Kapitel 26
Als wäre das Kopfkissen von Meister Edin explodiert, fliegen überall Hühnerfedern herum. Meister Edin verrückte Art befindet sich zwar in aller Munde und doch schätzt das Kollegium ihn als einen geistreichen Magister, dessen Glanztaten den Magisterturm rühmen. Er gilt als ein Genie in der Herstellung von explosionsartigen Flüssigkeiten. Erschütterungen im Magisterturm gehören zum Alltag und stammen alle aus seinem Labor. Als Novize wurde Clive ständig zum Aufräumen in seinem Zuständigkeitsbereich verdonnert. Bei all den Federn auf dem Hof fühlt er sich an jene Zeit zurückversetzt.
Die aufgeschreckten Hühner lauern um Alberts Sohn. Ein junger Bursche, der seinen Frust mit überraschenden Impulsen zeigt. Diesmal flog ein Eimer voll Futter und verursacht so viel Lärm, dass die Tiere verunsichert auf Abstand bleiben. Bis sich die ersten Mutigen auf die Körner stürzen.
„Ich verstehe nicht, was ihr hier wollt! Ist doch alles schön und gut, dass es meinen Vater gut geht. Mal sehen, wie lange das anhält. Wir freuen uns auf jeden Fall darüber“, spricht er misslaunig zu Cuno.
„Klingt mehr wie das Werk einer Hexe“, haut der Paladin die Tatsache auf den Tisch.
Clive entgeht nicht, wie Sina sich genervt von ihnen abwendet und Trost bei den Tieren sucht.
Der junge Mann schnalzt genervt mit der Zunge, bevor er zu Cuno mit schmalen Augen aufblickt.
„Hexe ja? Was hätte denn eine Hexe hier verloren? In einem Dorf im Nirgendwo! In einer Stadt sollte sie ja mehr Schaden anrichten können!“
„In der Stadt befinden sich viele Soldaten, ein zu großes Risiko für eine Hexe“, kontert der Paladin etwas überlegen.
„Seht Euch doch um! Sucht nach einer angeblichen Hexe! Aber ich habe nun zu tun! Wenn ich meiner Arbeit hinterherhinke, gibt es Ärger! Also entschuldigt mich!“
Alberts Sohn hält jedoch inne, als Sina sich ihm nähert.
„Darf ich die Hühner füttern?“
Der junge Mann betrachtet sie nachdenklich. „Wollt Ihr Euch wirklich die Hände schmutzig machen?“
„Das stört mich nicht, ich kümmere mich gern um die Hühner“, schreckt Sina nicht ab.
Als registriere er Sina zum ersten Mal, weiten sich seine Augen und seine Miene hellt auf.
„Ihr könnt gerne jeden Tag vorbeikommen, wenn Ihr die Nähe zu den Tieren sucht“, schlägt er mit dem Ansatz eines Lächelns vor. Als er dann jedoch zu Sinas Gefährten blickt, verdüstert sich seine Miene. „Ihr seid ja immer noch da! Wenn Ihr nicht ackern wollt, dann verschwindet von hier.“
Stampfend läuft der Kerl davon.
Clive beobachtet ihn mit einem seltsamen Stechen im Herzen, es gefällt dem Alchemisten überhaupt nicht, wie nett er sich gegenüber Sina verhält.
Und nun macht Rebecca den absurden Vorschlag: „Oh, er mag Sina. Unsere Fee könnte schnell an Informationen kommen, wenn sie etwas mit den Augen klimpert.“
„Bitte was?“, meldet sich Sina empört.
Impulsiv hebt Clive die Hand. „Ich bin dagegen!“
Rebecca schenkt dem Alchemisten ein süffisantes Lächeln und boxt ihn leicht gegen die Schulter. „War klar! Sina ist ja auch deine Herzensdame. Brennst du bereits vor Eifersucht?“
„Ich weiß nicht, was du meinst!“, bringt Clive zwischen seinen Zähnen hervor.
Er dreht sich mit einem hochroten Kopf zur Seite und Rebeccas Kichern lässt aus dem Funken Zorn eine Flamme werden.
„Rebecca! Clive! Steht hier nicht rum! Macht euch nützlich und redet mit den anderen!“, verfällt Cuno seiner alten Gewohnheit und vergibt herrisch seine Befehle.
