Ascardia-Kapitel 15

~Ascardia~
Während Cayden förmlich durch den Garten schwebte und mich dabei an seine Brust drückte, versuchte ich, einen Ton von mir zu geben, doch es kam nur Röcheln hervor. Schmerzen zuckten durch meine Kehle und trieben mir die Tränen in die Augen.
Verdammt! Was war hier nur passiert? Wieso tat mein Hals so verdammt weh?
»Du hättest diesen Garten gar nicht betreten dürfen«, knurrte Cayden, was so gar nicht zu seiner sonst so ruhigen Stimmung passte.
Ich machte mich ganz klein, weil ich nicht diejenige sein wollte, die diese Wut abbekam.
Wenn ich ihm erklärte, dass ich mich verlaufen hatte und nur durch Zufall hier war, würde er mich dann verstehen?
»Dieser Garten beherbergt nur gefährliche Pflanzen. Du bist auf ein Wasserlicht hereingefallen und fast gestorben«, erklärte er, wobei seine Stimme eine tiefe Kälte hatte, die mir förmlich in die Haut schnitt.
Er musste nicht laut werden, um seiner Wut Ausdruck zu verleihen.
Als ich meinen Mund öffnete, um zu fragen, was er damit meinte, rann flüssiges Feuer meine Kehle hinab und ließ mich wimmern. Ich hustete und versuchte zu schlucken, doch es half nichts. »Dieses Wasserlicht raubt Magie. Es dringt durch deinen Mund in deinen Körper ein. Wir müssen es schleunigst aus dir rausbekommen.«
Ich verstand nicht, was er sagte, doch in seinen Worten lag eine Dringlichkeit, die ich nicht einordnen konnte.
Meine Sicht verschwamm und Kälte drang mir in die Knochen.
Instinktiv drängte ich mich näher an Cayden heran, der eine überraschende Wärme ausstrahlte.
Cayden beschleunigte seine Schritte, sodass alles um uns herum verschwamm.
Ich spürte, wie mich meine Kraft immer wieder verließ, bis mir plötzlich schwarz vor Augen wurde.
Trotzdem spürte ich noch immer das Wackeln um mich herum.
Zeit wurde bedeutungslos und nur die Schmerzen, die meinen Körper durchzuckten, waren ein Zeichen, dass ich noch lebte.
Mein Hals brannte.
Luft. Ich brauchte Luft.
Schwarze Flecken, dann Stimmen.
»… Wasserlicht … Omega sterben.«
Omega. War ich damit gemeint?
Würde ich jetzt sterben?
Cayden hatte es gesagt. War er so wütend, dass er mich töten wollte?
»Sie hätte … durchdringen … Garten versiegelt«, rief Aydens Stimme aufgebracht und wütend. Ein starker Kontrast zu der Ruhe, die von Cayden ausging.




Wenn er mich jetzt wirklich deshalb tötete, würde es so sein.
Vielleicht war es gut, dass ich jetzt starb. Jetzt, wo ich Güte kennengelernt hatte.
Ich wollte sie nicht wieder verlieren und für immer vermissen, was ich vorher nie gekannt hatte.
Jetzt würde ich es nur vermissen und mich auf ewig fragen, ob ich nicht etwas anders hätte machen können.
»… zu mir ziehen«, zischte Cayden mit einer kalten Stimme, die eine Spur Angst hatte.
Was meinte er damit?
Bevor ich aus seinen Worten schlau werden konnte, durchdrang mich ein so tiefer Schmerz, dass ich glaubte, meine Knochen würden splittern und mein Herz würde zermalmt werden.
Obwohl mein Hals noch immer protestierte, stieß ich einen markerschütternden Schrei aus.
Hätte er mich nicht wenigstens sanft töten können?
Während meine Sinne komplett versagten, tauchte vor meinen inneren Augen Caydens Gesicht aus. Wie er mich aus dem Wasser gezogen und tadelnd angesehen hatte.
Vielleicht hätte er mich einfach ertrinken lassen sollen.
Das Letzte, das ich spürte, war eine sanfte Brise, die ich schon immer mit Cayden in Verbindung gebracht hatte. Angenehm und irgendwie befreiend.

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