Kapitel 8 – Abmachung mit einem der Fürsten
Kapitel 8 – Abmachung mit einem der Fürsten
Aurelie
Als ich mit Leeander aus dem Kerker trat, atmete ich erleichtert aus. Und sofort gierig wieder ein. Der Gestank in diesem Loch war wirklich nicht auszuhalten.
Die zwei Wachen, die vor der Tür standen, verneigten sich schweigend.
Nach einigen Schritten in Richtung meiner Gemächer hielt ich inne und wandte mich zu dem Grigoroi. „Lee, ich möchte etwas frische Luft schnappen gehen. Nach diesem … meine Güte, man sollte den Kerker wirklich einmal lüften.“ Ich verdrehte die Augen und sah aus dem Fenster. Die Sonne stand bereits im Zenit. Dabei hatte ich den Tag schon vor Sonnenaufgang begonnen. Kurz räusperte ich mich. „Könntest du bitte nach den Grafen sehen und Berichte einholen? Ich schätze, es wird zwar zu früh sein, Ergebnisse zu erwarten, aber dennoch. Danach wäre ich dir dankbar, du brächtest alle Karten des Schlosses, die du nur finden kannst, in meine Gemächer. Auch die Alten. Sieh auf jeden Fall im Arbeitszimmer des alten Königs nach.“ Ich überlegte kurz. „Aber es wurde bestimmt schon durchsucht, nicht?“
„Wenn Ihr die geheime Schatzkammer finden möchtet, so sind alle wichtigen Karten bereits von Cyrus zusammengetragen worden. Er hat auch einen neuen Plan anfertigen lassen. Ich bringe alle Unterlagen dazu in Eure Gemächer.“ Leeander verneigte sich tief und entfernte sich von mir.
Mit einem mulmigen Gefühl im Magen lief ich hoch in meine Gemächer und holte Kaldor ab. Wenn ich in den Garten ging, konnte er auch gleich mitkommen. Außerdem würde mir etwas Ablenkung guttun. Es konnte doch nicht sein, dass mein Ziehvater das ganze Gold versteckt hatte. Wieso hätte er das tun sollen? Was Seibling über meinen leiblichen Vater gesagt hatte, interessierte mich zugegeben herzlich wenig. Es war irgendwie einfach niemals ein Thema gewesen. Auch wenn er nicht getötet worden wäre, hätte ich mich vermutlich nicht an ihn erinnern können. Wie viele Jahre hätte er noch gehabt? Zwanzig? Dreißig? Da befand sich ein Vampirkind noch im Windelalter! Ich hatte nie auch nur über ihn nachgedacht. Wieso Mutter ihn in ihr Bett geholt hatte? Als Lustobjekt, so meine Vermutung. Als Vertrauten? Wohl kaum. Er war ein Mensch, ein Sklave gewesen. Einer unter hunderten. Seine Gene waren schwach gewesen. Die Haar- und Augenfarbe hatten wir beide, Alex und ich, von Mutter geerbt. Nichts deutete auch nur darauf hin, dass wir einen menschlichen Vater gehabt hatten – nichts, bis auf meine verzögerte Reife.
Mit Kaldor in den Armen betrat ich den Garten und atmete tief und gelöst durch. Es wurde immer wärmer und mittlerweile konnte man zumeist problemlos ohne Mantel hinaus. Kaldor ließ ich von meinen Armen springen. Mit einem Lächeln auf den Lippen beobachtete ich, wie er im nächsten Gebüsch verschwand, wo er wohl etwas gerochen oder gehört hatte. Ich selbst versank erneut in Gedanken und schlenderte mit langsamen Schritten durch das Grün.
Mit einem Mal hörte ich Schritte neben mir und vernahm ein leises Räuspern. Sofort wandte ich mich um und sah in das alte und vertraute Gesicht des Hohepriesters, der mir sanft zulächelte. „Verzeiht. Ich wollte Euch nicht erschrecken, meine Königin.“ Er verbeugte sich vor mir und deutete an, ein paar Schritte mit mir zu gehen. „Wie geht es Euch?“
Ich seufzte leise, kam aber nicht umhin, mich über seine Anwesenheit zu freuen. Auch wenn mir die letzten Stunden viel zu denken gegeben hatten.