Die Diebin belächelt ihn.
„Weißt du, Cuno. Dir zuzusehen, wie du dich zum Narren machst, macht mir viel mehr Spaß.“
Auch Clive erklärt sich etwas schlecht gelaunt: „Wie du siehst, bin ich hier nicht willkommen. Sie werden nicht mit mir reden.“
„Hat dich bei den anderen Dorfbewohnern auch nicht abgehalten“, kontert Cuno mit Schlagfertigkeit.
„Schon, aber…“, will sich der Alchemist dazu äußern.
„Kein aber! Versuche es!“, unterbricht der Paladin ihn streng und duldet keine Widerworte.
Von zarten Winden getragen dringt ein Wispern an Clives Ohr: „Gefiederte Beute. Leise Schritte. Scharfe Zähne. Ein saftiges Vögelchen. Ahnungslos, glücklich auf den Schultern eines hirnverbrannten Menschen.“
Die eines kleinen Jungen.
Da keiner der Gefährten reagiert, hinterfragt Clive sein Gehör.
„Habt ihr das gehört?“
„Irgendein Balg“, brummt Cuno und will dem keine Beachtung schenken.
„Nur noch wenige Tatzen“, meldet sich die Stimme erneut.
Sina erhebt sich besorgt, noch vor wenigen Augenblicken sprach sie liebevoll zu den Hühnern, während sie diese gefüttert hat. Jetzt aber eilt sie zu Cuno und schnappt sich die Vogeldame Mina.
„Nein verdammt!“, ärgert sich die Kinderstimme lautstark.
Clive weicht überrascht aus und beobachtet, wie ein schwarzes Kätzchen von der naheliegenden Scheune den gewagten Sprung vollführt und mit ausgefahrenen Krallen auf Cunos Schulter landet.
Vor Schreck flattert Mina aufgeregt mit ihren Flügeln. Unruhe, die Sina mit sanften Streicheleinheiten schnell besänftigt bekommt. Geübt schnappt Cuno zu und betrachtet seinen Fang auf Augenhöhe. Das schwarze Fellknäuel baumelt fauchen in der Luft und fährt die Krallen aus. Ein junges Tier. Die Parallelen zu Rebecca sind verblüffend. Frech und ein wahrer Wildfang. Mutig und ein wahres Kämpferherz. Erneut konfrontiert das Schicksal den Alchemisten mit seinen Schwächen. Dabei war es nur eine Frage der Zeit, bis ihm die erste Katze über den Weg läuft. Schon im Elternhaus wuchs er mit den Samtpfoten auf und erfreut sich an ihrer neugierigen und verspielten Natur. Im Magisterturm sind Haustiere leider nicht erlaubt. Umso mehr zieht es Clive zu den Vierbeinern. Seine Finger kribbeln ganz aufregt, wenn er das flauschig, kuschelige Fell des Kätzchens betrachtet. Die süße Stupsnase, die großen, himmelblauen Augen – einfach zum Verlieben. Wie gern würde der Alchemist das Kätzchen aus Cunos Griff befreien und mit dem flauschigen Fellknäuel kuscheln.
Schwere Schritte kündigen einen weiteren Besucher an.
„Hey! Lass ihn los!“
Bellend sprintet ein kleiner Junge zu ihnen.
Cuno betrachtet ihn mit grimmiger Miene und hebt eine Augenbraue, als habe er seine Zweifel. „Ist das deine Katze?“
„Er ist ein Kater und heißt Amon.“
„Lass mich runter!“, tönt es aus dem Mund des Kätzchens.
Clive öffnet den Mund vor Unglauben und blinzelt. Ein Tagtraum? Sein inniger Wunsch, sich mit einer Katze zu unterhalten? Ein Wunder? Ein Blick zu den Gefährten zeigt, dass er nicht allein staunt. Die anderen machen genauso dumme Gesichter wie er. Ein Anblick, den der kleine Kater grinsen lässt, bevor er leise lacht.
„Ja, da schaut ihr Menschen dumm aus der Wäsche, was?“
Wahrlich könnte es sich hier um Rebeccas Seelenkater handeln. Tier und Mensch wären auf einer Wellenlänge.
