …

Er zog sein Schwert hoch und blockte meinen Schlag. Allerdings verblieb er in dieser Position; die Arme erhoben, das Schwert auf Kopfhöhe, und sah mich prüfend an. „Jeder Schlag führt zu einer Parade. Und jede Parade führt dazu, dass sich eine neue Angriffsfläche bietet. Und es gilt, in einem Kampf herauszufinden, welche Fläche am wenigsten geschützt wird.“

Ich nickte. „Ich weiß.“

Der Graf nahm sein Schwert in beide Hände und hielt die Waffe noch immer auf Kopfhöhe. „Wo würdet Ihr mich nun angreifen?“

„Unterer Bauch“, antwortete ich, ohne lange zu überlegen, und deutete auf die Stelle.



„Möglichst weit weg von meiner Klinge. In der Hoffnung, dass Ihr schneller zustechen könnt. Weil ich das Schwert erst von oben nach unten bewegen muss.“ Er deutete an, wie er sein Schwert bewegen könnte. „Ihr vergesst aber, dass ich eine harmlose Stichwunde in Kauf nehmen könnte.“ Mit den Worten machte er eine kleine, waagerechte Bewegung, und seine Klinge zielte auf meinen Hals.

Schnell ging ich in die Knie und duckte mich. So nah wie ich ihm war, befand sich mein Kopf schnell vor einer Stelle, wo ich ihn lieber nicht hätte. Dabei kamen nur unangenehme Erinnerungen hoch. Während ich meinen Kopf also zur Seite wandte, um ihm nicht geradewegs in den Schnitt zu sehen, murrte er auf.

„Wenn Ihr niederkniet, habt Ihr schon verloren. Wenn Ihr Euch im Kampf ducken müsst, dann nur, um zeitgleich einen Angriff zu starten und dabei auszuweichen.“ Graf Targes trat einen Schritt zurück und gab mir Zeit, mich wieder aufzurichten.

Wieder sollte ich ihn angreifen und wieder zeigte er mir meine Fehler auf. Sosehr ich es anfangs schätzte, so sehr störte es mich nach schier endlosen Angriffen. Es entwickelte sich kein Kampf. Immer nur deutete er an, wie er meinen Angriff parieren würde und zeigte mir meine Fehler auf. Nur selten trafen unsere Klingen aufeinander. Es war ermüdend und frustrierend. Und trotzdem war ich nach kurzer Zeit vollkommen durchgeschwitzt.

Schließlich war das Training beendet. Targes ging und ich blieb höchst unzufrieden in meinen Gemächern zurück. Sobald sich die Tür geschlossen hatte, brach ich stöhnend auf dem Boden zusammen und blickte zur Zimmerdecke.

Durch die nun offene Wohnzimmertür schwänzelte kurz darauf ein kleiner, kuschelbedürftiger Wolf, der ambitioniert damit begann, mir den Schweiß vom Gesicht zu lecken.

„Ihhh! Kal, stopp!“ Ich lachte, war aber müde.

Aurillia und Emili halfen mir erneut. Ich musste mich waschen und mich auf die angesetzte Ratssitzung vorbereiten. Noch hatte ich von Dreidolch nichts gehört und ich hoffte spätestens heute auf erste Ergebnisse. Die Karten hatte ich mir ebenfalls noch nicht anschauen können und um Seibling musste ich mich auch noch kümmern. Ich wusste überhaupt nicht, was ich mit ihm tun sollte. Noch einmal befragen? Sofort töten? Vor oder nach der Ankunft seiner Familie morgen früh?



Irina käme heute Abend zurück, wenn alles nach Plan verlaufen war. Die Kutsche mit der Familie brauchte natürlich länger. Wie würde ich mit ihnen umgehen? Wären sie einsichtig? Das konnte ich mir kaum vorstellen.

Aurillia band mir die Haare zu einer schönen Flechtfrisur zusammen, während Emili mir ein neues Hemd aus Cyrus‘ Gemächern holte. Denn, so unliebsam mich meine beiden verbliebenen Minister und der Hohepriester aufgrund meiner Kleiderwahl zur Ratssitzung auch anblicken könnten, wäre die Konsequenz deutlich schlimmer. Diese Brüste ließen sich in einem Kleid nicht mehr verstecken. Selbst unter dem Hemd, und noch dazu abgebunden – was ziemlich schmerzhaft war, so empfindlich wie sie waren – waren sie noch zu erkennen, wenn man sich achtete.

Aurillia hielt inne. „Sind deine Haare irgendwie länger geworden?“

„Was?“ Oh, Götter. „Nicht das auch noch“, klagte ich, was sofort Emili auf den Plan brachte.

„Noch mehr Zauberbrüste?“ Sie lugte ins Badezimmer hinein.