„Ich denke, ganz gut. Es ist anstrengend.“ Vorsichtig linste ich hoch. „Seid … seid Ihr sehr enttäuscht?“
„Enttäuscht? Aber wovon denn, meine Königin?“ Seine Stimme klang weich und verständnisvoll, und seine Augen lächelten mich warm an.
„Nayara, bitte Hohepriester. Ihr kennt mich seit meiner Geburt. Und … nun ja, die erste Ratssitzung allein ist ja nicht unbedingt … geregelt verlaufen.“ Leicht senkte sich mein Blick. Allerdings besann ich mich schnell und hob ihn wieder an. Jedoch sah ich geradeaus und bewunderte die Blumen. Und mied den direkten Blickkontakt mit dem Hohepriester.
„Seibling ist ein Fähnchen im Wind und…“ Er unterbrach sich. „Verzeiht, es steht mir nicht zu, meine eigene Meinung zu äußern.“
„Ich denke, um ehrlich zu sein, Seibling ist alles andere als ein Fähnchen. Er hat viel Gold unterschlagen. Das hat er gestanden.“ Ich seufzte wieder, dieses Mal deutlich schwerer. „Und ich bitte Euch um Eure Meinung, Hohepriester. Ich brauche auch Euren Rat. Gerade der Tatsache bemessen, dass ich die Hälfte meiner Minister entlassen habe.“
„Ich würde damit deutlich meine Befugnisse übertreten, Majestät. Ich bin weder Minister noch Berater. Ich wohne den Ratssitzungen nur bei, um Euch geistliche Unterstützung zu geben. Und Seibling ist ein Fähnchen im Wind. Er hat nicht nur für den König gearbeitet. Es ging auch Gold an einen der drei Fürsten. Ich weiß allerdings nicht, was er mit seinem Ausbruch Euch gegenüber bezweckt hat. Denn bisher habe ich ihn als sehr vorsichtigen und bedachten Mann gehalten.“
Stirnrunzelnd verlor ich mich in Gedanken. Wenn Seibling mit einem der Fürsten ein Arrangement hatte … Ich seufzte tief. Dann bedeutete das, dass ich noch einmal da runter musste. „Toll“, murmelte ich. Cyrus war es sicher nicht gewesen. Übrig blieb also der Fürst des Nordens, Kretos, oder der Fürst des Südens, Andyr.
„Ich sehe, es arbeitet hinter Eurer Stirn. Sicherlich habt Ihr schon eine Idee. Aber Ihr werdet mit Eurer Vermutung falsch liegen. Denn es ist niemand anderes als Cyrus, der all die Jahre heimlich das Gold an sich genommen hat.“ Er schwieg, ließ die Worte auf mich wirken. „König Cyrus lässt seit seiner Anwesenheit hier im Schloss nach der geheimen Schatzkammer suchen. Nach einer Kammer, die es angeblich nicht gibt. Nach einer Kammer, von der ihm Seibling erzählt haben wird. Nur deswegen ist König Alaric tot. Nur wegen des Goldes musste Alexander sterben.“
Augenblicklich spannte ich mich bis aufs Äußerste an. „Ihr …“ Lügt, wollte ich sagen. Aber konnte ich das? Das würde bedeuten, ich behauptete, ich würde meinen Gatten kennen. Doch das tat ich nicht. Immer wieder wechselte seine Laune oder seine Meinung über mich. Manchmal hatte ich das Gefühl, er sah mich als Kind, manchmal sah er mich als seinen Feind. Doch niemals beides. Noch dazu kam, dass Cyrus die Pläne des Schlosses angefordert hatte. Das hatte Leeander erst vorhin erwähnt.
„Ich weiß, ich habe keine Beweise. Aber ich habe sehr gute Ohren und einen scharfen Verstand.“ Seine Hand legte sich sanft und behutsam auf meine Schulter. „Ihr müsst auf der Hut sein, meine Königin. Und haltet Euch immer vor Augen, was Cyrus tat, um König zu werden. Macht nicht den Fehler, den falschen Vampiren zu vertrauen.“ Langsam glitt seine Hand von meiner Schulter und strich beruhigend über meinen Rücken. „Vertraut nur Euch selbst, Majestät.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und schritt langsam davon. Seinen Rücken hielt er gerade. Etwas, was mich in Anbetracht seines Alters immer wieder verwunderte.
