Ascardia 2 – Prolog

Aydens Augen wanderten über den Stapel an Dokumenten, die ihn zum Seufzen brachten.
Warum musste ausgerechnet er sich um dieses Chaos kümmern?
Fürst Dornes Tod hatte für ziemliche Probleme gesorgt und Mirevale versank im Chaos.
Dadurch, dass Fürst Dorne es gewagt hatte, Cayden, der als stärkster unter den Fae galt, anzugreifen, hatte jeder, der mit ihm verbunden war, Angst hineingezogen zu werden.
Ayden verstand das durchaus, doch warum konnten sie nicht dennoch ihre Aufgaben weiterführen, um wenigstens dafür zu sorgen, dass alles normal verlief!
Nein! Stattdessen hatten sie alles stehen und liegen gelassen.
Jetzt musste sich Ayden durch zahlreiche Dokumente kämpfen, die nicht einmal ganz vollständig waren. Wenn er sie richtig deutete, dann hatte Fürst Dorne sogar Steuergelder hinterzogen. Das würde Cayden gar nicht gefallen. Aber dieser hatte im Moment andere Probleme.
Obwohl es ihm körperlich wieder gut ging, machte er sich doch Sorgen um Ascardia. Sie war nur eine Omega und ihre Selbstheilung konnte nicht mit denen der Fae mithalten.
Aydens Verletzung war schon nach wenigen Tagen verheilt, ihre hingegen hatte Narben hinterlassen. Sowohl körperlich als auch seelisch.
Ayden stieß die Luft aus, wollte er doch genauso Zeit mit Ascardia verbringen wie Cayden! Aber irgendjemand musste den Dreck wegräumen.
»Es wäre so viel einfacher, wenn ich endlich die Liste finden würde«, grummelte Ayden, der ein Dokument nach dem anderen durchsah. Wo war nur die Liste der Angestellten und ihren Aufgaben? Jeder Fürst sollte eine solche haben.
Ein Klopfen an der Tür ließ Ayden zusammenzucken und aufsehen.
Ohne, dass er etwas gesagt hatte, schwang die Tür auf und eine Frau trat ein.
Sie hatte das Kinn gehoben und trat mit festen Schritten auf ihn zu.
Ihre intensivgrünen Augen waren direkt auf den Fae gerichtet, während das dunkelgrüne, fast schwarze Haar wallend um ihre Schultern fiel.
Ayden blickte sie irritiert an.
Ihre makellose olivegrüne Haut und das edle Kleid, das sie trug, ließen sie wie ein kleines Kunstwerk wirken. Etwas, das Fürst Dorne sehr schätzte.
War sie eine der Frauen, die der Fürst in den letzten Jahren nach den Opferungen erworben hatte?
Ayden hatte sich nie für die Frauen interessiert. Nicht, bis Ascardia gekommen war. Darum verstand er auch nicht ganz, was sie hier wollte.




Die Frau machte einen Knicks und senkte kurz den Blick. »Mein Name ist Shaeli Dornfang«, stellte sie sich vor und hob dann den Blick.
Ihre Augen trafen die von Ayden, der ungerührt zurück starrte, auch wenn er die Stärke in ihrer Aura spürte.
Sie war ein Alpha, was ihr selbstsicheres Auftreten erklärte.
»Was kann ich für dich tun?«, fragte er mit ruhiger Stimme, war sie doch viel zu schwach, um ihn zu beeindrucken.
»Das Hauspersonal ist verschwunden. Fürst Dorne taucht nicht wieder auf. Die Frauen sind verunsichert. Sie sorgen sich, wer sich um sie kümmert«, erklärte sie mit ruhiger Stimme.
Wie die anderen Frauen war sie darauf angewiesen, dass der Fürst, der sie gekauft hatte, sich um sie kümmerte.
In der Fae-Gesellschaft hatten geopferte Frauen zwar Rechte, doch nicht so viel, dass sie eigenständig agieren konnten.
Ayden fuhr sich durch seine schwarzen Locken. Daran hatte er gar nicht gedacht. Die Frauen mussten irgendwie versorgt werden, aber er konnte nicht die ganze Zeit hier bleiben. Es war nicht sein Gebiet, auch wenn er hier alles sichern sollte.
»Wie viele Frauen gibt es hier?«, fragte er, da er zumindest ein paar Informationen von ihr einholen konnte.
»Wir sind im Moment 26 Frauen«, erwiderte Shaeli mit ruhiger Stimme. »Ich kann Euch eine Liste machen«, bot sie an.
Ayden winkte ab. Zum Glück waren es weniger, als er angenommen hatte. Dabei hatte er Fürst Dorne als Sammler eingeschätzt.
»Versammel sie, damit ich sie mir ansehen kann«, wies Ayden an. »Sie sollen packen, was sie dringend brauchen.« Hier konnte er sie nicht lassen. Es blieb ihm vermutlich nichts anderes übrig, als sie nach Aurelshade zu bringen, bis sie hier alles unter Kontrolle hatten und ein neuer Fürst an der Macht waren. Immerhin gingen die Frauen dann in seinen Besitz über.

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