Flüstern der Zeiten

Manchmal, wenn der Nebel über die Highlands zieht und die Sonne nur schemenhaft durchbricht, höre ich sie.
Leise Stimmen, getragen vom Wind, das Flüstern der Berge, das Knistern des Moors. Es sind die Seelen, die hier einst lebten, liebten, lachten, kämpften und die immer noch hier sind. Sie sprechen zu mir ohne Worte, führen meine Schritte über Pfade, die älter sind als ich, zeigen mir, dass Zeit keine Grenze ist, dass Liebe und Heimat in allen Leben bestehen.
Ich höre ihr Lachen, ihr Singen, ihre Geschichten, die sich in jedem Stein, jedem Baum, jedem Wasserfall verfangen haben. Und ich weiß: Wer nach Schottland reist, findet nicht nur Landschaft, sondern Erinnerung, nicht nur Berge, sondern Verbundenheit, nicht nur Nebel, sondern ein Echo der eigenen Seele.
Wenn man genau hinhört, sagt einem das Tal dasselbe, das ich seit Jahren spüre. „Du bist angekommen. Du gehörst hierher und wirst immer zurückkehren, egal wohin deine Schritte dich tragen.“
In diesem Flüstern liegt das leise Versprechen, dass alte Seelen niemals verloren gehen, dass die Liebe zu einem Ort über Zeit und Raum hinaus existiert und dass jeder, der zuhört, möglicherweise erkennt, dass Heimat nicht unbedingt da ist, wo wir leben, stattdessen dort zuhause ist, wo unsere Seele schon immer war.

E N D E

 



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