Noch eine ganze Weile starrte ich ihm nach. Schlussendlich wandte ich mich aber wieder dem Garten zu und blickte noch für einige Momente in das bunte Farbenspiel der Blumen. Kaldor tauchte von Zeit zu Zeit zwischen den Büschen auf, sprang kurz darauf aber schon knurrend in den nächsten. Sein Spiel brachte mich zum Lachen. Unauffällig sah ich mich um und schielte auch hoch zu den Fenstern. Als ich aber niemanden entdecken konnte, raffte ich die Röcke und jagte ihm nach. Wie in früheren Tagen sprang ich durch Büsche, huschte schnell vorbei an Bäumen und verkroch mich schließlich mit dem Kopf in einem Loch im Baum.
„Kal?“ War er nicht eben hier hineingesprungen? Ein Bellen hinter mir erregte meine Aufmerksamkeit. Blitzartig drehte ich mich um. Bei dem schwanzwedelnden Anblick, der sich mir bot, fing ich augenblicklich an, zu lachen.
Als ich wieder meine Gemächer betrat, näherte sich die Sonne bereits langsam dem Horizont. Dieser Tag war viel zu schnell vergangen. Er war an mir vorbeigerast und ich war noch nicht einmal dazu gekommen, mir die Handelsdokumente weiter anzusehen. Nun, stirnrunzelnd über die vielen Zahlen gebeugt, schüttelte ich verzweifelt den Kopf. „Wie hat Eber das nur bezahlt?“, fragte ich mich murmelnd. Die Kassen waren leer. Wie hatte er diese ganzen Lieferungen nur finanziert? Zwar hatte er eine tadellose und lesbare Auflistung aller Verträge, Handelsbeziehungen und Einkäufe, aber es fehlten sämtliche Verkäufe! Es konnte doch nicht sein, dass das Goldene Reich die ganzen Jahre keine Einkünfte gemacht hatte? Eber hatte sogar noch Notizen hinzugefügt! Er hatte die wichtigsten Verträge gekennzeichnet und Notizen dazu verfasst, die offensichtlich an seinen Nachfolger gerichtet waren!
Kopfschüttelnd dachte ich noch einmal über meine Entscheidung nach. Hatte ich zu schnell gehandelt? War ich zu streng gewesen? Meine Güte, wieso musste ich mir diese Frage stellen? Ich war ein Kind! Ich sollte mich nicht fragen müssen, ob ich einem Erwachsenen gegenüber zu streng gewesen war! Und trotzdem ging mir nicht mehr aus dem Kopf, wie gebrochen Eber ausgesehen hatte, als er den Ratssaal verließ. Oder wie niedergeschlagen, als er die Dokumente vorbeigebracht hatte. Wobei er sogar extra noch Notizen verfasst hatte, um einen möglichst nahtlosen Übergang zu gewährleisten.
Mit jedem Gedanken fühlte ich mich schlechter. Er hatte für die Sklaverei gestimmt, ja. Auch er hatte sich gegen alles, was neu war, gewehrt, ja. Und doch fragte ich mich, ob es nicht einfach mehr Zeit gebraucht hätte. Hätte ich vielleicht einfach nur mehr Geduld aufbringen müssen? Doch was war mit dem Verhalten gegenüber Leeander? Der herablassenden Art gegenüber allem und jedem, das theoretisch schwächer war als ein Vampir? Man konnte einem Volk doch nicht beibringen, dass es die Menschen zu respektieren hatte, wenn die engsten Ratgeber der Herrscher sich komplett querstellten?!
Irgendwann sah ich ein, dass ich so nicht weiterkam. Ich müsste mit Dreidolch reden. Vielleicht hatte er in Seiblings Unterlagen doch noch irgendwelche Abbuchungen gefunden. Und auf längere Zeit musste ich unbedingt diese Kammer finden. Die Dokumente lagen … Suchend sah ich mich um. Vorhin hatte ich sie noch gesehen … Nun, die Karten lagen irgendwo unter diesem heillosen Chaos, das sich mein Schreibtisch nannte.
