DBdD-Kapitel 42
Als Zunae wieder zu sich kam, brauchte sie einen Moment, um sich zu orientieren. Sie lag auf den Rücken und an ihren Armen und Beinen spürte sie Schmerzen. Als sie diese bewegen wollte, spürte sie einen so starken Widerstand, dass sie leise keuchte, weil sich Schmerzen in ihr breit machten.
»Na sieh einer an, wer da aufgewacht ist«, erklang eine Stimme, bevor sich ein Gesicht in ihr Blickfeld schob. Es war dunkel um sie herum und trotzdem erkannte sie es wieder.
Panik erfüllte sie und ihr blieb der Atem weg, als sie für einen Moment glaubte, erneut in eine Vision geraten zu sein. Nur war sie das nicht. Das hier war die Realität.
Panisch zog sie an den Ketten, versuchte ihre Magie zu katalysieren und wandte sich panisch, was den Mann lachen ließ. »Na, na«, tadelte er, bevor er ihr in Messer an den Hals hielt. »Wenn du brav bist, darfst du am Leben bleiben«, sagte er gut gelaunt, wobei er ihre Haut leicht einschnitt, bis Blut floss.
Zu panisch von dem, was um sie herum geschah, brachte Zunae nur ein leises Quietschen hervor, während sie am ganzen Leib zitterte.
»Dr Boss wird sie morgen früh abholen«, erklang eine weitere Stimme, doch Zunae schaffte es nicht, ihren Kopf zu drehen. Dann hätte sie sich mit dem Messer nur noch mehr verletzt. Ihre Augen konnte sie jedoch nicht weit genug bewegen, um zu sehen, wer da sprach oder wo sie war.
»Bis dahin können wir uns mit ihr vergnügen«, säuselte der Mann, der mit dem Messer über ihren Körper wanderte.
Zunae bemerkte, dass sie keinen Mantel mehr trug, wodurch das Messer über ihre Haut wanderte, bis es den Stoff ihres Kleides fand und diese zerschnitt.
»Mach sie nicht zu kaputt«, erwiderte der fremde Mann, der jedoch recht unbeteiligt klang. Als wäre das alles nichts, was mit ihm zu tun hatte.
Zunae bemerkte die Veränderungen zu ihrer Vision, doch das war nichts, was sie beruhigte. Dieses Mal wollte man sie scheinbar nicht tot sehen, doch das hieß nicht, dass man sie verschonte.
»Ich bin vorsichtig«, säuselte der Mann, dessen zernarbtes Gesicht sich in Zunaes Gedächtnis gebrannt hatte, setzte erneut sein Messer an. Dabei ein breites Grinsen auf den spröden Lippen. »Solange ich nicht zu tief schneide, sollte sie schon am Leben bleiben«, bemerkte er, während er das Messer in ihre Haut drückte und damit über ihren Körper fuhr, sodass Zunae vor Schmerzen aufschrie.
Tränen traten ihr in die Augen. Sie zog weiter an den Fesseln, doch diese waren so gestrafft, dass sie sich kaum rühren konnte. Zudem spürte sie von diesen etwas ausgehen, dass nicht nur ihre Magie, sondern auch die Kommunikation mit ihrem Artefakt unterdrückte.
Panik erfüllte sie, während sie daran dachte, was noch passieren würde. Innerlich schrie sie immer wieder Yelirs Namen, doch aus ihrem Mund kam nur ein leises Wimmern.
Sie hasste es, so hilflos zu sein.
Zunae kniff die Augen noch fester zu und verspannte sich, während sie spürte, dass das kalte Messer über ihre Haut fuhr und warme, blutig Spuren hinterließ.
Sie versuchte, sich mental darauf vorzubereiten, was passieren musste, da gab es ein Krachen. Überrascht riss Zunae die Augen auf, konnte aber nur sehen, wie sich der Mann von ihr zurückzog. Dabei fluchte er. »Was soll das?«, rief er, erhielt aber keine Antwort.
»Lass uns nachsehen«, sagte sein Kumpane gelangweilt, als es erneut krachte.
Zunae konnte nicht ausmachen, woher es kam, deshalb bemerkte sich auch Yelir nicht, der mit gezogenem Schwert, das voller Blut war, in den Raum gestürmt war.
Dieser stellte sich als Lagerraum für Rohstoffe heraus, der nicht gut beleuchtet war. Was Yelir nicht störte. Er konnte die Männer sehen, die sich ihm näherten, bevor diese ihn erkannten.
Sein Schwert schnitt durch Haut und Fleisch, löste Schreie aus und Fluchen, doch Yelir störte sich nicht daran. Es war ihm egal, wen er töten musste. Die Wut hatte ihn im Griff.
Er hatte Glück, dass es ihm gelungen war, Zunae mit einen seiner Pfeile zu treffen, sonst hätte er sie hier nie gefunden. Sie waren in der Nähe des Handwerkerviertels, das weit vom Markt entfernt lag. Daher hatte er auch eine Weile gebraucht, um hierher zu kommen.
Das, was er hier vorfand, brachte ihn in Range.
Er sah Zunae auf dem Tisch gefesselt. Genau so, wie sie ihm erzählt hatte. Ihre Kleider waren zerschnitten und Blut rann von ihrem Körper.
Yelir sprang vor und schwang sein Schwert, um eine Kehle zu durchtrennen, bevor der Mann merkte, wie ihm geschah.
Als der leblose Körper zu Boden krachte, rang Yelir nach Atem. Er stand in einem Meer aus Blut, umgeben von toten Körpern, doch er konnte sich nur auf Zunae konzentrieren. Sie hatte die Augen zusammengepresst und zitterte am ganzen Körper.
»Zunae«, sagte er rau, aber nach Luft ringend. Sein Schwert wischte er schnell an der Kleidung eines der Männer ab und schob es in seine Scheide, bevor er zu seiner Frau stürmte. »Ich bin hier«, sagte er beruhigend und legte ihr eine Hand auf die Wange, während er sich ihre Verletzungen besah. Ihre Kleidung war zerschnitten und sie blutete, doch zumindest war ihre Höschen ganz und damit war das, was er befürchtet hatte, nicht geschehen.
Er legte seine Hände auf die Ketten und löste sie vorsichtig mit seiner Magie. Kaum waren ihre Arme frei, schlang Zunae diese um Yelir und begann zu weinen.
Yelir strich ihr vorsichtig über die Haare. »Ich bin da«, versprach er und löste auch ihre Beine, bevor er sie vorsichtig hochhob.
Er versuchte, seine Wut unter Kontrolle zu bringen, während er sich vorsichtig nach draußen brachte.
Die Nacht hatte Einzug gehalten, doch trotzdem wickelte er sie in seinen Mantel. Es war noch immer kalt und sie trug keine Kleidung.
Wie konnte es nur so weit kommen? Hätte er nicht so schnell reagiert, hätte sonst was passieren können. Sie hätten gar nicht erst hierherkommen sollen. Sicherlich steckte Fürst Ladvarian dahinter. Das würde dieser büßen. Yelir würde ihn in der Luft zerreißen.




















































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