Legenden und Prophezeihungen (18+)

Achtung!Dieses Kapitel ist erst an 18 Jahren!

Schweigend lasen sie zusammen das Kapitel, das Johanna aufgeschlagen hatte.

Es schien eine wirre Erzählung zu sein und sie handelte von einem Reaper, der sich mit Hilfe des Gefährtenbands über alle anderen erheben sollte.

„Was ist das?“, fragte Reaper verwirrt und blätterte etwas ratlos zwischen den Seiten hin und her.

„Das ist eine Prophezeiung“, antwortete Johanna.

„Ich weiss nicht, ob sie wahr ist oder werden wird, aber nach allem, was ich weiss, könnte sie auf dich zutreffen.“

Reaper begann zu lachen, doch es klang nicht amüsiert.

„Das glaubst du doch selbst nicht!“

Johanna blätterte weiter und schlug eine andere Prophezeiung auf, schob sie Reaper hin.

Lies!, knurrte sie ihn in seinem Kopf an.

„Lange Zeit wird er warten, bis die heisse Saat ihren Samen quillt, doch dann wird er die Wölfin beissen, aus tiefsten Verlangen heraus und die Wöflin wird ihn beissen, um ihm Einhalt zu gebieten. Doch sie werden weiter toben, einen weiteren Tag und eine weitere Nacht und dann wird sie ihn in fleischlicher Hülle beissen, damit er nicht brechen kann mit seiner Vernunft. Doch die heisse Saat ist stark und das Band wird er vervollständigen, auf dass sie sich zu wahrer Stärke erheben und mit Donner auf diese Welten niedergehen.“

Reaper war am Ende angelangt und starrte Johanna an.

„Glauben wir jetzt echt an Prophezeiungen und all den Scheiss?“

„Wir müssen nicht glauben, Reaper… wir sind Teil davon…“, sagte Johanna leise und schloss das Buch.

Sie stand auf und stellte das Buch zurück ins Regal, dann holte sie zwei Gläser und einen starken Schnaps unter dem Tresen hervor und goss ihn ein.

„Ich glaube nicht, dass die Flasche reichen wird“, murmelte sie und beäugte das Gefäss etwas misstrauisch.

Ihre Abstammung hatte sie gerade mit voller Wucht und völlig unvorbereitet eingeholt und sie spürte, wie die Angst davor sich um ihre Lungen schnürte.

Reaper konnte ihre Angst ebenfalls spüren und er wusste, dass es für sie gerade viel zu viel war.

Er spürte, dass sie vor all diesem Scheiss hatte fliehen wollen, als sie mit ihrer Familie gebrochen hatte.

„Kann es sein, dass dein Bruch erst alles ins Rollen gebracht hat?“, fragte er leise und sie leerten das erste Glas.




Er schenkte nach und erst nach dem dritten Glas bekam er eine Antwort.

„Ich weiss es nicht, ich hatte keinen besonderen Grund, weshalb ich gegangen bin, kein Streit oder so. Ich bin einfach abgehauen, weil ich nicht einsah, dass ich andere Wölfe töten sollte, aufgrund einer Legende, die ich selbst nicht glaubte.“

„Die Legende mit dem Fürst der Reaper?“, fragte er leise und schenkte erneut ein.

Sie kippten die Gläser und Johanna nickte.

Der Alkohol hatte ihr etwas Farbe ins Gesicht gebracht und es machte sie sexy.

Johanna griff erneut nach der Flasche, doch Reaper schnappte ihre Hand und zog sie auf die Beine.

„Nix da! Wir gehen raus!“, knurrte er und zog sie zum Hinterausgang.

Er half ihr, sich die Klamotten auszuziehen, entledigte sich seiner und sie verwandelten sich.

Johanna war bereits etwas angeheitert, sie hatte den stärksten Schnaps rausgeholt, den sie auf Lager hatte.

Sie taumelte etwas, als sie auf Reaper zuging und rieb ihren Kopf an seinem Körper.

Ihre Instinkte hatten die Oberhand.

Reaper wandte seinen Kopf gegen ihren und stupste sie an, rieb seinen Kopf an dem ihren.

Solche Liebkosungen wurden selbst unter Gefährten sehr selten ausgetauscht, was es noch kostbarer machte.

Sie lösten sich voneinander und trabten auf leisen Pfoten in die Nacht und den Wald hinein.

Im 1. Stock des Clubhaus wurde ein Handy aus der Tasche gezogen und eine Nummer gewählt.

Kann es bestätigt werden?“, fragte die Stimme am anderen Ende.

„Ja, bestätigt. Sie ist es.“

Ihre Muskeln brannten, als sie im Morgengrauen am Waldrand ankamen.

