Ascardia 2 – Kapitel 4
~Cayden~
Die Nervosität, die mich in ihrem Griff hielt, war unbeschreiblich. Noch nie hatte ich mich so überfordert gefühlt, wie heute.
Dass Shaeli mir die ganzen Frauen vorstellte, half auch nicht unbedingt.
Die Hälfte der Namen hatte ich bereits wieder vergessen.
»Ich zeige euch als erstes die Räume, die für euch wichtig sind«, sagte ich irgendwann und deutete ihnen, mir zu folgen.
Wir befanden uns in einem Bereich, der nicht viel genutzt wurde. Issabella hatte mir erklärt, dass hier eigentlich der Harem lebte und die Diener gestern alles sauber gemacht hatten.
Ich zeigte also die Räume der Frauen, die Bäder und die Aufenthaltsräume und dann den Trakt, der Cayden und Ayden gehörte.
»Was ist das für ein Raum?«, fragte Shaeli und deutete auf eine Tür.
Ich spürte ein Gefühl von Unruhe, denn ich wusste die Antwort nicht.
Issabella hatte mich gewarnt, dass dir Alpha versuchen würde, meine Position zu untergraben und mir zu zeigen, wo mein Platz war. Es war also wichtig, dass ich angemessen reagiere.
»Das hat euch nicht zu interessieren«, erwiderte ich ungerührt und führte sie weiter.
»Das ist Caydens offizielles Arbeitszimmer. Es kann sein, dass ihr hergerufen werden, aber unangekündigt seid ihr nicht willkommen«, sagte ich, führte sie dann weiter. Dabei ließ ich bewusst einige Räume aus. Wie die Tür zu den Fluren, die zu den Schlafzimmern führte.
»Sie scheint die Hälfte der Räume nicht zu kennen«, flüsterte eine Frau zu einer anderen.
Shaeli lachte leise. »Natürlich wird eine Omega nicht einfach überall Zutritt haben«, fügte sie hinzu.
Ich blieb stehen und wandte mich um. »Die Räume, die ich euch nicht gezeigt habe, sind für euch Tabu«, sagte ich streng. »Dort hinter der Tür befindet sich der private Trakt bon Fürst Cayden und Fürst Ayden. Außerdem mein Schlafgemach. Ihr solltet euch besser nicht dorthin verirren.« Auch, weil ich sie dort nicht haben wollte.
Leises Flüstern wurde unter den Frauen laut, doch es interessierte mich nicht. Mich interessierte nur Shaeli.
Hatte ich das richtig gemacht? Ich wusste, mir war es nicht erlaubt, Ihnen eigenständig den Zutritt zu Räumen zu verbieten, doch ich hätte auch nicht einfach zugeben können, dass ich nicht wusste, was dahinter war.
Hoffentlich würde mir Cayden nicht böse sein.
»Und hier ist der Weg zu den Gärten«, erklärte ich, wobei ich ihnen auh diese zeigte.
Dabei spürte ich ein leichtes Ziehen, als würde das Wasserlicht nach mir rufen. Das war jedoch Einbildung. Cayden hatte mir versichert, dass es nicht mehr gefährlich war. Auch wenn ich dem Ziehen folgte, führte es mich lediglich zu einem See. Es war nicht der, in dem ich fast ertrunken wäre, doch die Angst war dennoch da. Obwohl ich mittlerweile schwimmen konnte. Ohne Ayden und Cayden an meiner Seite traute ich mich jedoch nicht zu nah heran.
Dir anderen Frauen hatten jedoch keine Probleme damit. Anscheinend mochten sie den Garten sehr.
Da sie sich umsehen und nur Shaeli bei mir blieb, wandte ich mich an diese. »Es gibt einen Bereich mit violetten Wegen. Dieser ist für euch tabu«, erklärte ich. Das Wasserlicht war dort zwar nicht mehr versiegelt, doch Cayden hatte mir erklärt, dass es dennoch gefährlich sein konnte. Zumindest für Besucher.
Als Shaeli den Mund auf machte, um etwas zu sagen, spürte ich Issabellas Aura, die sich uns näherte. Sofort richtete die Alpha ihren Blick dorthin, ich hingegen blieb ruhig. Ihre Anspannung belustigte mich etwas, konnte sie aber such verstehen. Zwei Alphas auf zu engem Raum waren nie gut. Daher wunderte es mich such nicht, als Shaelis Aura anschwoll.
Issabella trat jedoch ihne sichtlich Reaktion auf mich zu und verneigte sich leicht. »Lady. Fürst Veylenreach wünscht Eure Anwesenheit«, sagte sie mit ruhiger Stimme und höflicher Distanz. Shaeli würdigte sie keines Blickes.
Ich nickte Issabella zu. »Damit ist die Führung beendet«, sagte ich jedoch wandte mich ab. Cayden ging vor und dass er mich sehen wollte, kam mir gerade gelegen. Ich musste fragen, ob ich richtig gehandelt hatte.
»Vor einer Omega den Bückling zu machen, steht einer Alpha nicht«, hörte ich Shaelis herablassende Stimme. Sie war direkt an Issabella gerichtet, die ihren Blick erwiderte.
Ich wollte mich gerade umdrehen, um zu schlichten, da sagte Issabella: »Eine Omega, die Fürst Dorne bezwingt hat mehr Respekt verdient, als eine Alpha, die ihre Position nicht kennt.«
Mein Herz blieb einen Moment stehen. Hatte sie gerade gesagt, ich hätte Fürst Done bezwungen? Das war eine Lüge! Wie konnte sie nur. Aber das konnte ich nicht offen ansprechen. Es würde Uneinigkeit zeigen. Eine Blöße, die wir uns nicht geben konnten.
Die Frauen begannen zu tauschen, während Shaeli schnaubte. »Dazu ist sie viel zu schwach.«
»Ihr sprecht hier mit der Hausherrin«, fuhr Issabella sie unerwartet harsch ab, weshalb ich mich schließlich zu ihr wandte und sanft lächelte.
»Cayden wartet auf mich. Wir sollten nicht noch mehr Zeit verschwenden«, sagte ich ruhig und hörte, wie die Luft eingezogen wurde. Ich hatte ihn nicht nur ohne Titel über ihn gesprochen, sondern auch seinen Vornamen benutzt. Das war ein klares Zeichen. Und das wichtigste war, dass Cayden es mir erlaubt hatte. Auch, wenn ich noch immer etwas Angst hatte, seinen Namen auszusprechen, neigte er doch dazu, plötzlich zu erscheinen.
Ich spürte jedoch kein sanftes Flimmern kühler Luft in der Umgebung, weshalb ich mich ganz wegdrehte und auf das Anwesen zulief. Es würde andere geben, die sich um die Frauen kümmerten.
Je weiter ich mich entfernte, desto mehr entspannte ich mich. Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass es so schwer sein würde.



























































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