Kapitel 11
Fiona
Die Tage vergehen wie im Flug. Erst jetzt merke ich, wie sehr mir die Familie und auch das Rudel gefehlt haben.
Jeden Moment war ich von Personen umgeben, die ihre Fehler wiedergutmachen wollten. Es war zwar auch etwas überwältigend, aber wesentlich besser, als zuvor. Hanna und Julie blieben immer bei mir. Wurden die anderen zu aufdringlich verscheuchten Sie sie einfach.
Ich genoss jeden einzelnen Moment und war wehmütig, dass ich morgen wieder zurück fliegen würde. Am liebsten würde ich den gesamten Urlaub hier verbringen. Das Rudel hat sich wirklich verändert. Doch ich weiß nicht, ob ich schon dazu bereit bin, ihm gegenüber zu stehen. Eher nicht oder? Ich bin mir nicht sicher. Joshua würde ich aber schon gerne wieder sehen. Er fehlt mir unglaublich. Dieser kleine Frechdachs.
Heute haben wir uns dazu entschlossen, etwas mit den Kindern zu spielen. Wir malen mit Kreide auf den Steinplatten jeder Terrasse. Ich bin überwältigt, wie gut einige malen können. Es werden aber auch Spiele aufgemalt, sodass es ein großes Fest ist, mit den Kindern zu spielen. Zudem haben einige die Terrassetüren geöffnet und Musik laufen. Die Stimmung ist ausgelassen und friedlich. Ich hüpfe gerade auf einem Bein, als alle innehalten.
Da ich das Verhalten kenne, denke ich mir nichts bei und hüpfe zu dem Ast auf dem Feld 10. Auf einem Bein balancierend bücke ich mich und hebe den Stock hoch. Mit diesem Hüpfe ich zurück. Am Anfang wieder angekommen, scheint die Mitteilung vorbei zu sein.
Julie und Hanna kommen zu mir geeilt. Auch unter den Erwachsenen scheint plötzlich Unruhe zu herrschen, da sie geschäftigt davon eilen. Etwas besorgt von den Reaktionen frage ich dann doch nach „Was ist los?“
Julie und Hanna schauen sich fragend an, ehe Hanna beginnt „Joshua und Paul sind im Auto an der Grenze. Sie haben den jüngeren Bruder von einem Alpha, dessen Rudel sie besucht hatten dabei. Das ist auch der Grund warum sie mehrere Tage zu früh wieder hier sind.“
Mir bleibt der Atem weg, als ich verstehe, was dies zu bedeuten hat. Er ist hier. In unmittelbarer Nähe. Was, was mache ich jetzt?
Mein Kopf ist wie leergefegt. Ich weiß überhaupt nicht was ich machen soll. Meine Sicht verwischt. Meine Panik müssen wohl auch Julie und Hanna bemerken. Sie leiten mich an, wieder ruhiger zu atmen. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass ich so heltisch geatmet habe.
Doch die ruhigere Atmung ermöglicht es mir auch, dass ich wieder Gedanken fassen kann. So erinnere ich mich an eine weitere Atemübung von meiner Ausbildung. Generell kommt mit jedem weiteren Atemzug meine Ruhe zurück, die ich für meine Arbeit auch brauche.
„Ich packe meine Sachen. Ich werde sofort abreisen.“ spreche ich ruhig. Julie und Hanna machen überrascht einen Schritt zurück. „Wow, ich hätte nicht gedacht, dass du so eine kalte und ernsthafte Seite an dir hast.“ spricht Hanna bewundernd. An Julie gewandt spricht Hanna „Julie begleite Fiona, ich bringe die Kinder rein.“ Julie nickt und führt mich zum Alpha-Haus.
Doch wir kommen gerade mal auf den Hauptplatz, als zwei Wölfe auf diesen gerannt kommen. Den einen erkenne ich sofort, da es Joshua ist. Den zweiten Wolf erkenne ich nicht. Er hat braunes Fell und mir doch bekannte Augen, die mich überrascht anschauen.
Doch ich kann nicht länger darüber nachdenken, woher ich die Augen kenne, denn da hat auch Joshua mich entdeckt. Aufgeregt kommt er auf mich zugesprungen. Mit einem ordentlichen Wumms knallen wir auf den Boden, dass mir die Luft aus den Lungen gepresst wird. Doch ich kann mich nicht lange beschweren, da bekomme ich auch schon eine Wolfszunge durchs Gesicht gezogen.
Kichernd versuche ich Joshua von mir zu schieben „Joshi, ich freue mich ja auch dich zu sehen, aber würdest du bitte runter gehen? Du bist viel größer geworden als damals. Ich bekomme kaum noch Luft.“ Joshua lässt nach meinen Worten sofort von mir ab. Aufgeregt sitzt er neben mir und wedelt mit den Schwanz.