Reaper hatte Recht gehabt, das Rennen war besser gewesen, als Alkohol.

Sie waren den ganzen Tag und die ganze Nacht durch den Wald gestreift, hatte sich gejagt, geneckt und gespielt. Es war eine Wohltat für sie beide gewesen.

Zwei Wochen später:

Johanna hockte auf dem hintersten Tisch und biss sich in die Faust.

Reaper war ein verdammter Trottel, dass er am Boxkampf des Clubfestes teilnahm.

Gerade hatte er einen heftigen Schlag auf die Nase kassiert, was ihm das Nasenbein gebrochen hatte und das Blut spritze nur so aus seinen Nasenlöchern.

Und aus ihren.

Schmerztränen schossen ihr in die Augen und sie fingerte ein Taschentuch aus ihrer Hose, um das Nasenbluten zu stoppen.




Sie stöhnte, als sie das Knacken einer Rippe spürte. Himmel, das tat weh!

Reaper, mach endlich Schluss! Schrie Johanna in Gedanken, doch er hörte sie nicht. Das Adrenalin machte ihn taub für ihre Worte.

REAPER! Schrie sie, als sie in seinem Blickfeld war.

Er hob für einen kurzen Moment den Blick und wurde blass.

Scheisse, das hatte er völlig vergessen.

Johanna sass im Dunkeln, fast nicht zu sehen, doch für seine Aufen war sie klar zu erkennen: vor Schmerzen und blutend zusammengekrümmt sass sie da, Schmerztränen rannen über ihr Gesicht.

Er holte aus und versetzte seinem Gegner den finalen Schlag, der ihn zu Boden krachen liess.

Die Menge tobte, völlig in Feierlaune und völlig betrunken.

Reaper schaffte es aus dem Ring und wandte sich um, doch Johanna war weg.

Er ahnte, dass sie sich in ihr Bad zurückgezogen hatte, also schlängelte er sich durch die Menge und schlüpfte die Treppe nach oben.

Er betrat sein Zimmer – sie hielten die Fassade immer noch aufrecht, so gut es ging – und wandte sich dem Badezimmer zu.

Sie stand vor dem Spiegel und wusch sich gerade ihr Gesicht sauber, als er eintrat.

„Entschuldige bitte, Mama…“, meinte er kleinlaut und trat hinter sie, schlang seine Arme um ihren Bauch. „Ich habe nicht bemerkt, dass ich so heftig verletzt bin.“

„Eine gebrochene Nase, eine gebrochene Rippe und aufgeplatzte Lippen bemerkst du nicht?

Ich habe schon weiss Gott wie viele Kämpfe im Oktagon gehabt, aber habe jede Verletzung registriert.“

Der Vorwurf in ihrer Stimme war berechtigt. Er hatte sich treiben lassen, die Kontrolle verloren.

„Kannst du es mir beibringen?“, fragte er leise und zog sie dicht an sich.

„Was beibringen?“

So kontrolliert zu kämpfen, wie du.

Seine Stimme in ihrem Kopf war sanft, aber bestimmt.

„Dafür musst du einen Antrag beim Alpha stellen.“, meinte sie leise und begann, Reaper das Blut aus dem Gesicht zu wischen.

„Das muss der Club entscheiden.“

Er beobachtete, wie sich bei Johannas Nase ein Bluterguss zu bilden begann, genau da, wo die Faust ihn getroffen hatte.

Vorsichtig schob er ihr Shirt hoch, die Rippe war auch schon blau angelaufen.

„Es tut mir leid,“ sagte er mit rauer Stimme, doch Johanna legte ihm den Finger auf den Mund.




„Du hast aufgehört, als ich nach dir gerufen habe, das ist wichtiger.“, meinte sie leise.

Langsam zog er sie an sich heran und küsste sie so rau, wie seine Stimme zuvor war.

Ihre Hitze war vorbei, doch scheinbar schien er die richtigen Knöpfe bei ihr zu drücken, denn ihr Sex war weiterhin heiss, wild und so ungezügelt, wie während ihrer Hitze.

Sie kniff ihn in die unverletzte Seite, doch sie unterbrach den Kuss nicht.

Ihre Hand glitt nach unten und strich über seine Kampfshorts. Obwohl er einen Tiefschutz trug, spürte sie den Schauer, den sie durch seinen Körper schickte und grinste.

Auch sie wusste, wie er Wachs in ihren Händen wurde.

„Da braucht wohl jemand eine Abkühlung“, lächelte sie und bugsierte ihn rückwärts in die Dusche.