„Nein“, antwortete Aurillia. „Nur Zauberhaare.“

„Ach so, na dann …“ Emili winkte gespielt desinteressiert ab, wandte sich aber schnell und relativ energisch zu mir. „Was zum … Naya, was geht hier vor?“

Die Lippen aufeinandergepresst, mahnte ich mich immer wieder nicht in Tränen auszubrechen. Erst ließ sich meine Reife alle Zeit der Welt, und jetzt passierte alles auf einmal? Mir war klar gewesen, dass jede Reife anders war. Bei manchen zog sie sich in einem schleichenden Prozess über Jahre hinweg, bei anderen ging sie innerhalb einiger Tage über die Bühne. „Aurillia, steck sie mir bitte so hoch, dass man ihre Länge nicht sieht.“ Auf Emilis bohrenden Blick hin, setzte ich zu einer Erklärung an. „Ihr wisst doch, dass ich hundertdreizehn Jahre alt bin …“ Ehrlich gesagt war ich mir nicht sicher gewesen, ob sie es wussten, aber ihre Gesichter sagten alles. „Ähm … nun, normalerweise wird ein Vampir mit spätestens hundert erwachsen. Er geht durch die Reife. Die dauert bei jedem unterschiedlich lang und fängt auch nicht zur selben Zeit an. Grundsätzlich hat man sie aber vor hundert erreicht …“

„Und du bist drüber“, stellte Emili fest. „Einiges sogar.“

Ich nickte bestätigend.

„Und jetzt durchlebst du deine Reife“, erkannte Aurillia weiter. „Und das verflucht schnell! Was kommt denn da noch? Über Nacht herbeigezauberte Brüste, deine Haare werden auf einmal merklich länger … was als Nächstes?“ Aurillia hörte sich beinahe an, als mache sie einen Spaß. Nur leider war es das nicht.



„Ich werde Kurven bekommen. Vermutlich. Nicht alle erwachsenen Frauen haben Kurven, aber die meisten doch mehr als ein Kind. Vermutlich wachse ich noch ein bisschen. Äh … ja, was passiert noch, wenn man erwachsen wird? Ich weiß gar nicht so genau …“

„Also“, setzte Emili an, „ich habe vor drei Jahren meine Blutung bekommen. Aber jetzt kommt sie nicht mehr. Als ich in den Kerker gesperrt wurde, hatte ich sie nur noch einmal und dann nicht mehr.“

„Meine Blutung habe ich auch schon“, kommentierte Aurillia. „Aber ich weiß eigentlich nicht, was die soll. Meine Mutter hat mit mir da nie drüber geredet. Als ich sie bekommen habe, hat sie mir nur ein paar Leinen und ein Höschen hingelegt und gemeint, ich soll mir in der Zeit das Höschen anziehen und die Leinen hineinlegen.“

„Was … was meint ihr damit?“, fragte ich leicht panisch.

„Nun, einmal im Monat blutet eine Frau normalerweise“, erklärte Emili.

„Wieso? Und woher weißt du das? Und wo blutet ihr denn?“ Riss ihnen etwa irgendwie die Haut auf? Oder war es so wie Nasenbluten? Aber wieso dann ein Höschen? Hosen trugen nur Männer! Nun, und querdenkende Vampirköniginnen zeitweise …

Emili hob beruhigend die Hände. „Mir hat es eine der Betreuerinnen im Waisenhaus einmal so erklärt: Wenn eine Frau von ihrem Mann begattet wird, muss sie ihren Körper wieder reinigen. Und das macht der von selbst, indem er mit Blut alles ausspült. Und auch wenn man noch nicht vermählt ist, fängt der Körper irgendwann damit an. Das wird bei den Menschenmädchen als das angesehen, was ihr Reife nennt.“ Sie kratzte sich hinter dem Ohr, ehe sie fortfuhr: „Und das Blut, also … das kommt von da unten.“ Sie zeigte auf ihre Mitte, zwischen ihren Beinen. „Du weißt doch … da ist einmal der Ort, wo Pipi rauskommt, ganz vorne, ganz hinten kommt … na, du weißt schon, und in der Mitte … da kommt das Blut dann raus.“

„Aber wenn in der Mitte das Blut rauskommt und das Blut da ist, um sauberzumachen, dann müsste ein Mann doch dann auch … da rein. Oder nicht?“, überlegte Aurillia nachdenklich.

Mir wurde diese Unterhaltung langsam zu furchteinflößend. „Wieso?“, fragte ich neckend. „Willst du es etwa mit einem gewissen Schlossgärtner ausprobieren?“



Aurillia errötete. „Das hatte ich nicht … also, deswegen habe ich nicht …!“

„Lügnerin!“, gab jetzt auch Emili schmunzelnd von sich. „Du denkst gerade daran, gib es zu!“

„Naja … ich weiß doch gar nicht … denkt ihr, es würde denn weh tun?“

Diese Frage ließ auch mich nachdenklich werden. „Nun ja, also Vampire sind nach der Reife süchtig danach“, murmelte ich leise.

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