Die Heimkehr der Seele
Es ist spät am Abend, die Highlands liegen still unter dem silbernen Licht des Mondes. Der Wind hat nachgelassen, nur das leise Rauschen eines Baches begleitet mich, während ich auf einem Hügel sitze und auf das Glen Coe hinunterschaue. Alles wirkt friedlich, und doch spüre ich, dass sich hinter dieser Ruhe eine tiefe Lebendigkeit verbirgt. Die Erinnerungen, die Begegnungen, die alten Seelen. Sie sind alle hier. Sie sind ein Teil dieses Tals, so wie das Tal ein Teil von mir ist.
Ich atme tief ein und lasse die Eindrücke auf mich wirken. Jahrzehnte der Sehnsucht, der Reisen, des Wartens und Suchens fließen in diesem einen Moment ineinander. Ich erkenne, dass Schottland nie nur ein Ort war, den ich besuchen wollte. Es war ein Zuhause, das meine Seele immer kannte. Ein Ort, der auf mich wartete, bis ich bereit war, zurückzukehren.
Die Menschen, die ich traf, die Landschaften, die Geschichten, die alten Steine und Hügel, sie alle erzählen dieselbe Wahrheit. Wir sind Teil eines größeren Ganzen. Alte Seelen begegnen sich immer wieder, durch Raum und Zeit hindurch, in Momenten der Schönheit, der Freude, des Schmerzes und der Stille. Alles, was ich erlebt habe, war Teil dieses Kreislaufs, dieser Wiederkehr.
Ich schließe die Augen und spüre sie um mich. Die Männer und Frauen, die ich in anderen Leben gekannt habe, die Freunde, die Liebenden, die mir in diesem Tal immer schon vertraut waren. Ihre Gegenwart ist keine Einbildung, stattdessen ein Gefühl, ein leises Flüstern, ein warmes Wissen: „Du gehörst hierher. Hier bist du vollständig.“
Ich weiß, dass ich nicht aufhören werde zu suchen, nicht aufhören werde zu schreiben, nicht aufhören werde zu fühlen. Schottland ist mehr als Land, mehr als Geschichte, mehr als Roman oder Reise. Es ist ein Herzschlag, der durch die Zeiten pulsiert. Eine Melodie, die niemals verklingt. Eine Heimat, die ewig bleibt.
Ich erhebe mich. Der Boden unter meinen Füßen ist fest und vertraut. Der Wind streicht durch mein Haar, trägt die Geräusche des Tals zu mir. Für einen Augenblick schließt sich der Kreis. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Alles verschmilzt zu einem einzigen Atemzug, zu einem einzigen Glück, das in mir lebt. Und während ich den Blick über die Berge schweifen lasse, lächle ich und flüstere: „Ich bin zu Hause. Nicht nur hier, sondern in allen Zeiten.“



































Kommentare