35. Grünes Meer

In Todesangst schreckte ich hoch. Es war finster und stickig, der Schweiß lief mir über die Stirn. Ich konnte nicht mehr atmen, ein zentnerschweres Gewicht schien auf meiner Brust zu liegen… zum Glück fand ich sofort das Asthmaspray neben dem Kissen; ich inhalierte tief, hielt kurz inne, atmete weiter. Nur ganz allmählich wurde es besser.
Schon wieder hatte ich diesen Albtraum gehabt…
Ich bin allein, allein und verloren. Unter mir wogt die endlose See. Ihr Wasser ist grün, wie eine giftige Flüssigkeit. Wind kräuselt die Oberfläche.
Ich stehe auf einem Turm, einen hohen Backsteinturm mit Zinnen und Schießscharten, wie bei einer Ritterburg. Und da unten ist – kein Wasser, sondern Land, hügelig, endlos, mit Kornfeldern, Seen und fernen, geheimnisvollen Wäldern. Die Landschaft beginnt sich zu verändern, wird zu einem Park, einem beschaulichen, wunderschönen Garten… unserem Hof. Ich hocke in meinem Versteck auf dem Baum. Die anderen toben auf der Wiese herum, weiter hinten spielen die großen Jungs Fußball. Auch die weißhaarige Frau in ihrem Lehnstuhl ist wieder da.
Ich gehe runter, in den Keller und ins Treppenhaus, dann nach oben in die Wohnung. Henri sitzt inmitten des Holzspielzeugs, in der Küche ist Mama am Rumoren. Jemand schließt die Haustür auf, öffnet sie… Henri stürmt hinaus in den Flur. Ich will ihm folgen, komme aber plötzlich nicht mehr vom Fleck. Unter meinen Füßen knarzen die Dielen, der Boden beginnt zu schwanken, bricht weg. Ich stürze, falle… und wache auf.
Der verfluchte Traum – warum konnte er mich nicht in Ruhe lassen, warum kam er immer wieder?Ich wollte mich frei fühlen, wollte glücklich sein – aber es ging nicht. Etwas versperrte den Weg, ließ mich nicht durch.
Was war mit mir los, was stimmte nicht? Und wer konnte mir helfen?
***
Der letzte Schultag vor den Ferien. Ungeduldig saßen wir die Stunden ab, kein Pauker machte mehr Unterricht. Ein paar laberten mit uns über dies und das, bei anderen gab es lustige Spielchen. Gerade führte Herr Fischer, unser Chemielehrer, Experimente vor. Es knallte, blitzte und rauchte.
Ich dachte an letzten Mittwoch zurück: Wahlstedt hatte mich nach der Englischstunde zu sich gerufen. Am Vortag hatte es Zeugniskonferenzen gegeben; bestimmt wollte er mir mitteilen, dass sie mich abgesägt hatten. Ich durfte das Jahr wiederholen, all mein Rackern hatte leider nichts genützt. Komisch: Auf dem Weg nach vorn kam mir als erstes Maren in den Sinn – wie sollte ich ihr die Nachricht bloß beichten? Wenigstens konnte sich ihr Vater jetzt beruhigt zurücklehnen: Nicht mal das Schuljahr hatte der Junge geschafft – was sollte aus dem bloß werden?
Dann stand ich vorm Lehrerpult. „Sie wollten mich sprechen?“
„Ah, Hauke.“ Wahlstedt stopfte gerade umständlich seine Bücher in die Aktentasche und würdigte mich keines Blickes. „Gestern auf der Konferenz sind wir deinen Fall noch mal gründlich durchgegangen.“
Es folgte eine kurze, bedeutungsvolle Pause, dann fuhr er fort: „Die Kollegen sind alle derselben Meinung gewesen: eine erstaunliche Leistung. Ich muss zugeben, dass ich nicht darauf gewettet hätte.“
‘Wundert mich nicht die Bohne’, dachte ich. Aber worauf wollte er eigentlich hinaus?