„Hexerei!“, spuckt Cuno die Worte empört hinaus.
„Ich weiß nicht, was du meinst!“, kommentiert der Junge ihm trotzig.
„Das Tier hat gesprochen!“, spricht Cuno das Offensichtliche aus.
„Hat er nicht!“, widerspricht das Kind.
„Hat er doch!“
„Nein!“
„Doch! Ich habe es doch gehört!“
Auf den Kopf gefallen sind die Kinder in dem Dorf nicht. Sie legen ein kluges Verhalten an den Tag. Auch dieser Junge, denn er dreht den Spieß um und legt den Kopf schief.
„Sir, geht es Euch gut? Ihr glaubt doch nicht allen Ernstes, das Tier habe mit Euch gesprochen.“
Sein Plan geht auf, denn Clives Beschützer taumelt wenige Schritte rückwärts und sein Geist driftet kurz ob. Falten auf der Stirn zeigen seine Selbstzweifel.
„Ich wollte schon immer eine sprechende Katze“, meldet sich Rebecca begeistert. Sie hat sich lange zurückgehalten und Clive erfreut sich an ihrer Reaktion. Sie bestätigt seine Vermutung und wüsste, der Kater würde das Leben an ihrer Seite sichtlich genießen.
„Kater!“ Ein kurzes verzweifeltes Stöhnen des Kindes, als wäre der Junge von Vollidioten umgeben. „Warum glauben immer alle, dass es sich um eine Katze handelt?“
Kritik überhört Rebecca gern und lenkt lieber mit Tatsachen ab. Denn sie hält ihm vor Augen: „Dein Haustier wollte Cunos Vogel fressen.“
„Ja, das machen Kater für gewöhnlich.“
Der kleine Junge ist nicht auf dem Mund gefallen, seine Schlagfertigkeit scheint selbst den Langfinger zu beeindruckend. Schulterzuckend schreitet Rebecca voran. Clive will gerade den Blick von ihr nehmen, doch plötzlich beißt sie in einen knackigen Apfel. Mal wieder muss sich der Alchemist wundern.
Woher hat sie so schnell einen Apfel aufgetrieben?
„Seit wann kann der Kater schon sprechen?“, interessiert es Clive, dem es schwer fällt, sich auf ein Gespräch zu konzentrieren.
Sein Gefühl rät ihm, den Langfinger im Auge zu behalten. Denn er sieht es schon kommen, dass Rebecca ihnen großen Ärger einhandeln könne.
Der Junge blinzelt ihn mürrisch an, bevor er spöttisch antwortet: „Sieh an, selbst der Alchemist fantasiert.“
„Rücke besser mit der Wahrheit heraus oder das Tier ist beschlagnahmt“, droht Cuno ihm.
Der Junge verschränkt rebellisch die Arme, die Stille wird jedoch von dem Summen des pelzigen Tiers durchbrochen. Der Kater scheint nun Gefallen daran gefunden zu haben, in der Luft zu baumeln. Er bewegt spielerisch die Pfoten, um leicht zu schwingen. Der Klang des Summens erinnert Clive sogar an ein Lied. Nur mag er sich nicht erinnern können, um welches es sich handelt. Aber es klingt vertraut.
„Luela ist gefährlich…“, setzt Cuno an.
„Das ist sie“, bestätigt Amon nichtsahnend.
Der Paladin pausiert und betrachtet erneut das Tier.
„Tiere sollten nicht sprechen, Kleiner.“
Die Worte sind eigentlich an den Jungen gedacht und trotzdem fühlt sich der Kater angesprochen.
„Blödsinn“, meldet sich die Samtpfote zu Wort.
Clive entdeckt im Hintergrund ein bereits bekanntes Gesicht, die trauernde Frau am Grabstein entpuppt sich als Blumenverkäuferin. Sie scheint sich herzlichst mit der Bäuerin zu verstehen.
„Du kommst zu Recht, Cuno?“, spricht Clive zu ihm.
„Ja, aber sei einfach vorsichtig.“
Die geheimnisvollen, silbernen Augen der Blumenverkäuferin entdecken ihn, schnell überreicht die Fremde der Bäuerin einen Korb voll Blumen. Die Aufbruchstimmung bleibt Clive nicht verborgen. Er ist sich sicher, sie plant einen Fluchtversuch. Als wäre er die lebende Pest und würde jeden in seinem Umfeld anstecken. Aber genauso wird oft auf Alchemisten reagiert, zum Leidtragen der Wissenschaftler.