Nach einer halben Ewigkeit brachte auch das Zukneifen meiner Augen nichts mehr gegen die zunehmende Dunkelheit. Also stand ich ächzend auf und holte mir eine Kerze. Ein kurzer Blick nach draußen zeigte, dass die Sonne mittlerweile definitiv untergegangen war. Sterne leuchteten am Himmelszelt und strahlten in ihrer ganzen Pracht. Als ich zurück zum Schreibtisch lief, stellte ich die Kerze ab und machte zuerst einmal wieder Ordnung. Ich hatte mich die letzten Stunden so sehr in den Aufzeichnungen verloren, dass ich das große Ganze aus dem Blick verloren hatte. Ich stapelte die unzähligen Pergamente geordnet aufeinander, wobei mir plötzlich ein Brief ins Auge fiel. Darauf stand mein Name. Wenn ich mich recht erinnerte, hatte Lee ihn mir am gestrigen Morgen gebracht, doch ich hatte noch keine Zeit gefunden, ihn zu lesen.
Ich griff danach und öffnete ihn direkt. Währenddessen ging ich in meinem Wohnzimmer umher, um mir ein wenig die Beine zu vertreten. Emili und Aurillia dürften eigentlich bald mit dem Abendessen kommen, ging es mir durch den Kopf, als mein Magen knurrend seinen Unmut verkündete. Geschickt zog ich den Brief aus dem Umschlag und entfaltete ihn. Doch schon nach dem ersten Blick darauf legte ich ihn auf dem Sofatisch ab und begann überall die Kerzen zu entzünden. Normalerweise machten das ja die Mädchen, aber scheinbar war es heute vergessen gegangen. Den Kronleuchter ließ ich bleiben, stattdessen erleuchteten zwei menschengroße Kerzenständer den Raum. Als so weit alles vorbereitet war, setzte ich mich leise ausatmend auf das Sofa und griff erneut nach dem Brief.
Königin Nayara,
Ich bedauere es zutiefst, dass wir nicht mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Ich hätte gerne ein Gespräch unter vier Augen mit Euch geführt, nur war mein Aufenthalt in Eurem Schloss dafür leider zu kurz. Wenn Ihr diesen Brief erhaltet, werde ich bereits auf dem Weg zurück in die Ostlande sein, so wie mein Cousin es wünscht. Zudem werde ich seiner Bitte nachkommen und als Fürstin über dieses Land wachen.
Es beginnen nun aufregende Zeiten, aber mit Cyrus als König, sehe ich den Veränderungen positiv entgegen. Er wird das Leben im Goldenen Reich und den Nachbarländern endlich wieder lebenswert machen. Nicht nur für uns Vampire. Daher werde ich ihn unterstützen. Und wenn es nur ist, indem ich auf das Fürstentum des Ostens achtgebe.
Aber ich schrieb diesen Brief nicht, um über Politik zu reden. Auch wenn es heißt, die Königin habe stets ernst, unnahbar und kritisch zu sein, so bitte ich Euch, von diesen alten Traditionen Abstand zu nehmen. Für mich ist die Königin die Mutter des Volkes. Fürsorglich, verständnisvoll und frei von Vorurteilen. Eine Mutter liebt jedes Kind, auch wenn es Makel und Fehler hat.
Ich weiß, dass es für Euer junges Alter befremdlich klingen muss, vor allem, da Ihr Eure Reife noch nicht durchlebt habt. Aber sie wird kommen. Und ich möchte sie nicht schönreden, wie es die meisten Vampire tun. Denn dies sind fast ausnahmslos Männer, deren Körper nicht plötzlich zwei neue Auswüchse haben, die zudem noch schmerzen und schrecklich stören. Männer werden im Verlauf ihrer Reife größer, erwachsener, freier. Ihre Stimme wird reifer, ihr Bart wächst. Alles Dinge, auf die sich ein werdender Mann freut. Bei uns Frauen ist es anders. Der Körper wird weiblicher und wir fühlen uns damit noch verletzlicher. Es ist unangenehm und oftmals leider auch schmerzhaft. Während meiner Reife hatte ich nicht das Gefühl, dass ich stärker oder erwachsener werde. Im Gegenteil. Ich habe mich noch nie so schwach und verletzlich gefühlt.