„Auf der alten Schule mochte sich dein Zensurenspiegel ja wieder verbessert haben. Aber hier auf dem Wilhelm-Gymnasium sind wir natürlich anspruchsvoller. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass du bei uns durchhältst. Ehrlich gesagt sah ich dich bereits eine Klasse tiefer.“
Endlich schaute er auf, und man erkannte das typische Blitzen in seinen Augen, das immer etwas Heimtückisches hatte: „Nun, du hast das Jahr geschafft. Man kann dir nur gratulieren.“
Wie betäubt wankte ich zu meinem Platz zurück. Mittlerweile kannte ich Wahlstedt gut genug, um zu wissen, dass seine kühle Ansprache in Wahrheit ein dickes Lob gewesen war. Eigentlich hätte ich also stolz sein können, aber ich spürte gar nichts. Vielleicht war alles noch zu viel, um es erfassen zu können.
Oder hatte die Sache doch einen Haken? Kam da vielleicht noch irgendein dickes Ende?
Rums! Ein sehr lauter Knall beförderte mich unsanft wieder in die Gegenwart. Das Deckenlicht flammte auf, im Chemiesaal stand dichter Rauch. „Ende der Show“, rief Herr Fischer. „Euch eine schöne Zeit!“
Es gab Applaus, dann gingen wir runter in die Pause. Liefen nervös auf dem Schulhof hin und her, warteten ungeduldig, dass es wieder klingelte.
Und dann begann sie, die letzte Stunde vor den Ferien. Die Stunde der Wahrheit. Feierlich betrat Wahlstedt den Klassenraum und schritt nach vorn zum Lehrerpult, die berüchtigten Giftblätter lässig in einem knitterigen Pappordner unterm Arm tragend. Sie waren alphabetisch sortiert, nach Familiennamen – Ewigkeiten schienen zu vergehen, bis endlich „J“ wie Jansen dran war und ich mein Zeugnis bekam. „Versetzt nach Untersekunda“, stand dort. Nun war es amtlich: Ich hatte es geschafft. Marens Stein hatte doch gewirkt.
Bilder vom Anfang des Jahres stiegen vor mir auf, ich sah mich am Schreibtisch sitzen und arbeiten. Draußen war es längst dunkel, die Leselampe brannte. Ich büffelte englische und französische Vokabeln, verbiss mich in die Lösung quadratischer Gleichungen, versuchte die physikalischen Gesetze von Reflexion und Brechung zu verstehen. Immer wieder war ich kurz davor, zu kapitulieren, alles hinzuschmeißen. Ich musste mich regelrecht weiterprügeln. Dann der Umzug nach Schönhagen, der jähe Schulwechsel, das verzweifelte Gefühl, von vorn beginnen zu müssen. Aber es klappte, wider Erwarten konnte ich an die Leistungen im KBZ anknüpfen.
Wie scheiße ich das Wilhelm-Gymnasium am Anfang gefunden hatte. Wie zurückgeblieben die Schüler, wie autoritär die Lehrer. Aber nach und nach hatte ich mich an die Gegebenheiten gewöhnt. Inzwischen fühlte ich mich richtig wohl, das musste ich zugeben. Es störte mich nicht mehr, dass die Leute in meiner Klasse so uncool und brav waren. Im Gegenteil: Die altbackenen, traditionellen Strukturen passten sogar besser zu mir. Es gab nicht mehr diesen Druck, aus der Masse herauszustechen, etwas Besonderes sein zu müssen. Man brauchte sich nicht mehr ständig anzupreisen. Gut, Nazi-Typen wie Wahlstedt hatte man am KBZ nicht gehabt, aber die meisten Lehrer am Wilhelm-Gymnasium waren absolut okay. Eigentlich fühlte sich hier alles viel entspannter an.
Es klingelte. Ein großes Taschenpacken und Stühlerücken setzte ein. Sechs Wochen Ferien erwarteten uns, sechs Wochen Freiheit und süßes Nichtstun.
Draußen standen wir noch eine Weile zusammen und redeten über unsere Urlaubspläne. Viele verreisten mit ihren Eltern. Ich würde im August mit Hartmann und seiner Familie 14 Tage an der Nordsee verbringen, auf Föhr. Vorher ging es mit Klaus, Muttern und Henri eine Woche nach Dänemark.