„Junge Frau, würdet Ihr mir einen kurzen Moment, Euer offenes Ohr schenken“, spricht er die Blumenverkäuferin an.
Tatsächlich hält die Fremde inne, nervös führt sie einen Kampf mit ihrer Entscheidung, ob sie sich gedulden soll oder doch schnell das Weite besser suche. Bevor sie eine Entscheidung fällen kann, hat Clive sie bereits erreicht.
„Sie müssen mich nicht fürchten, ich tue Ihnen nichts“, möchte er sie beruhigen.
Doch die junge Frau betrachtet ihn mit einem verängstigten Gesicht, als hätte sie ein Geist heimgesucht.
„Ihr seid totgeweiht.“
„Wie bitte?“, glaubt, sich Clive verhört zu haben.
„Ich wollte Euch nicht belauschen, aber man hört nicht oft, wenn der Name eines noch Lebenden auf dem Grabstein steht. Ich bete für Euch. Für eine arme Seele.“
Sie nimmt sich die Erlaubnis und legt ihre kalten Hände auf seine, um diese kurz zu drücken. Als würde sie sich wünschen, ihm damit Hoffnung zu machen. Der Alchemist jedoch fühlt sich nun schlechter als vorher, denn für ihn hört es sich so an, als würde er bereits unter der Erde liegen.
Die Blumenverkäuferin wollte gerade gehen, da rüttelt sich Clive aus seinen Gedanken.
„Nur ein Narr übersieht, wies es dem Dorf geht. Wir wollen helfen, …“, beginnt er.
Im strengen Ton unterbricht sie ihn: „Wir wollten keine Hilfe von Außenstehenden.“
Schon wieder diese Masche, aber davon lässt er sich nicht beeindrucken.
„Ihr habt euch einer Hexe verschworen.“
„Einer Hexe?“, wiederholt sie und blinzelt ihn unglaubwürdig an.
Sie spielt auf unwissend und doch entging dem Alchemisten das kurze Zucken ihrer Mundwinkel nicht.
„Ihr täuscht Euch in Luela.“
Das Gesicht der Frau gefriert, sämtliche warmen Züge sind plötzlich fort. Die junge Frau blickt an ihm vorbei und visiert Sina an. Die Fee betrachtet die beiden besorgt aus der Ferne, noch immer behütet sie Mina vor weiteren Gefahren.
„Ihr müsst Euch irren, Alchemist. Nicht wir haben die Hexe ins Dorf gelassen, sondern ihr.“
Die Blumenverkäuferin entdeckt auf dem Boden eine heruntergefallene, weiße Rose. Kaum hat sie diese aufgehoben, hält sie diese Clive vor die Nase.
„Mit der Hexe an Eurer Seite seid Ihr den Tod geweiht“, folgt eine Warnung, bevor sie ihn ungeduldig bittet. „Bitte nehmt die Rose an Euch, als ein Geschenk.“
Eine weiße Rose. Voll von Reinlichkeit. Eine, die viele Bedeutungen haben kann. Doch die Nächstliegende wäre Trauer. Noch befindet sich Clive nicht unter der Erde und da er der Dame zum ersten Mal begegnet kann hier von keinerlei Liebe die Rede sein. Daher wäre es nur höflich, abzulehnen.
„Das kann ich nicht, Ihr solltet mir keine Blumen schenken. Besonders keine weiße Rose“, findet Clive.
Die Augenbraue der Dame zuckt kurz. Als sie den Kopf hebt, wirkt es auf Clive, als registriere sie ihn nun richtig.
„Sieh an. Ich habe nicht geglaubt, dass Alchemisten sich mit der Bedeutung von Blumen beschäftigen.“
„Nur die Wenigsten“, klärt Clive das Missverständnis.