Sie zog ihm sein Shirt aus, seit ihren Kampf in Keller trug er ausnahmslos diese verdammt engen Rollkragenshirts, die jeden verdammten Muskel noch extra betonten und rein gar nichts der Phantasie überliessen.

Johanna leckte sich über die aufgeplatzte Lippe, die – wie sie feststellte – bereits halb verheilt war und steckte ihre Finger in Reapers Hosenbund, stiess sie mitsamt dem Tiefschutz nach unten.

Er trat aus dem Stoff heraus und kickte seine Klamotten aus der Dusche, während er Johannas Gesicht packte und sie küsste.

Sie fummelte gleichzeitig an der Wasserbatterie und schaltete die Dusche ein.

Ein Schwall kaltes Wasser ergoss sich über Reapers Rücken, was ihn überrascht verärgert aufkeuchen liess, doch danach wurde das Wasser bereits wärmer.

Johanna lachte, ob Reapers Miene, doch er knurrte und packte sie am Hintern, hob sie hoch und presste sie gewaltsam gegen die kalten Fliesen der Dusche.

Ihre Knochen krachten so hart gegen die Wand, dass auch er den Schmerz spürte, doch er ignorierte ihn.

Sein Mund suchte ihren und ihre Zungen umspielten sich, während Johanna sich in Reapers Schultern festkrallte und tiefe Spuren in seiner Haut hinterliess.

Er knöpfte ihre Hose auf und zog sie ihr runter, warf sie irgendwie aus der Dusche raus.

Sie schlang ihre Beine um seine Hüften und hielt sich fest, während er ihr Shirt entzwei riss und die Stofffetzen ebenfalls irgendwo hin warf.

Er liebte es, dass sie die Angewohnheit von früher hatte, keine Unterwäsche zu tragen. In solchen Momenten war alles viel einfacher.




Seine Erregung pochte bereits schmerzhaft, als er sie auf sich niedersinken liess und in ihre feuchte Höhle eindrang.

Johanna verdrehte die Augen und liess ihren Kopf mit einem genussvollen Stöhnen nach hinten sinken.

Dieser Mann machte sie scharf und das nur schon mit einem flüchtigen Gedanken an ihn.

Er stiess hart in sie, während das warme Wasser auf sie beide runter prasselte.

Sie hatten schon an vielen Orten gevögelt, in diesem dreiviertel Jahr, in dem sie nun schon Gefährten waren, doch in der Dusche war nun das erste Mal.

Reaper umfasste Johannas Hüfte fester und liess sie immer wieder hart auf seinen Schwanz hinunter krachen.

Er wusste, dass diese Rohheit Johanna gefiel, sie wurde noch feuchter und ihre Höhlenwände begannen, sich zusammen zu ziehen.

Sie wurde enger und enger und sie liebkoste sein Mal an seinem Hals, als gäbe es kein Morgen.

Feuer schien seinen Körper zu verbrennen und überall, wo Johanna ihn berührte zuckte beinahe schmerzhafte Blitze durch ihn hindurch.

Er grub seine Zähne in Johannas Hals, allerdings, ohne ihre Haut zu durchbrechen und schickte Wellen der Lust durch ihren Körper.

Ruckartig zog sich ihre Höhle zusammen und sie bäumte sich mit lautem Stöhnen auf, bevor sie zitternd zusammensackte.

Der Ruck war das, was bei ihm noch gefehlt hatte. Er ergoss sich genussvoll in ihr und hielt sein Gesicht in ihrer Halsbeuge vergraben, während sie beide langsam wieder zu Atem kamen.

Vorsichtig liess er sie auf die Fliesen hinunter, damit sie nicht versehentlich ausrutschte und strich ihr das nasse Haar aus dem Gesicht.

„Dein Bluterguss ist weg.“, meinte er leise und betrachtete ihre Nase.

„Deiner auch. Wir heilen schneller als bei einer solchen Verbindung üblich ist…“, sagte Johanna und strich über seine Rippe. Der Bluterguss dort war nur noch hellgelb und fast nicht mehr zu sehen.

Johanna griff nach der Seife und dem Schwamm und schäumte sie beide gründlich ein.

Als sie beide frisch geduscht zum Clubfest zurück kamen, war keinem aufgefallen, dass sie beide gefehlt hatten.

Johanna ging hinter den Tresen und löste die Clubmädels ab. Es war zwar viel mehr los, als üblich, da rund zehn befreundete Rudel zu Gast waren, doch Johanna liess sich davon nicht beeindrucken. Sie spielte schon zu lange Barkeeper, als dass diese Masse sie nervös gemacht oder gestresst hätte.