Kaum vorzustellen, dass er schon 22 ist. Er verhält sich eher wie ein Teenie. Joshua streichelnd, richte ich meine Aufmerksamkeit auf den mir fremden Wolf zu. Dieser steht jedoch nicht mehr als Wolf da, sondern hat sich zurückgewandelt.
„Wolf?“ rufe ich überrascht aus. Dieser grinst „Hallo Shadow.“ Aufgeregt springe ich auf und laufe auf ihn zu. Jedoch unterschätze ich, wie viel Schwung ich habe. Doch zum Glück fängt mich Wolf auf und wirbelt mich einmal herum.
„Oh mein Gott, es macht so vieles Sinn, wenn du ein Werwolf bist!“ spreche ich gleichzeitig mit Wolf. „Oh Luna, jetzt ist es nicht mehr verwunderlich, warum selbst ich dich nicht finden kann, wenn du im Rudel aufgewachsen bist.“
Lachend umarmen wir uns nochmal. Ein Räuspern unterbricht uns. Ich löse mich von Wolf und trete einen Schritt zurück. Wolf neigt seinen Kopf vor meinen Dad „Alpha Mathias, es ehrt mich, dass ich eingeladen wurde. Mein Name ist Taylor Crane, ich bin der jüngere Bruder von Alpha Tate Crane.“
„Willkommen in meinem Rudel. Es freut mich, dass wir euch hier als Gast begrüßen dürfen. Für den Empfang entschuldige ich mich, normalerweise darf man auch im Auto weiterfahren. Nur“ begrüßt mein Dad Taylor. Doch unterbricht dann Taylor Dad „Ich kann es mir denken. Fiona hat einiges erzählt, auch wenn sie nicht verraten hat, dass es sich auch um Rudelangelegenheiten ging.“
Mein Dad nickt verstehend. Doch bevor er etwas sagen kann, kommt meine Mutter mit Lilly zu uns gestürmt. „Fiona, es tut mir so Leid. Hätte ich das gewusst, hätte ich dich nicht zum bleiben überredet. Wie gehst du jetzt vor?“
Zuerst verstehe ich nicht, was sie meint, doch dann fällt es mir wieder ein. Das Joshua hier ist bedeutet, dass auch Paul hier ist. Taylor kommt einen Schritt näher zu mir „Ich nehme mal an, der zukünftige Beta ist dein ehemaliger bester Freund?“
Ich nicke ihm zu und fahre mir unsicher durch meine Haare. „Wie komme ich denn hier gut weg?“ spreche ich meinen Gedanken aus. Überrascht schaut Taylor zu mir, während mir Mom mit verschiedenen Wegen Möglichkeiten aufzeigt.
Doch Taylor unterbricht sie „Warten Sie Luna. Fiona, willst du wirklich abhauen? So kenne ich dich gar nicht.“ Ich schaue zu Taylor. Er hat Recht, normalerweise stelle ich mich jeder Situation. Aber ihm?
„Ich stehe an deiner Seite, wie du dich auch entscheidest, aber wenn du die Konfrontation meidest, wirst du dich immer fragen, was wäre wenn.“ spricht Taylor ruhig. Ich schaue ihn an, er weiß genau was er sagen muss, um mich zu reizen. Doch ihm vertraue ich blind, anders würden wir auch nicht überleben.
„Bringst du mich fort, wenn ich es brauche?“ frage ich Taylor. Taylor streicht mir eine Strähne aus der Stirn. „Natürlich, ich bin der erste der dich wieder zur Basis bringt.“ verspricht Taylor und zwinkert mir zu.
- Ich atme nochmal tief ein, als ich Dad zunicke „Sag den Grenzwachen, dass sie ihn durchlassen können.“

































































Puh. Das war jetzt sehr viel auf einen Schlag für Fiona. Ich habe zwar geahnt dass Paul unerwartet verfrüht zurückkommt… aber auch nicht schon so bald. Und das sich Wolf tatsächlich als Werwolf entpuppt, naja man hätte es sich denken können aber irgendwie muss ich das selbst grad erst noch einordnen.
Die Überraschung ist dir auf jeden Fall gelungen, jetzt bin ich gespannt wie das aufeinandertreffen der beiden wird… 🤍
PS: Frohe Ostern falls du feierst 😉
😉
Dir auch frohe Ostern