„Sieh an.“ Kaum tritt sie einen Schritt näher, weicht er instinktiv zurück. Dabei hält sie ihm die Rose direkt vor dem Gesicht. „Und doch bitte ich Euch, lasst mich nicht dumm dastehen.“
Er keucht und schüttelt den Kopf. „Verzeiht. Als Blumenverkäuferin sollte die Dame wissen, dass eine einzelne Rose für Sehnsüchte steht. Für den Wunsch einer gemeinsamen Zukunft. Ein Gruß unter Liebenden. Sicherlich bezieht sich Eure Botschaft auf den Grabstein. Die Trauer. Doch ich atme noch und habe nicht vor, vor Abschluss meiner Lehre ins Gras zu beißen.“
Welch unangenehmes Gespräch. Noch nie zitterte seine Stimme so intensiv und die Röte steigt ihm ins Gesicht. Die Ehre von hübschen Damen mit Blumen zu beschenkt zu werden wurde ihm bislang nie zuteil, bis er in das Reich des Grafen trat. Auch das Verhaltensmuster der Blumenverkäuferin sprach mehr für Abscheu gegenüber Alchemisten.
„Wie vermutet.“ Sie klingt gefasst. Zu ruhig. „Ihr scheint ein interessanter Mann zu sein.“
Es klingt albern, woraufhin Clive den Kopf hebt. „Bitte hört auf zu scherzen.“
Doch die silberfarbenen Augen betrachten ihn mit solch einer Intensität, dass es ihm den Atem verschlägt. Das liebliche Lächeln verzückt ihn vom ersten Augenblick an.
„Na los, keine Scheu, Alchemist. Nehmt die Rose an Euch.“
Der Klang ihrer Stimme klingt bezaubernd und wärmend. Ehe er sich versieht, greift er gedankenlos zu. Erst ein stechender Schmerz signalisiert ihn, dass er sich an einen Dorn verletzt haben muss. Kaum findet sein Blut einen Weg hinaus, färbt sich die Rose tiefschwarz wie das Gefieder eines Raben. Die Blume verdirbt noch in seiner Hand. So schnell, dass sie in wenigen Sekunden zerfällt und vom Wind fortgetragen wird.
Die Blumenverkäuferin schreckt zurück, sie schlägt sich die Hände vor den Mund. Ihr panischer Blick ruht auf Sina.
Nachdem sie sich aus ihrer Schockstarre löst, rät die Fremde ihm in einen gehetzten Ton: „Verschwindet besser von hier! Ohne diese Hexe!“
Kaum spricht sie zu Ende, rennt sie davon.
Sichtlich verwirrt starrt Clive auf den Blutstropfen auf seinem Finger, Sina begibt sich eilig zu ihm.
„Geht es dir gut?“
Ein Druckgefühl breitet sich auf dem Schädel aus. Kündigt die Kopfschmerzen an. Doch noch beeinflusst ihn dieser nicht. Ausruhen kann er sich gegen Abend in der Herberge.
„Ja, das war echt seltsam“, spricht er seinen Gedanken aus.
„In der Tat“, stimmt die Fee ihm zu und setzt Mina auf seiner Schulter ab. „Warte, ich kümmere mich darum.“
Sie streicht vorsichtig über die Einstichstelle, dabei streift sie den Dorn und Clive zieht unbewusst seine Hand zurück. Ein Kribbeln weckt seine Aufmerksamkeit, der Fremdkörper stößt sich von allein ab und fällt hinaus. Funkelnde Elemente kreisen um seinen Finger und die Wunde verheilt schon im nächsten Augenblick. Überrascht blickt er auf. Nun kann Sina auch schon Wunden heilen. Die Frage ist nur, ob es bei kleinen Verletzungen bleibt oder sie auch Schwerwiegendes beheben kann.
Mit einen aufrichtigen Lächeln neigt er den Kopf. „Ich danke dir, Sina.“
„Keine Ursache. Vielleicht sollten wir von hier verschwinden. Du hast Feline etwas versprochen, halte dein Wort und dann solltest du dich für heute ausruhen“, schlägt sie vor.
Clive nickt und gesteht: „Ja, das klingt gar nicht mal so schlecht.“
„Gut.“
Sina wirkt sichtlich erleichtert über seine Antwort, als habe sie befürchtet, ihre Reise durch das Dorf ziehe sich bis in den späten Abend.

































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