Juliane und ich latschten zur Haltestelle. Neben dem Wartehäuschen gab es eine niedrige Ziegelmauer, dort setzten wir uns und rauchten noch eine Zigarette zusammen. Als mein Bus kam, stieg ich nicht ein. Der nächste würde erst in einer Stunde fahren, aber das war mir egal. Ich hatte Sommerferien und alle Zeit der Welt.
Ringsherum verliefen sich allmählich die Grüppchen. Schließlich lag das Schulgelände leer und verlassen da – erst in sechs Wochen würde es sich wieder füllen.
Außer mir und Juliane war jetzt niemand mehr hier. Sie ließ ihren Bus ebenfalls davonfahren. Noch ewig saßen wir dort, quatschten, genossen die Sonne und hatten beide keine Eile, nach Hause zu kommen.
***
Endlich schaltete sich die Straßenbeleuchtung ab – Mitternacht. Ich schnappte mir den gepackten Rucksack und huschte ins Freie. Im Schutz der Dunkelheit schlich ich zu den Garagen, um den Drahtesel zu holen. Das verdammte Tor machte beim Öffnen und Schließen, so kam es mir vor, einen Höllenlärm. Ohne Licht fuhr ich zum vereinbarten Treffpunkt am Achterkamp, wo Jürgen und Bernd bereits ungeduldig herumkurvten. Nach einer Weile kam Heiner auf seiner klapprigen Mühle angeradelt. Er hatte zurzeit Urlaub.
Gespannt warteten wir. Würden die Mädchen es schaffen, sich heimlich rauszuschleichen? Große Freude, als Kristina und Silke aus dem Dunkel auftauchten. Jetzt fehlte bloß noch Maren. Wo blieb sie? Heiner und ich überlegten bereits, zurückzufahren und nach ihr zu schauen, da kam sie endlich angestrampelt. „Meine Eltern saßen ewig vor der Glotze“, entschuldigte sie sich, völlig außer Atem. Sie war allen Ernstes aus dem Fenster gestiegen und am Efeu herabgeklettert. „Mach ich immer so“, meinte sie, als wäre es das Normalste von der Welt. Als sie mein erschrockenes Gesicht sah, versicherte sie rasch: „Zurück geh’ ich aber durch die Tür.“
Wir wollten zum Steenbarger Strand, ein bisschen feiern. Die Mädchen hatten Salate gemacht, Jürgen Frikadellen gebraten. Der Wein war von Bernd und mir, Heiner steuerte einige Dosen Bier bei. Auch Baden wollten wir. Wäre es nach Kristina gegangen, hätten wir alle nackt ins Wasser springen müssen, aber ohne irgendwas untenrum lief bei mir gar nix, da konnte die Nacht noch so schwarz sein. Deshalb hatte ich natürlich die Badehose eingepackt.
Ich wusste nicht genau, wie ich unser Vorhaben finden sollte. Es klang spannend, klar, aber ich hatte auch Bedenken: Konnten wir nachts am Strand einfach eine Party feiern? Trieb sich dort draußen vielleicht übles Gesocks herum? Gab es streunende Hunde oder anderes gefährliches Getier? Was sollten wir dann tun, ohne Waffen? Oder machte ich mir schlicht zu viele Sorgen?
Der Feldweg nach Steenbarg, der eigentlich durch schönste Natur führte, wirkte im Dunkeln ziemlich unheimlich. Immer wieder stoppten wir, um lose Zweige und Äste einzusammeln. Heiner und Bernd wollten ein Lagerfeuer machen. Bald stapelte sich auf jedem Gepäckträger ein ordentlicher Stoß Brennholz, verschnürt mit Tragegummis.