Ich hatte gehofft, noch länger in Eurem Schloss zu verweilen, um Euch durch diese schwierige, alles verändernde Zeit zu helfen. Aber bedauerlicherweise hat mein Cousin recht. Die Ostlande brauchen einen neuen Herrscher. Und bis zu meinem nächsten Besuch werden sicherlich einige Monate vergehen. Aber vielleicht wird die Zeit des Wartens ein wenig erträglicher, wenn wir in Kontakt bleiben. Falls es Eure Zeit erlaubt.
Ich werde Euch zur Seite stehen, auch wenn es über die Entfernung nur mit Worten möglich ist. Aber seid Euch gewiss, dass ich gerne mein Wissen und meine Erfahrungen mit Euch teile.
Mit besten Grüßen,
Darleen aus dem Hause des Ora-Fides
Als ich am Ende des Briefes angekommen war, saß ich stumm und regungslos auf dem Sofa. Immer wieder flogen meine Augen über die Buchstaben, als würden sie noch mehr enthalten. Zum Beispiel, wie ich diese Auswüchse – die Lippen aufeinandergepresst, schielte ich zu meiner abgebundenen Brust – wieder wegbekam. Und das vorzugsweise, bevor jemand sie bemerkte. Ich würde mit meiner Reife außerdem also nicht stärker werden. Ich würde noch schwächer werden. Wie sollte ich bitte noch schwächer werden?!
Schnaubend stand ich auf und tigerte im Zimmer hoch und runter. Noch schwächer? Meinte sie damit gebrechlich? Wurde eine Frau nach ihrer Reife erst gebrechlich? Das konnte doch nicht sein! Was für ein Mist?!
„Ah!“ Mit einem frustrierten Aufschrei schmiss ich den Brief zu Boden und vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
Plötzlich wurde die Tür aufgestoßen und Elok stürmte in meine Wohnstube. Dabei zog er sein Schwert, umgriff es mit beiden Händen und suchte systematisch das Zimmer ab. „Was ist passiert?“, fragte er und ging zur ersten Tür, die zum Badezimmer führte. Er öffnete sie und spähte hinein.
Genervt stöhnend schüttelte ich den Kopf. „Beruhig dich, Elok, und steck das Schwert weg. Ich bin nur …“ Genervt, unfähig, chancenlos, unfähig, dumm, unfähig! „Ich habe nur viel zu tun.“
Elok drehte sich langsam zu mir um und schob das Schwert wieder in seine Scheide. Erst, nachdem er sich noch einmal umgesehen hatte, nickte er. „Gut. Also ein frustrierter Laut. Ich dachte, Ihr bräuchtet Hilfe. Bitte verzeiht, dass ich in Eure Gemächer geplatzt bin.“ Er verneigte sich tief und schritt rückwärts zurück zur Tür.
Ich sah ihm noch kurz hinterher, versucht, ihn aufzuhalten. Aber was sollte ich ihm sagen? Er solle mir die Auswüchse mit dem Schwert noch gleich abschneiden? Nicht die beste Idee, also ließ ich ihn gehen. Wenn mir nach Gesellschaft war, waren Emili und Aurillia vermutlich sowieso die bessere Wahl. Beide kamen wenig später gestresst zur Tür hinein und entschuldigten sich für ihre Verspätung und das Versäumnis mit den Kerzen. Scheinbar hatte es bei den Bediensteten Probleme gegeben, bei denen sie helfen mussten. Später setzten wir uns gemeinsam an den Tisch in meinem privaten Speisezimmer und vertilgten erneut größtenteils schweigend unser Mahl.
Ich hatte mir noch keinerlei Gedanken zum Thema Flucht gemacht, wie mir jetzt auffiel. Und auch über Cyrus‘ Verrat hatte ich noch nicht nachgedacht. Beide Gedanken versuchte ich krampfhaft zu verdrängen. Aber vielleicht wäre es wirklich das Beste, wenn ich von hier verschwinden würde. An diesem Tag fiel ich wie ein Stein in mein Bett, den Kopf voller Sorgen.

























































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