Was sie allerdings stresste, war, als sie sah, wie eines der Clubmädchen sich an Reaper heranschmiss und versuchte, ihm schöne Augen zu machen.

Ihr Wolf heulte innerlich auf vor Zorn, doch sie durfte sich nichts anmerken lassen. Offiziell waren sie keine Gefährten und somit beide quasi Freiwild für die anderen.

Sie sah aus den Augenwinkeln, wie Reaper sich zum Mädchen runterbeugte und ihr etwas ins Ohr flüsterte. Sie verschwand daraufhin und schien ziemlich angepisst zu sein, was Johanna zufrieden grinsen liess.

Mit einem Krachen flog die Tür des Clubhauses aus den Angeln und landete mitten im Raum.

Es wurde still, alle wandten sich zu dem Mann und den zwei Wölfen um, die im Türrahmen standen.

Die Drei traten ein und der Mann ergriff das Wort: „Wer von euch ist Johanna?“

Die Menge war stumm, doch alle Augen wanderten langsam zu ihr.

„Wer will das wissen?“

Reaper war vorgetreten und knurrte die Worte tief aus seiner Kehle.

Wärst du kein Reaper, dann wärst du ein verdammt guter Alpha geworden, dachte Johanna und betrachtete seinen Rücken. Alles an ihn war angespannt, er war bereit anzugreifen.

„Ich komme im Auftrag des Königs. Johanna hat sich unverzüglich vor ihm zu verantworten und wenn sie dem Befehl nicht freiwillig Folge leistet, so werde ich die beiden Reaper hier einsetzen, um sie zu ihm zu bringen.“

Die beiden Wölfe waren etwas grösser, als normale Werwölfe und knurrten. Langsam bewegten sie sich vorwärts und fletschten dabei ihre Zähne.

Johanna trat hinter dem Tresen hervor und vor Reaper.

„Ich bin Johanna.“, sagte sie und blickte den Fremden an.

„Aber ich werde den Teufel tun und mitkommen. Ich scheiss auf den König und das, was er denkt zu sein!“

„Dann eben mit Gewalt, wenn du nicht weisst, was gut für dich ist, Schlampe!“, zischte der Fremde und die Reaper-Wölfe stürmten vor.

Reaper selbst zögerte keine Sekunde und verwandelte sich, während er nach vorne sprang und sich seiner Rasse in den Weg stellte.

Er war so gross, dass sein Rücken die Raumdecke berührte und brüllte die beiden Angreifer an.

Augenblicklich kauerten sie sich nieder und winselten.

Johanna blickte von den beiden Wölfen zu Reaper und wieder zurück.

Du dominierst sie! Ihre Stimme hallte fern in seinem Kopf, doch sie sickerte in sein Bewusstsein. Fang an zu führen, Reaper, sie werden dir folgen!




Reaper knurrte und fletschte die Zähne und wandte seinen Blick auf den Fremden.

Die beiden Wölfe vor ihm hörten auf zu kauern und drehten sich ebenfalls zu dem Fremden hin, dessen Augen nun weit aufgerissen waren.

„Wenn der König weiss, was gut für ihn ist, dann bleibt er von uns allen fern, hast du verstanden, Bitch?“, fragte Johanna mit scharfem Ton und trat zwischen die Wölfe und den Fremden.

„Verpiss dich, oder ich werde dich in Stücke reissen!“

Der Fremde verschwand in der Nacht, ohne ein weiteres Wort.

Reaper verwandelte sich zurück und blickte hasserfüllt auf die zerborstene Clubtür.

„So ein verdammter Wichser!“, schimpfte er, doch Johanna trat an ihn heran und legte ihm beruhigend die Hand auf die Brust.

„Lass gut sein. Dein Gefolge braucht dich jetzt. Sag ihnen, sie sollen sich zurück verwandeln, sie sehen sehr schlecht aus.“

Er folgte ihrem Blick zu den beiden Wölfen und er wusste, was sie meinte.

„Verwandelt euch!“, befahl er und gleich darauf standen zwei Männer da, abgemagert, fahl und zitternd.

Johanna zitierte zwei Mädchen her und schickte sie, um Kleidung für die beiden Männer zu holen, während Laura mit zwei Tellern leichtem Essen kam.

Die beiden Frauen bugsierten die halb verhungerten Männer an einen Tisch und hiessen sie zu essen.

Ängstlich blickten sie zu Reaper und als er ihnen zunickte, stürzten sie sich wie wilde Tiere auf ihr Essen.

Mama, was ist los, was soll das? Er blickte sie völlig ratlos an.

Sie haben ihren Fürst gefunden, Reaper. Und sie werden ihm folgen.

 

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