Der Himmel war so klar wie bei meinem nächtlichen Besuch unter Marens Fenster. Zahllose Lichtpunkte lagen da oben ausgestreut wie glitzernde Diamanten, über dem Dorf hing eine Mondsichel. Die Häuser mit dem zwiebelförmigen Kirchturm in ihrer Mitte wirkten vor diesem Hintergrund wie ein Scherenschnitt. Auf der anderen, nördlichen Seite leuchtete der Horizont auffallend hell. Es erinnerte an Dämmerung, aber das konnte nicht sein. Die Uhr zeigte gerade mal halb Eins.
„Die Mitternachtssonne“, meinte Maren.
Mitternachtssonne – gab’s die nicht bloß in Skandinavien? Waren wir so weit im Norden?
„Ich nenn’s bloß so“, lachte sie, als sie mein verdutztes Gesicht sah. „Bei klarem Himmel wird’s um diese Jahreszeit nachts nie richtig dunkel.“
Wir durchquerten das in tiefstem Schlummer liegende Steenbarg. Hinter dem Ort wurde die Helligkeit noch deutlicher – es war, als würde man in den beginnenden Tag hineinfahren. Als wir schließlich auf dem Deich standen, begriff ich, was Maren gemeint hatte: Das Leuchten über der offenen See war so intensiv, der Himmel so transparent, dass sich unwillkürlich ein Gefühl von Sonnenaufgang einstellte; jeden Augenblick erwartete man den roten Glutball am Horizont emporsteigen zu sehen. Landeinwärts dagegen herrschte nach wie vor Dunkelheit, klar und kalt blitzten dort die Sterne. Tag und Nacht schienen gleichzeitig stattzufinden, quasi nebeneinander zu stehen. Es war äußerst seltsam.
Der Pfad durch die Dünen ließ sich bei diesem Licht problemlos verfolgen. Als wir den Strand erreichten, zogen die anderen ihre Schuhe aus und liefen barfuß weiter. Ich behielt meine Treter lieber an, für den Fall der Fälle. Überall waren auf dem hellen Sand verdächtige schwarze Flecken zu erkennen, aber bei näherer Untersuchung stellten sie sich als angeschwemmte Seegrasbüschel heraus. Das Wasser war ziemlich ruhig: Flache Wellen rauschten in Kaskaden heran, verloren schnell ihren Schwung und flossen gemächlich zurück. In Richtung Schönhagen glommen ein paar Lichter, aber sie schienen weit weg zu sein. Ansonsten ließ sich nichts Auffälliges erkennen.
Wir breiteten unsere Decken aus, holten den Proviant hervor. Heiner und Bernd schichteten das Holz zu einem Turm und und bekamen ihr Machwerk tatsächlich zum Brennen. Weinflaschen machten die Runde, Heiner nippte an seinem Bier. Aus Bernds Recorder erklang Reggae.
Anfangs blieb ich wachsam, versuchte alles im Blick zu behalten, wie geplant. Aber allmählich entspannte ich mich. Genoss es einfach, in Gesellschaft zu sein, zusammen mit den anderen am warmen Feuer zu sitzen, zu essen und zu trinken, die milde Nachtluft zu spüren. War der Wein schuld? Oder hatte mich schließlich doch die allgemeine Sorglosigkeit angesteckt?
Irgendwann wollten die Mädchen baden gehen. Sie zogen sich um oder aus, ich wusste es nicht, und stürmten davon. Wie hilfesuchend blickte ich zu Jürgen. Aber der riss sich zu meiner großen Überraschung gerade selbst die Klamotten vom Leib und wetzte los. Im Wasser angekommen stieß er ein geziertes „huch“ aus, dann hörte man es klatschen.
Alle tobten jetzt in den Fluten herum, nur Heiner und ich saßen noch hier. Poseidon müsse heute auf seine Gesellschaft verzichten, brummte er und nahm einen Schluck aus der Dose. Das Sprechen fiel ihm bereits schwer. Ich überlegte, ob ich ebenfalls hierbleiben sollte. Dann merkte ich, dass es mich zu den anderen zog. Ich wollte bei ihnen sein, unbedingt. Zur Not auch nackt.
Hastig stahl ich mich aus den Plünnen und tappte durch den feuchten, kühlen Sand. Das Wasser war so eisig, dass ich erschrocken zusammenfuhr. Dann bekam ich Panik, dass jemand mich splitternackt hier stehen sah, und stapfte mit zusammengebissenen Zähnen weiter. Bald war es tief genug zum Schwimmen. Irgendwann spürte ich auch die Kälte nicht mehr.
Jemand kam von der Seite herangeglitten – Maren. Sie stellte sich hin, versperrte mir den Weg. Unter dem nassen, am Kopf klebenden Haar trat ihr Gesicht seltsam deutlich hervor. Ein herausforderndes Lächeln lag darin. Nun umfasste sie mich und schmiegte sich an mich. Das Gefühl ihres nackten Körpers auf meiner Haut raubte mir fast die Sinne. Ich strich über ihren Rücken, bis hinunter zum Po, und nichts war im Weg.
Prompt rührte sich mein Schwanz. Auch Maren bekam garantiert mit, was gerade passierte. Ich wollte mich losmachen, aber sie hielt ihre Arme fest um meine Hüfte geschlungen, strich mir über den Po, ging leicht zwischen die Backen…
Sie machte das extra! Hektisch befreite ich mich und sprang in die Fluten. Sie lachte.
Mit kräftigen Zügen schwamm ich zurück, lief zum Feuer und schnappte mir das Handtuch. Auf einmal klapperten mir die Zähne. Als ich versuchte, mit noch immer halbnassen Beinen in die Unterhose zu steigen, verlor ich prompt das Gleichgewicht – nur mit knapper Not konnte ich verhindern, seitwärts in den Sand zu kippen. Währenddessen hörte man die anderen ausgelassener denn je im Wasser herumalbern.
Ich arbeitete mich gerade mühsam in die Jeans, da kam Maren angestürmt und griff sich ihr Badelaken. Ohne jede Scheu rekelte und wand sie sich unter dem Stoff hin und her, bis sie trocken war. Sie beugte sich hinab, packte ihr klatschnasses Haar mit beiden Händen und wrang es aus wie einen Lappen. Während sie sich ihren gewohnten Knoten machte und mit der silbernen Haarspange festklemmte, zeichneten sich auf ihrem Brustkorb die Rippen ab.
Als wir mit Anziehen fertig waren, nahm sie eine Weinflasche und griff nach meiner Hand. „Komm“, sagte sie und zog mich hinter sich her.
Wir setzten uns ein Stückchen abseits in die Dünen. Jetzt, nach dem Baden, war uns ganz warm. Still betrachteten wir die See. Marens Kopf lag auf meiner Schulter.
„Maren? Hauke?“, hörten wir nach einer Weile Kristina rufen. „Seid ihr da hinten?“
„Ja!“, antwortete Maren.
„Braucht ihr noch Wein?“
„Sind versorgt!“, rief Maren zurück.
Eng aneinandergelehnt saßen wir da und beobachten, wie das matte Blau des Himmels langsam in ein wärmeres Orange überging. Niemand sagte etwas.
Auf der Rückfahrt nach Schönhagen war es bereits ziemlich hell. Silke und Kristina hatten Panik, dass sie vielleicht nicht mehr unbemerkt zu Hause reinkamen. Maren war da entspannter: Ihre Eltern hatten Urlaub und pennten sicher noch tief und fest.
Trotzdem brachte ich sie heute lieber nicht bis vor die Tür, wie sonst. Wir verabschiedeten uns schon an den Hecken. Bevor ich zur Brentanostraße umkehrte, schickte ich ihr einen letzten Handkuss.
Das Rad neben mir her schiebend ging ich zu den Garagen. Aus irgendeinem Grund musste ich immer wieder nach oben schauen, wo im morgendlichen Himmel die letzten, hartnäckigen Sterne leuchteten. Ich fühlte mich eigenartig berauscht, aber das kam nicht vom Wein.
Ich war berauscht vor Glück. So glücklich wie hier war ich sehr lange nicht gewesen.
























































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